Impfpflicht! Impfpflicht?

  • Wir impfen Menschen, damit sich nicht kerngesunde Menschen mit Viren infizieren, durch die sie schwerst krank werden oder sterben können.


    Ich habe keine dezidierte Meinung zum impfen, sehe aber eben oben genanntes Problem, dass schwierig ist zu entscheiden, was ein impfschaden ist und was nicht.


    Und ich finde es zum Beispiel ziemlich cool, dass hier keiner Angst haben muss davor, an Polio zu erkranken. Da ist die Akzeptanz viel höher, weil die Erkrankung schon irgendwie beeindruckender ist mit den lähmungen.

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  • Aber die, die nicht impfen, verlassen sich doch derzeit auch auf das Kollektiv, oder? Wenn der Herdenschutz nicht so groß wäre, würden viele Leute eher impfen, wage ich mal zu behaupten. Eltern, die wirklich wollen, dass ihre Kinder Masern bekommen, kenne ich nur wenige.

  • Bei uns gibt es eine Plakatkampagne: „Deutschland sucht den Impfpass“.


    Meine Schwiegermutter hat natürlich gedacht, es geht da um die Kinderimpfpässe und hat sich darüber aufgeregt , dass manche Leute ihre Kinder nicht impfen lassen.


    Ich habe sie dann aufgeklärt, dass es um die Auffrischungsimpfungen im Erwachsenenalter geht. Sie war völlig baff, seit Jahrzehnten nicht nachgeimpft und wusste nicht mal, dass das nötig ist.


    Es gibt so wenig Aufklärung (für Erwachsene), dass sogar die bestehende falsch eingeordnet wird.

    Grüße von Qu



    Nun, ich hab kein Herz aus Stein,
    weil ich etwas bess'res hab,
    nämlich einen Zauberstab

  • Ich bin dafür, sich auf wenige wirklich wichtige Impfungen zu konzentrieren und bei denen zu versuchen, wirklich eine möglichst grosse Akzeptanz und Abdeckung zu erreichen. Masern gehören da für mich wirklich dazu, Röteln schon nicht mehr (zumindest nicht im Kinderalter, da wäre es eher sinnvoll, junge Frauen zu impfen). Ich denke, dass durch die zunehmende Anzahl an Impfungen eher mehr Leute abgeschreckt werden und dann letztlich auch die sinnvollen Sachen nicht mehr impfen lassen.


    Impfpflicht finde ich vor allem angesichts der zunehmenden Anzahl an von der Stiko empfohlenen Impfungen problematisch. Ich fürchte, wenn man da erstmal für eine Impfung eine Pflicht einführt, ist ser Damm schnell gebrochen und man wird versuchen das auch auf andre Impfungen auszuweiten.

    Das finde ich sehr bedenkenswert.


    Ob dann Röteln oder nicht dazugehören, weiß ich noch nicht - @Eburas Bericht ist ja schon eindrücklich. Röteln wurden bei uns in der Schule im Teenager-Alter geimpft. Gibt es das nicht mehr?


    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Ich habe noch nirgends von einem erhöhten Masernausbruch gehört der das rechtfertigen würde.

    In Norddeutschland gab es in mehreren Städten Masernfälle und die Schulen haben nur noch Kinder mit Impfung in die Schule gelassen.

  • Eine Impfung ist, wie auch eine simple Blutabnahme ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und bedarf der Zustimmung der betroffenen Person. Eine Impf-Pflicht schein nur schwer durchsetzbar und müsste außerdem für jede Impfung einzeln erfolgen. In D gab es das historisch nur für die Pocken und ist seit vielen Jahren aufgehoben. 2016 muss es hierzu ein Gutachten vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages gegeben haben. Auf den Seiten von Dr. Steffen Rabe kann man mehr dazu lesen: Link

  • In D gab es das historisch nur für die Pocken und ist seit vielen Jahren aufgehoben.

    Das stimmt so nicht. In der DDR bestand ab 1950 Impfpflicht für diverse Krankheiten (wenn ich mich recht entsinne außer Pocken noch Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Tuberkulose, Polio - zumindest sagt das mein Impfausweis). Ab 1970 wurden auch Masern in die Impfpflicht aufgenommen. Mit den Pocken gings los und nach und nach wurden die anderen Krankheiten dazugenommen.

    Phönix mit Wuseline (03/12) und Mops (03/14)


    Ich bat Gott um Geduld und er gab mir Kinder...


    Du hast es nur noch nicht probiert - und darum glaubst dus nicht! Gerhard Schöne


    Wenn dich dein Leben nervt, streu Glitzer drauf.


    Näherei und Tragendes - klick

  • Ich habe noch nirgends von einem erhöhten Masernausbruch gehört der das rechtfertigen würde.

    In Norddeutschland gab es in mehreren Städten Masernfälle und die Schulen haben nur noch Kinder mit Impfung in die Schule gelassen.

    In der Schweiz sind auch bereits mehrere Orte in erhöhter Alarmbereitschaft... Bern hatte dieses Jahr wohl bereits mehr Fälle als in den letzten drei Jahren zusammen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Nur kurz, da bin Handy:


    Es gibt den Masern Impfstoff "Measles Vaccine Live", den die Apotheke mit Privat-Rezept vom Arzt in der Schweiz bestellen kann.


    Hab ich so Ende letzten Jahres bei meiner Jüngsten gemacht, Zweitimpfung dann nicht mehr, da ausreichender Titer.

  • Ich bin gegen eine Pflicht.


    Aber würde sofort mitgehen bei:

    1. Alle Kinder die in Einrichtungen sind in denen Kinder unter 2 Jahren betreut werden müssen geimpft werden

    2. Alle Erwachsenen die mit Kindern arbeiten (Auch Schülerpraktikanten, etc.) müssen geimpft werden.

    3. Eine unbürokratische Lösung die es Kinderärzten ermöglicht, die Eltern bei der U Untersuchung freiwillig mit zu impfen.

    Also dass Kinderärzte ohne viel Papierkram die Eltern mitimpfen dürfen, wenn die Eltern wollen, und sie darüber ausreichend informieren

    4. Flächendeckende Aufklärung, warum der Herdenschutz so wichtig ist und warum sich ganz viele Erwachsene bitte impfen lassen sollen (z.B. ein herzerweichender Werbespot wo die ungeimpfte Oma/Babysitter/etc. Ein Säugling/Kind mit Immuninfekt ausvershen ansteckt und wie schlimm das ist).

    5. Mehr individuelle Wahlmöglichkeiten. Aldo mehr Einzelimpfstoffe z.B. und mehr Verständnis bei Ärzten für individuelle Lösungen.

    Wir haben zB vom Arzt ein gelbes Aufklärungsblatt über die Impfstoffe bekommen und da stand explizit drin, dass man MMR und Windpocken meistens gleichzeitig impft, dass dann aber die Nebenwirkungen schlimmer ausfallen können. Also habe ich zwei Termine vereinbart, weil ich beide Impfungen wollte, aber weniger Risiko.

    Lg

    Annanita


    "...baaald seid iiihr groooß, und könnt aaa-lles a-llein,

    aaaber biiis daaann schlaaaft ihr hiiier bei miiiir eiiiin."

    *träller*


  • Gut. Na dann.


    Also doch Kollateralschäden. Wir beschließen also als Gesellschaft kerngesunden Kindern gegen den Willen der Eltern potentiell schädigende Impfdosen zu verabreichen und nehmen bewusst in Kauf das die Kinder behindert werden könnten. Hauptsache das Kollektiv wird geschützt. Hat was von den Borg.

    Man könnte auch sagen, man schützt auf diese Weise alle Kinder vor Masern. Jedes Kind geht doch in jedem Fall ein Lebensrisiko ein. Entweder durch die Impfung oder durch die Krankheit.

    Der Vorteil des Impfrisikos wäre, dass man die Masern theoretisch komplett loskriegen könnte und man müsste irgendwann dann gar nicht mehr impfen. So wie es mit den Pocken der Fall war. Netto würde auf diese Weise Körperbehinderung gespart werden. Aber das ist eben das Gesamtbild und nicht das individuelle Bild.


    Ausnahmen müsste und könnte es aber problemlos geben, solange die Gesamtimpfquote deutlich gesteigert würde. Es gibt eben spezielle Konstellationen, in denen impfen problematisch ist. Bei meinem Nachbarskind gab es z.B. einen konkreten Verdacht auf eine schwerwiegendere Impfreaktion. Man kann das aber nicht abschließend klären, ob es wirklich so war. Dieser Mutter wurde durch Ärzte aber vorsichtshalber geraten mit weiteren Impfungen eher zurückhaltend zu aggieren. Das ist für meine Nachbarin aber auch unbefriedigend, da sie Impfungen grundsätzlich befürwortet und jetzt in beide Richtungen Angst hat. Verständlicherweise. So oder so, könnte man solche Kinder sicherlich problemlos von einer Impfung zurückstellen, wenn es einen konkreten Verdachtsmoment gab ohne das deswegen die Ausrottung der Masern gefährdet wäre, weil dergleichen eben doch selten ist.


    Schwieriger finde ich es, wenn noch gar nichts vorgefallen ist und eigentlich nichts dafür spricht, dass was schlimmes passieren könnte. Also nur das übliche Risiko beim impfen besteht, was vorhanden ist, aber eben niedrig ist. Da ist es eben gesamtgesellschaftlich blöd, wenn es immer wieder zu maserngeschädigten Kindern kommt, weil sich das auf die Generationen gesehen auf jeden Fall hochrechnet, wenn man die Masern nicht irgendwann entgültig los wird. Danach kann man das impfen eben irgendwann dann auch beenden.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

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  • also zu 3. kann ich nur sagen, dass die KiÄ mich immer mitimpft. Ich gebe dann auch ganz normal meine Krankenkassenkarte ab (gesetzliche KV).


    Mist, zu früh abgeschickt... bei den Röteln geht es mir genauso, wie oben geschrieben. Ich wurde in der Schule geimpft, habe dann 2 Wochen später Röteln gehabt (nicht nur so leicht als Impfreaktion, sondern richtig heftig und Lehrbuchmäßig.) Aber ich hatte, als für die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester der Titer bestimmt wurde nur einen sehr niedrigen, der mit jedem Kind noch weniger wurde. Ebenso bei Mumps. Weitere Impfungen würden nichts bringen wurde mir gesagt...

    LG
    von Katrin mit Pata(08/06) und Pon(03/09)

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von miramis ()

  • Nr. 3 finde ich besonders gut!

    Als ich damals für einen Kinderarzt gearbeitet habe, gab es noch die Polio-Schluckimpfung. Da man sich bei einer Schluckimpfung theoretisch anstecken konnte, durften die windelwechselnden Eltern damals mitgeimpft werden, wenn sie wollten. Das wurde durchaus angenommen. Leider war das aber eben auch nur für die Schluckimpfung möglich.


    2 Jahre nach Beendigung der Schluckimpfung wurde in der Praxis die Abrechnung der Behandlung von Patienten über 18 Jahre komplett verboten. Ich weiß aber nicht, ob das heute immer noch so gilt hier.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

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  • Hier in Israel gab es zwischen März 2018 und Ende Januar 2019 über 3400 Masernfälle... und immer mal wieder wird in den Nachrichten gemeldet, wer an Tag x zwischen a und b Uhr an Ort z gewesen sei, solle sich im nächsten Krankenhaus melden - es sei um diese Zeit ein Masernpatient an diesem Ort gewesen.

  • Aber die, die nicht impfen, verlassen sich doch derzeit auch auf das Kollektiv, oder? Wenn der Herdenschutz nicht so groß wäre, würden viele Leute eher impfen, wage ich mal zu behaupten. Eltern, die wirklich wollen, dass ihre Kinder Masern bekommen, kenne ich nur wenige.

    Hier traue ich mich das zu sagen....


    Ich habe Duracellmädchen nicht gegen Windpocken geimpft, weil ich wollte, dass sie die Krankheit im Kindesalter bekommt und nicht als junge Erwachsene womöglich die auffrischimpfung verpasst und dann ohne Immunität schwanger wird. Vor zehn Jahren war die durchseuchungsrate auch so groß, dass ich die Gefahr, sie könnte nicht-immune Schwangere anstecken, nicht so hoch fand.

    Ich bin nach wie vor nicht überzeugt von der Windpockenimpfung, eben weil die Varizellen bewusst in einen gesunden Körper injiziert werden und später die Gürtelrose auslösen können.

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Stimmt es, dass in erster Linie gegen Windpocken und Keuchhusten geimpft wird, weil die Eltern nicht so lange zu Hause bleiben können, wie sie müssten, wenn das Kind erkrankt?



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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Wer Extremitäten hat, kann keine Kugel sein.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!

  • Nein, Keuchhusten wird geimpft, weil es für Säuglinge und ältere Menschen eine bedrohliche Krankheit ist.

    Windpocken wird aber tatsächlich in vielen anderen Ländern nicht flächendeckend geimpft, in der Schweiz zum Beispiel (hier nimmt man die regelmässigen Ausbrüche auch relativ gelassen).


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Danke.

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