Impfpflicht! Impfpflicht?

  • MIr kommt das auch so vor, als wenn es zwar bestimmte Gruppen gibt, die jahrelang nicht zum Arzt gehen, dass das aber nicht unbedingt die Masse der Leute sind. Ich war z.B. selbst auch noch nie in der Notaufnahme.

  • nö, ich bin mittlerweile auch niedergelassen und nehme es ähnlich wahr - es gibt aus og Gründen viele, die erst gehen wenn nix mehr geht.


    Die aus der Notaufnahme sind aber eben auch zahlenmäßig nicht wenige. Meinst du, die Bettler auf der Straße, die Frauen vom Strich, die Junkies und Alkoholiker gehen regelmäßig zum Arzt?

  • K.A. - ich lebe hier im Heile-Welt-Land, wo ich echt selten Bettler, Junkies etc. zu sehen bekomme. Die äRzteversorgung scheint hier auch wirklich besser zu sein als in vielen anderen regionen dieses Landes

  • Tja, das hängt in erster Linie vom Gesundheitssystem im jeweiligen Land ab - zufälligerweise kenne ich doch einige Junkies, die durch das Methadonprojekt sehr gut medizinisch versorgt sind. Und auch sonst ist es dieser Stadt ein Anliegen, auch ihre Randständigen gut zu versorgen.

    Und jetzt mal so konkret: wieviel % der Bevölkerung machen Obdachlose, Junkies auf der Strasse und Strassenprostituierte aus?


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich könnte mir vorstellen, dass ein Großteil der Arztmuffel auch in der "Normalbevölkerung" zu finden ist. Typus Sturkopf, oft männlich und Ü50, der sich nichts vorschreiben lassen will, Vorbehalte ggü Medizinern hat, in der Ehre gekränkt wenn doch mal eine Krankmeldung sein muss, und erst zum Arzt geht wenn's wirklich brennt.

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  • Es ist doch spannend: wir diskutieren hier über Impfmüdigkeit oder -vergesslichekt, Ignoranz usw., einfach weil sich ein Gesundheitsminister profilieren will ohne dass es einen dringenden Grund für den Wind gibt, den er macht, eben nur: Profilierungssucht. Das finde ich das echt krasse an der ganzen Geschichte.


    Edit: ich will damit nicht die Diskussion torpedieren oder so!

    Murmel 12/05 Murmelini 12/07


    Es gibt eben so wenig hundertprozentige Wahrheit wie hundertprozentigen Alkohol. (Sigmund Freud)


    262 Beiträge im alten Forum – war ich so stolz drauf, deswegen steht's jetzt hier. #baden

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  • Mein Mann z.B. geht nie zum Arzt.

    Er sagt, er befürchte unnötige Untersuchungen aus finanziellen Gründen bei ihm als Privatpatienten.

    Ob das der wahre Grund ist, weiß ich aber auch nicht.

  • Ich könnte mir vorstellen, dass ein Großteil der Arztmuffel auch in der "Normalbevölkerung" zu finden ist. Typus Sturkopf, oft männlich und Ü50, der sich nichts vorschreiben lassen will, Vorbehalte ggü Medizinern hat, in der Ehre gekränkt wenn doch mal eine Krankmeldung sein muss, und erst zum Arzt geht wenn's wirklich brennt.

    Die gibt es auch, ich denke auch, dass das den größten Teil ausmacht.


    Die Suchties machen sicher nur einen Teil aus, klar. Aber die sind bei weitem nicht alle in irgendwelchen Programmen. Viele wollen da nicht teilnehmen, aus vielerlei Gründen. Da hilft auch das sozialste System nichts. Viele leben in ihrer welt und vermeiden den kontakt mit der heilen Welt.


    Das waren zwei Beispiele von mehreren, die ich oben genannt habe. Es gibt einfach zu viele Erwachsene, die aus irgendwelchen Gründen nicht zum Arzt gehen, als dass man eine gute Quote erreichen könnte.

  • Naja, aber die Impfquote bei Kindern ist doch gut?

    Fiawin mit d9be2134.gif
    age.png


    Ich habe beschlossen, mich ab sofort vollkommen gesund und süßigkeitenfrei zu ernähren.

    Ich esse nur noch schnell die Reste auf.

    Weltweit.


    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!

  • die adhärenz ist auch bei Menschen, die zum Arzt gehen übrigens sehr gering. Es ist nicht selten, dass jemand brav hingeht, Medikamente verschrieben bekommt, die er ab sofort einnehmen soll und das Rezept nie einlöst. Oder die Packung mit den Pillen gegen Zucker aufbraucht und sich kein folgerezept holt.


    Warum Menschen so agieren weiß ich nicht. Aber sie tun es. Da hilft das beste System nix.

  • Aber der gesunde, normal situierte Erwachsene "Arztmeider" ist eine Zielgruppe, die durchaus erreichbar ist - halt nicht nur durch "die kommen eh nicht"-Schmollen ;)


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Aber der gesunde, normal situierte Erwachsene "Arztmeider" ist eine Zielgruppe, die durchaus erreichbar ist - halt nicht nur durch "die kommen eh nicht"-Schmollen ;)


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Hm, ich weiß jetzt nicht, was und wen du mit "Schmollen" meinst? Mich? Ich beschreibe nur meine Erfahrungen. Mir ist es egal, ob jemand zum Arzt geht oder nicht. Wer kommt wird behandelt, wer nicht, der nicht.


    Ich wüsste einfach nicht, wie dieses Klientel erreicht werden könnte. Medizin im Deutschland ist sehr billig. An jeder Ecke gibt es Ärzte. Es gibt zahlreiche niedrigschwellige Angebote. Den Leuten, von denen Drahtesel schreibt sind ausreichend gebildet. Sie wollen einfach nicht, sie sehen die Notwendigkeit nicht, zum Arzt zu gehen, wenn sie sich nicht krank fühlen. Was ich prinzipiell auch gut finde. Was aber Prävention und Impfprojekte schwierig macht.


    Ich denke diese Gruppe gibt es in jedem Land. Auch in der schweiz. Man sieht es ihnen ja nicht an....

  • Nein, ich meine mehr so die verantwortlichen Behörden - ich denke nämlich, da wurde durchaus etwas geschlafen in den letzten Jahrzehnten. Was eben das FSME-Beispiel zeigt: wenn wirklich Geld in die Hand genommen wird, dann geht auch was...

    Sorry, aber was an "Infos" von impfkritischer Seite auf den durchschnittlichen Menschen einprasselt ist ungleich mehr als die Infos von wissenschaftlicher Seite. Und da wundern sich die Verantwortlichen, dass keine Scharen impfbegeisterter Erwachsener die Praxen stürmen? Wieso sollten sie?


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Talpa Ich habe neulich einen österreichischen Film zum Impfen gesehen, den jemand hier im Forum verlinkt hatte. Dort wurde genau das auch thematisiert - Budget für FSME versus das, was das Ministerium jährlich für ein Budget ausgibt für Pro-Impfen-Kampanien. Ich denke auch, dass da mehr möglich wäre wenn man es denn wollte. Und wer es nicht mal versucht hat schon verloren...

  • Den habe ich verlinkt ;)

    Ich weiss aber auch aus subjektiver Familien- und Freundeserfahrung, wie verbreitet und etabliert die "Zeckenimpfung" in Österreich ist.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich glaube nicht , dass Erwachsene Impfungen aktiv vermeiden aus Sorge vor Nebenwirkungen oder sonstigen Gründen, die die Kritiker anbringen.


    Es interessiert sie schlichtweg nicht. Sie sind gesund, warum sollten sie zum Arzt. Oder sie haben eben andere gewichtige Gründe, nicht zum Arzt zu gehen.


    FSME ist wie gesagt mit einer hohen Quote an schweren Verläufen behaftet. Da impft man schon allein aus Angst ein bisschen schneller.... Werbung für die Impfung durch den Hersteller des Impfstoffe würde hierzulande wohl auch etwas kritisch beäugt werden, ich weiß nicht, ob das so gut ankäme ...

  • #weissnicht


    Wir haben da wohl sehr unterschiedliche Welt- und Menschenbilder - ich bin überzeugt, dass man viele Menschen von den Vorteilen des Impfens auch im Erwachsenenalters überzeugen könnte, wenn man wollte... Ganz viele vernünftige Sachen konnten auch durchgesetzt werden, auf unterschiedlichste Weise (Gurte, Sonnenschutz...)


    Edit: die Komplikationsrate bei Masern ist ja jetzt auch nicht gerade gering... aber wieviele Erwachsene wissen das? Diese Infos könnten aber bekannter sein, wenn sie offensiver "beworben" würden.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • ....na für die gurte hat es dann schon ein Gesetz gebraucht....so ganz überzeugend waren die Argumente da dann doch nicht...


    Dazu, wieviel der medizinischen Empfehlungen umgesetzt werden gibt es viele Untersuchungen. Die Compliance ist oft überschaubar. Ich habe mal eine Zahl von 50% der Patienten gelesen, die eine gute compliance zeigen. Der Rest macht das mehr so nach eigenem Gutdünken. Was ja durchaus auch sinnvoll ist, die sollen ja nicht wie die Lemminge sein.


    Mein Menschenbild in meinem privaten Umfeld ist übrigens auch ein völlig anderes. Würde ich das als Maßstab nehmen würde ich dir umfänglich recht geben: Information und Aufklärung und die Sache läuft....

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von janos ()

  • Naja, scheint zumindest besser zu laufen als Däumchen zu drehen... Nochmal: grossangelegte Kampagnen und/oder gute Medienpräsenz haben eine Wirkung. Sei es FSME in Österreich oder MMR in der Schweiz (als einziges Land in Europa mit steigender Impfquote bei Kindern anscheinend).

    Und gerade die gebildete, im normalen Leben stehende Bevölkerung reagiert sehr gut auf sowas - und meiner Meinung nach machen die den grössten Teil der schlecht geimpften aus.


    Und da sollte der liebe Herr Gesundheitsminister meiner Meinung nach Energie reinstecken, nicht in so Gelabber von Impfpflicht...


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich wüsste einfach nicht, wie dieses Klientel erreicht werden könnte.

    Meine frühere Krankenkasse hatte ein Bonusprogramm. Man musste einmal im Jahr abstempeln lassen, dass der Impfstatus aktuell ist, man beim Zahnarzt und als Frau beim Gynäkologen war (die haben mir dann ggf. auch gleich den Impfstatus mit abgestempelt) - dann hat man 40€ seiner Beiträge zurückbekommen. Ich könnte mir vorstellen, dass man damit eine Menge Leute erreichen könnte und es trotzdem noch vergleichsweise günstig wäre.