Wie sind eure Kinder zu ihren Hobbys gekommen? Wollt ihr mal erzählen?

  • Wo ich sie nie angemeldet habe/ anmelden werde: Hockey, Cricket und Fußball. Nicht zu vergessen die Fahrgemeinschaften, die man dann auch noch aufgehalst bekommt.

    Das erwischt mich etwas auf dem falschen Fuss. Ich weiss nicht, wie in D und in NL diese Aktivitäten aufgebaut sind, aber in der CH sind das ehrenamtliche Vereine mit ehrenamtlichem Vorstand, Trainer etc. Da opfern ganz viele Leute ihre Freizeit, damit meine Kinder etwas Tolles erleben können. Die Kosten belaufen sich auf einen jährlichen, sehr überschaubaren Vereinsbeitrag. Da ist es doch völlig logisch, dass auch von den Eltern/Kindern zusätzliches Engagement gefordert wird. An den Turnieren braucht es jemand, der das Bistro betreibt, Banden richtet, Kuchen bäckt etc.. Das gibt auch wieder Einnahmen für den Verein und hilft so, den Mitgliederbeitrag tief zu halten. Und da ich mich nun wirklich nicht als Unihockeytrainerin oder Schiedsrichter eigne, arbeite ich halt hin und wieder im Bistro und backe Unmengen Kuchen (bringt mein Sohn auch schon fast selber hin). Und irgendwie müssen die Kinder ja zu den Turnieren kommen, da sind Fahrgemeinschaften doch eine sehr intelligente Einrichtung. Ich habe jahrelang selber Jugendarbeit gemacht (im Schweizer Pendant des Jugendrotkreuzes) und habe mich oftmals über desinteressierte Eltern geärgert. Wir Leiter haben fast unsere ganze Freizeit für den Verein eingesetzt und von vielen Eltern kam nichts. Viele, viele Male sind schlussendlich die Eltern der Leiter eingesprungen, um die Kids irgendwo hinzufahren, zu helfen etc. Und das kann es ja wirklich nicht sein.

    Das ist bei uns eben anders.

    Ehrenamtlich (also mit 240€ pro Jahr) sind bei uns nur die Pfandpfinder. Und da habe ich keine Probleme einmal im halben Jahr das Vereinshaus zu putzen oder die Kinder mal irgendwohin zu fahren.


    Aber beim Fußball oder beim Hockey lege ich monatlich 100€ Vereinsgebühr hin, plus Kleidung und Auswärtspiele und Feste und muss zusätzlich noch hinter der Theke stehen, saubermachen, Klamotten waschen und werde jeden Samstagmorgen auf dem Platz erwartet und muss fahren?

    Nee. Echt nicht.

  • Also ich kann nur vom Eishockey reden. Wir zahlen im Jahr an die 1.200 Euro an Gebühren, exkl. zB Finalturnier, das sich noch einmal mit 200 Euro zu Buche schlägt (die ganzen Nationalteamsachen, wo auch immer, Ausnahme WM heuer, ein Selbstbehalt von 50 - 100 Euro ist, noch gar nicht gerechnet). Bei den Kosten, die aber so für zB Eis anfallen, ist das für den Verein nicht mal annähernd Kosten deckend. Ohne Elternhilfe für zB Off Ice Crew bei Spielen geht da gar nichts.

  • Bei uns ist Alles sehr günstig. So 5-6€ im Monat für Fussball/Pfadis/Schwimmen.


    Das geht natürlich nur ehrenamtlich für die Trainer/Leiter plus sehr viele Feste und Turniere, auf denen wir Eltern Kuchen/Würstchen etc. Spenden und verkaufen oder Tombolas machen.

    Wir sind fast jedes Wochenende beschäftigt durch die Vereine der Kinder.

  • Die Vereinsmitgliedschaft meines Sohnes in einer Mannschaftssportart (großer Verein der mehrere Sportarten anbietet) ist ein Jahres(!)beitrag von ca. 80-90€. Und natürlich brauchen sie da Unterstützung von den Eltern, ohne geht nicht und ohne könnten sie das nicht so günstig anbieten. Selbst die Trainer sind ehrenamtlich und investieren viel Zeit.

    Klar kann ich mir schöneres Vorstellen an meinen Wochenenden, aber mein Kind geht darin auf und es tut ihm sehr gut.

  • achso, nein, das meinte ich gar nicht. aber kam mißverständlich rüber, entschuldige bitte.

  • Es ergab sich so aus den hiesigen Möglichkeiten.


    Reiten:

    Tochter hat zwar eine Mutter mit der ehemals Einstellung "meine Tochter wird hoffentlich nie so eine blöde Heiti-teiti-Ponyhof-Pferde-Vernarrte". Aber reitbegeisterte Erzieherin (regelmäßige Kiga-Ausflüge in den Reitstall, einmal sogar deren Pferd auf der Wiese hinter der Kita mit Schlittenfahren in Schnee), therapeutisches Reiten auf Empfehlung der Ergotherapeutin und das spontane Geburtstagsgeschenk der Oma ("ich war in einer Reitstall-Pizzeria essen und es war da so nett, ich hab ne Reitstunde abgemacht") führten dann dazu, dass es zu einer nachhaltigen Pferdeliebe-Infektion kam.

    Lange Zeit mochte sie keine anderen Tiere. Neuerdings auch Hunde.


    Musik:

    Meine Schiefsingerin wurde umgeleitet in die Zweitwahlschule. Viele Tränen. Jeki-Angebot u Instrumentenkarussell. Geige sollte es sein. Eindeutig Streicher. Mit Schulwechsel und dem allerersten Cellostrich am Tag der offenen Tür war klar: Das ist ihr Instrument.


    Judo wurde angetestet, Schwimmen war ok, aber mit dem Silberabzeichen reicht's.


    Laut nachgedacht wurde von ihr kürzlich über Yoga, Rhönrad (bei beidem keine passenden Angebote un die Ecke) und die Anschaffung eines Hundes (da denken wir gemeinsam drauf rum, aber ohne konkretes Ergebnis).

  • Sohn (11) spielt Klavier, seit er fünf ist, mit Höhen und Tiefen - vor dem Unterricht mault er gerne und Üben geht im Moment auch nur, wenn ich daneben hocke, und dann bekommen wir uns gerne mal in die Haare. Aber wenn er aus dem Unterricht kommt, ist er immer ganz glücklich.


    Und dann spielt er Golf, seit er sieben ist. Jede andere Sportart hat ihn damals nicht interessiert, Fußball nicht, Schwimmen konnte er schnell und hatte das für sich abgehakt, Judo fand er langweilig. Und dann hat mein Bruder ihn mal mitgenommen auf den Golfplatz und ihm eine Stunde lang erklärt, wie man den Schläger hält - und das Kind entbrannte in Leidenschaft fürs Golfen. Seitdem spielt er, und das bedeutet, da wir mitten in Berlin wohnen, jedesmal eine knappe Stunde Fahrtzeit hin und zurück, und ich muss mir jedesmal ein Auto leihen, ohne kommt man da nämlich nicht hin. Deswegen ist er noch nicht ganz so weit wie andere in seinem Alter, weil wir außerhalb der Trainingszeiten so gut wie nie auf den Platz kommen, dazu fehlt einfach die Zeit - aber er machts nach wie vor gerne. Und ich bin auch nicht böse - die Kinder sind bei jedem Wetter draußen, und ich habe Golf schätzen gelernt. Wenn ich Zeit und Geld hätte, würde ich am liebsten auch spielen.

  • Wow... das ist heftig. Hier kostet der Fußballverein 30 Euro im JAHR, das wars. Da ist dann 2x Training pro Woche etc inbegriffen. Parcour ist etwas teurer, das 159 Euro im Jahr. Also immer noch viel günstiger als Eure Preise.

    Klar, Reiten ist teurer, da verlange ich 60 Euro im Monat (ich gebe selbst Reitunterricht), aber die Pferde wollen ja auch was essen und irgendwo wohnen. Ballett und Musikschule kostet hier auch um die 60 Euro im Monat.

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    Wunder 1: 07


    Wunder2: 11

  • 100 Euro monatlich für den Fußball? dass kann ich fast nicht glauben.

    bei uns kostet der Fußball: 240 franken im halben Jahr. einer der billigsten sportarten überhaupt.

    mit hockey kenne ich mich nicht aus.

    sonja mit Eisprincess (03) + kleinronaldo (06)

  • vor allem da die Vereine eigentlich froh über jedes Kind sind welches kommt, da schreckt man eigentlich nicht mit horrenden Preisen ab. Der Vereins-Nachwuchs wird ja leider tendenziell weniger, durch Ganztagesbetreuungsangebote in Kita und Schulen.

  • 100 Euro monatlich für den Fußball? dass kann ich fast nicht glauben.

    bei uns kostet der Fußball: 240 franken im halben Jahr. einer der billigsten sportarten überhaupt.

    mit hockey kenne ich mich nicht aus.

    Vielleicht handelt es sich dabei um eine Art Kaderschmiede? Für Eishockey sind es leider normale Preise, aber wie gesagt, zumindest bei uns ist das aufgrund der horrenden Eiskosten nicht mal annähernd kostendeckend.

  • Bei den von Carrot aufgerufenen Preisen muss man vermutlich berücksichtigen, dass das Vereinswesen so wie wir das in Deutschland kennen nicht international verbreitet ist. Das funktioniert eher wie ein privates Fitnessstudio, halt mit einem Angebot für Kinder.


    Hier im städtischen Umfeld kosten die preiswerten Vereine um 100EUR / Jahr für eine reine Kindermitgliedschaft. Je nach Sportart werden zusätzlich Abteilungsbeiträge oder Eintritte (Schwimmbad) fällt. Allerdings ist es auch so, dass die Vereine für die Nutzung der städtischen Sportanlagen bezahlen müssen. Für umme geht da nix.

  • und hier machen wir eltern beide keinen sport (außer daß ich im sommer im see schwimme). mein mann ist sehr musikalisch und möchte seine liebe zur musik den kindern weitergeben. das ist so etwas wie sein schatz, sein erbe für sie. doch wie gesagt, nach einer probezeit (2 jahre) dürfen sie, wenn es ihnen keine freude macht, damit aufhören.

    Das ist ja auch völlig in Ordnung, wenn das so ist.

    Und wenn die Kinder es mögen, ist es super.

    Mich hat nur das Wort Bildung gestört. Das beinhaltet irgendwie, dass Leute, die kein Instrument spielen können weniger Bildung haben.

    achso, nein, das meinte ich gar nicht. aber kam mißverständlich rüber, entschuldige bitte.

    Dann hab ich das falsch verstanden. #blume

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Wir haben Judo forciert. Er ist im Kindergarten gerne mal untergegangen und zusätzlich eckt er gerne mal an. Es war klar, dass er irgendeinen Sport machen soll und anhand des vorhandenen (eher mageren) Sportangebots haben wir Judo ausgewählt. Es tut ihm extrem gut. Körperlich hat er sich gut stabilisiert und kann sich mehr kontrollieren, aber auch das Selbstbewusstsein hat einen riesen Schub erhalten. Wenn ihn jetzt jemand anpöbelt, dann kommentiert er schon mal ruhig, dass er Judo kann und sich verteidigen wird. Das alleine nimmt vielen den Wind aus den Segeln (er könnte sich aktuell sicher kaum verteidigen, er hat gerade den ersten Gürtel ...)
    Das zweite hat er selbst entdeckt. Es kam irgendwann Interesse an Edelsteinen/Fossilien auf. Er entwickelt sich da noch, aber da er vor einigen Wochen beim Spielen ein Fossil selber entdeckt hat wurde es nochmal angefeuert. Mal schaun ob das Interesse noch tiefer wird.

  • kind1 (im april 10)

    - ich meldete sie zum Vorkurs an der hiesigen Musikschule an, da war sie 5, der war mit Blockflöte. Dabei blieb es, sie wollte weitermachen und fing dann mit 6 Blockflötenunterricht an, zuerst zu zweit, nach einem Jahr als Einzelunterricht. Neben Unterricht spielt sie seit einem Jahr in einem Ensemble mit Renaissancemusik-Schwerpunkt (die Musikschule ist hier an der Hochschule für Alte Musik angegliedert, daher ist das so bissl Programm). Bisher macht sie es gerne. Und man muss wirklich sagen, wir sind dahingehend wahnsinnig privilegiert, sie bieten den Kindern sehr sehr viel.

    - dann wollte sie aber auch noch Klavier. Das spielt sie seit sie 6 ist...aber man merkt eindeutig, dass es nicht ihr Instrument ist, sie hat eine Art Hassliebe zum Klavier... immer nach einem Auftritt ist sie begeistert, üben ist aber eine unsagbare Zumutung. Was bei der Flöte zb ohne Probleme funktioniert. Daher wird das vermutlich nicht mehr ewig dauern.

    - über eine Freundin kam sie zudem noch zur Zirkusschule, da ist sie seit 3 Jahren dabei.

    - Schwimmen hat sie aufgehört, als sie gemerkt hat, dass es nur noch um Leistung geht (sie war seit baby immer im Schwimmkurs, um Schwimmen zu lernen, aber ab spätestens 8 Jahren gibt es keine spielerischen Schwimmkurse mehr, sondern nur noch Leistungsschwimmen mit Wettkampf, und das Ziel - nämlich schwimmen lernen - war ja erreicht, daher haben wir nicht mehr gedrängt).


    kind2 (im März 7)

    - auch sie ging zum Vorkurs, entschied dann aber danach, dass sie keinen Bock auf Flöte hat, sondern cello lernen will. Seit zwei Wochen haben wir hier also das erste Streichinstrument. Der Lehrer scheint mir sehr gut. Aber ansonsten bin ich grad latent überfordert, das kind begeistert.

    - weil die Schwester in der Zirkusschule ist, wollte sie auch Zirkusschule. Seit Anfang Jahr ist sie nun auch dort. Ansonsten verkündet sie, dass sie Ballett will - mal schauen...

    - Schwimmkurse gaben wir auf, weil sich das kind verweigerte. Sie kann schwimmen, aber ist keine Wasserratte.


    beide kinder interessieren sich zudem für die Angebote der hiesigen Kunstschule. Mal sehen.

    und ich muss dazu sagen: Instrumente waren hier Pflicht. Sie konnten wählen was, aber nicht ob. #angst

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • 100 Euro monatlich für den Fußball? dass kann ich fast nicht glauben.

    bei uns kostet der Fußball: 240 franken im halben Jahr. einer der billigsten sportarten überhaupt.

    mit hockey kenne ich mich nicht aus.

    In der Schweiz sind Sport- und Musikangebote für Kinder und Jugendliche unfassbar günstig.

    Ich zahle für den Musikunterricht und den Orchesterbeitrag meines Kindes nicht mehr als ich von 30 (!) Jahren in Österreich für meinen Gitarrenunterricht gezahlt habe.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • also Musikunterricht finde ich nicht wirklich günstig... das läppert sich schon zusammen... da ist das halbe jahr gut doppelt so viel wie der Fussball... wenn nicht mehr.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Hier sind die Sportvereine ca. 10 € im Monat. Musikschule ca. 50 €.

    Die GTA-Angebote in den Schulen sind alle kostenlos.

  • Ja, aber da sitzt auch eine Lehrerin meinem Kind gegenüber und nicht ein Trainer 10-20 Kindern. Von daher: doch, verglichen mit einem vernünftigen Stundenlohn ist der Unterricht immer noch sehr billig (in meiner Stadt kann man Subventionen beantragen, wenn man weniger verdient, grundsätzlich sollte es für alle leistbar sein).


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ja, aber da sitzt auch eine Lehrerin meinem Kind gegenüber und nicht ein Trainer 10-20 Kindern. Von daher: doch, verglichen mit einem vernünftigen Stundenlohn ist der Unterricht immer noch sehr billig (in meiner Stadt kann man Subventionen beantragen, wenn man weniger verdient, grundsätzlich sollte es für alle leistbar sein).


    Liebe Grüsse


    Talpa

    ja klar, ich sag auch nicht, dass es zu teuer ist, immerhin ist es Einzelunterricht. Der hier auch subventioniert wird - Schüler*innen aus der Stadt zahlen weniger als Schüler*innen, die nicht aus der Stadt kommen. Und wie gesagt, die Qualität des Unterrichts ist auch ziemlich gut. Aber ich finde den Unterricht nicht billiger als in D.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7