Vertrauensarbeitszeit

  • happy spider ja, wir haben das Recht. Privat Versicherte bekommen jedoch kein Kinderkrankengeld und auch bei gesetzlich Versicherten gibt es die Obergrenze von rund 100€ am Tag. Da ist es mir dann lieber, Gleitzeit zu nehmen oder Homeoffice zu machen.

    Echt? Ich bin mir sehr sicher bisher immer alles bekommen zu haben, kann aber auch an der KK liegen.


    Gekko, ich habe meinen Mann gefragt, der meinte nur "ja super" (er ist Projektleiter, hat auf 35h reduziert, was bei ihm immer noch Vollzeit ist und sitzt grad neben mir und arbeitet stunden, die er sich sicher nicht in sein Gleitzeitkonto schreiben wird).

  • Ja Du hast recht, ich hab grade meinen Mann gefragt, weil ich arbeite so wenig Stunden dass ich gar nicht mehr auf 100 Euro komme glaube ich. Der meinte bei uns zahlen die AG den Rest.

  • Ich mache das ja schon seit vielen Jahren und es kann klappen.

    Wichtig finde ich, sowohl für die eigene Motivation als auch für die Nachweisbarkeit, eine recht detaillierte Planung.

    Also nicht: Hier ist das Arbeitspaket und in 4 Wochen muss das Ergebnis fertig sein.

    Sondern eine Aufteilung in kleinere, messbare/dokumentierbare Arbeitspakete und regelmäßiges Feedback.


    In meinem aktuellen Projekt ist es so, dass wir fast täglich in größerer Runde (ca. 20-30 Personen) eine Runde machen (telefonisch oder vor Ort), in der jeder kurz sagt, was er heute tun will und wessen Unterstützung er ggf. benötigt - dauert ca. 15 min - und 2 Mal pro Woche im engeren Team (ca. 5 Personen) ca. eine Stunde den Fortschritt der Arbeitspakete, die das Team bearbeitet, besprechen. Jedes Arbeitspaket wird dokumentiert. Und aller drei Wochen stellen die Teams ihre Arbeitsergebnisse des letzten Zeitraums in großer Runde (möglichst vor Ort) ausführlich vor (dauert ca. 3 h).

    Die Planung für den nächsten Zeitraum wird dann wieder im Team für die nächsten 3 Wochen vorgenommen. Wobei jeder sagt, wieviele Tage/Stunden er dann Zeit haben wird. Davon werden 80% für die nächsten Arbeitspakete geplant, 20 % für die Abstimmungen.

    Wichtig ist natürlich zu bedenken, dass auch noch Zeit benötigt wird, für Themen außerhalb des Projektes (z.B. administrative Tätigkeiten, Weiterbildung, Fahrtzeiten ...). Die muss man natürlich vom "Projektzeit-Budget" vorher abziehen.


    Mal konkret: Ich habe eine 30-h-Woche. Davon plane ich 20 h für das Projekt, die restlichen 10 h für ein anderes Projekt, Administration, Fahrzeiten und Weiterbildung. Das ist so mit meiner Chefin abgesprochen. Die 20 h entsprechen (in "Vollzeittagen") 2,5 Tagen. Davon können 80 % für die Aufgaben verplant werden, also 2 normale "Personentage". Mir werden also pro Woche Aufgaben mit dem Aufwand von 2 Personentagen für das Projekt zugewiesen und die muss ich versuchen zu schaffen. Das klappt zumeist gut. Wenn es größere Probleme dabei gibt, spreche ich das zeitnah im Team an und wir schieben sie ggf. in den nächsten Zeitraum oder teilen sie im Team neu auf.


    Trotzdem mache ich im Moment etwas mehr als die 30 h. Das liegt aber daran, dass ich mich gerade thematisch umorientiere und viel Schulungsmaterial aufsauge. Das mache ich aber gerne, weil ich die Themen total spannend finde.

  • Aber das ist ja auch eingeplant, indem nur 80% "produktive" Arbeit erwartet werden.

    Ich finde es aber ungemein wertvoll für mich, so im Team eingebunden zu sein und nicht nur meinen Teil, sondern das große Ganze zu verstehen. Und der Austausch bringt ja oft auch Ideen und ermutigt, zu fragen, wenn mal was unklar ist.

  • Freda du bist aber dann ja schon 4,5 h die woche damit beschäftigt darüber zu reden, wie du arbeitest anstatt zu arbeiten. Sowas ist bei teilzeit meiner Meinung nach auch immer schwierig.

    Ist jetzt etwas arg OT: Das ist ein Teil der Projektarbeit der Zukunft. Gerade in agilen Projektteams ist diese Kommunikation der Schlüssel, um die Herausforderungen der VUCA-Welt zu meistern.

  • Ja ich weiß wir machen das ja auch. Aber Freda macht mit 30h ja auch schon recht viel. Ich habe nur 15h und leider gerade darunter, dass ich gefühlt die halbe Zeit zuhöre, was andere so treiben/getrieben haben und gleichzeitig selbst nicht viel erzählen kann, weil ich zum Tun kaum Zeit habe. Networken sollte ich übriges auch mal noch ein bißchen mehr...

  • Gekko, ich habe meinen Mann gefragt, der meinte nur "ja super" (er ist Projektleiter, hat auf 35h reduziert, was bei ihm immer noch Vollzeit ist und sitzt grad neben mir und arbeitet stunden, die er sich sicher nicht in sein Gleitzeitkonto schreiben wird).

    Genau das ist meine Sorge.


    Gepaart mit der Aufteilung der primären Kinderverantwortung zu meinen Lasten, was bedeutet ich muss um xx Uhr den Stift fallen lassen und nach Hause eilen, um dann höchstwahrscheinlich abends wieder vor dem Rechner zu sitzen.

    Mein Mann muss weit pendeln und kann nur dann vor Ort einspringen, wenn es im voraus geplant ist.

    Wenn es größere Probleme dabei gibt, spreche ich das zeitnah im Team an und wir schieben sie ggf. in den nächsten Zeitraum oder teilen sie im Team neu auf.

    Ich denke ein ausreichend großes Team kann solche Verwerfungen gut auffangen.

    Im Falle eines Teams mit 2-3 Personen und starrer Deadlines wird es eher schwierig.


    Aus meiner Sicht hängt das von folgendem ab:

    - Haltung von und Beziehung zur FK

    - Deinem eigenen Mut, Abbau auch im Zweifelsfall einzufordern und den ein oder anderen dummen Kommentar vollzeitarbeitender Kollegen hinzunehmen

    - Deiner eigenen Konsequenz, in ruhigen Zeitendann auch weniger zu arbeite. In ruhigen Phase komme ich manchmal erst um 9 Uhrund mache um 12 Uhr Feierabend.

    Die Botschaft der FK: Deadlines müssen eingehalten werden, der Rest wäre mir überlassen.


    Ich danke Euch allen, es hilft mir gerade sehr meine Gedanken zu diesem Thema zu sortieren.

  • Im Fall meines Mannes ist das aber ein Problem von homeoffice und nicht von Vertrauensarbeitszeit. Er hat Gleitzeit, aber homeoffice ist ja meist Vertrauensarbeitszeit irgendwie. Die Stunden, die er während der Fahrtwege in telefonkonferenzen hängt, schreibt er sich sicher auch nicht auf.

  • Ich auch, dazu noch in Verbindung mit erlaubtem Homeoffice für alle und Teammitgliedern in Asien und Amerika. Es braucht sowohl für Vollzeit als auch Teilzeit Disziplin die Arbeitszeit nicht ausufern zu lassen. Ich hab ne Handyapp die die Anwesenheit mitloggt, das find ich sehr praktisch.

    Ich bin mal faul und unterschreibe hier.

    Büro in meiner Nähe aber ohne mein Team.Das sitzt in anderem Standort.

    Homeoffice, Mehrere Leute zudem in Amerika und Asien. Dienstreisen zum Teamstandort.

    ...

    Ich bin aber grundsätzlich froh drum (also außer auf Teammitglieder sehr weit weg), da ich mit den Kindern sehr flexibel sein muss was Termine angeht. Und das kann ich auf diese Weise sein.


    Zeiten logge ich auch mit einer Handyapp mit.

    Liebe Grüße
    Martina


    Tochter 05/2004
    Sohn 04/2015

    Tochter 01/2019

  • Bei uns gibt es keine Arbeitszeiterfassung und auch keine eigene Erfassung. Das führt bei vielen - und auch mir - dazu, dass man insgesamt bei Teilzeit eher Vollzeit oder mehr arbeitet. Ich persönlich hätte daher lieber eine Zeiterfassung. Wobei dann natürlich auch fraglich wäre, ob ich mit den dann offiziell angefallenen Überstunden irgendwas machen könnte, also Freizeitausgleich nehmen oder so.


    Es gibt aber natürlich auch Leute bei uns, die wirklich Vorteile von der fehlenden Zeiterfassung haben.

  • Das sehe ich genauso. Vertrauensarbeitszeit ist meiner Ansicht nach nicht mit dem Angestelltenstatus vereinbar, sondern setzt voraus, dass Angestellte in weiten Teilen wie Selbständige agieren, aber eben ohne Einfluss auf viele Aspekte, die ihre Arbeit maßgeblich betreffen. Das führt oft zu enormer Arbeitsverdichtung. Der Kunde wünscht sich was, der Vertrieb vertickt es entsprechend, und irgendwer bekommt das Ziel aufs Auge gedrückt. Eine Instanz, die schaut, ob das Ziel mit den vorhandenen Ressourcen erreichbar ist, fehlt oft, potentielle "Störungen" sind in der Regel nicht einkalkuliert. Wird der Teamkollege 6 Wochen krank oder tut der PC am Arbeitsplatz nicht das, was er soll, ist das halt so, das Ziel bleibt bestehen.


    Anders sieht es bei flexibler Arbeitszeit mit "offizieller" oder persönlicher Zeiterfassung aus. Aus meiner Sicht ein deutlich faireres und transparenteres Modell!

  • Ich habe Vertrauensarbeitszeit. 30 h + Homeoffice Möglichkeit.

    Bei mir klappt es gut. Allerdings grenze ich mich auch stark ab, wenn dauerhaft mehr erwartet wird.

    Ich habe Phasen in denen ich mehr arbeite, gleiche das aber auch selbstständig aus.

    In Summe komme ich so auf ca. 1-2 Überstunden pro Woche, aber dafür habe ich im Ausgleich auch zusätzliche Urlaubstage und werde gut bezahlt.

    Hängt also immer vom Arbeitgeber ab. Ob das klappen kann oder nicht, würde ich nicht pauschalisieren.

    (Ach ja, ich mache quasi "Controlling" bei einem Maschinenbau Unternehmen)


    Mir ermöglicht es viele Freiheitsgrade, die ich sonst nicht hätte.


    lg, karlchen

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  • bei uns ist Gott sei Dank bisher immer der Betriebsrat gegen solche Versuche erfolgreich dagegen gewesen.


    Wir dokumentieren nur auf vertrauensbasis ergänzt durch dienstpläne zu bestimmen Zeiten. damit fährt mein AG gut, da viel Arbeit (Ich zb mach den social Media Kram in der sbahn täglich 2 Std) nicht komplett geschrieben wird.


    Wir arbeiten immer gegen deadlines und sind quasi nie fertig. Mehr geht immer.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Ich habe Vertrauensarbeitszeit und arbeite im Home-Office. Ich schiebe manchmal extra Stunden abends, wenn ich nichts anderes vor habe und noch an einem Problem sitze.

    Das liegt aber eher am Home Office.


    Viele Probleme die ihr beschreibt, klingen eher nach mangelhafter Kultur?


    Ich hatte zum Beispiel letztens in den Team Chat geschrieben, dass ich abends noch ein bisschen nacharbeiten wollte weil ich am Vormittag zwei Stunden beim Arzt war. Sofort kamen private Nachrichten dass ich doch nicht extra arbeiten solle, denn wann solle man sonst zum Arzt gehen? Also mein Team ist da echt entspannt, ich sehe aber an anderen Abteilungen wie z. B. in Marketing dass dort das Klima echt toxisch ist und Überstunden an der Tagesordnung.


    Ich habe bisher immer mit Vertrauensarbeitszeit gearbeitet und kenn es gar nicht anders.

  • bei mir ist es die Branche - Messe/Veranstaltung. Deadline absolut fix, und man kann von allem immer mehr und besser machen. Allein Marketing insbesondere jetzt mit den sozialen Medien. Interaktion mit der Zielgruppe. Noch mehr drüber reden, noch mehr Wettbewerbsbeobachtung etc.


    Da fällt es mir und vielen anderen schwer Zeiten zu halten. Insbesondere weil sich die richtig guten Kontakte/ Infos oft erst im danach auf den parties ergeben. Ich kann nur 3 Std. Repräsentativzeit nach max 10 Std Arbeit schreiben (und das ist schon kulant) bleibe oft länger auch weil es ja Spaß macht und Arbeit/ privat nicht klar trennbar sind.

    Mein Geschäft ist People Business , da muss ich mich einbringen.


    Deswegen bin ich um den Zwang dankbar.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Vertrauensarbeit meint keine Zeiterfassung etc.? Dann habe ich das auch bei 40 Wochenstunden. Meine reale Kernerabeitszeit ist 9 Uhr bis 17 Uhr, montags gerne Homeoffice. da viele Abendtermine etc entscheide ich das aber immer selbst, ob ich mal früher gehe oder später komme oder montags real weniger arbeite. Dafür beantworte ich aber auch am Wochenende Mails etc

    Wir sind das Gegenteil von traurig!


    Einling und Zwillinge #dance