Gedanken zum ins-Freie-gehen / unterwegs sein mit Kindern Stadt vs. Land

  • Hier kleine Stadt aber offiziell Großstadt.

    Wir wohnen mittlerweile recht zentral mit einer super Busanbindung.

    Ich selber gehe eigentlich überall hin zu Fuß und genieße das sehr. Auch bei Regen. Bei Regen Radfahren finde ich furchtbar.

    Auto steht eigentlich nur rum.

    Die Kinder bewegen sich entsprechend ihres Entwicklungsstands frei und kommen mit dem Rad fast überall problemlos hin.

    Fahren allerdings so ab Teeniealter lieber Bus wegen freiem WLAN :D

    Mit den Kleinen gehe bei gutem Wetter jeden Tag auf den Spielplatz. Da gibt es verschiedene Angebote. Ganz groß mit Seilbahn, Radfahrmöglichkeit und viel Platz bis hin zu ganz klein und sehr familiär. Je nach Alter der mitkommenden Kinder und je nach eigener Laune (auf den kleinen kommt man ja unweigerlich mit anderen ins Gespräch) entscheide ich.

    Hin kommen wir zu Fuß oder mit dem Rad. Oder auch mal mit Bus wenn weiter weg.

    Wir haben auch noch einen Garten, den wir viel nutzen, in den ich aber mit muss weil erst aus unserer Haustür über einen Hof dahin kommt. So ein bisschen Großstadt Hinterhof Charme.

    98, 00, 05, 06, 11, Enkelchen 2016 und

  • Wir haben hier einen ziemlichen Luxus. Ich habe gerade nachgeschaut, Großstadt beginnt laut offizieller Definition ab 100.000 Einwohnern, also sind wir definitiv Großstadt und auch ziemlich zentral. Gleichzeit haben wir aber ein Naturschutzgebiet direkt vor der Haustür.


    Jetzt ist es aber nicht so, dass die Kinder besonders oft in den Wald wollen würden. Im Gegenteil, da gehe eigentlich nur ich zum joggen hin. Wir bewegen uns viel draußen, aber meist gehen wir einfach zu Fuß einkaufen, ein Eis oder Sushi essen oder sowas. Die meisten Einkäufe machen wir auch zu Fuß, gelegentlich nehmen wir dann aber nach Hause den Bus wenn wir faul sind (es geht da auch recht steil bergauf).


    Auf dem eigentlich sehr schönen Spielplatz um die Ecke sind wir auch selten, dafür öfter mal einfach länger im Kindergarten. Auf dem Spielplatz finde ich es anstrengend, weil meine Kinder da immer unterschiedliche Bedürfnisse haben (Hunger, Pipi, Durst) und ich dann gefühlt nur am Rennen bin.


    Meine Kinder dürfen jederzeit raus in den Garten hinter dem Haus und der Große darf sich hier im Viertel auch mittlerweile allein bewegen, allerdings nach vorheriger Absprache, also zB alleine zum Freund oder zum Bäcker oder zur Bücherei oder zum Fußball.

  • Also ich bin ja auf dem Land groß geworden. Ähnlich wie du das beschreibst.


    Und wohne jetzt freiwillig mit meinen Kindern städtisch.

    Allerdings nicht zentral in der Innenstadt, sondern ca. 15min (mit dem Rad oder der Bahn) außerhalb.

    Wir wohnen in einem Mehrparteienhaus ohne Garten und vor und hinter und neben dem Haus sind vielbefahrene Straßen.


    Das heißt die Kinder gehen nie alleine raus.


    In fußläufiger Entfernung gibt es Sportplätze, Spielplätze und mehrere Schulhöfe die wir alle kostenlos benutzen dürfen.

    Dann gibt es noch einen kleinen Wald. Ich finde den klein, für die Kinder reicht er.


    Mit dem Fahrrad kann man ein tolles Freibad erreichen, und diverse Wildtiergehege, ein privates Hühnergehege wo man hin darf und einen kleinen Mini Biobauernhof.

    Die haben Hasen und Hühner und etwas Gemüse.

    Dann noch eine riesen Wiese am Rhein, ein richtiger Park. Da gibt es Wildgänse und Otter und Schwäne zum Gucken.


    Wenn das Wetter schlecht ist gibt es mehrere kostenlose kindertaugliche Museen. Und eine riesige Stadtbücherei (Fahrrad). Und mehrere kleine Büchereien. Eine davon in fußläufiger Entfernung.


    Wir gehen für gewöhnlich jeden Tag raus. Da wir uns per Rad oder zu Fuß bewegen haben wir schon einiges an Bewegung so nebenbei.

    Also z.B. ist der 2-jährige heute selber zum Supermarkt gelaufen. Er und ich haben beide einen Puppen-/Kinderwagen geschoben und er hat die Einkäufe eingeladen. 1h Bewegung und Abwechslung war das für ihn.


    Dann fährt der 4-jährige schon selber Rad. Zum kiGa hin und zurück (natürlich sind wir dabei, aber er powert sich aus).


    Der Kindergarten geht jeden Tag raus. Da powert sich das Kind auch aus.


    Und je nach Wetter sind wir entweder ab Kindergartenschluss (ab 12) unterwegs und kommen erst abends nach Hause (und haben dann Picknik dabei, und unsere Campingdecke) oder wir fahren nach Hause die Kinder spielen in dee Wohnung bis ihnen gegen 15/16 Uhr die Decke auf den Kopf fällt und wir ziehen uns Regensachen an und gehen eine Stunde Pfützen Hüpfen auf dem nächsten Schulhof.


    Für uns passt das gut. Wir sind gerne unterwegs. Ich brauche viel Input. Ich kann zB auch nicht gut eine Woche im gleichen Ferienhaus leben. Ich mache lieber eine Radwanderung und schlage jeden Tag an einem neuen Ort mein Zelt auf.


    Und zu den Gefahren: So wie ein Landkind doch recht schnell lernt nicht an den Stromzaun zu fassen, nicht zu den Jungbullen auf die Weide zu klettern oder nicht zur Frischlings-Saison munter im Wildschwein-Terrain herumzuturnen, so lernen Stadtkinder halt nicht auf die Hauptstraße zu rennen, nicht auf den Fahrradweg zu laufen und mit dem Rad keine Kratzer in die Autos zu fahren.


    Ich denke es ist alles eine Sache der Gewöhnung. Aber auch der persönlichen Vorlieben.

    Lg

    Annanita


    "...baaald seid iiihr groooß, und könnt aaa-lles a-llein,

    aaaber biiis daaann schlaaaft ihr hiiier bei miiiir eiiiin."

    *träller*


  • Spannend, wie unterschiedlich das ist, und wie stark neben den persönlichen Vorlieben der Lebensraum den Alltag mitbestimmt. Dadurch ergeben sich ganz unterschiedliche Rhythmen. So wie manche hier täglich rausgehen könnte ich das gar nicht, auch wenn es mir vermutlich guttäte #schäm. Ich bin meist so unausgeschlafen/ausgepowert/unter Zeitdruck, daß ich den Hintern kaum hochbekomme. Bei uns gibt es aber auch nichts zum Unternehmen in der näheren Umgebung außer Spazierengehen. Nichts mit Kultur oder Sport oder so. Das ist einer der wenigen Nachteile, die für mich das Leben hier hat.


    Ich finde es bei uns sehr schade, daß bei uns der Kindergarten mit 4km Entfernung nicht in Gehweite ist. Rad würde theoretisch gut gehen, aber die Strecke ist kurvenreich und die Hälfte der Autofahrer fahren wie die Wahnsinnigen hier. Kinder sieht man nie mit dem Fahrrad außerhalb des Ortsgebiets, Erwachsene auch nur selten, und dann zu 99% Sportler.

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  • Hier Innenstadt einer Großstadt. Früher hatten wir gar kein Auto, jetzt schon, aber im Alltag nutzen wir vor allem Fahrrad und ÖPNV.


    Als meine Tochter klein war, haben wir fast jeden Tag was unternommen - Freunde besuchen, Besuch haben, Bibo, Bummeln, Spielplatz, Park, Schwimmbad. Seit sie etwa neun Jahre alt war, fährt sie selbstständig mit dem ÖPNV, früher nur zu ausgewählten Zielen, so ab zwölf frei durch die Stadt.


    Mit dem Kleinen sind wir viel weniger unterwegs, aber wir haben einen sehr großen Kleingarten, seit er etwa ein Jahr alt war. Dort sind wir im Sommer sehr oft und für kleine Kinder ist dort genug Bewegung zu bekommen. Mein Sohn absolviert inzwischen sehr viele Wege mit dem Laufrad. Da ist er schnell und sicher unterwegs.


    Beide Kinder konnten/ können aber auch sehr gut mal einen Tag drinnen verbringen, ohne komplett gaga zu werden. Das ist im Winter sehr angenehm für uns Eltern.

    "Stay afraid, but do it anyway. What’s important is the action. You don’t have to wait to be confident. Just do it and eventually the confidence will follow." Carrie Fisher

    LG Matilda mit Tochter (08/2004) und Sohn (09/2015)

  • Ich hab bis zu meinem 10. Lebensjahr in der Großstadt gewohnt, in einem sehr belebten Viertel, Schulweg war zu Fuß mit zig anderen Kindern, Hort gab es damals nicht, nach den Hausaufgaben hat man sich auf der Straße getroffen und dann in einem der Hinterhöfe gespielt oder auf dem Spielplatz. Wir hatten 5min Weg ins Freibad im Sommer und 5min im Winter zum Eislaufen. Meine Mum war berufstätig, mein Dad in Norddeutschland auf Umschulung. Eingekauft wurde zu Fuß, es gab einen Aldi um die Ecke. Dann sind wir umgezogen aufs Land, neues Haus - etwas größer mit Garten anstatt Hinterhof. Die Siedlung hatte ca. 400 Einwohner, man kannte sich gut. Schulweg in die Grundschule/Haupt- und Realschule per Bus in ca. 20 min, hier auf dem Dorf dann Radfahren, in irgendwelchen Ecken rumhocken mit den Kumpels oder auf dem Spielplatz. Ins Nachbardorf war mit in 3km mit dem Rad, haben wir aber nicht oft gemacht. Blöd war dann das Gymi, Abfahrt Bus um 6.20 Uhr, damit ich um 7.30 Uhr in der Schule war. Abends ging es etwas schneller. Ich war im Tagesheim und da kreuzunglücklich. Zeit für Freunde blieb da kaum noch. Wir sind dann wieder zurück in die Stadt gezogen, da war ich 16, allerdings ein Stadtteil recht weit draußen. Aber zur Not ging auch mal der Schulbesuch per Rad. Aber einkaufen konnte man wieder zu Fuß, meine Geschwister konnten in die Grundschule laufen und in mein Gymi hatte ich eine Anbindung im 10-min-Takt. Kino, Café und Discos waren gut erreichbar. Wir hatten nen Riesengarten, das war mit in dem Alter aber nicht mehr wichtig. Garten hat rückblickend immer nur die Kids bis ca. 10 Jahren interessiert, egal wo wir gewohnt haben.

    Mein Sohn ist ein Stadtkind, sogar ein Stadtmittekind und wir vermissen nichts. Wir haben hier zwei Flüsse, die direkt durch die Stadt gehen, deshalb auch viel Grün und viele Parks, sogar hier quasi direkt vor dem Haus. Wir wohnen zur Miete im Innenhof, mit Balkon, Spielplatz in der Wohnanlage. Als die Kinder mit Dreirad gefahren sind, waren alle Kumpels vom Sohn bei uns, weil Garten mit Wiese war nicht Fahrzeuge kompatibel, unser geteerter Hof rings ums Haus herum allerdings schon. Da kann man Dreirad, Laufrad, Fahrrad, Inliner, Skateboard fahren und Inliner, man kann im Gebüsch sitzen und die Nachbarn beobachten, man kann in der Garage sein geheimes Lager aufschlagen und im Sandkasten ein Loch bis nach China graben. Wir laufen 10min bis zur Fußgängerzone, können mit dem Hund problemlos 1h ohne Leine von zuhause ins Grüne laufen und das Kind hat 5min Schulweg zu Fuß ins Gymi und hatte eine Auswahl unter 6 Gymnasien, die alle in ähnlicher Laufweite liegen. Einkaufen geht super mit dem Rad, eigentlich geht alles mit dem Rad oder zu Fuß, vor allem zum Job oder die Arztbesuche oder Apotheken.

    Wir haben uns damals, als ich schwanger war, lange überlegt, ob wir aufs Land ziehen wollen, ich hab die Zeit dort schon auch sehr geliebt, aber wirklich wichtig war uns, dass wir keine langen Wege haben, nicht zwanghaft das Auto brauchen, unsere Familien schnell zu erreichen sind. Drei meiner Geschwister sind aufs Land gezogen mit Wohneigentum und verbringen sehr viel Zeit auf der Straßen jeden Tag. Für mich wäre das nichts.

    Ist doch schön, dass jeder das nach seiner Fasson machen kann, wie man sich halt wohlfühlt.

  • Was uns"Ex-Landeiern" immer wieder auffällt und gerade wieder schön bei Deiner Antwort, Kirsi: die unterschiedliche Wahrnehmung von Entfernung und "Laufweite".

    Was für uns hier, städtisch, noch völlig im Alltag in Laufweite ist (Kita 2-3 Kilometer, Geschäft 1-2 Kilometer) ist in unserer jeweiligen Heimat klar eibe "da nehmen wir das Auto" Strecke. Kombiniert mit den Strassenverhältnissen - hier Wohnstrasse, viele zu Fuss unterwegs, dort normale Dorfstrassen, alle mit dem Auto unterwegs - behaupte ich mal frech, dass meine Stadtpflanzen deutlich mehr freien Auslauf als ihre anverwandten Landpflanzen-Cousins haben/hatten. Und das kann ich bei jeder Spaziergangsgelegenheit wunderbar sehen, was das ausmacht.

    Auf die andere Verwandtschaftsseite übrigens das andere Extrem: Grossstadt, extrem schlechte Fussgänger-Führung... die Kinder haben null Freiraum.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Großstadt, sehr grün. Hier gibt es einen Gemeinschaftsgarten, allerdings sehr offen, so dass ich die Kids ab 3, 4 alleine habe raus gehen lassen. Und das ist super wunderbar, weil sie so zwischendurch lüften konnten, wenn ich was getan habe oder morgens um sieben den Schneeanzug über den Schlafanzug ziehen konnten und raus in den über Nacht gefallenen Schnee, denn es hier so selten gibt. Aber bis ins Grundschulalter hinein waren wir fast täglich zusammen draussen. Als sie klein waren bei jedem Wetter. Spielplatz, an den Fluss gehen, in einen Park. Ich habe das sehr genossen. Unterwegs, anderer Menschen, gemeinsam was tun. Dann war ich halt auch voll präsent, das mag ich.

    Liebe Grüße,


    Ich, mit Tochter (2/06) und tochter (12/07).

  • Wir haben bis zur Schuleinführung meiner Großen am Rand einer Großstadt gelebt und nun in einer Kleinstadt. Jetzt haben wir einen Gemeinschaftsgarten zur Verfügung, man muss allerdings auf die Straße und einmal um das Haus, um dahin zu gelangen.

    Nach dem Kindergarten waren wir oft auf dem Spielplatz und wir gehen überall zu Fuß hin (vor allem aber auch, weil mein Mann das Auto zur Arbeit braucht).

    Ich wünschte mir sehr, dass man einfach die Terrassentür aufmachen könnte und schon ist man im eigenen Garten. Ich fand das vor allem früher sehr nervig, dass die Kinder dann trotz schönen Wetters drinnen bleiben mussten, weil ich in der Wohnung irgendwas machen musste und die Kinder nicht allein raus konnten. Ich mag auch oft meine Ruhe haben und keine anderen Menschen um mich herum, was sich schlecht mit Spielplätzen vereinbaren lässt.

  • Wir wohnen in einer Kleinstadt (13.000 Einwohner). Wir haben einen kleinen Garten, der dieses Jahr angelegt werden muss. Bisher hatten wir noch einen Schrebergarten, in den wir gerne gehen. Die Kinder können da toben und mit anderen Kindern der Gartengemeinschaft spielen. Fußläufig ist (fast) alles erreichbar. Wir laufen täglich. Ich laufe mit dem Mittlersten jeden Tag in den Kindergarten (ca. 1-2 km) und die Große geht zu Fuß zur Schule (ca. 500 m). Es ist mir sehr wichtig, dass die Kinder und auch ich täglich draußen sind. Wir fühlen uns besser mit der täglich Portion frische Luft.

  • Wir leben mitten in der Großstadt, Mietshaus, Balkon, kein benutzbarer Hof. Um uns herum tolle Infrastruktur, außer zur Arbeit lege ich fast alle Strecken zu Fuß zurück. Also auch das Kind. Aber Wiesen und Bäume muss man sich hier hart erlaufen oder mit dem Fahrrad los.

    Früher bin ich mit ihm mehrmals die Woche weit gelaufen zu Parks und Spielplätzen, oder mit dem Auto an einen der Seen gefahren, da musste ich jedes naturnahe Draußensein organisieren. Allein raus geht er erst seit der dritten, vierten Klasse, wir haben eine extrem gefährliche Kreuzung vor der Nase. Er geht allerdings in eine Ganztagsschule und kommt erst nach vier heim. Da bleibt wenig Zeit unter der Woche zum rausgehen, vor allem im Winterhalbjahr. Mittlerweile verabredet er sich oft mit Freunden auf dem Spielplatz, dann gehen sie Eis essen oder zu einem nach Hause, Natur? Fehlanzeige, alles City. Ich selbst arbeite fast ständig und habe nur selten Zeit dazu, in die Natur zu gehen, nach der Arbeit falle ich platt auf die Couch. Nicht so toll im Moment.

    Ich selbst bin mit eigenem Garten und in Seelaufnähe am Stadtrand aufgewachsen und habe jshrelang gehadert damit, dass ich meinem Sohn dieses Kinderparadies nicht bieten kann. Aber er liebt seinen Kiez hier mit allem, was er zu bieten hat, und das ist zwar ganz anders als ich das in meiner perfekten Welt mir erträumt habe, aber es ist auch toll zu sehen, wie er sich die Stadt erobert. Und am Wochenende geht er zum Golf, da ist er immer draußen auf dem Rasen (und ich komm auch mal raus!)

  • Hier Gemeinde mit insgesamt 15 000 Einwohnern, mit dem Zug bin ich in 27 Minuten in Frankfurt/Main, in 3 Minuten mit dem Auto auf der A5, wohnen dennoch direkt am Feldrand sehr ruhig. Gute Schulwahl, sehr akademische Bevölkerung. Könnte es mir mit den Kindern nicht besser vorstellen! Kleiner Garten, aber auch für meine Pubertierenden sehr interessant, die sammeln sich in Horden auf unserem Trampolin, fahren auf der Straße Rollschuhe etc. Ein schöner Garten ist für jedes Alter was.


    Doof ist, dass 2 meiner Kinder dennoch zu ihren Hobbies gefahren werden müssen, weil entweder in schlecht angebundenen Orten oder in Ortsteilen einer größeren Stadt, in die ich sie (also die Kleinen) noch nicht mit ÖPNV fahren lassen will. Aber wir wohnen sehr, sehr gerne hier, gerade auch wegen der wirtschaftlich starken Lage Rhein/Main.

    Wir sind das Gegenteil von traurig!


    Einling und Zwillinge #dance

  • Ich lebe exakt so wie du Kirsi  8o

    Ich hab mir da auch schon so oft gedacht.

    Aber wenigstens sind die Kinder viel an der frischen Luft.


    Ich könnte auch absolut nicht mehr in der Stadt leben. Das stresst mich inzwischen enorm.


    Meine Schwester lebt in Wien mit 4 Kindern. Sie haben das große Glück eine Altbauwohnung mit großem Hinterhof mit Rasenfläche zu haben, wo mal eben Fußball spielen und Grillen drin ist.

    Ansonsten sind sie gerne und viel unterwegs in der Natur. Das wäre nichts für mich.

    Du Jungs sind schon sehr früh alleine u Bahn incl Umsteigen gefahren, das dauerte bei meinen Kindern natürlich deutlich länger

  • cut flower  :)


    Übrigens: je mehr ich hier lese, umso mehr merke ich, wie ich diejenigen (im positiven Sinne) beneide, die notwendige, sinnvolle Geh- und Radstrecken in ihren Alltag integriert haben. Also Wege für ganz alltägliche Erledigungen wie KIGA, Arbeit, Einkaufen. Ich komme nie im Leben auf 10000 Schritte täglich, außer ich gehe "leere Meter" spazieren, wofür ich einfach keine Zeit finde (außerdem: so schön ist unsere Gegend auch nicht, Felder, Windräder und ein paar Fleckchen junge Robinienwälter). Mir war nicht bewußt, daß das Landleben so bewegungsfaul macht...#gruebel

  • Normale Stadt vor einer Großstadt, autolos. Balkonwohnung.

    Vor Ort immer zu Fuß oder mit Rad, viel Spielplatz (gut besucht), danach einfach in der Wohnsiedlung gegenseitig rausgeklingelt und rumgeströmert.


    Und gerne + problem-&sorgenlos mit öffentlichen in und durch die große. Shoppen, Parks uswusf.


    Meine Nichte jetzt wird hier im Dorf groß. Viel weniger zu Fuß oder Rad, stattdessen Auto.

    Wald und Natur vor der Tür, aber keine vor Ort Kinder die sich rausklingeln, kein Spielplatz, Freunde nur mit Verabredung und Müttertaxi.


    Wenn ich das so vergleiche, bin ich sehr froh das meine Szadtkinder waren. Seeehr viel draußen und Bewegung und völlig unkompliziertes Freunde treffen. Problemlos mir dem Rad im Verkehr klar kommen und mit 10 schon allein quer durch Hamburg in der alten Heimat Freunde besuchen ;)

  • Nach der Geburt meiner Großen sind wir aufs Land gezogen, in eine wunderbare Wohnung in einem Zweifamilienhaus. Es war sooo schön dort, aus jedem Fenster hat man die Natur gesehen, Wälder und Felder, herrlich!


    Und ich fühlte mich mit kleinem Kind sooo einsam!


    Es gab zwar einige Familien im Dorf, aber im Prinzip war ja tagsüber doch jeder irgendwie unterwegs. Der Spielplatz verwaist. Noch dazu eben dieses ständige „das Auto brauchen“, jeden Tag mindestens 30, eher 60-120 Minuten im Auto...


    Nach 2,5 Jahren haben wir aufgegeben und sind in die Stadt gezogen.


    Hier haben wir einen winzigen Garten, aber können auch fast alles zu Fuß oder mit dem Rad machen. Einzig das Hobby der Mittleren ist am anderen Ende der Stadt und ich will nicht, dass sie abends noch mit den Öffis durch die Großstadt muss. Deswegen hole ich sie da mit dem Auto ab, aber ansonsten laufen wir wirklich viel.

    Außerdem das klassische „auf dem Heimweg bei xy klingeln und auf der Straße spielen“, das genießen wir alle sehr!


    Mir fehlt der Kontakt zur Natur und manchmal nerven auch die vielen Menschen. Ohne Kinder würde ich vermutlich in einer sehr einsamen Gegend leben und es lieben 🥰

    Im Alter wieder aufs Land zu ziehen finde ich aber auch nicht sinnvoll, da wird es ja irgendwann wieder wichtig, Ärzte, Apotheken usw in Laufnähe zu haben.

  • Wir wohnen in der Innenstadt einer Kleinstadt. Mit winzigem Hinterhof (5x2 m) und Durchfahrtsstraße vor der Haustür. Alleine gehen die Kinder selten raus. Manchmal ein bisschen auf dem Bürgersteig spielen, eher aber um Besorgungen zu machen, oder zu den Nachbarn zu gehen. Das ging natürlich erst mit entsprechendem Alter. Und wird langsam auch immer mehr. Heute zB alleine Taschengeld verprassen und dann wollten sie noch auf dem Marktplatz spielen gehen.


    Rausgehen um des Rausgehens Willen tun wir ziemlich selten. Trotzdem sind wir täglich unterwegs: zum Einkaufen, Bäcker, Bahnhof, Bücherei, Sport - alles in Laufnähe. (Und klar macht man diese Wege genauso bei schlechtem Wetter, wo man „nur so“ eher nicht rausgehen würde) Richtig Natur eher in Radnähe.


    Und ja, die Kinder sind jetzt 5 und 7, haben seit Krabbelalter gelernt, dass an der Bordsteinkannte die Welt zu Ende ist und sind da echt zuverlässig unterwegs. Und ich bekomm regelmäßig Herzrasen, wenn hier gleichaltrige vom Dorf zu Besuch sind, die zT einfach mit dem Rad auf die Straße fahren!

    "Konzentrier dich auf die kleinen Dinge und mache die gut!"

  • Wir wohnen in einer kleinen Großstadt in einem der äußeren Stadtteile (=10-15 Radminuten bis zum Hbf oder der Innenstadt). Das Wohnquartier ist verkehrsberuhigt, also zumindestens der Teil hinterm Haus. Aus dem kleinen Garten auf die hinteren Wege dürfen meine Kinder schon früh alleine, mit zunehmendem Alter/Verstand und in Abhängigkeit der Verlässlichkeit dann mit immer weiterem Radius. Aber sie gehen kaum alleine raus, es sei denn sind verabredet, haben eine feste Aktivität wie Training oder Kurs oder brauchen Bücher-Nachschub. (Betrifft die beiden älteren, 10 und 9 Jahre alt, die 2-Jährige darf aber auch auf den Weg hinterm Haus).


    Wir gehen viel raus um draußen zu sein. Auf den Spielplatz, in den Park, in den Wald, in den Zoo oder einfach nur raus hinters Haus, zum Spielen, Spazierengehen, Inlineskaten, Fahrrad fahren etc. Ich würde drinnen durchdrehen, die Kinder auch. Wobei man die beiden Großen immer weniger motiviert bekommt. Der gangbarste Kompromiß ist, dass sie ein Buch mitnehmen dürfen...


    An Wochentagen bin ich mit der kleinen nachmittags nach Arbeit und Kita bei brauchbarem Wetter fast immer draußen bis wir reingehen um zu kochen. Ist es dazu zu kalt oder nass, finde ich es deutlich anstrengender.


    Die Großen können alle ihre regelmäßigen Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad und/oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln selbstständig zurück legen. Innerhalb des Stadtteils können sie sich auf jeden Fall frei bewegen, mit Ankündigung auch stadtweit, was die Große nutzt um Freundinnen zu besuchen, in die Bücherei oder den Buchladen oder in andere Geschäfte zu kommen. Der mittlere macht das eher noch nicht, dürfte und könnte aber.


    Ich fahre je nach Zeitbudget und Ziel Fahrrad, ÖPNV, Auto. Im Stadtteil mache ich auch sehr vieles zu Fuß (Kita, Einkaufen etc).


    Verkehr ist irgendwie gar kein Thema. Sie sind es von Klein auf gewöhnt sowohl an viel befahrenen Straßen zu laufen/zu queren als auch Bus und Bahn zu nutzen. Lediglich beim Fahrrad fahren achte ich auf die Streckenwahl bzw sage auch schon mal, dass sie leiber mit dem Bus fahren sollen, aber das ist selten.

  • Wir wohnen in Berlin und sind jeden Tag draußen, auch wenn mich der Verkehr oft so richtig ankotzt... (sorry). Trotzdem ist unsere Gegend aber echt schön - wir haben einen schönen ,grünen, kleinen Hinterhof (wo wir ein bisschen gärtnern können), dahinter direkt ein kleiner Spielplatz und eine Straße weiter noch einen größeren Spielplatz mit Wiese. Auf diesen Flächen sind die Kinder (5 und 7) auch allein unterwegs. Die Musikschule ist auch nur ne Straße weiter und die Schule vier Tramstationen - heißt, die Große kann alle Wege allein zurücklegen und das hat sie sehr selbstbewusst und selbstsicher gemacht.


    Was ich megaschade finde, ist, dass außer meinen Kindern offenbar niemand ihre Kinder in diesem Alter allein rauslässt. Ich würde mir für sie wünschen, das sie, so wie ich damals als Kind rumstromern und andere Kinder treffen und mit denen was machen können. Das scheints aber so einfach nicht mehr zu geben. Vermutlich ist die Angst der Eltern zu groß, ihre Kinder könnten von nem Auto überfahren zu werden oder so, was ja nicht unbegründet ist. Was auch fehlt, sind Flächen, wo sie sich aufhalten könnten - jede noch so kleine Lücke, wo noch ein Haus draufgebaut werden könnte, wird ja zubetoniert, der Raum, um irgendwas "Spannendes" zu erleben, ist ja gar nicht mehr gegeben.


    Andererseits ist es auf dem Dorf inzwischen ja auch nicht mehr anders: Wenn wir bei meinen Eltern sind, sind die Kinder eigentlich nur im Garten. Allein durchs Dorf (ganz kleines Straßendorf) zum Spielplatz/Sportplatz zu gehen, wollten sie noch nie. Geschweige denn irgendwoanders hin, ins Wäldchen oder so. Es gibt auch dort keine anderen Kinder, auf die sie treffen könnten. Alle haben inzwischen ihren eigenen Privatspielplatz im Garten oder sind halt drinnen. Obwohl es dort noch genausoviele Kinder gibt, wie als ich dort hinzog mit neun Jahren. Flächen, um Abenteuer zu erleben, schrumpfen auch im ländlichen Raum - man sieht fast gar keine Tiere mehr, Felder sind nur noch riesige Monokulturfelder, alle Straßen/Wege/Plätze ordentlich befestigt usw.

    Ich bin damals noch mit ner Kinderhorde über die Dörfer gefahren mit Fahrrad, um Kastanien zu sammeln - ist heute unvorstellbar, sowas zu sehen.

    Es ist gut, den Glauben zu bewahren, dass alles viel wunderbarer ist, als man fassen kann; denn das ist die Wahrheit. (Vincent van Gogh)[/font][/size]
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  • Übrigens: je mehr ich hier lese, umso mehr merke ich, wie ich diejenigen (im positiven Sinne) beneide, die notwendige, sinnvolle Geh- und Radstrecken in ihren Alltag integriert haben. Also Wege für ganz alltägliche Erledigungen wie KIGA, Arbeit, Einkaufen.

    Bei uns war es meine Bedingung für den Haus/Grundkauf, dass es in Radlreichweite von der Firma liegt. Somit fahre ich jetzt an 6 von 9 Tagen 2 mal knapp 5km mit dem Fahrrad. Das tut schon sehr gut. Der Kiga ist zwar jenseits von gut und böse (20 Minuten mit dem Auto), aber ab Volksschule können die Kinder zu fuß oder mit dem Fahrrad hin.