Impfpflicht! Impfpflicht?

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  • keine Ahnung Flawin. Dann müssten wir uns heute ja auch schon bei Tieren anstecken und das ist doch nicht der Fall? Oder war die Meinung, dass sich der Erreger einen neuen Uebertragungsweg sucht?

  • https://www.deutschlandfunk.de…tml?dram:article_id=29355


    Da, ich hab was beim Deutschlandfunk gefunden. Die halte ich für einigermaßen neutral in dieser Frage.


    Da steht, dass selbst nach Ausrottung bei den Menschen ein natürliches Reservoir dieser Viren bei anderen Säugern vorkommt, so dass es früher oder später, wenn nicht mehr geimpft wird, wieder zu Masern bei denn Menschen kommen würde. Eine Infektion auf diesem Wege ist zwar eher selten, aber irgendwann kann/wird es passieren, lese ich daraus.


    Ich habe es auch so verstanden, dass erst über die Fledermäuse diese Viren evtl. Eingang zu den Säugertieren bekommen haben. Man kann die Masern also nur vorübergehend ausrotten, müsste also doch weiterimpfen. Eine tatsächliche Ausrottung ist derzeit nicht möglich.


    Wie da der neueste Forschungsstand ist, weiß ich nicht.

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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!


    Schokolade löst keine Probleme. Aber das tut ein Apfel ja auch nicht.

    Als die Vielfalt ging, entzündete die Einfalt ein Freudenfeuer.

  • Ich bin dafür, sich auf wenige wirklich wichtige Impfungen zu konzentrieren und bei denen zu versuchen, wirklich eine möglichst grosse Akzeptanz und Abdeckung zu erreichen. Masern gehören da für mich wirklich dazu, Röteln schon nicht mehr (zumindest nicht im Kinderalter, da wäre es eher sinnvoll, junge Frauen zu impfen). Ich denke, dass durch die zunehmende Anzahl an Impfungen eher mehr Leute abgeschreckt werden und dann letztlich auch die sinnvollen Sachen nicht mehr impfen lassen.

    Impfpflicht finde ich vor allem angesichts der zunehmenden Anzahl an von der Stiko empfohlenen Impfungen problematisch. Ich fürchte, wenn man da erstmal für eine Impfung eine Pflicht einführt, ist ser Damm schnell gebrochen und man wird versuchen das auch auf andre Impfungen auszuweiten.


    Das sehe ich auch so, besonders das von mir fett hervorgehobene. Meine Kinder sind nicht gegen alles geimpft, besonders die Impfungen, die erst nach hrer Geburt empfohlen wurden, sehe ich erstmal mit Skepsis oder frage mich, ob das jetzt wirklich so notwendig ist.


    Die Pflicht gefällt mir auch nicht wirklich, aber jahrelange Aufklärung hat ja nicht so viel gebracht.

    Zur Ausklärung gehört für mich mehr als das Aufzählen von Komplikationen und das Drohen damit, dass ich meinem Kind und der Gesellschaft schade, wenn ich nicht impfe. Ich möchte auf meine Fragen nach Nebenwirkungen bitte auch mehr als "Rote Einstichstelle, evtl. Fieber" hören, der Beipackzettel, so man ihn den bekäme, gäbe da ja einiges her. Ich möchte, wenn ich als frischgebackene Mutter meine Ängste bezüglich Nebenwirkungen äußere, kein Augenverdrehen ernten, sondern das Gefühl haben, ernst genommen zu werden. Was ich nur sagen will: Aufklärung funktioniert m.E. anders, als das, was ich erlebt habe.

    Windpocken sind einfach auch ätzend. Ich kann mich noch sehr gut an die Erkrankung erinnern. Es war eine Qual.

    "Einfach ätzend" wäre jetzt aber keine IOndikation für eine Impfpflicht, oder?


    Stimmt es, dass in erster Linie gegen Windpocken und Keuchhusten geimpft wird, weil die Eltern nicht so lange zu Hause bleiben können, wie sie müssten, wenn das Kind erkrankt?

    Bei Windpocken erinnere ich mich an enstprechende Werbeposter im Wartezimmer des Kinderarztes.

  • Ich habe neulich ein Interview mit Jens Spahn gehört. Ich habe schon den Eindruck, dass er sehr ambitioniert ist und Lösungen herbeiführen will, so wie wir es ja immer von PolitikerInnen einfordern. Aber ich habe auch den Eindruck, dass er sich dabei verrennt und das Ganze in Aktionismus und Steuerung von "Oben" ausartet. Ich habe den Eindruck, es fehlt an Balance.

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  • Ich verstehe die Argumentation nicht ganz: Weil es theoretisch möglich ist, dass über Fledermäuse als Reservoir für Erreger mal neue, masernähnliche Erreger zirkulieren können, bringen die derzeitigen Impfungen gegen Masern nichts? Die Uni Bonn betreibt ja Grundlagenforschung und hat quasi eine Bestandsaufnahme beschrieben. Das beschreibt ja letztendlich Szenarien und sagt nichts darüber aus wann, wie wahrscheinlich und mit welchen Auswirkungen zukünftige Erreger für uns eine Gefahr darstellen werden.

  • Ich möchte, wenn ich als frischgebackene Mutter meine Ängste bezüglich Nebenwirkungen äußere, kein Augenverdrehen ernten, sondern das Gefühl haben, ernst genommen zu werden. Was ich nur sagen will: Aufklärung funktioniert m.E. anders, als das, was ich erlebt habe.

    Das war für uns ein Grund den Arzt zu wechseln. Daher ist der Grosse seit MMR-Alter beim unserem Hausarzt (der auch U-Untersuchungen machen darf) und der Kleine war nie beim Kinderarzt.


    Dieser Hausarzt erzählte uns auch immer sehr bereitwillig wogegen er und seine Familie geimpft waren -das war häufig schon recht aufschlussreich.

  • Ich verstehe die Argumentation nicht ganz: Weil es theoretisch möglich ist, dass über Fledermäuse als Reservoir für Erreger mal neue, masernähnliche Erreger zirkulieren können, bringen die derzeitigen Impfungen gegen Masern nichts?

    Ich glaube, die Argumentation ist eine andere.


    Man geht davon aus, dass es, so wie es den Mumpsvirus gibt, auch den Masernvirus in der Fledermauspopulation gibt. Dass es zumindest wahrscheinlich ist.

    Die Impfungen bringen dann in Bezug auf die Ausrottung nichts, weil sich die Masern dann nicht ausrotten ließen, wenn es einen anderen natürlichen Virenpool gäbe, von dem eine Neuinfektion z.B. über Kot ausgehen könnte.


    Es widerspricht lediglich dem Argument, dass die Masern auf diesem Wege ausgerottet werden können.


    Es widerspricht nicht, dass gegen Masern zu impfen gegen Masern schützt und so z.B. ein Herdenschutz für die aufgebaut wird, die sich nicht impfen lassen können oder für die eine Maserninfektion bedrohlich sein könnte.

    Oder dass dadurch vor der Gefahr durch Komplikationen bei Masernerkrankung durch Infektion auf natürlichem Wege individuell geschützt wird.

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  • Ich habe mal gegoogelt:


    Laut Wikipedia gibt es Masern nur bei Menschen:

    Zitat

    Das Masernvirus (MeV) ist ein ausschließlich humanpathogener etwa 100–250 Nanometer großer Erreger der Masern aus der Familie der Paramyxoviridae (Gattung Morbilliviren). Das einzige Reservoir bildet der infizierte Mensch. Experimentell können auch Hunde infiziert werden, bilden (trotz der Verwandtschaft der Masernviren mit dem Erreger der Staupe) jedoch keine Symptome aus.


    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Interessant. Wenn man noch weitersucht, dann wird erklärt, dass dieser Virus möglicherweise aus der Rinderpest hervorgegangen ist. Das würde ja dann den Bonner Forschungen widersprechen.


    Was stimmt nun?

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  • In der Bonner Forschung geht es ja um eine besondere Art von Viren, nicht direkt um Masernviren.

    Also Masernviren sind die Art und Paramyxoviren sind die Familie.

    Es kann durchaus sein, dass sie bei Fledermäusern zwar Paramyxoviren gefunden haben, aber eben keine Masernviren.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Ja, es wurden Paramyxoviren gefunden. Dabei, so ich das verstanden habe, das Mumpsvirus und enge Verwandte, das Rinderpestvirus und enge Verwandte des Masernvirus, woraus der Forscher, ich glaub in 2012, das ist ja nun auch nicht gerade gestern erst, schließt, dass man durchaus noch den Masernvirus finden könnte, der auch beim Menschen vorkommt.

    Der Forscher ist mittlerweile wohl an der Charité in Berlin und Befürworter der Masernimpfung, wenn ich das richtig verstanden habe.

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    Einmal editiert, zuletzt von Fiawin ()

  • Ich verstehe die Argumentation nicht ganz: Weil es theoretisch möglich ist, dass über Fledermäuse als Reservoir für Erreger mal neue, masernähnliche Erreger zirkulieren können, bringen die derzeitigen Impfungen gegen Masern nichts? Die Uni Bonn betreibt ja Grundlagenforschung und hat quasi eine Bestandsaufnahme beschrieben. Das beschreibt ja letztendlich Szenarien und sagt nichts darüber aus wann, wie wahrscheinlich und mit welchen Auswirkungen zukünftige Erreger für uns eine Gefahr darstellen werden.

    Natürlich ist es sinnvoll gegen Masern, Windpocken und Tetanus zu impfen. Aber diese Erreger können nicht so leicht ausgerottet werden, wie das bei Pocken der Fall war.


    In der öffentlichen Debatte wird aber genau das doch immer wieder im Bashing betont: wegen der impfgegner werden die Masern nicht ausgerottet....



    Wird denn eigentlich in den Statistiken erhoben, ob die an masernerkrankten geimpft waren, zu jung fürs impfen, zu krank fürs impfen, als erwachsener nicht geimpft waren?


    Insbesondere bei der globalen zu- und Abwanderung sollte es doch auch eine Aufklärung bzgl. Impfungen geben.

    "Wenn Dein Leben schwerer geworden ist, bist Du vielleicht ein Level aufgestiegen?!"

  • das finde ich auch eine interessante Frage, warum sie an Masern erkrankt sind. Wieviele vorher geimpft waren und trotzdem erkrankt sind oder zu jung zum impfen.


    Genauso wie die Todesfälle. Ich erinnere mich an eine Masernwelle in Berlin mit 500 Erkrankten und davon einem Toten. Daraus wird schnell eine Todesquote von 1:500 gemacht ohne zu beachten, dass das tote Kind einen angeborenen Herzfehler hatte. (Ich glaube es war nicht geimpft). Was den Fall nicht weniger dramatisch macht aber ich finde es halt für eine Statistik schwierig.

    Ich als Laie weiß immer noch nicht, wie schlimm Masern nun tatsächlich sind!

  • Ich empfehle in dem Fall sehr gerne die Informationseiten vom RKI. Da sind die verschiedenen Folgen mit Statistiken unaufgeregt aufgelistet.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • das finde ich auch eine interessante Frage, warum sie an Masern erkrankt sind. Wieviele vorher geimpft waren und trotzdem erkrankt sind oder zu jung zum impfen.


    Genauso wie die Todesfälle. Ich erinnere mich an eine Masernwelle in Berlin mit 500 Erkrankten und davon einem Toten. Daraus wird schnell eine Todesquote von 1:500 gemacht ohne zu beachten, dass das tote Kind einen angeborenen Herzfehler hatte. (Ich glaube es war nicht geimpft). Was den Fall nicht weniger dramatisch macht aber ich finde es halt für eine Statistik schwierig.

    Ich als Laie weiß immer noch nicht, wie schlimm Masern nun tatsächlich sind!

    Um genau solche Menschen geht es doch im Wesentlichen: Herzfehler und kann nicht geimpft werden.

    Diese Menschen brauchen ein Umfeld das möglichst imun ist, damit die Krankheit eben gar nicht erst aufkommt.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Ich habe gewaltigen Respekt vor Masern, da es schwere Verläufe geben kann, und da die Übung im Umgang mit Masern fehlt.

    Ebenso geht es mir mit der Impfung. Ich finde, es ist eine Entscheidung zwischen zwei Übeln.

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    Schokolade löst keine Probleme. Aber das tut ein Apfel ja auch nicht.

    Als die Vielfalt ging, entzündete die Einfalt ein Freudenfeuer.

  • Danke Talpa


    Ich hab Mühe, diese Information zu finden, also die Statistiken, hast Du das evtl zur Hand und kannst verlinken?

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  • ich bin absolut für eine Impfpflicht. Aber eben auch wie schon von anderen geschrieben auch für die Erwachsenen, zumindest alle die mit Kindern oder im Gesundheitssektor arbeiten.


    Und mich regt diese ganze "Kinderkrankheiten sind doch gaaaaarnicht schlimm" Argumentation dermassen auf, da krieg ich echt Blutdruck.

    Mein Opa waren 13 Kinder. 9 davon sind erwachsen geworden. Zwei von den vier verstorbenen sind an den Masern gestorben.

    Habt ihr mal jemanden gesehen, der Kinderlähmung hatte?? Ich schon. Da hilft auch kein Vitamin A!


    Dieser "da profitiert doch nur die pöhse Pharmalobby" Sprech ist das gleiche: Die Pharmalobby würde an vielen kranken Menschen wesentlich mehr verdienen.


    Es gab mal eine Impfpflicht. Man sehe sich die Oberarme aller vor 1974 geborenen an. Ich (1975) war einer der ersten Jahrgänge nciht nicht mehr Pockengeimpft wurden. Und warum? Ach ja.....könnte ja funktioniert haben. Ich kann mich aber sehr wohl noch an die Schluckimpfung erinnern, die wir gemeinsam in der ersten Klasse bekommen haben.

    Rechtlich ist das übrigens sehr wohl möglich. War es bei den Pocken auch und das könnte man jederzeit wieder so machen.


    Wens wirklich interessiert, im aktuellen Spiegel ist ein schöner Artikel drüber, wo das rechtliche auch erklärt wird.


    Gerne verlinke ich auch einen anderen Artikel, der schon vor einiger Zeit erschienen ist aber nicht weniger wahr. Dort kann man alle Studien zum Thema nachlesen (jeweils auf die links im Text klicken).

    https://mobil.stern.de/gesundh…ogen-3166790.html?mobil=1



    Wo ich zustimme ist das Thema Aufklärung vor allem bei Erwachsenen. Leider stimmt auch dass viele tatsächlich selten bis nie zum Arzt gehen. Da müsste man sich also was einfallen lassen wie man an die dran kommt.

    Mäh! mit Pubertier (12/04) und kleinem Räuber (07/14)

  • Woher kommt es eigentlich das alle paar Jahre die Masernfälle so heftig ansteigen? Das ist ja nicht das erste Mal. 2001 (?) waren es ja sogar über 6000 Masernfälle.

    Kennt da jemand Ursachen?