Kindergarteneingwöhnung super schüchternes Kind

  • Hallo liebe Raben,


    Wie einige bestimmt schon mitbekommen haben, haben wir ein ungewöhnlich schüchternes Kind, das nur mit der Familie und engsten Freunden spricht.


    Nun sind wir seit zwei Wochen bei der Eingewöhnung im Waldkindergarten. Wir haben zum Glück so viel Zeit, wie wir brauchen. Aber erwartungsgemäß spricht sie null. Mit niemandem. Heute hat sie 1x kommuniziert und den Kopf geschüttelt. Die Kinder fragen schon, ob sie sprechen kann. Ich sage dann, dass sie bestimmt bald mit ihnen reden wird und sich noch nicht traut. Kann ich sie irgendwie unterstützen?


    Ihr scheint es zu gefallen, sie lässt mich auch schon 5 Minuten aufs Klo gehen und löst sich für kurze Zeit von mir und spielt alleine.


    Sie ist die jüngste (gerade 3 geworden) von 20 Kindern und wenn sie mit etwas spielt, lässt sie andere ungerne mitspielen. Also sie versteht glaube ich nicht, dass das Spielzeug für alle da ist.


    Heute hat sie z. B. eisern eine Legokiste festgehalten, drin rumgewühlt, ein Mädchen hat sich trotzdem Teile rausgenommen, was sie ok fand und ein anderes Mädchen (1,5 Köpfe größer) hat ihr dann beim Aufräumen die Kiste aus der Hand gerissen. Sie hat aber festgehalten so lange sie konnte. Sie hat davor auf meine Bitte die Kiste nicht losgelassen.


    Könnt ihr mich bitte aufmuntern, dass das besser wird? Und was kann ich tun, um es ihr einfacher zu machen?


    Danke schonmal für euren Input :)

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  • guten Abend,

    Dein Thread beschäftig mich, da wir ebenfalls ein sehr "schüchternes" Kind letztes Jahr eingewöhnt hatten, aber leider nicht mit ausreichend Zeit und Verständnis.

    Nur kurze Tipps, da gerade wenig Zeit: du kannst gerne anfangs ihr sprachrohr sein. Vielkeicht schafft ihr es, diese Rolle an ihre bezugserzieherin weiterzugeben. ErzieherInnen können versuchen, mit entweder- oder-fragen in Kontakt zu treten. Wie du den Kindern ihr schweigen erklärt hast, finde ich gut.

    Ausführlicher kann ich dir gerne schreiben, wenn du möchtest, aber dann per pn.

    Schön, dass euch dort viel Zeit gelassen wird!

  • Musa Danke für deine Antwort und wenn du Zeit hast gerne per PN.


    Ja ich finde es auch toll, dass wir die Zeit bekommen und die Erzieherinnen sind wirklich super, gehen zwar auf sie zu, drängen sich aber nicht auf. Mit der ebenfalls sehr ruhigen Praktikantin hat sie sogar schon gebastelt. Natürlich ohne reden.

  • mein Sohn ist vor 3 Jahren auch mit gerade 3 in den Kindergarten gekommen und war auch sehr, sehr schüchtern und mama-fixiert.

    Wir haben einmal die Kita gewechselt, weil ihm in der ersten Einrichtung null Verständnis entgegengebracht wurde und schon ab dem 2.(!) Tag Druck gemacht wurde.

    In unserer aktuellen Einrichtung hatten wir mehrere Wochen Zeit und es wird ganz anders aufs Kind geschaut.

    Bei euch hört sich das auch positiv an, gib ihr einfach Zeit und lass sie dort ankommen!

    Mein Sohn hat jetzt gerade im Vorschuljajr einen großen Sprung gemacht, ist vorher aber auch durchaus gerne in den Kiga gegangen und dort Stück für Stück aufgetaut!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Kaline ()

  • Klingt alles sehr gut.


    Nur Mut, sie wird reden, aber es wird dauern. In unserem Fall mehrere Wochen bis sie mit den Gruppenerzieherinnen gesprochen hat, ca. Ein halbes Jahr bis sie angefangen hat mit den anderen Erzieherinnen zu sprechen und ein Jahr bis sie (manchmal) mit den anderen Kindern gesprochen hat.


    Jetzt sind wir 2,5 Jahre später grade auf Kur und sie spricht an Tag 2 zumindest ein bisschen mit den Erzieherinnen und den anderen Kindern.


    Also, alles gut. Einfach Zeit geben, nix erwarten.

    Du kannst gehen bevor sie im Kindergarten spricht. Wenn Du nicht dabei bist, wird sie sogar vermutlich eher sprechen.

  • Meine Tochter hat damals ein Jahr lang ganz viel über ihr Kuschelschaf im Kindergarten kommuniziert. Die anderen Kinder sagten immer schon: "Du musst nicht mit J. reden, sondern mit Mäh!"

    J. hat das Schaf nicken oder den Kopf schütteln lassen.

    Sie war aber sogar schon 4. Im zweiten Jahr (Vorschuljahr) durfte Mäh dann zu Hause bleiben!


    Vielleicht gibt es bei euch auch so einen "Vermittler"?

    Alles Gute für euch!


    LG Pelle

    LG Pelle


    Sohn 01, Tochter 04, Tochter 08

  • Oh das macht Mut, danke. Ich dachte wirklich, dass sie das einzige Kind ist, das nicht spricht.

  • Nein, nein... Ist sie nicht.

    Behälter es im Auge.

    Wir haben einen sehr netten Kinderarzt, der hat einen nicht sprechenden Sohn. Das fand ich immer beruhigend.


    Natürlich gibt es auch selektiven Mutismus, aber ein dreijähriges Kind, das mit Familie und engen Freunden spricht, ist einfach normal. Irgendwann wird sie auch im Kindergarten sprechen. Dann beim Bäcker Brötchen bestellen und vielleicht sogar mal dem Kinderarzt die Hand geben (so weit sind wir dann doch nicht. Also mit dem Kinderarzt)

    Warte ab. Gib ihr Zeit und sprich mit den Erzieherinnen in einem Jahr nochmal, was sie für einen Eindruck haben. Vergiss auch nicht, es braucht ca. 6 Monate bis die Kinder ganz richtig im Kindergarten angekommen sind. Bis es für sie nicht nur Alltag, sondern auch ein Stück weit "zu Hause" ist. So wie bei uns auch, wenn wir einen neuen Job haben.


    Es wird, trau Ihr zu es im Kindergarten zu schaffen und vergiss das sprechen. Sie wird irgendwann anfangen irgendwie zu kommunizieren. Ihr gefällt der Kindergarten und sie lässt sich auf gemeinsame Aktionen ein. Alles wirklich gut.

  • Spricht sie denn mit dir wenn andere dabei sind? Meine Freundin hat einen Sohn der selektiven Mutismus hat, der sprach auch nur mit ihr wenn niemand in der Nähe war. Wir waren 4 Tage zelten, ich habe dieses Kind nicht einmal sprechen gehört. Auch nicht mit der Mutter. Mit der sprach er nur wenn die beiden alleine waren. Selbst im „Notfall“ sagte dieses Kind nichts. Ihm war sein Kuscheltier runter gefallen, er kam nicht dran und wir hatten es nicht gesehen. Kein Ton obwohl die Mama dabei saß.

    Dieses Kind spielte auch nicht es saß einfach nur da obwohl noch andere Kinder da waren.

    Dein Kind klingt schüchtern ja aber noch im Rahmen.

  • ich kenne das auch u. wichtig ist das Kind nicht zu drängen.

    zum Bäcker schicken etc. hab ich auch gemacht mit teils unterschiedlichen Erfolg.

    was ich mir mit zunehmenden Alter abgewöhnt habe ist fürs Kind zu sprechen.


    Ich habe oft erlebt das die Leute kein Verständnis für schüchterne Kinder haben u. mußte mein Kind verteidigen.

    Nicht jedes Kind ist ein Draufgänger!

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  • Gibt es eine Bezugserzieherin, die versucht, eine Beziehung zu ihr aufzubauen und auch erstmal allein mit ihr spielt?

    Nicht direkt, die Praktikantin (bzw. eine vom Bundesfreiwilligendienst) macht ab und zu was alleine mit ihr. Die war diese Woche leider nicht da. Da sie auch sehr ruhig ist, kann ich mir vorstellen, dass sie eine Bezigsperson werden könnte.


    Spricht sie denn mit dir wenn andere dabei sind? Meine Freundin hat einen Sohn der selektiven Mutismus hat, der sprach auch nur mit ihr wenn niemand in der Nähe war. Wir waren 4 Tage zelten, ich habe dieses Kind nicht einmal sprechen gehört. Auch nicht mit der Mutter. Mit der sprach er nur wenn die beiden alleine waren. Selbst im „Notfall“ sagte dieses Kind nichts. Ihm war sein Kuscheltier runter gefallen, er kam nicht dran und wir hatten es nicht gesehen. Kein Ton obwohl die Mama dabei saß.

    Dieses Kind spielte auch nicht es saß einfach nur da obwohl noch andere Kinder da waren.

    Dein Kind klingt schüchtern ja aber noch im Rahmen.

    Sie spricht teilweise mit mir. Im Kindergarten schon, heute war aber eine Freundin mit ihren zwei Kindern da und sie hat keinen Ton gesagt.


    Ich bedanke mich z. B. beim Metzger für sie, wenn sie etwas bekommt. So richtig für sie antworten mache ich nicht.

  • Ich denke, dass es gerade für deine Tochter sehr wichtig ist, zu merken, dass sie dort in der Kita gemocht wird. Damit sie sich langfristig mit ihren Bedürfnissen an die Erzieher wendet, müsste ihr Sicherheit vermittelt werden. Ich bin erstaunt, dass nicht von einer Erzieherin ein Beziehungsangebot gemacht wird.

  • Kurzes Update: Es scheint ganz gut zu laufen. Sie redet zwar immer noch nicht, aber macht was mit den Erzieherinnen, geht schon mal mit ihnen außer Sicht, macht bei Spielen mit, hat schon mit 2 Mädchen gespielt. Dabei bin ich fast immer bei ihr. Die Praktikantin (noch 1,5 Jahre da) wurde als Bezugsperson ausgewählt und sie spielt jeden Tag ein bisschen etwas mit ihr.


    Ich kann zum Glück einfach dabei bleiben und wir machen in Ihrem Tempo weiter.


    Ich entferne mich immer wieder mal mit Ankündigung, bin ich zu lange weg, kommt sie gucken. Soll ich das jetzt schon ausdehnen? Viele der Mütter haben erzählt, dass sie dann einfach gegangen sind, wenn die Kinder im Spiel vertieft waren. Das halte ich nicht so für sinnvoll und wir haben das auch noch ne so gemacht (zuhause).


    Für weitere Tipps bin ich weiterhin dankbar :)

  • Geh bitte nie (nie!) ohne Verabschiedung.


    Ich finde es klingt gut, was du schreibst. Vielleicht ergibt es sich immer mal, dass sie von dir weg geht? Oder du alleine (kurz!) weg gehst. Bei uns lief ganz viel über diese Minitrennungen, und zwar anfangs nur von mir weg. Also ich blieb da wo ich war und Kind ging von mir weg.

  • Ich würde nie ohne Verabschiedung gehen.

    Ich habe das Gehen aber schon etwas aufgeteilt - also z.B. "ich gehe jetzt noch aufs Klo und dann fahre ich. Tschüß". Manchmal half das, weil ich ja noch ein paar Minuten im Haus war. Aber meistens ist sie dann eher mit aufs Klo gekommen.

    Es klingt doch recht vielversprechend.

    Evtl. ein Spiel mit anfangen und dann mit kurzer Verabschiedung gehen, wenn sie reingefunden hat?

  • So hier kommt wieder ein Update, obwohl es gar nicht viel Neues gibt und ein paar Fragen.


    Wir haben jetzt leider eine Woche Zwangspause, weil ich krank bin und nächste Woche auch nur noch zwei Tage vor den Osterferien, weil wir schon am Mittwoch wegfahren. Ich denke, dass nach den Ferien alles von vorne losgeht #hmpf


    Ich kann inzwischen, wenn sie mit anderen Kindern spielt aufs Klo gehen, aber nicht immer. Das ist nach wie vor die einzige Abwesenheit von mir. Sie hat zwei Mädchen, die sie gerne mag und sie spielt auch mit ihnen, reden tut sie nicht. Sie grinsen sich aber an und sie nickt auch schonmal auf Fragen.


    Sie macht minimini Fortschritte, aber eben sehr langsam.


    Die Bezugsperson war leider wieder eine Woche nicht da, das konnte also nicht vertieft werden :(


    Jetzt meine Frage: Wenn es nach den Ferien so gut (für unsere Verhältnisse) weiter läuft, sie mich aber voraussichtlich nicht von selber wegschickt, wie würdet ihr weiter vorgehen?


    Ich habe oft unseren Hund dabei, ich könnte sagen, dass wir eine Runde gehen und ich dann zurück komme. Was aber wenn sie nein sagt?


    Würdet ihr Zuhause darüber reden, dass wir es dann so und so machen? Sie sagt manchmal von selbst, dass sie alleine in den Kindergarten geht, wenn sie groß ist.


    Danke wieder mal für eure Ideen.