Gedichte - Lyrik-Nerds? SLP

  • Oh ja, ich liebe Gedichte. Gerne mag ich die, die Geschichten erzählen, zum Beispiel Die Kraniche des Ibykus, oder Die Bürgschaft.


    Und das hier, das hatten wir in der 6. Klasse im Englischbuch, und ich hab mich gefreut, dass wir dahinkommen. Leider hat unser Lehrer es übersprungen, aber ich kann es auswendig, obwohl ich es niemals bewusst gelernt habe, einfach von damals.


    Stopping by Woods on a Snowy Evening

    By Robert Frost


    Whose woods these are I think I know.

    His house is in the village though;

    He will not see me stopping here

    To watch his woods fill up with snow.


    My little horse must think it queer

    To stop without a farmhouse near

    Between the woods and frozen lake

    The darkest evening of the year.


    He gives his harness bells a shake

    To ask if there is some mistake.

    The only other sound’s the sweep

    Of easy wind and downy flake.


    The woods are lovely, dark and deep,

    But I have promises to keep,

    And miles to go before I sleep,

    And miles to go before I sleep.



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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!


    Schokolade löst keine Probleme. Aber das tut ein Apfel ja auch nicht.


  • orhan veli :


    Etwas wie Alkohol



    Es ist etwas wie Alkohol in diesem Wetter.

    Schlecht macht es den Menschen, schlecht.

    Wenn man auch Sehnsucht hat -

    Die Geliebte ist woanders,

    Und man selbst woanders.

    Krank macht es den Menschen, krank.


    Es ist etwas wie Alkohol in diesem Wetter.

    Betrunken macht es den Menschen, betrunken.



    Briefe an Oktay



    I Ankara, 8.12.1937, 21 Uhr


    Ein strenger Winter.

    Im Ungarischen Restaurant

    Schreibe ich meinen ersten Brief.

    Lieber Oktay,

    Heute nacht lassen dich alle Besoffenen

    Grüßen.


    II Ankara, 10.12.1937, 14.30 Uhr


    Im Augenblick regnet es draußen.

    Die Wolken gehen im Spiegel vorüber,

    Und in diesen Tagen lieben wir, Melih und ich,

    -<* Dasselbe Mädchen.


    III                   Ankara, 1.1.1938, 10 Uhr


    Seit einem Monat suche ich Arbeit. Ohne einen Pfennig.

    Weder in der Tasche noch im Kopf hab ich was.

    Wenn ich sie nicht geliebt hätte,

    Hätte ich vielleicht auch nicht gewartet

    Auf den Tag, an dem ich für die Menschen sterbe




    Am Ende der Welt



    Du bist am Ende der Welt,

    In Sehnsucht eingehüllt;

    Es ist Abend,

    Die Sonne untergegangen,

    Was zum Teufel sollst du machen, wenn nicht saufen?


    Charles Bukoswki :


    here's a bluebird in my heart that

    wants to get out

    but I'm too tough for him,

    I say, stay in there, I'm not going

    to let anybody see

    you.

    there's a bluebird in my heart that

    wants to get out

    but I pour whiskey on him and inhale

    cigarette smoke

    and the whores and the bartenders

    and the grocery clerks

    never know that

    he's

    in there.



    there's a bluebird in my heart that

    wants to get out

    but I'm too tough for him,

    I say,

    stay down, do you want to mess

    me up?

    you want to screw up the

    works?

    you want to blow my book sales in

    Europe?

    there's a bluebird in my heart that

    wants to get out

    but I'm too clever, I only let him out

    at night sometimes

    when everybody's asleep.

    I say, I know that you're there,

    so don't be

    sad.

    then I put him back,

    but he's singing a little

    in there, I haven't quite let him

    die

    and we sleep together like

    that

    with our

    secret pact

    and it's nice enough to

    make a man

    weep, but I don't

    weep, do

    you?

  • Oh, ich liebe Gedichte! Tolle Schätze habt ihr hier gepostet. #love

    Ich mag ganz besonders Rilke, Paul Celan, Fontane, Ingeborg Bachmann, Brecht, Hesse, Tucholsky.


    Eins meiner liebsten von Rilke ist dieses:


    Wir, in den ringenden Nächten,

    wir fallen von Nähe zu Nähe;

    und wo die Liebende taut,

    sind wir ein stürzender Stein.

  • ich weiß nicht warum, aber mit Rilke konnte ich noch nie was anfangen ^^ aber bei Brecht stimme ich dir zu. Eines einer Lieblingsgedichte von ihm :

    Böser Morgen

    Die Silberpappel, eine ortsbekannte Schönheit

    Heut eine alte Vettel. Der See

    Eine Lache Abwaschwasser, nicht rühren!

    Die Fuchsien unter dem Löwenmaul billig und eitel.

    Warum?

    Heut nacht im Traum sah ich Finger, auf mich deutend

    Wie auf einen Aussätzigen. Sie waren zerarbeitet und

    Sie waren gebrochen.

    Unwissende! schrie ich

    Schuldbewußt.


    Oder Wilhelm Busch :

    Beschränkt

    Halt dein Rößlein nur im Zügel,

    Kommst ja doch nicht allzuweit.

    Hinter jedem neuen Hügel

    Dehnt sich die Unendlichkeit.

    Nenne niemand dumm und säumig,

    Der das Nächste recht bedenkt.

    Ach, die Welt ist so geräumig,

    Und der Kopf ist so beschränkt.

  • Ich mag auch gerne Limericks oder Gedichte von Morgenstern oder Ringelnatz. Das macht gute Laune. :)

    Dieses kenne ich seit Kindheit:


    Christian Morgenstern


    Das Nasobem


    Auf seinen Nasen schreitet

    einher das Nasobem,

    von seinem Kind begleitet.

    Es steht noch nicht im Brehm.

    Es steht noch nicht im Meyer.

    Und auch im Brockhaus nicht.

    Es trat aus meiner Leyer

    zum ersten Mal ans Licht.

    Auf seinen Nasen schreitet

    (wie schon gesagt) seitdem,

    von seinem Kind begleitet,

    einher das Nasobem.


    Es gibt sogar ein Buch darüber:

    Harald Stümpke: Bau und Leben der Rhinogradentia

    Vielleicht macht mich der Glitzer nicht schöner, aber dafür glitzeriger#nägel


    "Wenn sich niemand aufregt, ändert sich doch nie was!"

    "Aller Extremismus ist sch..ße!"

    Einmal editiert, zuletzt von Schnuck ()

  • Christan Morgenstern



    Das ästhetische Wiesel



    Ein Wiesel

    saß auf einem Kiesel

    inmitten Bachgeriesel.


    Wißt ihr

    weshalb?


    Das Mondkalb

    verriet es mir

    im Stillen:


    Das raffinier-

    te Tier

    tat's um des Reimes willen.





    Joachim Ringelnatz - Ich hab dich so lieb


    Ich habe dich so lieb!

    Ich würde dir ohne Bedenken

    eine Kachel aus meinem Ofen schenken.

    Ich habe dir nichts getan.

    Nun ist mir traurig zu Mut.

    An den Hängen der Eisenbahn

    leuchtet der Ginster so gut.

    Vorbei--verjährt--

    doch nimmer vergessen.

    Ich reise.

    Alles, was lange währt,

    ist leise.

    Die Zeit entstellt alle Lebewesen.

    Ein Hund bellt.

    Er kann nicht lesen.

    Er kann nicht schreiben.

    Wir können nicht bleiben.

    Ich lache.

    Die Löcher sind die Hauptsache in einem Sieb.

    Ich habe dich so lieb.


    Eines meiner absoluten Lieblingsgedichte ist von Kurt Schwitters :

    An Anna Blume



    Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!

    Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, ---- wir?

    Das gehört beiläufig nicht hierher!

    Wer bist Du, ungezähltes Frauenzimmer, Du bist, bist Du?

    Die Leute sagen, Du wärest.

    Laß sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.

    Du trägst den Hut auf Deinen Füßen und wanderst auf die Hände,

    Auf den Händen wanderst Du.

    Halloh, Deine roten Kleider, in weiße Falten zersägt,

    Rot liebe ich Anna Blume, rot liebe ich Dir.

    Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, ----- wir?

    Das gehört beiläufig in die kalte Glut!

    Anna Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute?

    Preisfrage:

    1. Anna Blume hat ein Vogel,

    2. Anna Blume ist rot.

    3. Welche Farbe hat der Vogel?

    Blau ist die Farbe Deines gelben Haares,

    Rot ist die Farbe Deines grünen Vogels.

    Du schlichtes Mädchen im Alltagskleid,

    Du liebes grünes Tier, ich liebe Dir!

    Du Deiner Dich Dir, ich Dir, Du mir, ---- wir!

    Das gehört beiläufig in die ---- Glutenkiste.

    Anna Blume, Anna, A----N----N----A!

    Ich träufle Deinen Namen.

    Dein Name tropft wie weiches Rindertalg.

    Weißt Du es Anna, weißt Du es schon,

    Man kann Dich auch von hinten lesen.

    Und Du, Du Herrlichste von allen,

    Du bist von hinten, wie von vorne:

    A------N------N------A.

    Rindertalg träufelt STREICHELN über meinen Rücken.

    Anna Blume,

    Du tropfes Tier,

    Ich-------liebe-------Dir!


    Außerdem ein Gedicht, dass ich mal in der schule als Strafe auswendig lernen sollte... Es aber schon konnte #freu :


    Hermann Hesse, im Nebel :


    Seltsam, im Nebel zu wandern!

    Einsam ist jeder Busch und Stein,

    Kein Baum sieht den andern,

    Jeder ist allein.

    Voll von Freunden war mir die Welt,

    Als noch mein Leben licht war;

    Nun, da der Nebel fällt,

    Ist keiner mehr sichtbar.

    Wahrlich, keiner ist weise,

    Der nicht das Dunkel kennt,

    Das unentrinnbar und leise

    Von allen ihn trennt.

    Seltsam, Im Nebel zu wandern!

    Leben ist Einsamsein.

    Kein Mensch kennt den andern,

    Jeder ist allein.

  • An die Wolken


    Und immer wieder,

    wenn ich mich müde gesehen

    an der Menschen Gesichtern,

    so vielen Spiegeln

    unendlicher Torheit,

    hob ich das Aug

    über die Häuser und Bäume

    empor zu euch,

    ihr ewigen Gedanken des Himmels.

    Und eure Größe und Freiheit

    erlöste mich immer wieder

    und ich dachte mit euch

    über Länder und Meere hinweg

    und hing mit euch

    überm Abgrund Unendlichkeit

    und zerging zuletzt

    wie Dunst,

    wenn ich ohn Maßen

    den Samen der Sterne

    fliegen sah

    über die Aecker

    der unergründlichen Tiefen.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

    ---

    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • Das ist wunderschön, von wem ist das?

  • Christian Morgenstern. Mal ernst :)

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

    ---

    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • ich habe gestern eine Neuentdeckung gemacht,die ich gerne teilen möchte: Omar Chayyam, es sind jeweils Vierzeiler :


    Geschlechter sind erglüht wie helle Funken,

    Haben gelebt, geliebt, gehasst, getrunken,

    Sie leerten hier ein Glas und sind verlöscht,

    Sind in den Staub der Ewigkeit versunken.


    O komm, Geliebte, komm, es sinkt die Nacht,

    Verscheuche mir mit deiner Schönheit Pracht

    Des Zweifels Dunkel! Nimm den Krug und trink,

    Eh man aus unserem Staube Krüge macht.


    Und lebtest du dreihundert Jahr und drüber noch hinaus,

    Aus dieser Karawanserei musst du einst doch hinaus.

    Ob du ein stolzer König warst oder ob bettelarm,

    Das kommt an jenem letzten Tag aufs selbe doch hinaus.

  • hoch überm Firmament sucht ich die Quelle

    Von Vorbestimmung, Paradies und Hölle.

    Da sprach mein weiser Lehrer :" Freund, in dir

    Allein sind kismet, Paradies und Hölle. "


    Der Welt Geheimnis wirst du nicht ergründen,

    Das Wort, das keiner fand, wirst du nicht finden.

    Schaff dir mit Wein ein Erdenparadies!

    Obs dort ein Paradies gibt, wird sich finden.


    Seit Mond und Venus ihre Bahnen gehn,

    Hat man was besseres nicht als Wein gesehen.

    Mich wunderts nur, dass jemand Wein verkauft!

    Was kann er besseres denn dafür erstehn?

  • Ich habe Taylor Mali vergessen, aber der ist vorgetragen echt am besten...


    The the Impotence of Proofreading - Poem by Taylor Mali

    Has this ever happened to you?
    You work very horde on a paper for English clash
    And then get a very glow raid (like a D or even a D=)
    and all because you are the word1s liverwurst spoiler.
    Proofreading your peppers is a matter of the the utmost impotence.


    This is a problem that affects manly, manly students.
    I myself was such a bed spiller once upon a term
    that my English teacher in my sophomoric year,
    Mrs. Myth, said I would never get into a good colleague.
    And that1s all I wanted, just to get into a good colleague.
    Not just anal community colleague,
    because I wouldn1t be happy at anal community colleague.
    I needed a place that would offer me intellectual simulation,
    I really need to be challenged, challenged dentally.
    I know this makes me sound like a stereo,
    but I really wanted to go to an ivory legal collegue.
    So I needed to improvement
    or gone would be my dream of going to Harvard, Jail, or Prison
    (in Prison, New Jersey).


    So I got myself a spell checker
    and figured I was on Sleazy Street.

    But there are several missed aches
    that a spell chukker can1t can1t catch catch.
    For instant, if you accidentally leave a word
    your spell exchequer won1t put it in you.
    And God for billing purposes only
    you should have serial problems with Tori Spelling
    your spell Chekhov might replace a word
    with one you had absolutely no detention of using.
    Because what do you want it to douch?
    It only does what you tell it to douche.
    You1re the one with your hand on the mouth going clit, clit, clit.
    It just goes to show you how embargo
    one careless clit of the mouth can be.


    Which reminds me of this one time during my Junior Mint.
    The teacher read my entire paper on A Sale of Two Titties
    out loud to all of my assmates.
    I1m not joking, I1m totally cereal.
    It was the most humidifying experience of my life,
    being laughed at pubically.

    So do yourself a flavor and follow these two Pisces of advice:


    One: There is no prostitute for careful editing.
    And three: When it comes to proofreading,
    the red penis your friend.

    Kitten (36) with Tiger (35) and Tiger-Cub, the cleverest (6)


    Lachen macht lustig.8o