Hausaufgaben und lange Betreuungstage

  • Lesen üben ist ja sicher nicht täglich nötig

    Bei uns sollte das Kind in der 1. und 2. Klasse täglich 10min zu Hause vorlesen, abzuzeichnen im Lesepass. Das kann kein Hort leisten....

    Wobei ich da echt keine Skrupel hätte das Kind am Samstag vorlesen zu lassen und dann am Donnerstag einzutragen. Oder vielleicht kann er seiner Schwester vorlesen? Meine Tochter hat das gerne gemacht und dann wäre die Kleine auch beschäftigt?

  • Bei uns sollte das Kind in der 1. und 2. Klasse täglich 10min zu Hause vorlesen, abzuzeichnen im Lesepass. Das kann kein Hort leisten....

    Das kann auch eine Familie/Mutter nicht leisten, zumindest wenn es mehrere Kinder gibt und Berufstätigkeit und Hobbys etc...

    Bei uns hatten zeitweise alle drei Kinder so einen blöden Lesepass, teilweise waren es dann sogar 15 Minuten, die vorgelesen werden sollten.

    Ich kann mich doch nicht täglich eine Dreiviertelstunde hinsetzen und beim Vorlesen zuhören, zusätzlich zu der ganzen anderen Hausaufgabenbetreuung!


    Ich habe mir ab und zu vorlesen lassen und die Lesepässe mit Phantasiedaten ausgefüllt.

    Den Lehrern habe ich durchaus aus gesagt, dass ich das überflüssig und nicht leistbar finde.

    Irgendwann hat nach den Dingern zum Glück keiner mehr gefragt.

  • Ja, theoretisch sollen die Kinder hier auch täglich 10 min vorlesen. Aber das ist eben nicht immer realistisch.

    Da kann man sich doch ein Ziel setzen, dass man es 5 x in der Woche schafft. Und ggf. an den Wochenenden dann früh und nachmittags ein paar ruhige Minuten reserviert.

    Bei uns haben die Kinder so "Lesepässe", wo sie für jedes Vorlesen eine Unterschrift sammeln können, so dass sie auch sehen, was sie geschafft haben.

    Also ja: "tägliches" Lesen finde ich schon wichtig, aber das muss nicht unbedingt "täglich" sein. Man kann das z.B. auch einbauen, indem man beim Vorlesen das Kind bestimmte Wörter/Sätze/Abschnitte lesen lässt.

  • Lesen üben ist ja sicher nicht täglich nötig

    Bei uns sollte das Kind in der 1. und 2. Klasse täglich 10min zu Hause vorlesen, abzuzeichnen im Lesepass. Das kann kein Hort leisten....

    Ich sehe jetzt nicht, was dabei von Hortmitarbeiter*innen geleistet werden müsste. Es soll 10 min laut gelesen werden, ob jemand dabei zuhört, ist doch für den Übungseffekt irrelevant. (Zu Hause haben wir da beim Großen auch seltenst zugehört. Er saß auf dem Sofa, hat sich einen Küchenwecker gestellt und laut gelesen.)

  • Warum können die Kinder nicht gegenseitig vorlesen?

    Sind andere Kinder aus seiner Klasse im Hort mit denen er die Auswendigkernsachen zusammen machen kann?


    Hat dein Kind irgendeine Beeinträchtigung die erfordert, dass du ihm bei den Aufgaben hilfst? Das habe ich zumindest so rausgelesen, wenn ja, dann würde ich das als Argument der Schule.gegenüber nutzen um legerere Regeln die HA betreffend auszuhandeln.

    Im Hort ist kein Kind aus seiner Klasse oder seiner Jahrgangstufe ...


    Ich helfe ihm dass er die Energie noch aufbringen kann nach dem Tag was zu machen.

    Aber diktieren und vorlesen geht alleine nicht.


    Aber vllt stimmt es und ich muss nochmal versuchen mit der Lehrerin was zu ändern.

    Wie ein Quadrat in einem Kreis,
    eck ich immer wieder an.....




  • Wegen der Diktate:

    Bei meinen Kindern gab es als Hausaufgabe öfter "Schleichdiktate", das fand ich ganz pfiffig:

    Das Buch mit dem Diktattext wird weit entfernt vom Schreibtisch hingelegt und das Kind muss sich immer ein paar Wörter durchlesen, merken, rübergehen und ins Heft schreiben.

    Das kann man auch ohne Hilfe von Erwachsenen machen.

  • Also ich finde da gibt es verschiedene Möglichkeiten bei denen die Schule aber mitmachen muss:

    Hier sind die Hausaufgaben immer von Woche zu Woche auf also Mathe Dienstag zu Dienstag, deutsch Mittwoch zu Mittwoch usw, es gibt Freitags keine und auch keine Aufgaben zu Montag. Also kann man sich einteilen wann man sie macht, halt nicht an Horttagen zum Beispiel.

    Bei uns hat der Hort auch einen Hausaufgabenraum, wo Ruhe herrscht und die Kinder ihre Aufgaben machen können.

    Das sind meist so um die 10 Kinder, da könnte man auch leise der Aufsichtskraft vorlesen.


    Bei uns gibt es an solchen Tagen auch mal ne Tiefkühlpizza, dann kann man in der Backzeit schon mal was machen.

  • Blöde Kombi das alles. Ich kenne das auch, den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden ist unmöglich. Perfekt geht an solchen Tagen nicht, da sind es immer nur Kompromisse. Aber wirklich glücklich bin ich damit nicht, aber wüsste nicht wie es anders gehen sollte.

  • Bei uns im Hort hatten sie alleine schon nicht wirklich die Räumlichkeiten, dass sich Kinder gegenseitig in der HA Zeit etwas hätten vorlesen können. Da sollte in 2 Räumen möglichst Ruhe sein, damit 25 Kinder konzentriert ihre HA machen konnten. Und bei uns hat es verglichen mit den anderen Horten im Ort immer noch mit Abstand am besten geklappt.


    Ich finde die Erwartungshaltung der (west-?)deutschen Grundschulen schon echt krass, was alles zu Hause gemacht werden soll. Ich habe die Tage mit Elternaufgaben (z.B. recherchieren im Internet) immer sehr geliebt und freue mich schon sehr wenn der Kleine im Herbst in die Schule kommt.

  • Hier gibt es im Hort zwei Hausaufgabenzimmer-Arten: "Ruhe-Raum" - da müssen die Kinder ihre Aufgaben leise erledigenn und "Gruppenarbeitsraum" - da dürfen die Kinder zu zweit oder in Gruppen leise miteinander arbeiten. Die Kinder können dann halt je nach Aufgaben den Raum wählen/wechseln.

  • unser hort hat nur 2 Räume...einer zum Hausaufgaben machen u die anderen spielen im anderen Raum...so bleibt keine ausweichmöglichkeit. Allgemein ist der hort von den baulichen Gegebenheiten schrecklich. Wenn er nicht andere Vorzüge für uns hätte würde ich da mein Kind nicht hingeben

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  • Ich habe nicht alle Antworten gelesen, das vorweg. Es kann sein, dass es meine Antwort schon gab.


    Ich würde einen Gesprächstermin mit der Klassenleitung vereinbaren, mitteilen, dass es an 2 Tagen in der Woche bei euch keinesfalls möglich ist, die HA in der gewünschten Form zu erledigen und die Lehrerin fragen, was sie vorschlägt.

    Ich würde da auch keinen Verhandlungsspielraum anbieten in Form von "ein Kind aus dem Hort hilft", weil das in der Regel in die Hose geht.



    Unsere individuelle Lösung war übrigens die, dass ich einer Nachbarin Geld dafür gebe, dass sie an den langen Tagen die Kinder nimmt. In der Nachbetreuung selbst habe ich die gebuchten Zeiten deutlich reduziert.

    Meine Kinder sind auch am Tag nach so einer langen Betreuungsdauer noch durch den Wind, dafür waren sie irgendwie nicht geschaffen.

  • die zwei Tage sind die die er IMMER lang dort ist... oft kommt noch ein Tag dazu, freitags alle zwei Wochen lange u einmal in der Woche bis 14 oder 15 Uhr.


    Und es gibt keine Nachbarin oder ähnliches die aufpassen könnte


    Aber ich glaube ich finde die Idee gut der Lehrerin zu sagen das an den Tagen ich nix nacharbeiten werde was im Hort nicht gemacht werden könnte.

    Heute kam übrigen üben für einen Test dazu...das wollte das Kind dann unbedingt noch machen.

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  • Kein Kind sollte nach so einem langen Tag noch arbeiten müssen. Und das ist kein Vorwurf an euch als Familie! Das System ist einfach krank.

    Es ist einfach ein Unding, was man euch abverlangt.


    Wir haben ein ganz anderes Setting, aber ich erzähle es trotzdem. An unserer Schule ist es auch nicht weit her mit Sonderregelungen (außer man hat irgendwelche Diagnosen). Ich habe aber der Lehrerin meiner Tochter mitgeteilt, dass sie die Hausaufgaben im erforderten Umfang nicht schafft. Die Reaktion war supernett, es wird einfach darüber hinweggesehen, dass sie nicht alles gemacht hat. Und bei uns kommt das fast täglich vor. Also, auch wenn Schulleitung und Co das nicht wollen, kann die Lehrerin deines Sohnes durchaus mal ein Auge zukneifen an den entsprechenden Tagen.

  • Ich arbeite ja selbst an der Schule und meine Schulleitung ist total streng mit HA.


    Aber in so einem Fall dürfen wir kulant sein. Die Kinder sollen ja nicht mit Angst kommen.


    Damit wollte ich dich bestätigen, homunkulus .

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  • Lesen üben ist ja sicher nicht täglich nötig

    Bei uns sollte das Kind in der 1. und 2. Klasse täglich 10min zu Hause vorlesen, abzuzeichnen im Lesepass. Das kann kein Hort leisten....

    Ich sehe jetzt nicht, was dabei von Hortmitarbeiter*innen geleistet werden müsste. Es soll 10 min laut gelesen werden, ob jemand dabei zuhört, ist doch für den Übungseffekt irrelevant. (Zu Hause haben wir da beim Großen auch seltenst zugehört. Er saß auf dem Sofa, hat sich einen Küchenwecker gestellt und laut gelesen.)


    Ich finde es einen großen Unterschied, ob ein Kind zu Hause in der sicheren und halbwegs ruhigen Umgebung laut liest oder im Hort, während andere Kinder rundrum spielen, ggf, Kommentare abgeben oder durch das laute Lesen bei ihren eigenen HA gestört werden.


    Ich habe das gegenseitig vorlesen lassen am Anfang meiner Zeit im Hort tatsächlich noch probiert, aber dann sehr schnell festgestellt, daß der Aufwand den Effekt nicht rechtfertigt.

    Zusätzlich zu den normalen HA (die die Grenze der empfohlenen Zeit oft genug schon knackten), dann 25 Kinder auch noch für 20 min am Tisch sitzen lassen (jeder liest 10 min)... Die Frage war, wie viel tatsächlich effektiv gelesen und nicht geschwatzt und gekaspert wurde. Wie oft ich einschreiten musste, damit es überhaupt ausreichend ruhig blieb...


    Es ist auch für Erzieher in der Regel keine Freude, ständig mahnen zu müssen, noch dazu, wenn man nur zu gut versteht, warum die Kinder gerade gar nicht ruhig sein k ö n n e n und das erhoffte Ziele nicht erreicht werden kann.

    In der Zeit habe ich mich um kein Kind persönlich gekümmert, kein Angebot gemacht, keinem bei etwas geholfen, keinem Kind Zuwendung gegeben, ich war nur "patrullierendes Aufsichtspersonal"...


    Ne, das stand einfach in keiner Relation. Da sind 5 oder auch nur 3 Minuten ab Abend zu Hause in Ruhe lesen deutlich effektiver.


    Ich gebe zu, ich finde es auch für das zuhörende Kind eine Zumutung, 10 Minuten still zu sitzen und sich das Vorlese-Geholper anzuhören (bei dem man dann manchmal nicht mal mitbekommt, um was es denn geht, geschweige denn Freude dran hat). Ich selber fand es anfangs nur schwer erträglich, zuzuhören, wenn ein Kind lesen übt.

    Dazu kommt, daß die Kinder, denen die HA schwer fallen in der Regel die sind, die ausgiebige Spielzeiten und Draußenzeiten als Ausgleich brauchen, um überhaupt mit dem Schulalltag klar zu kommen.


    Zum Ausgangsthema:


    Ich würde auch vorschlagen, das Gespräch mit der Lehrerin zu suchen. Gibt es ein Grundproblem, daß dem Kind schwer macht, die HA im Hort zu schaffen (Konzentration,. Verständnis...) ? Wenn ja, was schlägt sie vor? Was für eine Lösung kann sie anbieten, wenn das Kind nach so einem langen Tag nicht mehr in der Lage ist, die HA zu machen? (Sie irgendwie hinzuschmieren nur damit sie gemacht sind, hat ja auch keinen Lerneffekt)


    Zu Hause: Schauen, daß alles was irgendwie geht an anderen Tagen erledigt wird (Wenn man an 4 Tagen in Ruhe liest passiert mehr als wenn man an einem unter Stress was reinquetscht und Sachen zum auswendig lernen werden hoffentlich nicht von heute auf morgen aufgegeben) und die langen Tage weitestgehend frei schaufeln. Wenn es nicht ging, schriftliche Rückmeldung an die Lehrerin mit dem Vorschlag, die HA am nächsten Tag/Wochenende... nachzuholen. Zumindest hier wo ich arbeite ist das nicht unüblich.


    Zum Vorlesen selber - in der Phase haben meine Kinder ganz gerne Witze oder Scherz- und Knobelaufgaben vorgelesen statt längerer Texte. 3 Witze aus dem Schülerwitzebuch kann man vielleicht am Abend eher reinquetschen als das frustrierende Lesen eines anderen Textes. Mit drüber reden und lachen ist man schnell bei 7 Minuten und 7 sind schon fast 10, also Unterschrift drunter, fertig.

  • Bei uns werden die Hausaufgaben in der Betreuung gemacht.


    Etwas auswendig lernen (Gedichte usw.) ist meistens eine Aufgabe für die ganze Woche.


    Die 10 Minuten lesen werden auf abends verlegt. Da wir den Kindern abends eh immer vorlesen (bis zur 4. Klasse ca.), lesen sie uns davon eben ein Stück vor.

    Da packen wir dann auch die Gedichte rein.

    Das ist ja auch lesen.


    Rechnen (1×1) usw. üben wir meistens beim Abendessen oder wenn wir spazieren gehen, Einkaufen gehen, Auto fahren.


    Einzig Diktate üben wäre problematisch, weil man sich da ja in Ruhe hinsetzen muss.

    Da hab ich das Geschwisterkind dann wirklich mal vor dem TV geparkt.

    Das kam aber 1 mal alle 1-2 Monate vor.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Mein Zweitklässler kommt „schon“ um 4 nach Hause, da hab ich aber ganz klar gesagt dass wir nichts mehr nachholen können (und werden). Das steht wohl mittlerweile auch so in seiner Akte..

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • Ich habe es echt gehasst diese Phase in der Grundschule. Meine Kinder kamen nämlich zwar um 16 Uhr aus der Betreuung, waren aber dennoch komplett platt danach. Hausaufgaben liefen theoretisch in der OGS. Praktisch funktionierte das aber nur ziemlich mässig gut. Es blieben immer Aufgaben übrig, weil meine Kinder entweder zu langsam gearbeitet hatten, es zu unruhig war (Lärmschutzkopfhörer wurden verboten) oder die Aufgaben sich nicht eigneten (laut lesen üben z.B.).


    Wir haben immer wieder das Gespräch gesucht mit der OGS und der Klassenlehrerin und haben uns irgendwie durch diese Phase durchgedrückt. Zufrieden war keiner von allen Beteiligten. Die Lehrerin hätte sich mehr Engagement von mir gewünscht, meine Kinder sind bis heute unzufrieden, weil ihnen nie jemand eine Pause gegönnt hat und wir selbst am Wochenende dann Hausis nachholen mussten. Die OGS Betreuerinnen haben sich bemüht, aber sie können auch kein Wunder vollbringen und so viele Kinder gleichzeitig optimal betreuen. Die Hausaufgaben sind in der Grundschulzeit hier irgendwie schon darauf ausgelegt, dass ein Erwachsener als Ansprechpartner da ist.


    Das klingt sicherlich drastisch, aber in dieser Phase ist mir endgültig klar geworden, das 2 Kinder genug sein müssen, weil wir uns echt überfordert gefühlt haben.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)