Urlaub mit Kleinkind - ja, oder lieber doch nicht??

  • Hier noch eine Stimme für Hotel (und zwar Appartement) mit Halbpension. Das ist so erholsam, ich wünschte, wir hätten das schon früher gemacht. Ausprobiert haben wir es erst jetzt mit gerade 2-jährigem und 5-jährigem Töchterchen. Du setzt Dich die ganze Zeit an den gedeckten Tisch... Es war wunderbar! (Die erste Pauschalreise in meinem Leben). Natürlich sollte es einen Spielplatz geben und idealerweise einen Strand.

    Davor immer Individualurlaub, Häuschen auf Campingplatz etc.: schön, aber sehr viel anstrengender.

  • Enges Hotelzimmer finde ich anstrengender als FeWo mit einem kleinen Kind. Eine eigene Küche finde ich entspannter, man kann ja trotzdem in ein Restaurant gehen, wenn es passt.

  • für mich gehört Reisen zum Leben und somit hat sich die Frage nie gestellt. Ich war ohne Kinder mit Rucksack / Zelt und viel zu Fuß unterwegs. Mit Baby 1 ging das noch. Mit Kind 2 sind wir dann erst auf ein einen bus dann auf ein Wohnmobil umgestiegen.


    Vorteil

    Gewohnte Umgebung- Kind 2 dachte als Baby wahrscheinlich, lebt man immer

    Immer ein Dach überm Kopf und warm

    Anhalten und Kaffee immer möglich

    Aller Plunder immer zur Hand

    Überschaubare Kosten (Wir stehen frei)

    Flexibilität


    Nachteil

    Man muss irgendwann wieder nach Hause


    Wir machen immer noch so Urlaub.


    Ich denke, ob reisen mit Kind Spaß macht, ist reine kopfsache. Man muss sich eben auf veränderte Bedürfnisse einstellen. Ich war bspw auch immer mit Baby im Winterurlaub. Klar muss man sich dann abwechseln bzw. Ganz allein konnte ich nur von 8-10 fahren. Mittlerweile ist mein eines Kind schneller als ich und muss dann auch auf mich warten.


    Reisen mit Kindern öffnet zudem auch die Augen (und Türen) mit Kindern sind mir bspw in Marokko die wunderbarsten Dinge passiert. Ich behaupte mit Kindern ist Reisen kein egotrip mehr aber eine ganz tolle Sache, die eine Famile lange tragen kann.


    Zur Inspiration einfach den Film "weit" schauen.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Für uns ist Reisen wohl etwas Ähnliches wie bei Dir, Pony Hütchen: ich würde eingehen ohne diese Möglichkeit.

    Und wir haben uns auch schon überlegt, was gewesen wäre, wenn eines unserer Kinder Reisen nicht gemocht hätte - wir hatten Glück, sie geraten da sehr nach uns.


    Noch ein Entspannungsfaktor bei uns: Wohnung/Appartement zum Zubereiten von Snacks zum Überbrücken bis zur nächsten Mahlzeit - und unbeschränkte Ruhezeiten möglich.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Wir waren bisher mit Kind(ern) im Center Parc (echt nett und lustig, dank mitgereister Großeltern auch entspannt) und auf einer mittelalterlichen Burg in Südfrankreich (wegen mangelnder Sicherheitsmaßnahmen teils echt unentspannt), mit Ausflug an die Ardèche (suuuper lustig, da mit ihr zu schwimmen). Dazu muss ich sagen, dass unsere Tochter an so ziemlich allem Spaß hat und unser Sohn noch ziemlich klein ist.

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


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    You say you want a revolution. Well, you know, we all want to change the world.

    But when you talk about destruction, don't you know that you can count me out? Don't you know it's gonna be all right?

  • Ich war mit dem großen Kind zelten als sie 2 bzw 3 (und ich schwanger ) war und mit beiden Kindern als sie 4 und 8 Monate alt waren in einer Ferienwohnung. Immer mit einer kinderlosen Freundin bzw mit Familie (mein Mann kann im Sommer keinen Urlaub nehmen und ich muss einmal im Jahr ans Meer. Autofahren ist hier eher stressig und ich versuche es auf maximal 3-4Stunden Anreise zu beschränken, Zugfahren ist auch viel länger entspannt.

    Städteurlaub haben wir nur ein bisschen gemacht und dem Kind angepasst, also mit viel Parks und Fähre fahren etc.

    Am Meer fand ich es immer sehr entspannt, durch das Reizklima haben oft alle Mittagsschlaf gemacht, abends sind wir mit einsetzender Dämmerung gemeinsam gegen 22/23 Uhr ins Zelt gekrabbelt und bei Ausflügen haben die Kinder meist im Fahrradanhänger geschlafen. Am Strand gab es immer genug zu buddeln, zu sehen (Krebse,Muscheln, Priele....), nur eine Strandmuschel hab ich echt zu schätzen gelernt. Sandkasten in der Stadt war nie so spannend. Wenn das Kind zu müde war und quengelig wurde, kam es im Tuch auf den Rücken und wir sind am Wasser spazieren gegangen. Zu Essen gab es halt einfaches Campingessen (Nudeln, Couscous, Brot mit Käse o.ä. oder wenn niemand Lust hatte zu kochen, haben wir halt Pommes gekauft). Jetzt bekomme ich gerade Fernweh. ....

  • Ach je, deswegen muss frau doch nicht gleich so eingeschnappt sein... Dann liegt es Dir halt nicht, anderen halt schon..

    Ich kann das gern erklären :)

    Du schreibst: "Städtereisen sind super mit Kleinkind."

    Diese Aussage ist sehr kategorisch. Und nein, für mich ist das nicht so.


    Weißt du, oft hat man(habe ich) als Elternteil schon ein permanent schlechtes Gewissen. Alles ginge ja irgendwie immer noch ein bißchen besser. Wenn ich dann schreibe, dass für mich(!) Städtereisen die Anstrengung in Reinform sind und dann lese, dass das ja gar nicht so ist, wenn man sich nur ein wenig anstrengt, dann ärgert mich das.

    Es ist für mich kein Spaß, wenn ich mir im Museum Geschichten ausdenken muss. Und ich habe lange gebraucht, um mich nicht wie die schlimmste Mutter zu fühlen, weil ich meinen Kindern nicht dauerhaftes Entertainment biete. Wenn ich verreise, dann möchte ich vor allem "sein". Ich möchte schauen und denken und alles auf mich wirken lassen.


    Natürlich weiß ich auch, dass das nicht böse gemeint war und es hat vermutlich einfach einen wunden Punkt von mir getroffen :)

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    "Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut." Carolin Emcke


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  • Danke Ana, für die Erklärung, das verstehe ich jetzt besser.

    Das:

    Weil: was willste denn da machen? Alles, das für die Eltern interessant ist(Museen, Ausstellungen, Cafés etc) sind für so Kleine noch nichts. Und man ist ständig unter Anspannung, muss das Kind tragen/ schieben etc.

    fand ich von der Art her jetzt nicht sooooo anders als meins. Für Dich ist Museum mit Kleinkind undenkbar (wie es für mich ein holländischer Strand wäre). Und ich hatte in einem ähnlichen Plauderton antworten wollen - in real hätten wir an unseren Stimmen und Gesichtern sicherlich gesehen, wie es gemeint ist.


    Und ja, wahrscheinlich hat mich Deine Museumsablehnung ein bisschen angepiekst - da sind wir Museumsmenschen gerne etwas empfindlich. Es wäre allerdings auch äusserst seltsam, wenn ich meine Kinder nicht gerne in Museen schleppen würde, da müsste ich meine Berufswahl nochmal überdenken.

    Aber das war natürlich nicht als "jede muss Museen lieben mit Krabbelkind" gedacht, mehr so als andere Sichtweise: wie sich auch sonst mit Kind vieles verändert, verändert sich auch das Kulturverhalten. Zitat eines Museumsmitarbeiters bei den Impressionisten: "Wow, sie können aber schnell kucken" :D Kann ich, ja. Und Schautafeln liest frau mit Kleinkind eher in drei Portionen als unter einmal - das ist schon nicht dasselbe wie in völliger Ruhe durch schöne Räume wandeln... kann aber - unter Umständen - auch Spass machen. Kleine Kinder sind ja so Detailprofis, die können Dir die verrücktesten Dinge zeigen (und wenn es, wie oben jemand sagte, die Treppe ist, die so anders ist als die daheim).


    Um das aufs Urlaubsthema umzulegen: mit Kleinkindern habe ich gelernt, den Moment mehr zu schätzen - und Pläne nicht als absolut unumstösslich zu halten. Wenn auf dem Weg zur Festung, die die Grossen sehen wollten in Strassburg dieser obercoole Spielplatz im frühlingshaften Park ist, dann ist das ein genau so schönes Erlebnis - oder wenn am Strand diese tollen Steine sind und man deshalb nicht um die nächste Bucht rum kommt, wie man wollte, aber dafür ein glücklich Steine stapelndes Kleinkind hat und selbst den Möwen zuschauen kann in aller Ruhe...


    Ich glaube, das macht für mich Ferien mit Kind aus - es ist nie ganz das, was man geplant hatte. Aber es hat trotzdem Spass gemacht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Das ist total individuell denk ich mal. ich hab mit meinen Kindern ja eh alles gemacht... aber Museum war zb mit meinen immer möglich und schön, schon im kleinsten kleinkindalter verbrachten wir stunden im Naturhistorischen, im historischen, im Tinguely, im younameitwe'vebeenthere... dafür war essen gehen bis vor ganz wenigen Jahren die pure Qual. Keins meiner Kinder sass länger als 5min für essen am Tisch. Diese Kinder, die da schon mit einem Jahr 3/4h lang am Tisch sitzen und einfach essen, das kenne ich erst, seit meine Nichte auf der Welt ist. Auch heute sind meine mit essen nach 10min fertig und wollen dann Bitteschön vom Tisch und rumspringen.

    und was bei meinen auch prima ging: strand und Meer. Ein Garant für stundenlange Beschäftigung ohne dass ich mich kümmern musste.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ainu ()

  • Danke Ana, für die Erklärung, das verstehe ich jetzt besser.

    Das:

    Weil: was willste denn da machen? Alles, das für die Eltern interessant ist(Museen, Ausstellungen, Cafés etc) sind für so Kleine noch nichts. Und man ist ständig unter Anspannung, muss das Kind tragen/ schieben etc.

    fand ich von der Art her jetzt nicht sooooo anders als meins. Für Dich ist Museum mit Kleinkind undenkbar (wie es für mich ein holländischer Strand wäre). Und ich hatte in einem ähnlichen Plauderton antworten wollen - in real hätten wir an unseren Stimmen und Gesichtern sicherlich gesehen, wie es gemeint ist.

    Ja, das stimmt. Ich habe auch etwas verallgemeinernd geschrieben ;)


    Und um jetzt noch ein bißchen weiter zu nerven: Ich habe keine Museumsablehung #nein ! Auch ich hätte meine Studienrichtung verfehlt, wenn das so wäre. Ich gehe auch mit meinen Kindern ins Museum. Auch in Großstädten und in jedem Alter. Das ist dann aber etwas, was ich für meine Kinder mache und was mich nicht entspannt. Wir waren vor zwei Wochen im Deutschen Museum in München und meine Tochter hat schon sehr das Tempo vorgegeben. War okay, aber ich konnte nicht so richtig viel mitnehmen(vielleicht auch ein überzogener Anspruch von mir).

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  • Urlaub mit Kleinkind(ern) finde ich dann entspannt, wenn man mit den Großeltern oder Tanten/Onkel verreist oder mit guten Freunden, so dass sich die Last des Kümmerns auf mehrere Schultern verteilt. #ja Alternativ ein Baby/Kinderhotel, da war ich aber nie, das war uns zu teuer.

  • Das war auch zu kurz geschrieben, aber Du hast es ja richtig verstanden.


    Ich glaube, das ist es: Museum mit (Klein)Kind ist nicht wirklich entspannend, da hast Du recht. Aber da haben wir eben das Abwechseln eingeführt, dass jedeR mal eine Weile nur "wirken" lassen kann.

    Mit Kleinkindern fand ich wenig so richtig entspannend, ehrlich gesagt, ob zuhause oder unterwegs - allerdings waren meine Kinder zum Glück sehr neugierig und unterwegs "leichter".


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Interessanterweise fällt mir gerade durch diesen Thread auf, dass Urlaub für mich nie im Wortsinn "entspannt" ist. Mir reicht es über die Landesgrenze zu kommen, andere Sprachen zu hören, Natur um mich zu haben und gedanklich abschweifen zu können.

    "Rumliegen" oder so, wie man Entspannung auch definieren könnte, muss da nicht zwingend dabei sein.

    Aber das ist sicher sehr individuell verschieden und im Grunde müsste man "Erholung/ Entspannung" erstmal definieren.

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  • Was Museum angeht - ich habe "leid" durchaus auch verteilt. Ich häng zur Not auch 3 Std auf nem Spielplatz ab und erwarte dafür dass sich meine Kinder zusammenreißen, wenn es mal um meine Interessen geht. abgestuft aufs Alter ergibt sich da vieles was möglich ist und mittlerweile ziehen sie mit oder müssen dann eben auch ohne mich auskommen für diese Zeit x.

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