Stillstreik mit knapp 3 Jahren oder Abstillen?

  • Hallo Denise!


    Ein Stillstreik mit fast 3? Kann das sein?

    Bis gestern hat meine Tochter noch häufig gestillt. Heute Nacht hat sie aber irgendwie schlampig getrunken (Mund so halb offen) und ich war leicht wund auf einer BW, und hab halt etwas gejammert und gesagt sie soll auf der anderen Seite trinken. Den ganzen Tag über wollte sie dann nicht trinken, sie sprach aber viel davon dass ich da weh hab und sie erst trinkt wenns wieder gut ist. Jetzt wollt ich sie, wie immer, einschlafstillen und sie hatte die Brust (Seite war egal. Hab beide mehrmals versucht anzubieten, auch die gute. ) bereits im Mund aber das wars dann. Kein Vakuum hergestellt nicht getrunken. Verunsichert geschaut, verkündet sie mag doch nicht. Ich hab ihr versichert es tue nicht mehr weh. Sie solle zumindest ein paar Schlucke trinken (damit nichts spannen anfängt) aber sie hat es irgendwie nicht geschafft. Sie hat sich fast benommen als wüsste sie nicht mehr wie? Kann doch nicht sein? Sie schlief jetzt, nicht unzufrieden, kuschelnd ein. Das gabs noch nie. Kommt abstillen so plötzlich? Mein Großer hat sich über Monate langsam abgestillt. Kann das eine Art Stillstreik sein weil sie einfach Angst hat mir weh zu tun? Soll ich weiter anbieten? Und muss ich etwas ausstreichen? Also lange Arbeitstage ohne stillen gingen schon, ( und abends sind die Brüste dann schon verhärtet), aber Nachts, abends, morgens und wenn ich frei hab hat sie schon noch häufig getrunken.

    Wie komisch, dieses Wochenende ist auch ihr allererstes ohne Windel gewesen.

    "Liebe mich dann am meisten, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten."


    "Die Tragik der gut erzogenen Menschen besteht darin, daß sie als Erwachsene nicht merken können, was ihnen angetan wurde und was sie selber tun, wenn sie es als Kind nicht haben merken dürfen." - Alice Miller, Am Anfang war Erziehung

  • Liebe Puste,


    wie eine Stillbeziehung endet kann sehr unterschiedlich sein, zwischen "allmählich und irgendwann ist es zu Ende, ohne dass genau gesagt werden kann, wann war das letzte Mal" über "das letzte Stillen ist mir für immer im Bewusstsein geblieben, ohne dass es so geplant war" bis hin zu "von heute auf morgen hat mein Kind aufgehört, ganz ohne dass ich es erwartet hätte" ist alles möglich. Ganz generell ist es jedoch meist so, dass ein Kind, das sich selbst abstillt dabei zufrieden wirkt, ein Kind, das sich in einem Stillstreik befindet eher unglücklich scheint.


    Es kann auch mit knapp drei Jahren sein, dass es sich um einen vorübergehenden Stillstreik handelt und dafür würde in eurem Fall sprechen, dass es es sein könnte, dass deine Tochter Angst hat, dir weh zu tun. Es kann aber auch sein, dass deine Tochter gerade in einem Entwicklungsschub steckt, zu dem auch das Abstillen gehört. Wie Du jetzt weiter vorgehst, würde ich von zwei Dingen abhängig machen: 1. Schau auf deine Tochter, scheint sie unglücklich über das Nicht-Stillen zu sein? 2. Welche Gedanken kommen dir für dich, wenn Du über abstillen oder weiter stillen nachdenkst? Je nach Situation kann ein Stillstreik in diesem Alter dazu führen oder auch dazu genutzt werden, die Stillzeit zu beenden. Ob Du also weiter anbietest, selbstverständlich ohne sie zu drängen, einfach zwanglos in den Situationen, in denen ihr bisher gestillt habt, oder Du die Situation als Signal zum Abstillen nutzt, hängt davon ab, was Du für dich und deine Tochter als richtig empfindest.


    Ganz gleich, zu welcher Entscheidung Du kommst, solltest Du auf deine Brust achten und bei Bedarf gerade soweit Milch entleeren, dass es nicht zu einem Stau kommt.


    Liebe Grüße

    Denise