RIT - Reflex Integration Therapie?

  • Hallo ins Rabenrund,


    lang genug hab ich beim Junior die Augen fest verschlossen, aber mittlerweile glaube ich, dass da irgendwas nicht ganz stimmt.

    Vieles, was ADHS auszeichnet, passt genau auf ihn, lediglich die Aggression bzw. Impulsivität trifft gar nicht zu.


    Da ADHS ärztlich diagnostiziert werden muss und die Praxen ewig lange Wartezeiten haben, habe ich mal rumgesucht, was man bei solchen Symptomen noch unterstützend machen kann und bin auf RIT gestoßen: https://rit-reflexintegration.de/


    Kennt das jemand von Euch oder habt Ihr gar Erfahrungen damit gemacht?

    Bitte immer her mit Euren Berichten, Meinungen und wissenschaftlichen Kenntnissen. Ich bin für alles dankbar, was Ihr dazu in die Runde werft.


    LG,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich kann nur meine Meinung dazu sagen, weil ich an einer Sportfortbildung teilgenommen habe und die Referentin Rit auch macht.

    Mir kam es ein bisschen so vor wie, wir wissen nicht weiter und überlegen uns mal was Neues womit man Geld verdienen kann. Sie sagte z.B. alle Kinder die per Kaiserschnitt auf die Welt kämen hätten Probleme. Für mich klang es sehr verallgemeinernd und ich kann viele der Ausführungen nicht nachvollziehen. Eine Kollegin von mir fand es gut und nahm dazu auch an einer Fortbildung teil.

    Dein Gesicht wird Dir geschenkt, lächeln musst Du selber #blume

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Krümelhexe ()

  • Danke Dir Krümelhexe . Ich bin da auch noch nicht sicher, wie ich das finden soll und ob die Theorie dahinter wirklich so stimmt. Von daher bin ich wirklich an Euren ehrlichen Meinungen interessiert.


    LG,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Also mehrfach habe ich es auch schon mitbekommen bzw. gelesen, dass es zu Problemen führen kann, wenn frühkindliche Reflexe sich nicht komplett zurückbilden. Prinzipiell glaube ich da daher schon, dass es da einen Zusammenhang geben könnte, allerdings macht die Webseite auf mich insgesamt auch eher den Eindruck, als ob da jemand das große Geld machen möchte mit den Ängsten und Sorgen von Eltern. Man findet wenig fundierte Infos, dafür eine Menge Versprechen. Wenn das ganze für ein Medikament wäre, würde ich sagen, das wirkt eh nicht und da will nur jemand was verkaufen.

  • Für mich liest sich das, als wenn jemand mit auf den Adhs Zug aufspringt und es nicht INPP nennt, sondern RIT. Ich würde den offiziellen Weg gehen, auch mit Wartezeit.

    Da ist man schnell viel Geld los 🙄

  • hallo Annie

    Ich bin der Meinung im Unterforum Kinder mit Handicap ADHS usw hätte jemand kürzlich darüber gesprochen.

    Die Therapie an sich kenne ich nicht; wir gehen mit unserer Tochter aber zu eine Kinesologin und sie hat den "Auftrag" die Reflexe bei unserer Tochter zu testen bzw. nach Bedarf zu integrieren. wie ich es verstanden habe läuft es über den gleichen Prinzip wie andere kinesologische Themen - also Thema aussuchen, Muskeltest machen und sich durcharbeiten; ist daher auch nicht so einfach; vielleicht geht RIT ganz anders vor, kann nicht sagen. Der Weg zum kinsologischen Ausgleich ist aber nicht zwangsläufig über Reflexe/Integration es hat oft verschiedene Wege zum Ziel.


    Es hat spezifisch übrigens nicht mit ADHS oder was anderes zu tun, sondern Themen, die dir in deinem Leben stören und die du verbessern möchtest, dich besser fühlen. ICh verstehe es so, dass du dein Geist und Körper Impulse gibst.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Sultana ()

  • Das im Autismus- und ADHS-Thread war ich. Meine Tochter macht ein Kinder- und Jugend-Coaching bei einer Frau, die auch RIT anbietet. Da das Coaching super lief und die Coaching-Frau sich aus dem direkten Kontakt mit der Kleinmaus und den Gesprächen mit mir relativ sicher war, dass ein (der?) Stressschutz-Reflex bei meiner Tochter aktiv ist, versuchen wir jetzt ergänzend, diesen zu integrieren. Ich muss gestehen, dass ich eher skeptisch bin, aber gerade Stress ist ein Dauerthema bei meiner Tochter, also gebe ich dem Ganzen eine Chance.


    Als erstes habe ich einen langen Fragebogen mit ich glaube um die 70 Ja/Nein-Fragen bekommen. Da waren Dinger wie "Gab es einen Notkaiserschnitt?" dabei und auch sowas wie "Hält Ihr Kind beim Schreiben den Stift verkrampft?" oder "Räkelt sich Ihr Kind im Sitzen oft?". Auf dem offenbar vorgefertigten Fragebogen stand, dass man ab 7(?) Ja-Antworten mal ernsthaft über RIT nachdenken sollte. Für die Masse an Fragen und wie "unspektakulär" mir etliche der Befunde vorkamen, die erfragt wurden, fand ich diese Schwelle ziemlich niedrig.


    In unserem Fall sollte der Fragebogen aber in erster Linie dazu dienen zu verifizieren, ob die Coaching-Frau mit diesem Stressschutz-Reflex auf der richtigen Spur ist. Sie fand sich bestätigt. Jetzt haben wir als erstes die Aufgabe, 4 Wochen lang an mindestens 5 Tagen pro Woche einen Satz "passive Übungen" zu machen, die die Bildung von Synapsen im Stammhirn aktivieren sollen. Im wesentlichen schuckel ich das Kind an verschiedenen Körperpartien durch. Mich darin zu unterweisen hat ca. 30 Minuten gedauert. Im Anschluss werden dann 4 Wochen mit "aktiven Übungen" folgen, die die Kleinmaus selbst macht und die speziell auf diesen einen Reflex abzielen. Im Idealfall ist der Reflex danach integriert. Die RIT-Trainerin überprüft wohl irgendwie nochmal, ob die Übungen greifen, wie sie sollen, und nimmt ggfs. Anpassungen vor. Aber ganz ehrlich - mir kommt das Ganze viel zu einfach vor, um allein damit in ein paar Wochen wirkliche Probleme lösen zu können. #schäm

    "Wenn mir jemand Steine in den Weg legt, geh ich halt über die Wiese!?" #weissnicht
    Kleinmaus, im Januar 2015

  • Ich war auch mal auf einem Vortrag von einer RIT-Trainerin und bin danach skeptischer rausgegangen als ihn ohnehin schon reingegangen bin. :D Sie hat z.B. von ihren eigenen frühkindlichen Reflexen erzählt, die sie immer noch hat - da frag ich mich dann schon, wenn nicht man die Trainerin selber das bei sich losbekommt... #gruebel

  • Kuschelmaus - weißt du welcher Reflex es bei euch ist? (Moro?)

    Was für Schaukelübungen macht ihr? Im sitzen vor zurück und Seite? Oder noch andere?


    Es gibt zwei Bücher zu dem Thema die ich mal überflogen habe:

    - Bewegungen, die heilen

    - und Greifen und (Be-)greifen


    da sind die Hintergründe ganz gut erklärt.




    xy

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Nasenbär ()

  • Nein, ich weiß nicht, welcher Reflex genau, die Rede war von "Stressschutzreflex".


    Die passiven Übungen sind alle im Liegen, aktive speziell für den Reflex kommen erst in vier Wochen.

    "Wenn mir jemand Steine in den Weg legt, geh ich halt über die Wiese!?" #weissnicht
    Kleinmaus, im Januar 2015

  • Nachdem eine Freundin von mir mit ihrem Sohn (Probleme in der Raum-Lage-Warnehmung etc.) gute Erfahrungen mit RIT gemacht hatte, habe ich das mit meinem Ältesten auch probiert. Bei ihm waren es einige nicht integrierte Reflexe. Mir ist besonders der Saugreflex aufgefallen. Als Baby konnte er nicht an der Brust trinken und mit 8 Jahren machte er beim Geigespielen plötzlich nicht steuerbare Saugbewegungen mit dem Mund. Nach einigen Sitzungen gab sich das komplett.

    Besonders faszinierend war allerdings, dass die Therapeutin mir nach einem Termin schrieb, dass der behandelte Reflex bei vielen Kindern mit der LRS-Problematik zusammenhinge. Ich nahm das zur Kenntnis, sprach mit ihm nicht darüber, denn ich hatte nicht viel Hoffnung, da die LRS ziemlich ausgeprägt war.

    Nach dem Termin war mein Sohn ziemlich abgeschlagen und schlief bereits am Nachmittag ein. Am nächsten Morgen fand ich ihn lesend im Bett vor.

    Ich kann das immer noch nicht so ganz glauben und fassen (auch vier Jahre später). Aber bei uns war RIT unfassbar hilfreich, das Geld gut investiert.

    LG
    rotesPesto mit ♂ Frühling '10, ♂ Sommer '06 und ♂ Herbst '12

  • Ich war gerade ein paar Tage off, deswegen antworte ich erst jetzt. Vielen Dank für Eure hilfreichen Rückmeldungen.


    Ich bin der Meinung im Unterforum Kinder mit Handicap ADHS usw hätte jemand kürzlich darüber gesprochen.

    Ich hatte das Forum bisher ausgeblendet und werde diese Einstellung gleich mal ändern und schmökern gehen. Autismus ist es bei uns sicher nicht und ADHS ist auch nicht diagnostiziert und passt auch nicht 100%ig. Aber dort finde ich das, was ihn so ausmacht, schon großteilig beschrieben. Bisher ist es nur ein Bauchgefühl, dass da etwas nicht so ganz stimmt, ob nun Reflexe oder etwas anderes, weiß ich nicht. Die KJP haben hier ewiglange Wartezeiten.


    Als erstes habe ich einen langen Fragebogen mit ich glaube um die 70 Ja/Nein-Fragen bekommen. Da waren Dinger wie "Gab es einen Notkaiserschnitt?" dabei und auch sowas wie "Hält Ihr Kind beim Schreiben den Stift verkrampft?" oder "Räkelt sich Ihr Kind im Sitzen oft?". Auf dem offenbar vorgefertigten Fragebogen stand, dass man ab 7(?) Ja-Antworten mal ernsthaft über RIT nachdenken sollte. Für die Masse an Fragen und wie "unspektakulär" mir etliche der Befunde vorkamen, die erfragt wurden, fand ich diese Schwelle ziemlich niedrig.

    Ja, genau, so war es bei uns auch.

    Letztlich hab ich über 20 x "ja" angekreuzt und dabei noch 5 Fragen offen gelassen, weil ich die nicht so eindeutig beantworten konnte.

    Aber ganz ehrlich - mir kommt das Ganze viel zu einfach vor, um allein damit in ein paar Wochen wirkliche Probleme lösen zu können.

    Ich bin mir da auch nicht sicher, wie das gehen soll und ob das wirklich funktioniert.

    Aber wir probieren das Mitte nächster Woche einmal aus und schauen dann weiter, ist ja "nur" 1 x im Monat, wenngleich auch privat zu zahlen.

    Das mit dem Schaukeln und den passiven Übungen in den ersten 4 Wochen wurde uns auch so gesagt. Zumindest scheint dsa Programm überall einheitlich trainiert zu werden (also bei RIT-AnleiterInnen).


    Ich kann das immer noch nicht so ganz glauben und fassen (auch vier Jahre später). Aber bei uns war RIT unfassbar hilfreich, das Geld gut investiert.

    Ich freue mich für sehr Euch, dass das bei Euch so einen positiven Effekt hatte.

    Und ich finde Deinen Bericht sehr spannend. Mal schauen, ob ich das irgendwann auch mal so sagen kann.

    Ich werde berichten.


    LG,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Annie ()

  • Hallo,

    der Post ist ja nun schon älter, aber vielleicht hilft es Dir trotzdem weiter.

    Ich mache gerade mit meinen beiden Kindern die Reflexintegrationstherapie (bei meinem Sohn in Kombination mit Osteopathie/Chiropraktik), die Gründe dafür sind:


    Sohn 9 Jahre:

    (davor jahrelang Ergotherapie, Krankengymnastik, Osteopathie ohne bleibenden Erfolg)


    - Skoliose sowie Nackenverspannungen durch einseitige Fehlstellung

    - Schlechte Feinmotorik

    - Bettnässen


    Tochter 7 Jahre:

    - Probleme beim Lesen

    - Probleme Rechtschreibung.



    Wir machen das jetzt seit 4 Monaten und von Geldmacherei kann man m.E. nicht sprechen. Man sucht die Traimerin ca. 1 x Monat auf und muss selber 5x die Woche für 10 Min. mit dem Kind einfache Übungen machen. Bei uns dauert der Termin für ein Kind 1 Stunde und kostet 75 Eur, wir wohnen allerdings auch in einer Großstadt...

    Also mtl 75 Eur.


    Bisherige Erfolge:

    - Sohn: Hals/Nacken ist deutlich entspannter und beweglicher, nach 9 Jahren keine ! Schmerzen mehr in der HWS

    - Stifthaltung deutlich besser

    - Beim Thema Bettnässen sind wir gerade, auch hier merkt man Verbesserungen

    - gerade Körperhaltung


    Tochter:

    - Lesen geht flüssiger und Satzverständnis besser


    Fazit: bisher wirklich das einzige was unserem Sohn helfen konnte, hier wird an den Wurzeln gearbeitet und nicht nur an den Auswirkungen. Die Übungen sind wirklich easy und teuer ist es auch nicht. Zahlt halt keine Kasse :-( und man braucht Durchhaltevermögen, da man die Übungen 5 x die Woche machen muss. Ausserdem dauert es 6 -12 Monate bis alle Reflexe integriert sind. Ich bin trotzdrm sehr froh, dass wir diese Bewegungsübungen aufgrund eines Hinweises unseres Chiropraktikers gefunden haben.

  • Marina79 Danke für deinen Bericht. Wir haben das mit unserem Sohn (11j) gerade auch angefangen. Er hat jetzt die 2. Übungen bekommen. Der erste Block waren auch diese Passivübungen, bei denen wir ihn durchschütteln mussten. Bei der 2. Runde geht es wohl um Moro Reflex. Wir sind sehr gespannt, ob es bei ihm etwas bringt.


    Unser Sohn hat sehr grosse Probleme mit dem Schreiben (Feinmotorik und Rechtschreibung) und hat seit 2 Schuljahren eine Ergotherapeutin, die ihn begleitet. Diese hat jetzt vor einiger Zeit die Ausbildung für RIT gemacht und hat uns gefragt, ob wir das proboeren wollten - sie würde da bei ihm deutliche Anzeichen für nicht integrierte Reflexe sehen. Sie macht es im Rahmen des Ergorezeptes so dass wir nur einen kleinen Teil selbst zahlen (PKV)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Jette ()

  • OK, dann berichte ich auch mal wieder:


    Wir haben schon 4 oder 5 Sitzungen gehabt inzwischen.

    Zuerst das passive Schütteln, dessen Übungen im 2 Satz dann aktiv gemacht werden mussten, 5 x die Woche.

    Es kommt ja auch immer darauf an, welche Reflexe noch nicht integriert sind, das kann ja durchaus von Kind zu Kind variieren.

    Und es werden die noch nicht integrierten Reflexe in ihrer evolutionsmäßig auftretenden Reihenfolge integriert, also z.B. der Moro immer vor dem STNR.


    Was wir bisher an Wirkungen festgestellt haben:

    - Das Sitzen auf einem untergeschlagenen Bein ist mittlerweile kaum noch da.

    - Die Konzentration ist etwas besser geworden.

    Aber das war's auch schon.


    Das, was für uns relevant ist (Handschrift, Rechtschreibung, ruhiges Sitzen, siebartiges Kurzzeitgedächtnis) kommt erst zum Ende (Spinale Galant Reflex). Mal schauen, ob es hier sicht- und spürbare Erfolgen geben wird.

    Noch bin ich nicht sicher, ob das eine so gute Idee war, denn die bisherigen Auswirkungen sind jetzt nicht so wahnsinnig durchschlagend und vor allem nicht so wirklich wichtig (ob er nun auf den Fersen sitzt oder nicht, ist nicht so relevant wie z.B. eine lesbare Handschrift).


    Ich melde mich nach Abschluss der Therapie noch einmal.


    LG,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe