Kindergarteneingwöhnung super schüchternes Kind

  • Wir machen jetzt einfach weiter und die Bezugserzieherin gibt sich sichtlich Mühe.


    Heute war ich trotz Protest und Weinen schnell aufm Klo. Das ging auch schonmal besser #hmpf


    Vor den Ferien werden wir jetzt keine große Trennungsversuche außer Klo veranstalten.


    Und nun noch eine Frage an euch zwei Preschoolmum und Trin : Wie gehe ich nach den Ferien vor? Gehe ich dann trotz Weinen für 10 Minuten? Und schau, ob sie sich trösten lässt? Ich kann ja nicht 3 Jahre mit ihr in den Kindergarten gehen #blink Ein Vorschlag vom Kindergarten war, dass es mein Mann probieren soll. Was haltet ihr davon?


    Meine Hoffnung mit dem Freund ist leider nicht so aufgegangen. Im Kindergarten spielen sie nicht oder noch nicht miteinander.

  • Hallo,


    Eine andere Person probieren lassen finde ich immer einen Versuch wert, zumal da Kind ja auch später mal sicher nicht ausschließlich von dir gebracht wird. Und er Papa hat auch die Chance, einen tieferen Einblick in die Abläufe und Stimmungen zu bekommen. Ich hatte auch schon Eingewöhnungen mit der Oma, das klappte auch prima.


    Wie ihr nach den Ferien vorgeht, kann man nicht sagen, im Grunde kannst du nur dein Bauchgefühl entscheiden lassen. Ich hatte diese Situation nicht, aber würde Eltern vermutlich vorschlagen, hinterher erst mal zu versuchen auf dem Stand vor den Ferien weiter zu machen und ggf. auch einen Schritt zurück zu gehen und dann wieder zügig voran auf den "alten Stand" und von da aus weitersehen.


    Was heißt denn "Protest"? Schimpft sie und ist eher ärgerlich und lässt sich aber dann in die Gruppenaktivität einbeziehen oder wirkt sie komplett überfordert und verzweifelt? Man muss auch aufs Kind schauen, für die einen ist es leichter, wenn Mama geht, während es (das Kind) gut beschäftigt ist - andere können davon überfordert sein und vermeiden dann, sich auf Ablenkungen einzulassen, weil sie Angst haben, daß Mama dann geht.


    Wie fühlst du selber dich denn? Traust du den Erzieherinnen zu, gut für dein Kind zu sorgen? Zu erkennen, was es braucht und es ihm - so weit es in dem Rahmen möglich ist - zu geben? Gehst du mit dem Gefühl, daß es im Grunde dort gut aufgehoben ist?

  • Sie hat geweint, dass ich nicht gehen soll. Sie wirkte dabei schon verzweifelt. Da es aber wirklich nur 2 Minuten am Klo war hab ich sie weinend der Bezugserzieherin in den Arm gegeben. (Das Gleiche hatten wir aber auch gestern beim Papa, bei dem sie nicht bleiben wollte, während ich 10 Minuten einkaufen gegangen bin. Da habe ich sie auch weinend dagelassen, weil das sonst auch immer geklappt hat und ich sie einfach nicht gebrauchen konnte, weil ich mich beeilen musste.)


    Ich habe prinzipiell schon ein gutes Gefühl, allerdings weiß ich nicht, ob sie sich trösten lässt. Da weiß ich nicht, ob es von Vorteil ist, dass ja auch die Mutter ihres Freundes, eine Freundin von mir, auch da ist. Die kennt und mag sie.


    Seit dieser Woche macht die Bezugserzieherin viel mit ihr und ihrem Freund, der Montag angefangen hat. Sie spielt mit der Erzieherin und im Moment auch ohne Gruppenaktivitäten, die ansonsten auch eher weniger vorkommen bei uns. Sie ist vor den 1,5 Wochen, die die Erzieherin und wir krank waren, auch mal mit ihr mitgegangen, das macht sie grad eher nicht mehr, ich muss allermeistens mit.


    So richtig gehen lässt sie mich ja nicht und ich stelle mich dann meist etwas abseits, wenn sie was mit der Erzieherin macht. Irgendwann kommt sie dann zu mir, wenn sie genug hat.

  • Ich unterschreib voll bei Trin.


    Und möchte nochmal den Punkt aufs Kind schauen hervorheben. Sie darfs doof finden. Aber sie soll nicht verzweifelt sein.

    Lass Dich nicht vom Bösen überwinden sondern überwinde das Böse mit Gutem.

  • So es funktioniert nicht :(


    Heute hatten wir nach 2 Wochen Vertauensaufbau zur Bezugserzieherin einen Trennungsversuch. Sie hat 15 Minuten durchgeschrien und sich durch nichts beruhigen lassen.


    Was mache ich nächste Woche? Sie jeden Tag schreien lassen? Ich werde echt wahnsinnig und weiß echt nicht mehr weiter.


    Bringt es was, wenns der Papa probiert?

  • Ok, dann würd ich noch einen Versuch mit Papa machen und wenns da genauso läuft abbrechen. Das bringt so nix, die Angst setzt sich nur fest und belastet den nächsten Versuch. Wenn möglich dann erstmal drei Monate komplett Pause und danach wo anders nochmal neu starten. Dann aber möglichst nach sehr kurzer Zeit schon den ersten kleinen Trennungsversuch (Klo) machen und von Anfang an komplett langweilig dasitzen und sie komplett frei entscheiden lassen ob sie bei Dir Sicherheit tanken will oder sich zum Spielen vom Schoß wagt. Du spielst nicht mit, Du gehst nicht mit hin zum Spielzeug, Du versuchst nicht sie zum Spielen zu motivieren. Einfach nur Sicherheitstankstelle und weiter nix. Oder gleich mit dem Papa falls das besser klappt die ersten Tage machen lassen.

    Und ich würde grad bei so nem unsicheren Kind mich von dem Gedanken Waldkiga verabschieden. Wäre für meinen auch zu offen, zu ungeschützt. Grade unsichere Kinder brauchen oft den klaren Rahmen von nem Gruppenraum (oder draußen Gartenzaun), um sich sicher zu fühlen.

    Sohni ist in nem winzig kleinen, uralten Kiga aber ist dort super glücklich und hat auch echt klasse Erzieherinnen. In dem großen schönen Kinderhaus oder auch in nem Waldkiga (was ich beides so toll gefunden hätte) wär er zu gestresst gewesen.

    Lass Dich nicht vom Bösen überwinden sondern überwinde das Böse mit Gutem.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Preschoolmum ()

  • Es gibt hier leider keine Alternativen, dann müsste ich sie bis 2020 September daheim lassen. Das ist keine Option, weil ich irgendwann doch mal wieder arbeiten muss.

  • Es gibt hier leider keine Alternativen, dann müsste ich sie bis 2020 September daheim lassen. Das ist keine Option, weil ich irgendwann doch mal wieder arbeiten muss.

    Hast Du mal über Tagesmutter nachgedacht? Ich weiß nicht, ob das in dem Alter noch funktioniert? Gäbe es ansonsten noch sowas wie Spielgruppen für das Alter um sie an die Trennung heranzuführen?

  • Huhu,

    ich habe das Ganze zweimal durchgemacht. Meine beiden Großen waren genauso, wie du deine Tochter beschreibst:

    Super schüchternd, ängstlich, klammernd, nicht sprechend mit anderen, schnell in Panik, wenn etwas nicht passend war. Angewiesen auf eine starke Bindung zur Betreuungsperson.


    Beim Erstgeborenen habe ich den Weg probiert wie du: Lange, langsame Eingewöhnung, dabei geblieben, mich viel mit den Erzieherinnen auseinandergesetzt, erklärt... Tricks mit Kuscheltier, Fotos, Ritualen, etc.

    Es funktionierte NICHT. Es wurde nur schlimmer. Irgendwann durfte ich auch beim Einkaufen oder bei Freunden nicht mehr aus seiner Sichtweite gehen.

    Da hab ich (nach 2 Monaten) den Schlussstrich gezogen und das Ganze abgebrochen. Er war damals sogar schon 3 3/4 Jahre alt.

    Er blieb dann zu Hause. Die kleine Schwester war schon da und wir haben uns zu Hause gut beschäftigt. Ich habe dann geplant, ihn das letzte Jahr vor der Schule in den Kiga zu geben, als Vorbereitung. Irgendwann aber, er war fast 5, merkte ich: "Jetzt ist er soweit, jetzt wird es klappen." Dann hab ich ihm gesagt, dass man mit 5 in den Kindergarten gehen MUSS. Und ihn angemeldet. Er kam dann mitten im Jahr rein, kurz nach dem 5. Geburtstag. Immer noch mit langsamer Eingewöhnung, Absprachen, etc. und viel Schimpfen seinerseits, dass er ja MUSS - aber keine Verzweiflung mehr. Keine Verlassensangst. So konnten wir das beide aushalten. Er war dann noch 1,5 Jahre dort und ging problemlos anschließend zur Schule. Nie wieder gab es danach Klammern und Angst, irgendwo zu bleiben.



    Mit meiner Tochter lief es genauso - mit dem Unterschied, dass ich nach zwei Wochen schon abgebrochen habe. Sie war gerade 3 geworden. Sie ging dann einfach ein Jahr später. Auch nicht gern und einfach, auch mit viel Mut machen und Kuscheltier, aber es klappte mit 4 Jahren dann.


    Ich habe es bei zwei verschiedenen Kigas so erlebt, dass sie die intensive Beziehung, die meine Kinder gebraucht hätten - quasi Mamaersatz - nicht leisten konnten. Vielleicht kann man diese auch nicht erwarten. Ein Kind, dass diese noch so stark braucht, sei es 2 oder 4 Jahre alt, ist meinem Erleben nach noch nicht geeignet für eine Gruppenbetreuung (20 oder mehr Kinder und 2 Erzieher).


    Mein Weg war "abwarten und reifen lassen". Und Vertrauen in das Kind setzen, dass es einfach irgendwann soweit ist.

    Ich hätte immer berufliche Pläne hintenan gestellt, selbst wenn es bei meiner Tochter mit 4 noch nicht geklappt hätte. Ein oder zwei Jahre machen auf lange Sicht gesehen vermutlich bei den meisten wenig Unterschied. Für die Kindesentwicklung aber durchaus.


    Es klingt bei euch schon recht verfahren. Ich persönlich würde jetzt abbrechen.


    Alles Gute,

    Pelle

    LG Pelle


    Sohn 01, Tochter 04, Tochter 08

  • Jette Tagesmütter gibt es meines Wissens nach nicht, die Spielgruppe ist leider eingewöhnungstechnisch nichts für sie, weil die Leiterin mit einer Mama mit 10(?) Kindern u3 alleine ist. Sie braucht eine Bezugsperson.


    Pelle Danke für deine Erfahrungen. Wir haben das nun abgebrochen, nachdem sie heute gar nicht aus dem Fahrradanhänger wollte, nicht zu den Erzieherinnen und gesagt und geweint hat, dass sie nicht hin will. Die wollten es noch eine Woche probieren, aber ich kann das nicht, sie jedes Mal so lang schreien zu lassen.


    Die Frage ist nun: Jetzt Im September nochmal da probieren? Da werden aber 6 neue Kinder eingewöhnt und es wäre sicher nicht so viel Zeit für sie.


    Den Versuch mit dem Papa hab ich jetzt verworfen, weil sie anscheinend insgesamt nicht so weit ist.


    Im September 2020 nochmal da oder woanders probieren? Wir ziehen aber vielleicht Anfang/Mitte 2021 um. Bringt das was für die kurze Zeit?

  • Ich würde es nicht in der gleichen Einrichtung noch einmal probieren. Bei meinem Sohn haben wir den Kiga für den 2. Versuch gewechselt. Dazwischen lagen 14 Monate.

    Ich kann mir vorstellen, dass es im September noch zu früh ist, die negativen Erfahrungen noch zu frisch und sie noch nicht viel reifer ist.

    In einem Jahr wird das schon ganz anders aussehen.


    Bezüglich Umzug würde ich mir Gedanken machen, wenn die Pläne konkreter werden.


    Meine Meinung - aus meiner Erfahrung - ist recht simpel: Man kann nichts verpassen. Es gibt keinen Zeitpunkt, ab dem ein Nicht-Kiga-Besuch einem Kind schadet, wenn "das Rundherum" stimmt (Aktivitäten und Anregung zu Hause, Unternehmungen, soziale Kontakte).


    Nur der Vollständigkeit halber am Rande:

    Sicher gibt es auch Familien, das kenne ich auch aus meinem beruflichen Alltag, bei denen ein Kind mehr Anregung und Unterstützung von außerhalb bekommt als innerhalb der Familie. Das war bei uns nicht der Fall und es sind wohl eher Ausnahmen.


    Nur zum Nachdenken:

    In meiner Kindheit war das "auffälligste Kind" des Dorfes das, das mit 3 schon fremdbetreut werden "musste". Alle haben es bedauert und natürlich war der frühe Kigaeintritt daran schuld. Gut situierte und sozial anerkannte Familien gaben ihr Kind für 1-2 Jahre in den Kiga - als Schulvorbereitung.


    Heute ist es quasi andersherum. Einem Kind, das nicht mit 2 oder 3 Jahren fremdbetreut wird, werden soziale Fähigkeiten abgesprochen bzw. es wird bezweifelt, dass es die überhaupt jemals noch lernen wird. Und seine Eltern stehen in der Ecke der Überbehütung und müssen sich überall rechtfertigen.


    Haben sich die Kinder verändert?

    Ich denke nicht.

    Sicher hat sich die Gesellschaft verändert, die frühe Fremdbetreuung ist der Berufstätigkeit beider Elternteile geschuldet. (Die ich im übrigen absolut befürworte.)

    Aber das passt halt nicht im Kleinkindalter für jedes Kind. Manche brauchen länger, bis sie sich aus dem Nest wagen. Und dadurch werden sie nicht weniger auf das Leben vorbereitet. Ich möchte allen Mut zusprechen, ganz entspannt damit umzugehen. Sie werden es schaffen. Wer nicht mit 3 soweit ist, der ist es mit 4 oder mit 5.


    Und nochwas am Schluss:

    Mein jüngstes Kind ist übrigens das genaue Gegenteil. Sie wurde ab einem Jahr tageweise fremdbetreut (Tagesmutter) und ging mit 3 hier vor Ort in den Kiga. Eine sanfte, völlig normale Eingewöhnung ohne jegliche Probleme. NIE hat sie geweint beim Abschied.

    Bis auf eine Ausnahme irgendwann mittendrin, da hab ich sie wieder mitgenommen, das kannten wir von ihr nicht. Da wurde sie krank und fühlte sich morgens nicht gut.

    Hätte ich dieses Kind nicht gehabt, hätt ich mir nicht vorstellen können, dass Kinder freiwillig und gern schon früh in den Kiga gehen können.


    Hör auf dein Herz, dein Bauch und dein Kind. Und vertraue deinem Kind, vertraue seiner Entwicklung.

    Rückblickend lässt sich das leicht sagen, wir haben diese Zeit schon lange hinter uns gelassen. Aber ich war damals um jede Stimme dankbar, die gegen den Mainstream sprach.

    Kinder haben so viel Zeit! Sie müssen nicht alles in den ersten drei Jahren lernen. Auch nicht in den ersten fünf oder sechs.

    Und sie reifen und wachsen ganz von allein.


    LG Pelle

    LG Pelle


    Sohn 01, Tochter 04, Tochter 08

  • Ich denk einfach, dass der Waldkiga für sie nicht der richtige Ort ist. Und wenn sie sich so schwer tut, dann nach nem halben Jahr schon wieder wechseln ist auch schwierig. Zumal ein Mensch im Allgemeinen 3 Monate braucht, um sich an eine große Veränderung zu gewöhnen. Umzug und neuer Kiga gleichzeitig sind also auch nicht optimal.


    Wenn Ihr nicht so arg weit weg zieht fänd ich die Lösung am besten, nächstes Jahr im Herbst gleich am zukünftigen Wohnort neu zu starten. Dann hat sie zum einen ne andere Einrichtung (diesmal möglichst kleiner Kiga in nem Haus, kein Waldkiga), zum anderen sich bis zum Umzug schon im Kiga eingewöhnt und hat danach Zeit sich an den neuen Ort zu gewöhnen.

    Lass Dich nicht vom Bösen überwinden sondern überwinde das Böse mit Gutem.