Hausaufgaben und lange Betreuungstage

  • Meine Erstklässlerin sollte auch jeden Tag zehn Minuten lesen, das ist sogar die einzige Hausaufgabe. Allerdings hat sie bis zwei Uhr Schule, kommt um drei mit dem Bus und ist dann fertig. Eigentlich bräuchte sie Mittagsschlaf, geht ja jetzt nicht mehr. Wenn sie so müde ist, bekommt sie gar nichts mehr auf die Reihe und ich habe oft abgebrochen, damit sie vom Lesen nicht so gefrustet wird. Da wir auch gerne noch (im Hellen) raus wollen und auch mal basteln oder Zimmer aufräumen mit der verbliebenen Energie, schaffen wir es selten. Ich hatte am Mittwoch Elterngespräch und habe wirklich damit gerechnet, zu erfahren, dass sie sehr hinterher ist mit dem Lesen, weil sie es in der Schule ja auch nicht ausreichend üben. Das Gegenteil ist der Fall! Die Lehrerinnen waren begeistert, dass sie einen sehr schwierigen Text lesen konnte mit Buchstaben, 'die sie ja noch gar nicht kennt' (was natürlich Blödsinn ist, natürlich kennt sie die Buchstaben, nur eben nicht aus der Schule).

    Ihre Freundin aus der Parallelklasse muss jeden Tag üben, egal wie müde sie ist und kann es noch nicht so gut. Das Mädchen zeigt auch schon Tendenzen von 'Schule ist blöd', wohingegen mein Kind total gerne hin geht.

    Also: Kinder sind verschieden, nicht jedes verträgt Druck und ausschließlich Disziplin ist auch nicht für jeden der richtige Weg.

    Meine Tochter ist mir diesbezüglich sehr ähnlich und ich war immer recht gut in der Schule, es war aber ganz stark motivationsabhängig. Deshalb ist mir ihre Motivation am wichtigsten und zum Glück stimmen mir ihre Lehrerinnen zu.

    Na gut, ich habe nicht zugegeben, dass wir fast nie üben. Das kommt noch früh genug, dass sie ihre Nase nicht aus dem Buch kriegt. Und das wird kommen...

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  • Wir hatten die Probleme auch im Hort. Trotz mehrfacher Rücksprache mit Lehrern und Horterziehern gab es keine Verbesserung. Letztlich habe ich die Kinder aus dem Hort genommen und mache nachts Home Office #flop soviel zum Thema Vereinbarkeit...

    Wir sind immer noch schwer beschäftigt, die Versäumnisse der Hort-Zeit nachzuarbeiten.

    Privilegierte Eltern geben ihre Kinder hier nicht in den Hort. Der ist für Migranten, Schichtarbeiter und Alleinerziehende und die Hort-Schüler wandern fast geschlossen an die Gesamtschule, weil sie das Gymnasium nicht schaffen.

    Die guten Schüler machen Hausaufgaben bei Mama und Oma.

  • Die Grundschulen sind da mMn einfach oft noch in den 50ern. #flop

    Bei uns fiel mal der Satz der Lehrerin: "Ich kann kaum Rücksicht darauf nehmen, dass Sie arbeiten gehen." Das implizierte schon sehr deutlich, dass in "guten" Familien gefälligst jemand verfügbar ist, der mit dem Kind nachmittags Hausaufgaben macht und lernt. Und das ist so einfach für viele nicht mehr zeitgemäß.


    In eurem Fall würde ich mir das tägliche Lesen schenken und dafür lieber an den Tagen, wo es einfacher passt, lesen. Das ist dann natürlich weniger, aber effektiver als das Durchquälen. Meine Kinder haben in der Grundschule alle gelernt, das Lesen zu hassen, weil es zum langweiligen Alltagszwang wurde. Mei Sohn meinte damals mal: "Müsstest du jeden Tag auf Kommando ein Eis essen, würdest du irgendwann sogar Eis hassen."

    Es macht mich jetzt schon fertig, dass es beim Kleinen (der Bücher noch abgöttisch liebt) vermutlich nicht anders sein wird.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Hallo,


    Ich finde, in vielen Fällen werden die Möglichkeiten des Hortes überschätzt. Von Lehrern, aber auch von Eltern. Oft auch von Eltern, die es - meist aus durchaus verständlichen Gründen - mit 2 Kindern nicht schaffen (damit meine ich nicht die TS!!!!), ihr Kind individuell zu begleiten, aber erwarten, daß es im Hort mit 20-30 Kindern machbar ist.


    Wir haben uns erst letztens dienstlich damit beschäftigt. Im Schulgesetzt bei uns steht, daß die HA von den Lehrern so zu geben sind, daß sie

    • vom Kind selbständig und alleine machbar sind
    • in angemessener Zeit schaffbar sind (dafür gibt es Richtlinien, die sich am durchschnittlichen Kind orientieren sollten, also weder am Überflieger der Klasse noch am Kind mit Teilleistungsschwäche oder Konzentrationsproblem - für diese müssen individuelle Lösungen gefunden werden )
    • nicht zwingend am Wochenende oder in den Ferien erledigt werden müssen (dürfen natürlich schon, d.h. HA von Freitag bis Dienstag oder Donnerstag bis Montag sind OK, nicht aber von Freitag bis Montag).

    Das heißt, wenn verlangt wird, daß täglich (würde heißen an 5 Tagen der Woche, da das WE Hausaufgabenfrei sein sollte) 10 Minuten gelesen wird, dürften die anderen HA in Klasse ein bei einer empfohlenen Zeit von 20 -20 Minuten eben nur 10 - 20 Minuten dauern und nicht 30.

    UND sie müssen so gegeben sein, daß das Kind sie ohne Hilfe von außen (also auch ohne diktierenden oder abfragenden Erwachsenen) machbar sind.


    Ist das nicht der Fall, ist das nicht die Schuld oder das Problem des Hortes, der das nicht leisten k a n n, das müssen die Eltern tatsächlich mit der Schule klären.


    Eigentlich muss der Hort nur dafür sorgen, daß die Kinder die Möglichkeit haben, die ihrem Alter entsprechende Richtzeit in einem einigermaßen ruhigen Raum arbeiten zu können (und nicht mal dazu sind sie wirklich verpflichtet). Das sollte mMn auf jeden Fall gegeben sein.

    Herumgehen, bei Schwierigkeiten ermutigen, unterstützen, dran zu bleiben, Aufgaben noch mal erklären oder durchsehen, Vollständigkeit kontrollieren, ev. auf grobe Fehler hinweisen... das sind alles Sachen, die der Hort n i c h t leisten muss - aber oft trotzdem tut.


    Er ist nicht verpflichtet, Kinder, die lange an den HA saßen, zu zwingen, noch länger sitzen zu bleiben, bis alles fertig ist (wer möchte darf natürlich) Nachhilfe oder Einzelzuwendung für Kinder mit Lern-, Konzentrations-, oder Motivationsproblemen ist nicht leistbar, dazu fehlt die Zeit, das Personal und auch das Fachwissen (es nützt nichts, wenn ich einen Viertklässler einen Rechenweg komplett anders erkläre,. als er in der Schule gelehrt wird, ich habe auch keine Ausbildung dafür, ein Kind mit einer RS zu begleiten) . Und wir SOLLEN uns über mal einen kleinen Tipp hinaus inhaltlich außerdem gar nicht einmischen, da die Lehrer die Rückmeldung wollen, ob die KINDER die HA erledigen konnten, Stoff und Aufgabenstellung verstanden haben - nicht die Erziehern.


    Sind die HA für ein Kind nicht ohne entsprechende Zusatzhilfe oder Einzelzuwendung zu schaffen oder braucht es immer deutlich länger als für die Altersgruppe empfohlen, sollte der Kontakt zur Schule gesucht werden, es ist aus meiner Sicht tatsächlich nicht Aufgabe des Hortes, das zu lösen.

  • Nochmal ein ganz anderer Gedanke an die TE zum nebenbei-Einbau von Lesetätigkeit: kocht ihr abends warm? Könnte er aus dem Kochbuch die einzelnen Schritte vorlesen?

  • Was Trin beschreibt, ist das was ich eben auch meinte. Alle sind am Ende frustriert.


    Wenn man dann nämlich zum Lehrer geht und dabei berücksichtigt was Trin oben erklärt hat. Dann kommt der Lehrer und sagt, dass alle anderen Kinder in der Klasse das aber schaffen. Ob das stimmt, sei dahingestellt. Ich habe von den Eltern anderes gehört.

    Aber dann steht man da als Eltern. In unserem Fall hat die Lehrerin dann angeordnet, dass mein Sohn alle übrig gebliebenen Hausis am Wochenende nachholen soll, wenn er es in der OGS ohne einzelne Betreuung nicht schafft. Das fand ich als Mutter erstmal okay. Aber meine Kinder kamen damit im Grunde nicht gut zurecht. Die haben schon in der Grundschule gelernt Hausaufgaben mehr als andere zu hassen und entsprechend blöd läuft das bis heute.


    Die Sache läuft im Kreis. Das Kind schafft die Leistung nicht. Die Lehrer schieben es auf die Eltern ab. Die Eltern beschweren sich bei der OGS. Die OGS schiebt den Ball an die Lehrer und die Eltern zurück. Alle sind unzufrieden. Sollen die Mütter also lieber wieder an den Herd? Man könnte es manchmal denken.

    Für eine gute Schule und auch OGS Betreuung müsste erheblich mehr Personal eingestellt werden. Es kann sich einfach nicht eine Lehrerin/OGS Betreuerin um 20 oder mehr Kinder gut kümmern. Eine Vollzeitarbeitende Mutter kann es aber auch nicht mehr schaffen den Part auszugleichen. Und die Politik lässt es laufen.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

  • Wir haben auch einen Lesepass. Und seit Beginn bearbeiten wir ihn nicht im Sinn der Schule, sondern ich setze mich jeden Monat einmal hin und trage für jeden Tag und für jedes Kind das Datum nach.

    Wir lesen, wann es uns passt und ich lasse mich nicht in ein Korsett aus engen Zeiten pressen oder messe, wie viel Minuten meine Kinder lesen. Lesen sollte Spass machen. Wir lesen zusammen ein Buch, so wie es uns passt und wie das Kind will. Hier muss kein müdes Kind abends noch lesen.

    Ich finde - und das ist meine persönliche Meinung- es total krank, was wir Alles machen sollen - 10 Minuten lesen, 10 Minuten 1 mal 1, 10 Minuten Logopädie blablabla, das Alles mal 2 Kinder und mitten im Alltag. Wir wollen auch noch Spass am Leben haben. Wir machen das nicht mit.

  • Ich habe da sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht: die erste Grundschullehrerin meiner Kinder meinte: hausaufgaben alleine, nach fester Zeit abbrechen und drunterschreiben dass Zeit X gearbeitet wurde, nur so bekommt sie die Rückmeldung ob es zuviel war. Sie klärt mit den Kinder, wenn es hingeschludert ist etc. Und das war eine Lehrerin in ihren letzten beiden Berufsjahren. Die aktuelle ist wohl der Meinung, dass jede Zeile ausgefüllt werden muss, auch wenn das Kind schon ganz gut Schreibschrift schreibt. In einem fahrenden Zug kann man ganz gut Zweitklässlerschrift imitieren - ansonsten habe ich mich gegenüber der Schule klar positioniert. Die Schule will die Kinder im Ganztag haben, es gibt auch nur die Möglichkeit von Mo-Do durchgehend anzumelden - dann soll die Schule es bitte so organisieren dass die Kinder um 4 fertig sind oder eben akzeptieren wenn Lücken da sind (vor allem, wenn das Kind alles soweit kann - wenn nicht muss es Ideen von beiden Seiten geben warum es so ist und was man tun kann).

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • Was ich ja total absurd finde, ist das oft diese "10 Minute dies, 10 Minuten das" dann nicht zu den x Minuten höchstens Hausaufgaben gezählt werden. Als wären das keine, oder so.


    (Wobei ich sagen muss, dass unsere Lehrerin echt toll ist und dass mein Kind seine HA eigentlich wirklich zu 99% allein erledigen kann. Also, sie findet es natürlich trotzdem am schönsten wenn ich neben ihr sitze, aber inhaltlich und vom Pensum her kann sie es selbst. Hilfe braucht sie nur ganz selten mal wenn sie z.B. irgendwas mitbringen sollen aber das kommt wirklich immer mit zwei Wochen Vorlaufzeit oder so, das geht echt gut. Die Lehrerin hat auch am Anfang mal gesagt, dass sie nicht so viel davon hält, 10 Minuten lesen als Pflichtprogramm zu machen. weil das den Spaß an der Sache ihrer Meinung nach verdirbt. Sie hatten aber so Leseaufgaben wo man lesen und passend ausmalen musste und ansonsten hat die Lehrerin sich dafür ausgesprochen, Dinge einfach im Alltag zu ermutigen - also das Kind zu bitten eben aus dem Rezept vorzulesen oder gemeinsam die Plakate an der Bushaltestelle. Fand ich sehr sympathisch...)

  • Zum Vorlesen - mein grosser hat das nie gemocht und ich habe den Kampf ums laut vorlesen früh aufgegeben. Stattdessen hat er selbst still gelesen. Ich dachte immer, er könne das nicht wirklich, und jetzt liest er seit ein paar Wochen seiner kleinen Schwester aus Eigeninitiative vor - gut betont, mit verstellten Stimmen und einfach klasse.

    Und ihm fiel das Lesen und Schreiben lernen partout nicht leicht.


    Was ich sagen will - vielleicht muss man da auch einfach gar nicht so viel dran ziehen.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • ansonsten habe ich mich gegenüber der Schule klar positioniert.

    Das ist für mich auch das A und O.


    Es ist aber deutlich leichter, wenn das Kind eigentlich alles was gefordert wird auch kann. Kann das Kind nicht so gut lesen, wird es schwierig, einen nicht ausgefüllten Lesepass abzugeben.


    Ich hatte in der 5. Klasse so ein AHA-Erlebnis. Ich saß im Elterngespräch, weil mein Kind echt wahnsinnig viel arbeiten musste zu Hause und ich mir nur immer wieder dachte, dass das so nicht normal sein kann. Von der Klassenlehrerin wurde mir gesagt, mein Kind sei das einzige, das dieses Problem habe. Zum Glück habe ich dann noch mit anderen Eltern gesprochen - als ich auf dem nächsten Elternabend das Thema ansprach haben sich dann einige von den anderen mir angeschlossen und der Umfang der Hausaufgaben wurde dann von einigen Lehrerinnen reduziert.


    Also, vielleicht kannst du ja mal mit anderen sprechen, ob die das gleiche Problem haben? Wobei das natürlich auch wieder schwierig ist, wenn man wenig Zeit hat :/


    Bei uns ist der Hort übrigens die Einrichtung für die Bessergestellten, weil er einfach schweineteuer ist im Vergleich zu allen anderen Betreuungsmöglichkeiten.

  • Ich hab es nach Jahren aufgegeben zu erwarten, dass die Grundschulkinder in der Mittagsbetreuung ihre Hausaugaben schaffen. Und gehe mittlerweile auch oft so vor, wie von euch beschrieben. Wenn ich merke, Kind ist durch schreibe ich Entschuldigungen für fehlende HA, Lesepass hab ich auch für Vorlesen oder Hörbücher eingetragen, Buchlektüre (teils 40 Seiten an einem Tag!) lese ich den 5klässler vor usw....


    Leider habe ich auch in der bisherigen Schulzeit meiner Kinder nur eine einzige Lehrerin erlebt, die mal sagte: "Und wenn das mit dem regelmäßigen Lesen-Üben oder Rechnen nicht so klappt, dann ist das überhaupt kein Drama. Ich habe sowieso großen Respekt, dass sie mit vier Kindern noch arbeiten und das alles gut hinkriegen". Das war die einzige, die auch mal das Gesamtbild gesehen hat. Vorher kamen von allen Lehrern immer nur Forderungen.

    Ich hab ja wirklich mal im Elterngespräch einen leicht hysterischen Lachanfall gekriegt... #lol und der Lehrerin angeboten, bei uns zu Hause mal zwischen 14:30 und 18:00 Uhr vorbeizuschauen. Die Nachmittage sind für mich oft deutlich anstrengender als meine Vormittage in der Arbeit, da kann ich nämlich mein Zeug in Ruhe und strukturiert abarbeiten. Zu Hause brauchen oft gefühlt alle gleichzeitig meine Hilfe, ein offenes Ohr, Aufmerksamkeit, was zu essen.

  • leicht hysterischen Lachanfall gekriegt... #lol und der Lehrerin angeboten, bei uns zu Hause mal zwischen 14:30 und 18:00 Uhr vorbeizuschauen.

    "...sie müssen natürlich für eine reizarme Umgebung sorgen!" Danke, toller Tipp (für einen Haushalt mit 4 Kindern, von denen eins noch kleiner ist als der Erstklässler, der sich von der Fliege an der Wand (oder den Gedanken in seinem Kopf) ablenken lässt...)!


    homunkulus da hast du sicher nicht unrecht, wobei ich hoffentlich auch dazu stehen würde wenn die Leistungen nicht stimmen würden. Bei uns spielt ja auch noch ein Verdacht auf ADHS mit rein, d.h. er kann das was er weiss und kann manchmal nicht umsetzen und daher keine Leistung zeigen (habe die Woche einen Test gesehen, das sollten sie eine Bildergeschichte aufschreiben, da waren nur 2 Sätze in 70 Minuten geschrieben worden..)

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • Leider erfüllen Hausaufgaben aber gewöhnlich nicht alle dieser Kriterien, und ich frage mich immer wieder, warum Schulleitungen es nicht als ihre Verantwortung sehen, diese Anforderungen an Hausaufgaben durchzusetzen. Manche Arten von Aufgaben ließen sich dann eben nur noch in den Unterricht integrieren und nicht mehr als Hausaufgaben stellen, und die Lehrkräfte müssten sich bezüglich des Umfangs der Haausaufgaben abstimmen. Hilfreich wäre natürlich auch, wenn alle Eltern sich nach diesen Kriterien richteten, aber das ist nicht der Fall, weil dann Nachteile fürs eigene Kind zu fürchten sind.

  • Leider habe ich auch in der bisherigen Schulzeit meiner Kinder nur eine einzige Lehrerin erlebt, die mal sagte: "Und wenn das mit dem regelmäßigen Lesen-Üben oder Rechnen nicht so klappt, dann ist das überhaupt kein Drama. Ich habe sowieso großen Respekt, dass sie mit vier Kindern noch arbeiten und das alles gut hinkriegen". Das war die einzige, die auch mal das Gesamtbild gesehen hat. Vorher kamen von allen Lehrern immer nur Forderungen.

    Da wäre ich vermutlich in Tränen ausgebrochen #ja

    ich kenne auch nur Forderungen. Gern kombiniert mit Spitzen wie "Aber es war doch Ihre Entscheidung, mit so vielen Kindern noch zu arbeiten" oder "Aber warum muss J. darunter leiden, dass sie so viele Geschwister hat?"

    Und da ging es nun nicht um Verwahrlosung, sondern darum, dass ich es eben nicht leisten konnte, jeden Nachmittag eine Stunde lang in ablenkungsfreier Umgebung (das hieß ohne den kleinen Bruder) die Hausaufgaben zu überwachen.


    ansonsten habe ich mich gegenüber der Schule klar positioniert.

    Das ist für mich auch das A und O.


    Es ist aber deutlich leichter, wenn das Kind eigentlich alles was gefordert wird auch kann.

    That's it. #hmpf

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



    Einmal editiert, zuletzt von Ohnezahn ()

  • Bei uns ist es auch so, dass gewisse HA nicht in der Mittagsbetreuung gemacht werden: Vorlesen, Diktat-üben, lernen für Tests. Das muss zuhause erledigt werden.

    Hier is vorwiegend das tägliche Lesen ist davon betroffen. Das ist aber nichts, was gleich viel Zeit in Anspruch nimmt. Wie lange dauert das denn bei Euch durchschnittlich? An langen Tagen würden da doch auch 2-3 mon reichen im Notfall..

    Kommt es denn oft vor, dass die gesamte HA im Hort dann nicht gemacht werden kann und du noch 30 min oder länger zuhause investieren müsstest= Falls ja, würde ich mit dem Hort sprechen, dass sie sich da für Kinder mit so langen Tagen was einfallen lassen müssen.


    Ich denke, das ist das eigentlich Problem. Dein Sohn ist einfach zu müde. Siehe oben, wenn das regelmässig vorkommt mit der HA die zuhause gemacht werden muss, dann könntest Du zusammen mit dem Hort nach Lösungen für diese Tage suchen.


    Eins verstehe ich ehrlich gesagt aber nicht so ganz. Warum kann die kleine Schwester nicht die paar Minuten warten? Mit 6 ist sie doch nicht soo klein?

    Klar will sie Aufmerksamkeit, aber es geht um 2 Tage die Woche (an denen hoffentlich auch nicht jedes Mal noch wirklich viel zu tun ist) und und ein paar Minuten.

    Als mein Großer in der Grundschule war hatte er auch lange Tage und eine kleine Schwester, die auch lange in der Krippe war und meine Aufmerksamkeit wollte. Sie war gerade 2 als G. in der ersten Klasse war. Klar ist es nicht leicht für das kleinere Geschwister, aber 2x die Woche ist eben dann erst mal der Bruder dran und die restlichen Tage dann sie..

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    Wunder 1: 07


    Wunder2: 11

  • Leider erfüllen Hausaufgaben aber gewöhnlich nicht alle dieser Kriterien, und ich frage mich immer wieder, warum Schulleitungen es nicht als ihre Verantwortung sehen, diese Anforderungen an Hausaufgaben durchzusetzen. Manche Arten von Aufgaben ließen sich dann eben nur noch in den Unterricht integrieren und nicht mehr als Hausaufgaben stellen, und die Lehrkräfte müssten sich bezüglich des Umfangs der Haausaufgaben abstimmen. Hilfreich wäre natürlich auch, wenn alle Eltern sich nach diesen Kriterien richteten, aber das ist nicht der Fall, weil dann Nachteile fürs eigene Kind zu fürchten sind.


    Das ist mir absolut bewusst und ich sehe es auch so.

    Bzw. gehe ich noch weiter - ich bin sogar der Überzeugung,. daß Grundschule (und auch danach...) sehr gut komplett ohne die klassischen HA funktionieren kann. Zumal ich es ja 4x genau so erlebt habe.


    Nur hatte ich das Gefühl, daß einige im Strang das Problem/den Fehler beim Hort sehen, weil der nicht leistet, was erwartet wird. Aus meiner Sicht liegt der Fehler aber woanders (bei der Schule) und muss eben auch dort geklärt werden.

  • Mein Kind geht noch nicht in die Schule. Aber ich bin entsetzt, welche Zustände Ihr beschreibt. Momentan steht doch jeden zweiten Tag in der Zeitung, dass die Politik Druck auf die dummen Frauen ausüben sollte, weil die aufgrund ihrer großen Verblendung nicht sehen, dass sie im Alter arm sind, wenn sie nicht durchgehend Vollzeit arbeiten. Beide Eltern sollen Volllzeit arbeiten, sonst sind sie selbst schuld. Da müssen die Schulen doch eine Nachmittagsbetreuung bieten, in der die Kinder nicht nur verwahrt, sondern individuell gefördert werden? Was sind denn das für Zustände hier, warum lassen wir uns das gefallen? Es wäre in anderen Ländern undenkbar, wirklich vollkommen undenkbar.

    Wir müssen uns zusammentun und politisch aktiv werden. Wir müssen an Parlamentsabgeordente schreiben. Bestimmt gibt es bereits ähnliche Initiativen, ich kenne keine, weil ich noch nicht das "Schulalter" erreicht habe, aber falls Ihr etwas wisst, schreibt es mir bitte. Ich möchte mich irgendwie engagieren, weil ich es so entsetzlich finde, wie Familien behandelt werden.

  • Hallo,

    Da müssen die Schulen doch eine Nachmittagsbetreuung bieten, in der die Kinder nicht nur verwahrt, sondern individuell gefördert werden?


    Wie meinst du das genau?


    Ich persönlich sehe das anders - Schule sollte so individuell gestaltet werden, daß die Kinder am Nachmittag KEINE zusätzliche Förderung brauchen, um die Hausaufgaben zu schaffen. (Therapiestunden bei Teilleistungsschwächen o.ä. sind etwas anderes, aber um die geht es ja gerade nicht).