Wie Kinder zum Sport motivieren?

  • Da wir 3,8 km (offizieller Schulweg) von der Schule entfernt wohnen, bekommen wir keine Busfahrkarte für unser Kind bezahlt.

    Deshalb läuft er. Sein ausgesuchter Weg ist 4,2 km lang, er läuft also etwa 8,5 Kilometer am Tag.

    Ich finde das zumutbar und beschwert hat er sich deshalb noch nie.

  • Oh, gerade mal geguckt, Fußweg sind 6,1 km, wohl etwas zu weit, weiß gar nicht wie ich auf 3km komme... Das wird er nicht laufen, da bin ich mir sicher. Aber vielleicht kann ich mit ihm und seinen Brüdern reden das sie 2x in der Woche laufen, anstatt Sport.

    Liebe Grüße,


    Sommerwind.

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  • Ja, die Idee hatte ich gestern Abend auch noch. Ich weiß nicht ob sie das tatsächlich tun oder es mir dann nur erzählen. Aber es wird ja nur ein Angebot oder Vorschlag sein, ich zwinge sie nicht dazu.

    Früher ausgestiegen hat er früher öfter gemacht um seinen Schulweg zur Grundschule nochmal zu kaufen, den mochte er offensichtlich.

  • Ich bin gestern extra zu einer Treppe mit über 500 Stufen gefahren, damit ich die hochrennen kann

    wow...das ist für mich der alptraum, treppen hochrennen. aber ich gehe heute ins fitnesszenter.

    sonja mit Eisprincess (03) + kleinronaldo (06)

  • Und wenn du mal ne challenge für euch machst? Mit Schrittzähler... wer bewegt sich mehr? Meine Sporttreibenden Männer waren ja mal der Ansicht, sie würden sich viel viel mehr bewegen als ich, die ja nur reitet und gassi geht usw.... nach vier Wochen haben wir festgestellt, dass dem nicht so ist... Sohn bewegt sich deutlich mehr, Mann deutlich weniger ( da war er entsetzt) ... vielleicht hilft es ein Gefühl zu entwickeln...???

  • - muss er Vokabeln lernen oder so? Dann könntest Du ihn unterwegs abhören.

    mein 12-jähriger springt fast immer rum, wenn ich ihn abfrage, manchmal auch mit ball an den füssen.

    gestern zb. hat er 2 stunden am morgen gegamt, dann habe ich ihn rausgeworfen..da die sonne schien. mir ist es dann egal was er macht. er hat dann an der garagenwand tennis gespielt. für meinen begriff ist er zu wenig an der frischen Luft...gestern war er tatsächlich bei -1 grad eine stunde noch draussen in einem skaterpark und danach ist er fast eingeschlafen dank frischer luft.

    meine tochter bewegt sich übrigens überdurchschnittlich viel in ihrem job. läuft auch immer auf den bus, etc. trotzdem fand sie selber dass sie sport braucht, da sie einfach keinen muskeltonus mehr hat, auch nicht mit viel bewegung (ich persönlich finde nicht dass bewegung reicht...denn da pumpt das herz nicht schneller) und geht nun eben ins fitnessstudio. allerdings ist sie gerade ständig erkältet. das war sie früher nie als sie immer auf dem eis war.

    mit meinem sohn war ich vor ein paar monaten bei einem spezialisierten arzt, weil mein sohn immer schmerzen hatte..füsse, rücken, etc. ich dachte schon es liegt daran dass er zuviel sport macht. der arzt meinte dann..nein. er hat deutlich zuwenig muskeltonus im oberkörper (klein-ronaldo macht ca. 10 stunden pro wochen tennis + Fußball) und er müsse unbedingt den oberkörper mehr trainieren. und er meinte auch dass man nie zuviel sport machen könne. die meisten Kinder machen viel zu wenig in der heutigen zeit. er hätte soviele in der praxis die schon in ganz jungen jahren probleme mit rücken, etc. haben. schliesslich sitzen sie ja auch noch in der schule nur rum.

    sonja mit Eisprincess (03) + kleinronaldo (06)

  • Jetzt wäre halt die Frage, was du machen würdest, wenn du es nötig hättest, die darüber Gedanken zu machen. Denn du befindest dich ja in der scheinbar in der beneidenswerten Lage, dass es auch so läuft, weil du ohnehin viel Alltagsbewegung hast und dein Kind intensiv Sport treibt. Was wäre denn, wenn das anders wäre? Würdest du dann statt Bewegung einzuplanen (weil sie sonst ja nicht stattfindet) lieber einen Bewegungsmangel in Kauf nehmen, für dich oder deine Kinder?

    Eigentlich ja nicht, schreibst du selbst - wenn ich das richtig verstehe, den der vorgeschlagene Spaziergang wäre ja auch zu planen.


    Warum ist es dann nötig, das so negativ zu kommentieren bzw. überhaupt als negativ zu empfinden. Ich sage ja auch nicht: Ach mensch, er wäre ja viel schöner, wenn ich einfach nie ein Kind ans Zähneputzen erinnern müsste - das stress mich ja schon. Ich nehme das bei diesem und vielen anderen Themen einfach hin, dass Kinder Begleitung brauchen und ich Dinge, die mir wichtig sind entsprechend "einplanen" und vermitteln muss. Das betrifft die Schule, das Zusammenleben, die gegenseitige Mithilfe etc. In all den Bereich ist es völlig normal, dass nicht alles von alleine funktioniert. Aber bei Bewegung (und oft auch bei Ernährung) ist es dann böse oder komisch oder zumindest anstrengend, etwas planerischer vorzugehen.

    Dabei bewegen wir uns einfach alle zu wenig - ich hab gerade gehört, dass nur 14 % aller Menschen ausreichend Bewegung haben - passt zu meiner Alltagserfahrung. Ist also nicht so richtig Typsache.


    Sommerwind Puh, klingt schwierig. Ich hab gerade noch gesehen, dass der Ortsansässige Crossfit Box-Betreiber auch ein Kinder-Workout am Wochenende anbietet. Crossfit wird ja auch hoch gehandelt bei den Kids, vielleicht wäre das ja was?

    Ansonsten ja, der Schulweg schiene mir auch geeignet - ich würde vermutlich darauf hinwirken, dass er mit dem Rad fährt. Laufen oder früher aus dem Bus aussteigen scheinen mir irgendwie schwer durchsetzbar und ich vermute, es werden viele Kinder mit dem Rad zur Schule kommen. Was den Rückweg angeht, würde ich auf Gewöhnung setzen: Je öfter man das fährt, umso leichter fällt es. Das könnte schon auch eine positive Erfahrung für ihn sein. Falls ihr das Ticket selbst zahlt könntest du die Kosten, die dann wegfallen ja sogar als "Bonus" ausloben und damit gemeinsam was nettes unternehmen (Freizeitpark, Trampolin-Halle o.ä.).

  • Arnoli74, ich versuche gerade den Unterschied für mich selbst zu verstehen, um es zu erklären. Ist gar nicht einfach.

    Ich glaube, wir meinen was Ähnliches, setzen es einfach etwas anders um. Uns ist Bewegung so wie Zähneputzen, sie läuft unbewusst nebenher.

    Ich glaube, in dem Beispiel mit dem "faulen" Teenie ginge es mir vor allem darum, die Bewegung so zu verstecken, dass sie ihm gar nicht als "jetzt werde ich für Sport eingeplant" auffällt. Und so etwas mehr Gewohnheit wird und dann irgendwann wieder freiwillig aktiver wird.


    Ein bisschen wie Gemüse beim Kleinkind: eine Mischung aus Vorbild, Angebot und attraktiven Probierhappen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich bin gestern extra zu einer Treppe mit über 500 Stufen gefahren, damit ich die hochrennen kann

    wow...das ist für mich der alptraum, treppen hochrennen. aber ich gehe heute ins fitnesszenter.

    das wäre für mich der alptraum. lieber laufe ich 10x diese treppe als einmal in solch ein ding zu müssen. die leute da... und überhaupt.

    "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

    Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.

    Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“


    Pfarrer Martin Niemöller

  • Da wir 3,8 km (offizieller Schulweg) von der Schule entfernt wohnen, bekommen wir keine Busfahrkarte für unser Kind bezahlt.

    Deshalb läuft er. Sein ausgesuchter Weg ist 4,2 km lang, er läuft also etwa 8,5 Kilometer am Tag.

    Ich finde das zumutbar und beschwert hat er sich deshalb noch nie.

    Wow, das würde ich schon als Sport einordnen. Da ist man ja auch schon echt lang unterwegs.

  • VivaLaVida Na, du scheinst ja einen guten Einblick in die Fitnesszentren dieser Welt zu haben... es lebe das Vorurteil würde ich sagen. Aber da bist du nicht alleine, das begegnet mir oft.


    Mein Fitti ist auch ganz schlimm, lauter schrecklich normale Menschen aller Altersklassen, man kann Badminton und im Sommer Beachvolleyball spielen, Yoga, Pilates, Rückengymnastik machen... Oder Krafttraining, oder Tanzkurs... autogenes Training... Und noch unzählige andere Dinge... Ein übler Ort also....

  • Ja, vielleicht wecke ich da auch die falsche Vorstellung, ich stürme ja nicht mit dem Klemmbrett unterm Arm die Kinderzimmer und plane die Sporteinheiten ;) Es ist bei uns einfach so ein Standard, der mehr gelebt als ständig besprochen wird. Ich sag nicht: Mir ist aufgefallen, dass wir am Sonntag nicht auf die vorgeschriebene Schrittzahl kommen, da müssen wir noch optimieren. Sondern eher sowas wie: Wow, ein ganzer freier Tag, da können wir den ganzen Vormittag rumhängen und am Nachmittag machen wir eine Radtour, einverstanden? Oder wollen wir lieber in die Stadt laufen oder ne Runde durch den Park? So in der Art...

    Wäre es was, was bei uns allen automatisch so ist, wäre wohl wirklich wie mit dem Zähneputzen: Machen alle, der Zahnarzt ist zufrieden, muss ich nicht drüber nachdenken, ist kein Thema.


    Jetzt ist es aber bei uns ein Thema, weil es eben nicht automatisch funktioniert. Daher integriere ich das aktiv in unser "Programm", womit es zum Standard wird und wieder von der Agenda verschwindet sozusagen. Weil es dann für alle ganz normal ist, dass wir z.B. freie Tage nicht komplett inaktiv verbringen.

  • Es ist doch keine persönliche Beleidigung, wenn jemand sagt, sie würden keine 10 Pferde dorthin bringen... ;) Ich gehe jetzt mal gepflegt davon aus, dass es auch Arten von Sport gibt, die für Dich nix wären. Aber ich bin auch nicht beleidigt, wenn Du sagst, Snowboarden wäre so gar nix für Dich, zum Beispiel.


    Fitnesscenter sind auch so gar nicht mein Ding. Je nach Angebot oder Notwendigkeit (gezieltes Krafttraining) kann ich mich aber überwinden.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich bin seit über 30 Jahren Snowboarderin, ich glaube nicht, dass Du noch irgendeine Beleidigung findest, die ich noch nicht gehört habe :D


    Aber im Ernst, ja, mich nerven im Fitnessstudio "die Leute" - nicht weil die speziell nervig sind, sondern einfach weil es Menschen sind, in Räume zusammengepfercht... Was aber nicht heisst, dass es anderen auch so gehen muss.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Aber bei Bewegung (und oft auch bei Ernährung) ist es dann böse oder komisch oder zumindest anstrengend, etwas planerischer vorzugehen.

    Dabei bewegen wir uns einfach alle zu wenig - ich hab gerade gehört, dass nur 14 % aller Menschen ausreichend Bewegung haben - passt zu meiner Alltagserfahrung. Ist also nicht so richtig Typsache.

    Ich glaube, in dem Beispiel mit dem "faulen" Teenie ginge es mir vor allem darum, die Bewegung so zu verstecken, dass sie ihm gar nicht als "jetzt werde ich für Sport eingeplant" auffällt. Und so etwas mehr Gewohnheit wird und dann irgendwann wieder freiwillig aktiver wird

    Ich habe das Gefühl das das Thema Sport und Ernährung bei Vielen ganz bestimmte Saiten zum klingen bringt und es deshalb so kritisch gesehen wird. Immer noch wird die gesundheitliche Relevanz von Sport und Ernährung ...wenn sie auf Gewichtsreduktion abzielt, negiert und herabgespielt. Gern mit Oberflächlichkeit und zu starkem Fokus auf das Äussere gleich gesetzt.


    Das ganze hat aber eben v.a. bie Kindern und Jugnedlichen gesundheitliche Aspekt und hat nichts mit Bodyshaming zu tun. Übergewicht (tritt es bereits in dem Alter auf, ist es nicht häufig der Start einer ungesunden Gewichtskarriere) ist nun mal ein gesundheitsrelevantes Thema, und da kann man sich noch so oft sagen, man sei zwar übergewichtig aber dennoch total fit.

    Es gibt Menschen die sind übergewichtig, treiben dennoch viel Sport und sind fit (wie die Grenzen da definiert sind finde ich manchmal sehr schräg, da machen einen ein paar hundert gramm zuviel und ein paar cm zu wenig gleich zum übergewichtigen Menschen. obwohl ma eigentlich als völlig normal durchgeht) und es gibt sehr schlanke Mensche die nur Mist in sich reinfuttern und sich kaum bewegen...das ist aber nun mal die Ausnahme. Das möchte ich nicht für meine Kinder.


    Übergewicht ist aber eben nur ein Aspekt. Sport zu treiben, sich am besten an frischer Luft zu bewegen und wenn es nur spazierengehen ist, seinen Körper zu spüren und auszuloten macht uns auch stressresistenter, es beugt Depressionen vor etc...dennoch ist es scheinbar ein TabuThema- jemanden zu Sport oder Bewegung zu bringen...


    Hätte jemand geschrieben mein Teenager, raucht und trinkt zu viel, wie kann ich ihn motivieren damit auf zu hören, oder wie Arnoli74 postuliert, mein Teenager duscht nicht und putzt sich nicht die Zähne...ich denke dann wäre der Tenor ein anderer....und ob man selbst gern Sport macht oder ins Fitnesstudio geht oder whatever spielt dabei keine Rolle, wenn ein erwachsener Mensch sich entscheidet , dass er keinen Sport mag, dass er sich nicht großartig bewegen mag und dass es ihm egal ist ob er 60,70,90,110 oder 140kg wiegt, weil er das Gefühl hat es geht ihm gut damit, dann steht es niemandem zu das in Frage zu stellen...aber es geht hier darum das ein Elternteil feststellt, dass der Teenagersohn diesbezüglich in die falsche Richtung steuert, da würde ich dreist behaupten es gehört zur elterlichen Fürsorge zu versuchen da gegen zu steuern...in einem gesunden und mäßigen Maß. Es geht nicht um stromlinienförmig optimierte Körper, es geht um ein gesundes Mittelmaß, welches mit gesundem Aufwand zu erreichen ist, nicht um SportjunKies oder Anorektiker-innen. Um ein Maß, das dem Kind die Möglichkeit gibt sich dennoch so aus zu leben wie es das im gros möchte...dafür muss auch keiner in Fitnesstudio oder in die Schwimm- oder Kletterhalle...es reicht sich draussen zu bewegen, zu Fuss, mit dem Fahrrad, den Inliner, auf dem Bolzplatz oder wie auch immer...

    "Wir wollen lieber fliegen als kriechen" - Louise Otto-Peters (1819-1895) Frauenrechtlerin


    „Es gibt so viele gute Sachen auf der Welt. Es ist wirklich wichtig, dass jemand sie findet!“ Pippi Langstrumpf

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  • Doch, ich finde es schon ein bisschen beleidigen, sie begründet es ja mit "die Leute da und überhaupt". Also ich fühle mich nicht beleidigt, keine Sorge. Es ist halt einfach so ein plattes Klischee, dass ich das nicht so stehen lassen will.

    Es gibt natürlich üble Pumper-Buden und es gibt Studios für Reha-Sport und solche, die voll auf Wellness sind und eben auch Studios mit gutem, breiten Angebot, fachlich kompetenter Betreuung etc. Ich wunder mich schlicht, warum es in diesem Punkt auf einmal schick ist, das pauschal abzuwerten und für sich auszuschließen...

  • @arnoli: ich war in meinem langen leben mitglied in 3 (wohooooo) solchen centern in unterschiedlichen städten und zusätzlich auch im unisport-center. plus ein jahr kieser.


    bin insgesamt jeweils ein paar mal hingegangen und fand es immer bescheuert.


    wäre es möglich, dass du meine einstellung respektierst, wie ich es auch mit deiner tue?

    "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

    Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.

    Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“


    Pfarrer Martin Niemöller