Impfpflicht! Impfpflicht?

  • Möwe , mag sein, dass es die Leute tatsächlich gibt, die sagen, es gibt keine Viren, oder Krankheiten sind gut für Entwicklungsschübe, oder die Pharmaindustrie zieht alle über den Tisch.


    Aber alle diejenigen, die ich persönlich kenne, die nicht nach Stiko impfen, sind Leute, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigt haben und, soweit möglich, das Thema logisch durchdacht haben. Klar, die Studienlage ist dürftig, aber sie versuchen sich an einer Abwägung.


    Selbstverständlich gibt es auch bei den Stiko-Impfern diejenigen, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen. Aber diejenigen in meinem Bekanntenkreis, die aufgrund von Einzelfällen aus der Zeitung entscheiden, oder völlig ohne Informationen, sind nicht die Impfkritiker, sondern die Stiko-Impfer ("mein Kind hat alle Pflichtimpfungen bekommen #blink"; "ich mache das, was die Stiko empfiehlt, das sind ja die Profis").

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Ich (DDR sozialisiert) war in den 90ern ein absoluter Verfechter des Impfens. Leider ist mir inzwischen der Glaube daran, das DIESER Staat (personalisiert durch die Stiko) nach gesundheitlichen Aspekten fundierte Impfvorgaben macht, abhanden gekommen und wir haben uns daher gegen die eine oder andere empfohlene Impfung entschieden oder sie zu einem späteren Zeitpunkt gemacht. Alle wirklich wichtigen Impfungen, inkl. Masern, haben unsere Kinder aber. Ich wünchte mir wirklich, man würde die Stiko neu aufstellen, so dass sie wirklich unabhängig ist und man wieder Vertrauen in ihre Empfehlungen haben könnte. Zumindest einen Teil der heute nicht nach Plan Impfenden würde man damit vermutlich dazu bringen, dass sie sich wieder an die staatlichen Vorgaben halten.

  • Artikel Berliner Morgenpost


    „Von den 30 Masernfällen im Jahr 2018 betrafen nur sechs Fälle Kinder im ersten Lebensjahr“, sagt der gesundheitspolitische Sprecher Linken, Wolfgang Albers. Die allermeisten Fälle beträfen Jugendliche und junge Erwachsene. „Diese Fälle erreicht man also nicht über die Kita“, sagt Albers.


    Es sei unwahrscheinlich, dass es in Brandenburg 27 Prozent Impfgegner gebe, vielmehr fehle es offenbar an einer ausreichenden medizinischen Versorgung in der Fläche.


    Dazu vermisse ich Taten und Antworten der Gesellschaft/Politik! Also was soll der XXX in Brandenburg. Welche Strategie steckt dahinter? Worum geht es wirklich?



    Quelle

    Berlin will keine Impfpflicht für Kita-Kinder einführen - https://www.morgenpost.de/berl…um=email&utm_campaign=amp

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Ich verstehe auch nicht, warum es so absolut unmöglich sein soll, Jugendliche zum impfen zu "erwischen". Auch Jugendliche gehen manchmal zum Arzt. Auch verstehe ich nicht, warum man nicht in der Schule Reihenimpfungen z.B. durch das Gesundheitsamt durchführen kann. Der Zahnarzt kommt ja auch in die Schule. Wenn für die Impfung das (natürlich freiwillige) Einverständnis der Eltern eingeholt wird, sollte das das doch auch heute möglich sein?!

    Diese teilweise wirklich unsinnige Verschiebung des Impfens Richtung Baby/Kleinkind gehört für mich halt auch zu den Dingen, die mein Vertrauen ins Impfen nicht gerade stärken. Zumal dann z.B. bei Röteln genau in dem Alter, wo der Impfschutz da sein sollte, dieser oft nicht mehr da ist.

  • Ich sehe u.a. die Gefahr, dass Jugendliche mit Einsetzen der Pubertät den Eltern den Vogel zeigen wenn dann in dem Alter nochmal mit einem Impfprogramm auffahren. Und dass der behandelnde Arzt dann eher von Impfungen Abstand hält. Und dann wird das Ganze verschoben bzw. vergessen.


    Habt Ihr da Erfahrungswerte zu? Etwa dass eine 13-jährige sich partout keine Rötelnimpfung verpassen lässt?

  • Gerade die Mädchen kriegt man ja mit dem Thema Pille und zwangsweise Besuch beim gyn. (Das das Thema Verhütung ganzheitlich diskutiert wird, erlebe ich höchst selten) bei der krebsimpfung scheint man derzeit auch nicht Sorge zu haben, das Zugriff nicht mehr möglich ist.


    Meine Tochter ist 11 und selbstverständlich ist es möglich mit ihr zum impfen zu gegen. Ich erlebe auch nichts gegenteiliges bei älteren Kindern.


    Diese Gefahr halte ich für nicht gegeben, solange der Zugriff auf verfügbare gesundheitliche Versorgung möglich ist. Genau daran hapert es doch. Wir mussten gerade eine auffrischung wegen Erkältung verschieben. Nächster regulärer Termin ist möglich im Juli! Da sind hier Ferien, ich habe es mir jetzt auf wiedervorlage gelegt, da ich den stundenplan nicht kenne. So verschleppt sich impfschutz!


    Wir werden röteln mit einsetzen mens nachrüsten. Leider muss ich ihr dann nochmal Masern zumuten. Das ist doch absurd!


    Ich sehe nirgendwo schlüssige Erklärungen und deswegen fehlt Vertrauen und somit auch wenig Lust eigenes Risiko für die Gesellschaft einzugehen. Das ist in meinen Augen der Skandal und nicht die paar tatsächlichen impfverweigerer

    Life is a mountain - ride it like a wave

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Pony Hütchen ()

  • Besteht nach eine Masernimpfung lebenslange Immunität?


    Ich musste als Erwachsene Masern nachimpfen lassen, obwohl ich Masern als Kind gehabt habe. Wie ist das nach eine Impfung?

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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Wer Extremitäten hat, kann keine Kugel sein.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!

  • Nachdem wir im letzten Schuljahr erst die Diskussion hatten:

    In Bayern (auch in anderen Bundesländern?) wird in der 6. Klasse der Impfpass eingesammelt, vom Gesundheitsamt ausgewertet und mit Empfehlungen für noch nachzuholende Impfungen versehen wieder zurückgegeben.

    Impfpass in Kopie ist ok, wenn man das Original nicht aus der Hand geben möchte, Verweigerung ist nicht ok, ich hab aber den genauen Wortlaut der "Drohung" nicht mehr im Kopf. Für Kinder, die gar nicht geimpft sind, gibt es auch ein Feld zum ankreuzen.


    Wenn man daraus eine Datenbank baut, kann das Gesundheitsamt zu jeder fälligen Impfung einen Brief schreiben und die Jugendlichen/ jungen Erwachsenen zur Imfpung/ Auffrischungsimpfung einladen.

    Und schon würden die Vergesslichen erinnert und die Eltern wären raus aus der Nummer.


    Mir fällt auf, dass, wannimmer ich etwas über von Impfschäden Betroffene höre oder lese, immer auch von Schwierigkeiten die Rede ist, das der Impfschaden als solcher anerkannt wird. Das finde ich sch... Kann es sein, dass das auch zum Nicht-Impfen führt?


    Ich bin gespannt, wann die erste Klage auf einen Kiga-Platz kommt.


    Es ist doch so: Es gibt in D keine (noch) keine Impfpflicht. Aber es gibt ein Recht auf einen Kiga-Platz. Ich glaube noch nicht daran, dass das Recht auf einen Kiga-Platz mit einer fehlenden Masernimpfung - die nicht verpflichtend ist - ausgehebelt werden kann.

    Aber das muss erst wieder von Betroffenen durchgeklagt werden.

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Mir fällt auf, dass, wannimmer ich etwas über von Impfschäden Betroffene höre oder lese, immer auch von Schwierigkeiten die Rede ist, das der Impfschaden als solcher anerkannt wird. Das finde ich sch... Kann es sein, dass das auch zum Nicht-Impfen führt?

    Ja sicher.


    Ich denke zwar nicht, dass irgendwer denkt: "Ich lasse nicht impfen, sonst bleibe ich bei einem Impfschaden womöglich auf den Kosten sitzen". Sondern dass es jedem natürlich vorrangig darum geht, den Impfschaden selbst zu vermeiden.


    Aber wenn Impfschäden nicht als solche anerkannt werden, werden sie ja auch in Statistiken nicht als solche geführt usw. Das PEI sammelt ja fleißig Meldungen von möglichen Impfschäden. Aber mW muss für die Anerkennung als Impfschaden ein plausibler Wirkmechanismus vorhanden sein. Natürlich ist es logisch, dass man zufällig im Zusammenhang mit Impfungen auftretende Symptome ausfiltern will. Aber die Art, wie das geschieht, ist nicht immer vertrauenerweckend. Und das gibt manchen das Gefühl, nicht ausreichend objektiv die Gefahren (Nichtimpfung/Impfung) gegeneinander abwägen zu können.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Meines Wissens nach besteht idR lebenslange Immunität.

    Aber davon ist man ja bislang auch immer ausgegangen, wenn es um die Immunität nach Erkrankung ging Muss bei einer Immunität durch Impfung nicht auch immer mal wieder "reaktiviert" werden? Und wenn die Masern kaum noch vorkommen, dann findet das ja auch nicht mehr statt. Dann müsste doch regelmäßig aufgefrischt werden.

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  • Damals vor gefühlten 100 Jahren war es bei uns (NRW) mit der Rötelnimpfung so:

    Ungefähr in der 6. Klasse "mußten" alle Mädchen aus dem Jahrgang antreten, um sich etwas Blut zur Titerbestimmung abnehmen zu lassen.
    Wer keine ausreichende Immunität besaß wurde anschließend (auf Wunsch) geimpft.
    Das fand alles in der Schule und während der Unterrichtszeiten statt, es war einfach und unkompliziert. Und dank Schulpflicht erreichte man auch alle Mädchen.

    Ich finde es höchst bedauerlich, daß es dieses System nicht mehr gibt, zumal es sich auch für andere Impfungen abwandeln ließe.

    "Über besorgte Bürger wusste er Bescheid. Wo auch immer se sich aufhielten: Sie sprachen immer die gleiche private Sprache in der "traditionelle Werte" und ähnliche Ausdrücke auf "jemanden lynchen" hinaus lief." Terry Pratchett: Die volle Wahrheit
    LG Bryn mit Svanhild (*01), Arfst (*02), Singefried (*09) und Isebrand (*12)

  • Zur möglicherweise gar nicht immer so lebenslangen Immunität durch die Masernimpfung gibt es auf der Seite von Steffen Rabe einige Artikel, z. B. den hier.

    Grüße von der bärin


    "Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben." A. Gide

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von bärin ()

  • Oh, mit Titerbestimmung? Bei uns hieß es nur, wir sollten die Impfpässe mitbringen, es werden Röteln geimpft. Und dann würde Röteln geimpft. Auch 6. Klasse.


    Wir hatten aber auch andere Impfungen in der Schule, in der Grundschule.


    Ich wusste gar nicht, dass das mit den Röteln nicht mehr gemacht wird in der Schule, aber klar, dann wäre meine Tochter jetzt ja mal so langsam dran gewesen...

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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


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  • Ja, mit Titerbestimmung.
    Da bin ich mir sehr sicher... immerhin fiel dafür Unterricht für uns Mädchen aus :D

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  • Bei mir wurde die zweite Rötelnimpfung auch in der Schule geimpft . Ohne Titerbestimmung.

    Das Schema war bei mir so (Ende 80er, Anfang 90er):

    Mit knapp 2 Jahren Masern-Mumps, dann zur Einschulung MMR und dann im 4. Schuljahr Röteln nochmal einzeln.

    Grüße von der bärin


    "Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben." A. Gide

  • Meines Wissens nach besteht idR lebenslange Immunität.

    Aber davon ist man ja bislang auch immer ausgegangen, wenn es um die Immunität nach Erkrankung ging Muss bei einer Immunität durch Impfung nicht auch immer mal wieder "reaktiviert" werden? Und wenn die Masern kaum noch vorkommen, dann findet das ja auch nicht mehr statt. Dann müsste doch regelmäßig aufgefrischt werden.

    Also die Impfung gibt es ja schon einige Zeit (seit den 70ern, oder sogar noch früher meine ich).

    Hatte nicht die DDR sogar eine Pflichtimpfung?

    Das Problem hätte doch schon zutage treten müssen.

    Mein Kenntnisstand ist: durchgemachte Erkrankung = lebenslange Immunität (Ausnahmen gibts wohl immer)

    Und bei der Impfung gleichermaßen.

    There is a crack in everything. That's how the light gets in.
    - Leonard Cohen

  • Ja, mit Titerbestimmung.
    Da bin ich mir sehr sicher... immerhin fiel dafür Unterricht für uns Mädchen aus :D

    So war es bei uns auch. Erst wurde allen einmal Blut abgenommen. Nach ca. 2 Wochen war der nächste Termin, dann zum Impfen. Da musste ich nämlich nicht mehr hin. Meine Mutter und ich konnten uns nicht erinnern, dass ich jemals Röteln hatte. Aber mein Titer war sehr eindeutig vorhanden. Also wurde ich nicht geimpft.

    Vor ca. zwei Jahren habe ich meine Hausärztin nach der Masernimpfung gefragt, weil es hier in der Region ein paar mehr Fälle gab als sonst. Sie meinte, ich sollte mich lieber impfen lassen. Weil ich mich auch hier nicht an eine Infektion erinnern konnte. Dabei habe ich dann gleich die MMR-Impfung bekommen.

  • Man weiß doch mittlerweile, dass der Impfschutz mit der Zeit abnimmt. In den USA wurde mir nach der Geburt meiner kinder noch im kh empfohlen MMR aufzufrischen. Auch weil kleine Kinderzimmer ersten Jahr am gefährdetsen sind. Aber sich weil man die Mütter da hatte.


    Ebenso wie pertussis Auffrischung. Das seit einigen Jahren wieder häufiger ist.

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~

  • Bei Masern ist eigentlich die Aussage, dass es keiner Auffrischung bedarf. Die 2. Impfung ist nur gedacht für die Non-Responder beim 1. Mal. Bei Pertussis ist es wiederum ganz anders, da muss regelmäßig aufgefrischt werden und auch die Erkrankung selbst bietet keine lebenslange Immunität.