Kein freies Laufen mit 21 Monaten, bitte um Erfahrungen!

  • Das ist genau unser Thema im Moment. Unser Jüngster ist 21 Monate und läuft noch nicht. Physiotherapie machen wir jetzt schon ein halbes Jahr. Wir sind inzwischen in einem SPZ zur Diagnostik und wirklich entspannt sieht das hier kein Arzt mehr.

    Am meisten machen mir hier die Sprüche und Nachfragen aus dem Umfeld zuschaffen. Wir fallen inzwischen sehr damit auf. Zudem die Sorge ob neben der motorischen Entwicklung auch noch die kognitive beeinträchtigt sein könnte.

    Es tut gut zu lesen, dass es hier noch ein paar so späte Läufer gab. Im wirklichen Leben scheint es davon kaum Kinder zugeben, welche nachher nicht doch in ihrer gesamten Entwicklung beeinträchtigt waren.

  • Wie sieht es denn im weiteren Familienkreis aus? Unsere Kinder waren auch beide eher spät dran, wenn auch nicht ganz so spät (18 Monate und 21 Monate).

    Kinderarzt war recht entspannt, weil in der näheren Verwandtschaft einige "Spätläufer" dabei waren und die beiden in anderen Bereichen ihrer Zeit eher voraus waren (Feinmotorik, Spracherwerb, Blasenkontrolle, etc.)


    Falls Euer Kinderarzt unruhig ist- vielleicht noch eine Zweitmeinung einholen? Die Rückmeldungen hier können eine fachliche Einschätzung ja letztlich nicht ersetzen.


    EDIT: und dem, was Vollmond nach mir schrieb, kann ich mich nur voll und ganz anschließen: wenn das Kind erst mal läuft, ist egal, wann es das gelernt hat.

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  • Kalix Ab dem Moment, wenn das Kind frei läuft, interessiert es niemanden mehr, wann dieser Zeitpunkt war. Mein Kind hatte und hat verschiedene andere Baustellen, das zieht sich durch ihr ganzes Leben und das späte Laufen war deswegen symptomatisch.

    Julia und Tochter (11/04) und Tochter (04/08) und Sohn (06/17)

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.



  • Ihr habt bestimmt damit Recht, dass der eigentliche Zeitpunkt später keine Rolle mehr spielt. Es kann aber halt auch einfach ein erstes Zeichen für jede Menge Probleme sein. Ich weiß nicht ob es Loriella genauso geht, aber hier verändert sich der Blick auf das Kind dadurch ziemlich. Es hilft auch nicht besonders, dass immer gefragt wird was das Kind den hätte.


    Ausserdem ist es auch echt unpraktisch bei diesem Wetter zu krabbeln. Immer ist alles zu matschig und zu kalt draußen. Immer im Kinderwagen ist aber auch langweilig. Das führt hier echt zu Frust.

  • Kalix

    #knuddel

    Es ist hart, ja.

    Aber es muss nicht unbedingt ein erstes Anzeichen von einer längeren Geschichte der Einschränkung sein, wenn vorher alles okay war. Das glaub ich nicht. Es gibt ja durchaus auch isolierte Probleme.

    Und ja. Das Angesprochenwerden darauf nervt. Sehr.

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Vollmond ()

  • Ja, es nervt ganz gewaltig. Es nervt das jeder seinen Senf dazu gibt, ich in irgendeiner Weise immer daran schuld bin (Du trägst ihn ja auch ständig) (er trägt ja auch kein festes Schuhwerk) (Du musst täglich mit ihm üben)...es nervt bei dem Wetter nicht vernünftig raus zu können, Kinderwagen verweigert er, Emei wird langsam schwer. Meine Schulter ist schön völlig ausgeleiert, ich habe einen Dauermuskelkater im Arm. Und er ist zufrieden. War er schon immer. Wenn er etwas nicht erreicht nimmt er halt etwas erreichbares. Wenn er was noch nicht kann, macht er halt was anderes. Irgendwie kommt er schon zum Ziel. Es treibt ihn einfach nix an....

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    Hüpfgeheuer O.-Ton: Ich bin ganz fleißig, ich mache ganz viel Arbeit! #hammer
    Ich bin soooo anstrengend, ich schwitze schon!


    „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“


    Sören Aabye Kierkegaard

  • Ich kann das gut nachvollziehen. Ich habe mir auch viele Sorgen gemacht was das langfristig für Folgen hat. Wir hatten am Ende dann nach längerer Diagnostik bei verschiedenen Ärtzen schon die Orthesen hier liegen und mit der Physio (die taugte nichts, das Kind mache nicht mit weil ich klammere #hmpf) begonnen als es von jetzt auf gleich anfing zu laufen. Danach war die Entwicklung völlig normal.

  • Es kann aber halt auch einfach ein erstes Zeichen für jede Menge Probleme sein. Ich weiß nicht ob es Loriella genauso geht, aber hier verändert sich der Blick auf das Kind dadurch ziemlich. Es hilft auch nicht besonders, dass immer gefragt wird was das Kind den hätte.


    Ausserdem ist es auch echt unpraktisch bei diesem Wetter zu krabbeln. Immer ist alles zu matschig und zu kalt draußen. Immer im Kinderwagen ist aber auch langweilig. Das führt hier echt zu Frust.

    Für mich hört sich dies so an, als würde euch (auch als Eltern) eine Abklärung des Ganzen gut tun, um (mehr) Sicherheit zu haben.

    Wenn nix ist, dann ist's ja gut. Dann wisst ihr aber Bescheid und braucht euch keinen Kopf mehr zu machen und könnt entspannt (!) auf das Einsetzen der folgenden Entwicklungsschritte warten.

    Wenn sich aber doch irgendetwas in behandlungsbedürftiger "Schräglage" befindet, dann ist es gut, wenn sich frühestmöglich darum gekümmert wird.


    Ich finde Brina Berlinds Vorschlag super und würde zunächst ebenfalls zu einer ergotherapeutischen Abklärung raten. In einer auf Pädiatrie spezialisierten Ergo-Praxis bei einer SI-Therapeutin (SI = sensorische Integration).

    Liebe Grüße von cosalema


    "Dein Kind sei so frei es immer kann. Lass es gehen und hören, finden und fallen, aufstehen und irren" - Pestalozzi

  • Vielen Dank für eure lieben Worte und Verständnis! Ich hoffe es ist für Loriella in Ordnung, dass ich hier so mitschreibe, aber unser Problem ist so ähnlich, ich kenne sonst niemanden in der Situation und es tut gut sich zu auszusprechen.

    Wir sind schon eine Weile in einer Diagnostik im Kinderkrankenhaus. Bisher waren es vor allem neurologische und humangenetische Untersuchungen. Da die Möglichkeiten aber sehr vielfältig sind ist es ja eher ein ausprobieren der verschiedenen Ideen der Ärzte. Der Kleine ist auch denkbar unkooperativ bei den Untersuchungen.

    Ergotherapie war für mich bisher immer eher für ältere Kinder angedacht. Ich habe hier in der Nähe eine Praxis mit Erfahrung in sensorischer Integration gefunden. Ich werde da nächste Woche mal anrufen. Vielen Dank für den Tipp.

  • Kein Problem, Kalix.

    Die Ergo meiner Tochter hat ihn sich mal angeschaut und nix gefunden. Arzt will nur wieder Physio verschreiben. Und laufen tut er ja an sich, nur schiebt er dabei halt seinen Wagen vor sich her. Lenken kann er schon ganz großartig und mit dem ganzen Fuß auftreten tut er auch. Ich wollte nur von euch wissen, ob ich beruhigt noch abwarten kann. Danke euch!

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  • meine Schwester musste damals auch die Sicherheit von "was zum Festhalten" haben. Sie ist entweder immer an der Wand lang gelaufen oder hat dann was in der Hand gehalten, am ende war es ein Waschlappen oder ne Stoffwindel...

  • Bzgl. „hat nix gefunden“ liegt evtl. ein Missverständnis vor. Sensorische Integration versucht durch gezielte körperliche Erfahrungen das Ineinandergreifen aller Sinne zu schulen. Dadurch verbessert sich das körpereigene Reiz-Reaktionsschema. Entscheidend sind dabei eben auch die sogenannten Basissinne, die dem Körper Informationen über sich selbst geben. Deshalb sind sensorische Integrationsstörungen eher als Kontinuum in der Qualität der Wahrnehmungsverarbeitung zu verstehen.


    Mein Sohn konnte mit 10 oder 11 Monaten frei stehen und ist erst mit 19 Monaten gelaufen. Damit bewegte er sich zwar noch in diesem Range, aber für mich war klar erkennbar, dass es ihm schwerfällt, seine Basissinne zu integrieren.

  • Ja mich hat das auch genervt, - ich war auch ständig schuld, weil ich ihm die Hände gegeben habe oder weil ich ihn getragen habe. Ich war auch echt froh, dass es vor dem 2. Geburtstag noch geklappt hat, - bei uns gab es auch kein anderes Kind im Umfeld, das so spät gelaufen ist. Immerhin hatte ich meine Schwester als beruhigendes Beispiel.

    Ich denke auch, dass man in Ruhe einige Sachen ausschließen sollte - das habt ihr ja auch gemacht - wenn das kind gesund ist, wird es dann eben auch laufen lernen;)

    Läuft er denn an den Händen?

  • Bisher konnte er seinen Lauflernwagen schieben und an Möbeln entlang laufen. Zur Unterstützung hat er jetzt Orthesen bekommen. Seitdem scheint die Entwicklung wieder weiter zu gehen und er schafft einige Schritte wenn man ihn an der Hand führt. Die sprachliche Entwicklung ist noch im Normbereich. Er kann beispielsweise 10 Wörter in Babysprache sprechen. Meine Tochter konnte in dem Alter allerdings schon 2 Wortsätze.

    Er wird irgendwann laufen lernen, hoffentlich noch vor seinem zweiten Geburtstag. Da bin ich mir sicher. Aber ich habe wirklich Angst vor dem Weg der vor uns liegen könnte. Wir fallen jetzt schon überall auf. Sei es in der Kita oder beim Kinderturnen. Ich mag das Mitleid nicht in den Augen und Stimmen der anderen Mütter sehen bzw. hören (auch wenn es ehrlich gemeint sein sollte). Es ist immer der gleiche Tonfall den die Leute anschlagen und es trifft mich.

    Ich weiß, dass ich Geduld brauche und nächstes Jahr um die Zeit vermutlich weiß welche Entwicklung er nimmt, aber ich habe wirklich großen Respekt vor der vielleicht vor mir liegenden Aufgabe.

    Klar kann man diagnostisch einiges ausschließen, aber wenn man nichts findet, bleibt es letztendlich eine Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache. Das Kind ist gesund entspannen sie sich, sagt dann niemand mehr zu einem.

  • hier wird mit 2,5 nich fast nicht gesprochen. Ich hatte mir schon überlegt hier nen Thread aufzumachen.

    Es ist irgendwie das srlbe in grün. Überall wird nachgefragt, sich gesorgt, etc.

    Wir haben die Entwarnung vom KiA und HNO. Aber trotzdem fällt sie eben überall auf. #hmpf


    Ich kann euch gut verstehen...

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • Ich würde euch allen gerne ein paar gute Gedanken und Optimismus schicken. Ja, es ist gut, alles abklären zu lassen und zu schauen, dass keine orthopädische, neurologischen etc. Probleme vorliegen. Aber die Chance ist groß, dass mit euren Kindern alles in Ordnung ist und sie einfach etwas länger brauchen und in einigen Jahren niemand mehr merkt, dass sie erst (viel) später als alle anderen Kinder laufen oder sprechen gelernt haben.


    Keine Ahnung warum, aber ich hatte da immer dieses Urvertrauen, dass mit meinen Kindern alles in Ordnung ist und sie einfach nur ihre Zeit brauchen. Zum Glück bin ich auch immer an medizinisches Fachpersonal geraten, das mich in dieser Sicht gestärkt hat. Klar, ich kenne auch alle dummen Vorwürfe und Empfehlungen (zu lange getragen, Stoffwindeln, keine festen Schuhe, kein Sideboard zum Enlanglaufen (sic!) etc.), aber da konnte ich immer drüber stehen. Meine Kinder wollten auch nie an der Hand laufen oder sonstwie "üben". Und sie haben auch nicht ihre Energie stattdessen in die Sprache gesteckt, sondern waren auch da höchstens hinteres Mittelfeld. Deshalb mochte ich immer besonders gern die gutgemeinten Berichte von Kindern, die zwar auch sehr spät (erst mit 16 Monaten!) laufen konnten, dafür aber ganz früh sprechen. Aber all das hat mich zum Glück nur genervt und nicht wirklich verunsichert. Mir hat allerdings auch geholfen, dass beide Spätläufer zwar nicht laufen wollten, aber ansonsten motorisch offensichtlich fit waren, also z.B. sehr schnell gekrabbelt sind und bereits gut klettern konnten. Und bei dem zweiten Spätläufer, der jetzt zu einem Spätsprecher geworden ist, merke ich, dass er "trotzdem" sehr intelligent ist und er sich wie beim Laufen auch beim Sprechen die Zeit nimmt, die er persönlich braucht.


    Was ich damit eigentlich sagen will: Ja, lasst alles abklären, was abgeklärt werden muss, aber habt vor allem Vertrauen in eure Kinder. Wir leben leider in einer Gesellschaft, in der alles genormt ist und es schon argwöhnisch beäugt wird, wenn man "nur" Durchschnitt ist und nicht besser oder schneller. Aber jedes Kind hat sein eigenes Tempo und wann sie laufen oder sprechen lernen, sagt nichts über ihr späteres motorisches Können oder ihre Intelligenz aus. Ganz davon abgesehen hat mir bislang noch jeder Orthopäde bestätigt, dass es sowohl orthopädhisch gesehen als auch in Bezug auf die Entwicklung des Gehirns am besten ist, wenn die Kinder möglichst lange krabbeln und möglichst spät laufen. Ich kann das aus meiner Erafhrung nur bestätigen; meine beiden Spätläufer sind motorisch topfit und der Große (der zu allem Überfluss größenmäßig auf der 3 %-Perzentile ist, was heutzutage auch irgendwie ein Makel zu sein scheint) läuft mittlerweile schneller und ausdauernder als wesentlich ältere und größere Kinder.

  • hier wird mit 2,5 nich fast nicht gesprochen. Ich hatte mir schon überlegt hier nen Thread aufzumachen.

    Ach noch jemand bei dem das so ist. Ich wollte auch schon mal deswegen einen Thread aufmachen. Jetzt spricht er mittlerweile und sofort springt die Umgebung auf das neue Thema. Jetzt muss er unbedingt zeitig trocken werden, irgendwas ist immer.....