Innerstädtisches Pendeln mit dem Auto und Parkplätze am Arbeitsort?

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  • Sagt mal ist es bei euch so problematisch mit den Parkplätzen am Arbeitsort?

    Ich erlebe gerade, wie ein Arbeitsgelände umgestaltet werden soll und im Zuge dessen einige Parkpläte (<10) zugunsten von erholungsfläche weichen sollen. Es protestieren nun Autofahrer, dass sie aufgrund dessen die Arbeitsstelle verlassen müssten. Sie wollen die Stadt auffordern, öffentliche Fläche als Parkfläche nur für diese Arbeitnehmer bereits zu stellen.


    Ich bin keine Autofahrerin und wundere mich nun echt. Der innerstädtische Verkehr ist nun nicht unproblematisch. Ich verstehe zwar auch, dass jeder bequem zu seiner Arbeitsstelle kommen will, aber irgendwie sehe ich das nicht wirklich als Aufgabe der Öffentlichkeit.

    Die Arbeitsstelle ist sehr gut am ÖPNV angeschlossen!


    Und irgendwie ist mir das neu.... Also die Forderung an den Arbeitgeber für Parkplätze zu sorgen.

    kennt ihr das?

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • In vielen Firmen ist es inzwischen so, dass man sich zwischen Parkplatz und Jobticket entscheiden kann. Möchte man beides , muss man eines davon bezahlen. Die Parkplätze mietet der Arbeitgeber an. So finde ich es auch richtig. MIR als Einwohner sind Grünflächen wichtiger. Ein Unternehmen, das Arbeitnehmer braucht, muss sich bitte damit abfinden, dass das Geld kostet. Und wenn es Geld für einen Parkplatz ist. Ansonsten muss ich mich- wenn eh alle von außerhalb kommen- auf dem platten Land ansiedeln. Das entspannt vielleicht sowohl den Wohnungsmarkt in der Stadt als auch den Verkehr.

    Das Thema Privatisierung öffentlichen Raumes für PKW war doch hier letztens irgendwo zu lesen.


    Gruß omega.

  • Zum Teil ist das in den Bauordnungen verankert. Also, dass bei Neubauten und Umbauten dafür zu sorgen ist, dass für die vorgesehene Nutzung ausreichend Stellplätze für PKWs und Fahrräder (und z.T. auch Spielplätze!) zur Verfügung stehen. Ist das nicht möglich kann eine Ausgleichszahlung an die Gemeinde vereinbart werden. Und damit wäre es dann tatsächlich Aufgabe der öffentlichen Hand.


    So zumindes mein Kenntnisstand dazu. Da die Bauordnung aber Ländersache ist und für die Einhaltung die jeweilige örtliche Baubehörde zuständig ist, kann die Handhabung sehr sehr unterschiedlich sein!

    "Konzentrier dich auf die kleinen Dinge und mache die gut!"

  • Wir wohnen ziemlich ländlich. Ich könnte theoretisch mit dem Bus zur Arbeit aber der fährt nur einmal in der Stunde. Ziemlich blöd, also nehm ich das Auto. Mein Mann arbeitet in der nächsten Grossstadt. Der bräuchte mit den Öffis mehr als 2 Stunden plus mehrmals umsteigen. Wenn es da dann keine Parkmöglichkeiten gäbe, wäre er ziemlich gekniffen. Ich kann die Autofahrer da voll verstehen

  • Wir reden hier von der Großstadt! Die Arbeitnehmer wohnen auch in der Großstadt.


    Und der Arbeitgeber ist auch die Stadt.


    Also konkret es geht um eine Schule

    Die umbaumaßnahmen sollen zur erweiterung der Freiflächen für die SchülerInnen beitragen.


    Herr winkle hat mal lange Jahre im stationären Handel gearbeitet. In verschiedenen Häusern und da gab es zwar immer ausreichend Parkplätze, aber dafür war der Arbeitgeber nicht wirklich zuständig, der hat sich da nicht drum gekümmert. Den mussten die Autofahrer beim parkhausbetreiber anmieten. Vielleicht gab es da Rabat! So wie es auch ein FimentickEt für den ÖPNV auch mit Rabat gab. Aber kostenfrei für den Arbeitnehmer.... Das habe ich noch nie erlebt..

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • ich arbeite ja auch in der gleichen Stadt wie Du, und nein, es gibt nur wenige Arbeitsplätze und Arbeitszeiten, die eine Anreise mit PKW erfordern.

    Bei uns ist die Parkplatzsituation auch prekär, ich fahre ungefähr halbe halbe auto und zug-u-bahn.

    neulich beim bvg streik hat sich doch auch gezeigt, dass man überall irgendwie hinkommt.

  • Woran

    Die Ausgleichszahlung ist zur Förderung des ÖPNV, nicht dafür, dass die Stadt die Stellplätze errichtet, die der Bauherr nicht errichten will oder kann. Sonst wäre das ja ein richtig guter Deal für Bauherren.

    mamaraupe (*1973) mit paparaupe (*1969), großer raupe (*06/06), und kleiner raupe(*02/10)

  • Ich wohne auch in einer Großstadt und arbeite auch da. Zwar nicht ansatzweise so groß wie deine aber mit hohem Parkdruck. Wir haben ein parkhaus, wo es aber für uns keine Parkkarten mehr gibt (25€ im Monat), die sind alle im Umlauf.

    Um das Gebäude herum gibt es nur noch öffentliche Parkflächen. Is ok so.

    Ich würde nie auf die Idee kommen da meinen AG in die Verantwortung zu ziehen. Ich finde immer einen Parkplatz, ich muss halt früh genug da sein.


    ÖV fällt weg, ich würde für eine 10km Strecke 45Min brauchen, mit dem Auto 15 Min. Das ist mir zuviel Lebenszeit die da flöten geht. Und es ist nicht vereinbar mit meinem getakteten Tagesablauf. Im Sommer will ich mehr Rad fahren. Da muss ich aber erst testen wie lange die Strecke braucht.

  • an unserer grundschule in berlin gibt es gar keine parkplätze für das personal. ich würde mal annehmen, dass das die typische aufregung ist, die der entzug von privilegien so mit sich bringt. es ist ja sicher auch nicht so, dass lehrer bei der stellenvergabe vorhandene parkplätze verlangen können? also ist die behauptung, sie müssen dann die arbeitsstelle wechseln auch irgendwie absurd, oder?

    Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es verstehen.


    Konfuzius

  • Ich kenne reihenweise Firmen, die aus den unterschiedlichsten Gründen keine kostenlose Parkmöglichkeit in der Umgebung anbieten. Aus meiner Sicht ist das absoluter Standard. Wie man zu seinem Arbeitsplatz kommt, ist in D Sache des Arbeitnehmers. Dennoch fühlen sich manche Firmen verpflichtet, manchmal auch auf Drängen des Betriebsrats, die Arbeitnehmer hierbei zu unterstützen. Z. B. durch Teilnahme und evtl. auch Zuschuss zum Jobticket.


    Kreativ fand ich mal die Lösung bei einem Kunden: Dort mussten aufgrund einer Baumaßnahme Stellplätze wegfallen. Der Betriebsrat hatte ausgehandelt, dass die Firma ein Kontingent Dauerkarten im naheliegenden Parkplatz kauft und unter den Interessenten für die Dauer eines Jahres verlost.

  • Es geht um weniger als zehn Parkplätze. Die Mehrheit der Belegschaft wird daher ohnehin ohne auskommen müssen. Daher verstehe ich die Aufregung nicht.

    Aber auch ganz grundsätzlich finde ich nicht, dass das Sache des AG ist.

  • Woran

    Die Ausgleichszahlung ist zur Förderung des ÖPNV, nicht dafür, dass die Stadt die Stellplätze errichtet, die der Bauherr nicht errichten will oder kann. Sonst wäre das ja ein richtig guter Deal für Bauherren.

    Doch, zumindest die Musterbauordnung sieht beide Möglichkeiten vor. Es soll halt gewährleistet werden, dass durch Baumaßnahmen die Parkprobleme in der Umgebung nicht verschärft werden. Die öffentlichen Parkflächen bleiben dabei natürlich öffentlich. Es kann also nicht gefordert werden, kostenlose Parkmöglichkeiten für konkrete Personen bereitzustellen. Wohl aber eine Entlastung der allgemeinen Parksituation im Interesse der Öffentlichkeit herbeizuführen. Ist ja eigentlich auch naheliegend: wenn irgendwo eine riesengroße Fabrik errichtet wird, kann es ja nicht sein, dass plötzlich die komplette Umgebung von der Belegschaft zugeparkt wird, weil es keine andere Möglichkeit gibt. Das ist halt so eine Vorschrifft, wie ausreichend Toiletten, oder eben im Wohnbereich ausreichend Spielplätze. Persönlich finde ich natürlich auch, dass Bewegungsfläche für Kinder einen höheren Stellenwert hat, als Parkplätze für Drecksschleudern! Aber formal hat halt der Bauherr dafür zu sorgen, dass seine Baumaßnahmen die Allgemeinheit nicht übermäßig belastet. Kostenlos für den Nutzer muss dabei gar nichts sein, dass sind dann individuelle Entscheidungen der Arbeitgeber zur Mitarbeiterbindung.

    "Konzentrier dich auf die kleinen Dinge und mache die gut!"

  • Im Moment habe ich Glück, am meinem jetzigen Arbeitsort gibt es genügend Parkplätze.


    Aber ich kenne es auch anders. Letztes Jahr z.B. hatte ich ein Pflichtpraktikum in der Großstadt und da war die Parkplatzlage so prekär, dass ich lieber das Fahrrad genommen habe. Das ging auch noch (10km). Aber da kamen dann auch viele andere Angestellte mit dem Rad. Wenn die Lage vor Ort dies zulässt, also auch mit Rad und Öffis zumutbar kommen zu können, finde ich das okay.

    Aber ich kenne auch noch ein Beispiel. Das ist eine mittelgroße Stadt, es gibt auch keine Parkplätze, aber dort kommen die Angestellten überwiegend als Pendler dahin. Öffis geht, ist aber schon recht unkomfortabel und deutlich zeitaufwendiger. Leider kann es passieren, dass ich irgendwann an diesen Standort wechseln muss, das steht so in meinem Dienstvertrag. Und dann finde ich es schon blöd, wenn es für mich keine andere realistische Möglichkeit gibt dort hinzukommen, wenn dann nicht irgendwie eine Parkmöglichkeit erdacht wird. Das könnte ja auch Park+ride sein z.B. Denn sonst bleibt mir im Grunde ja wirklich nur der Jobwechsel. Wenn die Situation so blöd ist, denke ich schon, dass der Arbeitgeber dann auch mitdenken müsste, denn sonst herrscht bald Fachkräftemangel an dem Standort. Also ein Recht auf Parkplatz: nein. Aber eine Möglichkeit irgendwie kostenpflichtig vernünftig zur Arbeit kommen zu können: ja. Wie die dann aussieht, hängt vom Ort ab.


    Bei uns gibt es übrigens tatsächlich 4 Lehrerparkplätze an der Grundschule. Die reichen aber natürlich auch nicht für alle. Gibt es aber genügend Alternativen dort. Da haben die Glück.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

    Einmal editiert, zuletzt von Miriam ()

  • Es geht um Lehrer und Erzieher und auch um ehrenamtlich tätige.... Die Parkplätze sind nicht vermietet. Ob es da eine hackordnung gibt, weiß ich gar nicht....

    Genau, es geht um weniger als zehn Parkplätze und die mehr als sechzig anderen Beschäftigten kommen ohne Parkplatz auf dem Schulhof aus.

    Ich versteh durchaus das Problem, dass es ätzend ist, unter Umständen vorm Dienstbeginn ewig einen Parkplatz suchen zu müssen. Ich Sehe aber nicht die Öffentlichkeit in der Pflicht...

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Schulen vermitteln ja Eltern und Schülern zu Recht dass ein paar hundert Meter Fußweg am Tag gut sind und man nicht bis vor die Tür der Schule mit dem Auto fahren muss. Von daher war es doch total inkonsequent kostenfreie Parkplätze fürs Personal vorzuhalten. Doof ist natürlich dass es bisher dieses Privileg gab und es jetzt wegfällt, sowas kommt nie gut an. Aber wenn die Fläche nun dafür von allen Schülern genutzt werden kann ist das doch ein Gewinn für Alle.

    Falls es jetzt Lehrer gibt die deshalb lieber an einer dem Wohnort näheren Schule arbeiten wollen ist das ja auch gar nicht verkehrt. Weniger Pendelzeit heißt ja mehr Zeit für die Arbeit. Da profitiert dann natürlich eine andere Schule von aber das ist ja auch im öffentlichen Interesse.

  • Genau, es geht um weniger als zehn Parkplätze und die mehr als sechzig anderen Beschäftigten kommen ohne Parkplatz auf dem Schulhof aus.

    Gibt es dann gar keine Parkplätze mehr oder nur zehn Plätze weniger?

    Gar keine Plätze fände ich auch schwierig. Aber die wenigen, könnte man auf Antrag vergeben / zuteilen und ich denke, es kann durchaus Gründe haben, dass man mit dem Auto kommen muss: z.B. weil man sperrige / größere Materialien für die Schule transportieren muss / vorher oder nachher ein Kind von einer Tagesstätte abholen muss, die ungünstig liegt / eine Gehbehinderung hat usw..

  • Hi,

    ich arbeite auch mitten in der Innenstadt und unser Arbeitgeber muss nicht für Parkplätze sorgen.

    Da ich aber ländlich wohne und eigentlich nur vernünftig (ohne mehrmals umsteigen und groß Zeit zu verlieren) nur mit dem Auto reinfahren kann, habe ich täglich das Parkplatzproblem.

    Somit bin ich dafür auf einen Smart umgestiegen, das klappt meist noch ganz gut. Als ich noch ein größeres Auto hatte, musst ich mgl. gegen 6 Uhr früh bei der Firma sein, um noch einen Parkplatz ohne Parkscheibe zu ergattern. Ab 6:30 hat man kaum noch eine Chance. Das Parkhaus liegt am Tag bei bummeligen 20 Euro.

    Eine Kollegen von mir stellt sich meist in die Parkscheibenzone da sie argumentiert, mit 2 Strafzetteln am Tag doch noch günstiger weg zu kommen als das Parkhaus.


    Es ist zwar richtig, dass wenn die Firma in der Stadt ist, die meisten Arbeitnehmer mit öffis gut zur Arbeit kommen...aber meist gibt es doch den ein oder anderen, der außerhalb wohnt, wo die Öffis eine Katastrophe sind.

  • Vielleicht gibt es ein Parkhaus in der Nähe, dass Stellplätze an Langzeitmieter vergibt. Je nach Stadt und Lage kostet so etwas hier zwischen 60 und 120€ / Monat.


    Viel Geld, ich weiß.

  • Auch Berlin

    Ziemlich großer AG


    Unser Gelände ist neu jetzt Betriebsgelände. Damit fallen sehr viele Parkplätze weg. Abgefedert wird dies mit jobticket (deutlich unter normalpreis) und Leasing für Fahrrad. Normalen Mitarbeiter Parkplatz gibt es noch aber mitunter fällt der zeitweise weg ( nach Vorankündigung )


    Ich finde das sehr nobel. Müsste gar nicht sein, der Ort ist gut erreichbar per ÖPNV.


    Ich habe wenig Verständnis für Klagen in Berlin ( auch von Leuten die außerhalb wohnen) die meisten Gründe sind reine Bequemlichkeit

    Life is a mountain - ride it like a wave