Impfpflicht! Impfpflicht?

  • AstridK

    Wir haben damals ein Rezept vom Kinderarzt bekommen, sind zur Apotheke daneben gegangen, die haben es bestellt und in ihrem Kühlschrank gelagert. Das Praxisteam hat dann, als sie etwas für die Praxis geholt haben, den Impfstoff mitgenommen und in ihren Kühlschrank gelegt, bis wir zum Impfen kamen.
    Wir hätten ihn auch abholen und hin- und herfahren können, das wollten wir aber lieber nicht.

    Viele Grüße SonnenLotte #sonne
    mit Groß (4/12) #love und Klein (3/16) #herzen

    Einmal editiert, zuletzt von SonnenLotte ()

  • Meine Kinder sind MMR geimpft, uns betrifft das alles nicht. Mich regt es aber trotzdem auf. Es steht so in gar keinem Verhältnis und ist so klar nur dafür da Wähler (zurück) zu bekommen. Jeder Scheiß bleibt auf freiwilliger Basis. Müssen Bauern ihre Ferkel betäuben beim Kastrieren? Nein das ist freiwillig. Auch was das Klima bzw. Klimapaket angeht, alles lasch und ja nichts entscheiden was irgendeiner Lobby nicht gefallen könnte. ABER ne Impfpflicht, ja die kann man ja mal machen. Weil die Erzieherinnen in den Kindergärten ja eh langweile haben, es zu viel Personal gibt und die auch irgendeine Beschäftigung brauchen. *kotz*

    Und dabei sind das Problem hier doch gar nicht die die nicht impfen wollen. Gescheite Aufklärung wäre sicherlich sinnvoller.

  • Keuchhusten ist ja ohnehin so eine Sache ... es gibt nicht DEN Keuchhusten.
    Es gibt unterschiedliche Keuchhustenerreger und nur gegen einen kann man impfen.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Hallo,


    Ich habe bisher 4x Keuchhusten mitbekommen. Drei Mal in der Schule meiner Kinder und einmal in der Großfamilie.


    Und jedes(!) Mal waren es geimpfte Leute, die der Auslöser waren (und nach meinem Wissen auch insgesamt nur geimpfte Leute betroffen) - und die damit noch wochenlang herumliefen, weil die jeweiligen Ärzte dachten "Och, Allergie... oder dich Bronchitis? Oder hm, was noch...? KH kann es ja nicht sein, da geimpft".


    Eine ältere Frau aus der Familie plöagte sich mehrere Monate(!) Mit Symptomen, bei denen ich als Laue sofort an KH dachte. Aber der Arzt versicherte ja, das es keiner sei, also konnte man weiter unter Leute, auch zu Kleinkindern. Eine mir bekannte Jugendliche ging wochenlang so zur Schule und zum Training...


    Tja - und nun? Soll ich mich nun über die impffreudigen Ärzte ärgern, die meinen, damit ihrer Verantwortung genüge getan zu haben?


    Ganz so einfach ist es offenbar wohl doch nicht...

  • stimmt. Es ist nicht einfach.


    Mit Keuchhusten habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Im Kindergarten husteten Menschen über Wochen. Es hat super lange gedauert, bis jemand verstanden hat, was da los war. Nur ein oder zwei Kinder hatte es erwischt und sonst die Erwachsenen. Alle geimpft. Ich habe da auch mitgehustet. Und dabei hatte ich als Kind Keuchhusten. Haha.


    Was die Masern betrifft... Es ist so schrecklich schwierig. Wir mussten seinerzeit den Kinderarzt wechseln, als ich meinem kleinen Kind die Masern-Impfung (MMR eigentlich) verweigerte. Der Arzt hatte in seiner Ausbildungszeit in einem Krankenhaus gearbeitet und dort die Fälle betreut, in denen es schiefgegangen ist. Er sah nur, dass diese Kinder nicht geimpft waren und dann sterbenskrank. Er sagte, er würde mich am liebsten anzeigen wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Ich konnte das schon nachvollziehen, dass er so empfunden hat. Aber das ist sein Leben und nicht meins.

    Ich hatte mit 18 die Masern. Es war nicht schlimm. Und vor ein paar Jahren fuhr das große Kind einer Freundin auf Klassenfahrt in ein anderes Land und als er zurückkam, hatte er die Masern. Bei ihm war es auch nicht schlimm und die Geschwister steckten sich nicht an.

    Was für uns wirklich schlimm war, das war die erste Impfung (gegen was anderes). Und augrund meiner Erfahrung möchte ich eigentlich gar nichts mehr impfen. Schon gar nicht in mein Kind hinein. Hinzu kommt, dass es Menschen gibt, die sind "gute" kranke. Die werden eben einfach krank und dann sind sie krank und dann wieder gesund und es ist alles nicht so schlimm. So ist mein Kind. - Natürlich hätte ich sie niemals irgendwelchen Krankheiten mit Absicht ausgesetzt. Aber ich hatte keine Angst.

    Ach. Es ist zum Verzweifeln. Ich möchte lieber so leben. Und wir sind uns der Verantwortung die damit einhergeht sehr bewusst. Das finde ich auch okay. Wenn ich nicht impfe, muss ich eben hin und wieder Quarantänezelt spielen.

  • Keuchhusten ist ja ohnehin so eine Sache ... es gibt nicht DEN Keuchhusten.
    Es gibt unterschiedliche Keuchhustenerreger und nur gegen einen kann man impfen.

    Soweit ich weiss, gibt es ein Keuchhustenbakterium, das Keuchhusten im Menschen verursacht und ein weiteres, das Parapertussis verursacht. Es gibt aber wohl verschiedene Stämme des selben Bakteriums. Oder hast du da andere Infos?


    Keuchhusten in geimpften Menschen kann auch durch den nachlassenden Impfschutz verursacht sein. Deswegen gibt es die Empfehlung fuer Erwachsene nicht nur Tetanus aufzufrischen sondern auch gleichzeitig Pertussis.


    In manchen Laendern wird seit eingier Zeit ausserdem empfohlen, dass Schwangere Pertussis impfen, um das Neugeborene Baby so zu schützen.


    Insgesamt ist es aber wohl wie so oft ein Misch aus Faktoren, warum es seit den 90ern wieder mehr Pertussisfaelle gibt, dazu gibt es mittlerweile doch auch einige Studien. Ausserdem wurde doch die Impfung in den Jahren zuvor verträglicher gemacht, aber damit wohl auch nicht so lange anhaltend.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

    Einmal editiert, zuletzt von Nachtkerze ()

  • Weil ich es irgendwo im Netz gelesen hatte, habe ich Mal nachgelesen. Kann mir jemand etwas zu Frankreich und Italien sagen? In beiden Ländern gibt es seit mind. Anfang 2018 eine Masern Impfpflicht. Und beide Länder haben seit letztem Jahr mit die höchsten Ausbruchraten mit über 2000 Fällen.

    Was heißt diese Impfpflicht in Frankreich und Italien? Sind das wie hier alle Kindergartenkinder? Oder nur die die neu den Kindergarten besuchen? Oder gar auch andere Altersklassen?

    Liebe Grüße Genmaicha
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    Hat der Schüler schlechte Noten, hat der Lehrer versagt!

  • Ich glaube Nachtkerze hatte dazu geschrieben, dass in F erst seit 1.1.2018 eine Impfpflicht besteht und diese auch nur für neugeborene Kinder nach dem Stichtag gilt. Von daher wird nicht die komplette Bevölkerung durchgeimpft sein.


    Wie es in Italien ist, weiß ich nicht. Recherchier doch mal.


    Ich las auch letztens einen Artikel, in dem mehrere Länder verglichen wurden und auch andere Länder mit Impfpflicht sind nicht masernfrei.

    tt1c48ce.aspx
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  • Der Arzt hatte in seiner Ausbildungszeit in einem Krankenhaus gearbeitet und dort die Fälle betreut, in denen es schiefgegangen ist. Er sah nur, dass diese Kinder nicht geimpft waren und dann sterbenskrank. Er sagte, er würde mich am liebsten anzeigen wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Ich konnte das schon nachvollziehen, dass er so empfunden hat. Aber das ist sein Leben und nicht meins.

    Ich kenne natürlich deinen Arzt nicht, vielleicht hat er (wie unser KiA) ja auch eine Zeitlang in Afrika gearbeitet und tatsächlich einige dramatische Masernverläufe erlebt, oder war tatsächlich mit schweren Masernverläufen in D betraut.


    Aber ich habe solche Aussagen zuhauf im Zusammenhang mit Hausgeburtsdiskussionen erlebt. Da gibt es immer wieder Leute, die schamlos sagen, dass sie HGs nicht gut finden können, weil sie ja bei ihrer Arbeit immer die ganzen schiefgelaufenen Fälle erleben, bei denen die Kinder sterben, schwere Behinderungen erleiden, oder gerade noch überleben.


    Und das *kann* von der reinen Zahl der Fälle in Deutschland gar nicht sein. Todesfälle nach außerklinisch begonnener und im KH beendeter Geburt gab es damals, als ich das Thema häufiger diskutiert habe, durchschnittlich vielleicht 7/Jahr (eher weniger). Behinderungen oder beinahe-Todesfälle auch noch ein paar, aber insgesamt weniger als 50 oder so. Bei ca. 1500 Geburtenstationen in D kommt da statistisch in jedem KH in 30 Jahren mal ein Fall vor. Da muss man schon Pech haben, dann auch gerade noch Schicht zu haben.


    Aus der Zeit bin ich noch echt allergisch, wenn ich solche Aussagen höre und nicht für glaubwürdig halte. Unserem KiA habe ich aber, wie gesagt, geglaubt, dass er sowohl (schwer verlaufende) Masern als auch Tetanus schon live gesehen hat.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • huehnchen69, muss ja nicht auf der geburtsstation sein. Gesammelt trifft man Patienten mit perinataler Schädigung auch in der Neurologie, in speziellen Einrichtungen für Behinderte Kinder, beim Kinderarzt. Da gibt es schon genügend berührungsmöglichkeiten, die die Wahrnehmung des Risikos verzerren können.

  • Mit Keuchhusten habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Im Kindergarten husteten Menschen über Wochen. Es hat super lange gedauert, bis jemand verstanden hat, was da los war. Nur ein oder zwei Kinder hatte es erwischt und sonst die Erwachsenen. Alle geimpft. Ich habe da auch mitgehustet. Und dabei hatte ich als Kind Keuchhusten. Haha.

    Impfen bietet ja auch keinen 100% Schutz, sondern nur einen deutlich erhöhten Schutz.


    Ich halte da aber auch (in jeder Richtung) nicht viel von diesen Einzelfall-Geschichten.


    Wie stark die Krankheit abgenommen hat, seit geimpft wird, finde ich da deutlich wesentlicher. Ich bin aber trotzdem gegen eine Impffplicht. gerade so wie sie durchgeführt wird.

    Die Kinder sind recht gut durchgeimpft. Wenn dann bräuchten wir eine Impfpflicht für alle.


    https://www.heise.de/tp/featur…dheitskultur-4587801.html


    Den Artikel finde ich dazu sehr interessant.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

    Einmal editiert, zuletzt von Shevek ()

  • Hallo,


    Ich kannte bisher auch nur Pertussis und Parapertussis? (In den mir bekannten Fällen war es jedenfalls der Keuchhusten, gegen die die erkrankten Personen eigentlich geimpft waren. Das wurde uns zumindest so mitgeteilt )


    Keuchhusten in geimpften Menschen kann auch durch den nachlassenden Impfschutz verursacht sein. Deswegen gibt es die Empfehlung fuer Erwachsene nicht nur Tetanus aufzufrischen sondern auch gleichzeitig Pertussis.


    Na ja, sollte das tatsächlich bei den mir bekannten Kindern im Grundschulalter bzw. wenige Jahre zuvor ( 2 oder 3) (wiederholt) geimpften Erwachsenen der Grund gewesen sein, sollte mMn die Sinnhaftigkeit/Wirksamkeit bzw., das aktuelle Impfschema grundsätzlich hinterfragt werden.


    Zumindest sollte der Umgang mit Symptomen und der (trügerische) Sicherheitsglaube hinterfragt werden, eben weil impfen KEINEN 100%igen Schutz bietet und jede/r - auch man selber oder das das geimpfte eigene - betroffen bzw. Überträger sein kann. Ich finde, das wird oft zu leicht vergessen.


    (Ähnliches kann ich von Windpocken aus dem Kiga bereichten, "Hitzefrieseln", "Allergie", "unklarer Hautausschlag" ... "Nein, die Windpocken auf keinen Fall - schließlich ist das Kind dagegen geimpft")

  • huehnchen69, muss ja nicht auf der geburtsstation sein. Gesammelt trifft man Patienten mit perinataler Schädigung auch in der Neurologie, in speziellen Einrichtungen für Behinderte Kinder, beim Kinderarzt. Da gibt es schon genügend berührungsmöglichkeiten, die die Wahrnehmung des Risikos verzerren können.

    Ich glaube, das kann ich nicht richtig wiedergeben. Dass jeder aufgrund eigener Erfahrungen und selektiver Wahrnehmung ein eigenes, möglicherweise mit tatsächlichen Risiken nicht im Einklang stehendes Risikoempfinden hat - das finde ich normal.


    Die Fälle, die ich meine, waren aber unlauter-manipulativ. Dass die Leute behauptet haben, aufgrund persönlicher beruflicher Erfahrung im engen Kontext so vielen dramatischen Fällen begegnet zu sein, um ihre Meinung an die Frau zu bringen. In einem Fall hatte das ein offensichtliches Ziel ("Mein Mann ist Rettungssanitäter und hat schon so oft XY erlebt, deshalb will er nicht, dass unser Kind zu Hause zur Welt kommt, obwohl ich das lieber hätte"), in anderen war mir das unklar, wieso die Ärzte so missionarisch drauf sein mussten.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Ich kann hier genau das Gegenteil berichten.

    Unser Arzt hat mir erzählt (er ist über 60), dass es früher zwar häufiger Kinderkrankheiten gab, diese aber gut erkennbar waren und es sehr selten mal schlimme Fälle gab.

    Heutzutage hingegen gibt es diese Krankheiten selten, sie sind schwerer zu erkennen (weil man das nicht mehr so auf dem Schirm hat) und dann kommt es leider zu Komplikationen...

    Als bei uns im Kiga die Windpocken gewütet haben, haben so viele geimpfte Kinder trotzdem Windpocken bekommen. Da waren echt viele Mütter erstaunt wie hoch da die Versagerquote war.

    Auffällig war, dass die geimpften Kinder sehr heftig die Krankheit durchgemacht haben während die ungeimpften sie normal bis leicht hatten.


    Mein größtes Problem an Impfungen ist ehrlich gesagt wie sie hergestellt werden.

    Gentechnisch hergestellte Erreger und dann noch mehrfach in einer Impfung vermengt mit hochgiftigen und allergieauslösenden Inhaltsstoffen. Und dann kommt das Zeug auf einem total unnatürlichen Weg in den Körper.....

    Wenn du nach dem Menschen suchst, der dein Leben verändert,
    Dann schaue in den Spiegel.

  • huehnchen69, muss ja nicht auf der geburtsstation sein. Gesammelt trifft man Patienten mit perinataler Schädigung auch in der Neurologie, in speziellen Einrichtungen für Behinderte Kinder, beim Kinderarzt. Da gibt es schon genügend berührungsmöglichkeiten, die die Wahrnehmung des Risikos verzerren können.

    Ich glaube, das kann ich nicht richtig wiedergeben. Dass jeder aufgrund eigener Erfahrungen und selektiver Wahrnehmung ein eigenes, möglicherweise mit tatsächlichen Risiken nicht im Einklang stehendes Risikoempfinden hat - das finde ich normal.


    Die Fälle, die ich meine, waren aber unlauter-manipulativ. Dass die Leute behauptet haben, aufgrund persönlicher beruflicher Erfahrung im engen Kontext so vielen dramatischen Fällen begegnet zu sein, um ihre Meinung an die Frau zu bringen.

    Wahrscheinlich reichen da einige wenige Erlebnisse, bei denen es so richtig schlecht lief und durch schnelleres Handeln deutlich besser hätte laufen können. Wer ein solches setting nuch erlebt hat kann sie die Dramatik dessen glaube ich nicht vorstellen, was dann schnell dazu führt, dass die eine Partei bagatellisierend, die andere dramatisierend und missionarisch wahrgenommen wird.


    Da gab es auch schon mal einen thread zu, wie neutral eine Aufklärung sein muss oder darf. Ich empfinde es als ein unlösbares Dilemma, vor allem vor dem Hintergrund der zunehmenden Beschwerden und gerichtlichen Klagen von Patienten.

  • Astrid, das ist dann aber auch eine Einzelerfahrung.

    Als meine Kinder die Windpocken hatten, hatten wir viel Kontakt mit geimpften Kindern, weil es nicht vermeidbar war. Und wir haben niemanden angesteckt, der geimpft war. Gottseidank, die Eltern hätten mich sonst auch einen Kopf kürzer gemacht. Aber wir hatten kaum Optionen, da wir nach einem Hausbrand nur von Behelfsunterkunft zu Behelfsunterkunft gewechselt sind. Die Impfung funktioniert zu annähernd 90%. Dass die Versagerquote demnach mit 10% gar nicht mal so niedrig ist, war aber weder uns, nich den anderen Eltern, damals so klar. Sonst hätten wir wohl noch mehr Probleme gehabt.

    Ich fand die Varizellen erstaunlich nervig. Einer meiner Söhne hat jetzt Narben davon, auch im Gesicht. Ich hätte ein drittes Kind daher geimpft.

    Der Verlauf von geimpften Kindern, die dennoch Windpocken bekommen, soll ja eigentlich auch schwächer sein. Wobei ich insgesamt die Windpocken dennoch als eher harmloser ansehen würde, als andere impfbare Erkrankungen.

    Da wird wohl auch keine Impfpflicht kommen. Ich persönlich würde mich aber nicht sehr wundern, wenn man z.B. Keuchhusten verpflichtend impfen würde. Denn da sind die Neugeborenen halt schon gefährdet. Letztes Jahr habe ich so einen Fall in der Praxis miterlebt. Die Eltern des Babys haben den Keuchhusten vermutlich übertragen, die waren beide nie geimpft worden. Allerdings war auch ein Großelternteil am husten und es war letztlich schwer zu klären, wer angefangen hat. Spielt aber auch kaum eine Rolle. Das Baby war dann echt schwerkrank. Nicht schön. Und gegen Keuchhusten sind auch in meiner Generation viele Kinder nicht geimpft worden. Ich z.B. selber auch nicht. Aber eine Pflichtimpfung gegen Keuchhusten müsste dann definitiv für alle gelten, also gerade auch für die Elterngeneration. Und daher wird es wohl nicht kommen. Das Gegenteil ist ja eher der Fall: obwohl die Impfung im Moment zur Verfügung steht, wird sie kaum aktiv angeboten.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

    Einmal editiert, zuletzt von Miriam ()

  • Die persönliche Wahrnehmung ist doch immer anders als Statistik.

    huehnchen69 Beispiel mit den ausserklinischen Geburten : Statistisch gehen die allermeisten Geburten zu Hause oder im Geburtshaus gut. Es handelt sich hierbei aber um eine positive Auslese von gesunden Frauen mit unkomplizierten Schwangerschaften.

    Als Arzt in der Klinik, womöglich noch mit perinatalzentrum erlebt man aber die ganze Bandbreite. Die traurigen und die dramatischen Verläufe prägen sich auch viel mehr ein als die unkomplizierten, das verzerrt das Bild erheblich.

    Für mich wäre eine Geburt ausserhalb einer Klinik mit perinatalzentrum nicht in frage gekommen, weil ich eben immer auch das worst case Szenario im Hinterkopf hatte.


    Das ist natürlich bei anderen Leuten

    anders und die gebären entspannter in

    kuscheliger Atmosphäre. Das ist eine

    individuelle Entscheidung. Ich tue mich nur schwer damit zu erkennen ob die Entscheidung der Eltern wirklich verantwortlich ist.

    Das Abwägen der Risiken ist so schwierig, zumal ja ein Wunsch besteht nach Hausgeburt. Da kann ich mir durchaus vorstellen dass Risiken verdrängt werden und Vorteile überhöht wahrgenommen werden.


    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Das ist jetzt zwar arg OT, aber ich kann nicht anders ;) - das Thema liegt mir noch mehr am Herzen als das Impfthema, so dass ich das hier

    Ich tue mich nur schwer damit zu erkennen ob die Entscheidung der Eltern wirklich verantwortlich ist.

    Das Abwägen der Risiken ist so schwierig, zumal ja ein Wunsch besteht nach Hausgeburt. Da kann ich mir durchaus vorstellen dass Risiken verdrängt werden und Vorteile überhöht wahrgenommen werden.

    einfach nicht unkommentiert stehen lassen kann...

    Die persönliche Wahrnehmung ist doch immer anders als Statistik.

    huehnchen69 Beispiel mit den ausserklinischen Geburten : Statistisch gehen die allermeisten Geburten zu Hause oder im Geburtshaus gut. Es handelt sich hierbei aber um eine positive Auslese von gesunden Frauen mit unkomplizierten Schwangerschaften.

    Als Arzt in der Klinik, womöglich noch mit perinatalzentrum erlebt man aber die ganze Bandbreite. Die traurigen und die dramatischen Verläufe prägen sich auch viel mehr ein als die unkomplizierten, das verzerrt das Bild erheblich.

    Es gibt jede Menge Studien zum Thema außerklinischer Geburt, die belegen, dass das Risiko einer außerklinischen Geburt (besser sollte man wohl sagen: einer geplant außerklinisch begonnenen Geburt, denn auch die, die dann im KH zu Ende gebracht werden, bleiben natürlich zur Auswertung in der Außerklinisch-Gruppe) nicht höher ist als das einer KH-Geburt, wenn man "gleich gesunde" Schwangere betrachtet.


    Natürlich gibt es im KH, Unikliniken beispielsweise, dann auch noch zusätzlich die Geburten nach kompliziertem SchwSch-Verlauf, die z.B. die KS-Quote erhöhen usw. Aber die sind nicht der Grund dafür, dass außerklinische Geburten genauso sicher sind wie Klinikgeburten.


    Für mich wäre eine Geburt ausserhalb einer Klinik mit perinatalzentrum nicht in frage gekommen, weil ich eben immer auch das worst case Szenario im Hinterkopf hatte.

    Das ist klar, und es ist mE immer eine schlechte Idee, eine Geburt an einem Ort zu haben, an dem man sich nicht sicher fühlt. Für mich wäre das das KH gewesen (und beide Geburten wären dort sicherlich auch unschön (bei T) bzw. dramatisch (bei Q) abgelaufen.


    Da gab es auch schon mal einen thread zu, wie neutral eine Aufklärung sein muss oder darf. Ich empfinde es als ein unlösbares Dilemma, vor allem vor dem Hintergrund der zunehmenden Beschwerden und gerichtlichen Klagen von Patienten.

    Das Problem sehe ich auch, nicht nur im medizinischen Bereich. Auch wenn ich den Impuls verstehe, wenn etwas blöd läuft zu denken "Wer zur Hölle hat denn X gemacht, so dass mir jetzt Y passiert?!?". Das passiert mir irgendwie reflexhaft auch öfters. Aber dem Impuls dann nachzugeben und tatsächlich andere zu beschimpfen, zu verletzen oder zu verklagen - das scheint mir in den letzten Jahren irgendwie ganz schön zuzunehmen. So eine "irgend jemand anders muss doch Schuld sein an diesem Schlamassel, und den lasse ich dafür zahlen"-Einstellung. Bei den Gerichtsverhandlungen, über die hier regelmäßig berichtet wird, schlackere ich oft mit den Ohren, wie jemand auf so eine Idee kommen kann. Eine Lösung weiß ich auch nicht.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05