Welche Schule für mein Kind?

  • Hallo,

    ich stehe mal wieder da und weiß mit meinem Kind nicht weiter. Er fordert mich schon seit seiner Geburt heraus, ein diagnostischer Aufenthalt in einer Klinik mit 3/4 ergab nichts, ein diagnostischer Aufenthalt in einer Tagesklinik mit 9 ergab auch keine Diagnose, nur die Feststellung "unbeschulbar".

    Seitdem geht es in der Schule (sehr kleine Dorfschule, 2 Klassen, insgesamt nur 39 Kinder) Schulbegleitung wurde abgelehnt. Vorher war Schule nahezu unmöglich (zweizügige Grundschule, große Klassen, viel Druck unübersichtliche Pausensituationen).

    Mein Sohn wurde getestet, hat aber weite Teile der Testung verweigert, dennoch 110 Punkte erreicht. Ärztin und Team der Tagesklinik, Schulsozialarbeit neue und alte Schule und ich schätzen ihn aber noch eine Ecke höher ein.

    Problem ist er erfasst Sachen sehr schnell, ihm fliegen Unterrichtsinhalte zu, er kann ein spannendes Buch im Unterricht lesen und dir später haarkleine den Unterrichtsinhalt und das was er gelesen hat erzählen. Gleichzeitig hat er Angst vor Überforderung oder davor etwas falsch zu machen und verweigert dann lieber komplett.

    Dazu hat er Probleme in der Interaktion mit anderen Kindern, ist schnell überfordert mit unübersichtlichen Situationen z.B. in Pausen.

    Nun steht die Wahl der weiterführenden Schule an. Es gibt hier nicht viele Möglichkeiten. Gymnasium (da geht meine Tochter hin) und Gemeinschaftsschule. Die Waldorfschule in Rendsburg kommt nicht in Frage, da erst wieder im Aufbau und da kann ich dieses Kind nicht hinschicken. Dazu ist ganz evtl die Lernwerft in Kiel eine Option, aber das wäre jeden Tag sehr viel Fahrerei da es keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt die in Frage kommen.

    Gymnasium ist von allen die mit meinem Sohn zu tun haben favorisiert, auch wenn immer die Bedenken geäußert werden wegen der Verweigerung. Vom Unterrichtsinhalt her dürfte es in den ersten Jahren keine Probleme geben.

    Bei der Gemeinschaftsschule haben wir Sorge dass sich mein Sohn langweilt und es dann wieder mehr Probleme entstehen, dafür fällt ein großer Teil Leistungsdruck weg.

    Eigentlich weiß ich nicht was ich von euch will, vielleicht ein bisschen Denkhilfe oder irgendeine tolle Idee die uns weiterbringt?

    Liebe Grüße LeLeRa

  • So, wie Du ihn beschreibst, klingt es, als wäre das Gymnasium die bessere Wahl. Langweilen sollte er sich nicht, er scheint ja eine sehr schnelle Auffassungsgabe zu haben. Ich habe keine Ahnung was da für Möglichkeiten bestehen, aber könnte er denn vielleicht diesmal eine Schulbegleitung bekommen, falls das nötig erscheinen sollte? Und wäre es für ihn von Vorteil, dass die große Schwester schon auf der Schule ist?

  • Den Test kann man ja nicht werten, da er nicht alles gemacht hat. Selbst wenn die Kinder demotiviert sind, erzielt man keine aussagekräftige Ergebnisse. Klar, es liegt nicht nur am IQ ob man ein Gym schafft oder nicht, aber der DurchschnittsIQ am Gymnasium liegt bei 107, ich würde ihn dort hin schicken. Wechseln kann man später immer noch. Wo will er denn hin, obwohl das es in dem jungen Alter ja schwierig ist einzuschätzen. OK, gerade nachgelesen, er will auch aufs Gymnasium, dann würde ich seinem Wunsch nachgeben.

    Du schreibst, er hat Probleme manchmal mit anderen Kindern, die hat er ja an jeder Schule :) Wenn ihm bisher der Unterrichtsinhalt zufliegt, würde ich nicht mit Überforderung rechnen, auch wenn die 5. Klasse erstmal ne andere Nummer als Grundschule ist, viele sacken mit den Noten erstmal ab. Unterforderung ist auch nichts, da holst du dir nachher andere Probleme ins Haus.

  • Gibt es bei euch eine schulpsychologische Beratungsstelle? Die könnten vielleicht die Schulen einschätzen und euch beraten?

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • Die Entscheidung ist gefallen, es wird das Gymnasium. Vor allem weil mein Sohn selbst da hin will, aber auch weil eben die Alternativen schwierig sind oder zu finanziellen Belastungen führen die uns sehr herausfordern würden (was bei Bedarf aber kein Hindernis sein soll).