KiGa Alternative - mit anderen Eltern in der Betreuung abwechseln? Erfahrungen?

  • ich hör immer mal so, dass Eltern, die keinen Betreuungsplatz finden, sich mit anderen zusammen tun und abwechselnd die Kinder betreuen, damit jeder mal arbeiten kann und um die fehlenden Großeltern vor Ort zu ersetzen.


    Ich finde das eine tolle Idee, die Betreuungssituation hier ist echt der Horror. Ich frag mich aber immer, wie realistisch sowas in der Umsetzung ist. Funktioniert das bei jemandem? Habt ihr das schon mal getestet?

    Ich meine nicht mal für ne Stunde sondern so, dass man tageweise arbeiten kann.

    Das würde mich mal interessieren, ob da jemand Erfahrungen gemacht hat. :)

  • Ja, wollten wir, hatten aber niemanden gefunden. Letztendlich sind alle anderen doch zur Kita...

    Weihnachtskind 2013

    Sternenkind 11/2017

    Sternenkind 08/2019

  • Mondkalb  

    Ja, so war es letztes Jahr bei uns auch, obwohl vorher noch einige drüber gesprochen haben.

    Jetzt kommt kind 2 und kind 1 ist nicht mal sicher untergebracht, daher denk ich wieder neu drüber nach.

  • Im Abwechselsystem habe ich keine Erfahrung, aber ich hatte früher zwei Rabenkinder und später noch ein anderes gegen eine kleine Aufwandsentschädigung bei mir, während ich zu Hause war. Betreuung war zu der Zeit illusorisch für uns, die anderen Eltern konnten arbeiten und mein Kind hatte einen Spielkameraden.

    Würde ich mich heute aber wegen Versicherungsschutz nicht mehr trauen, glaube ich.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Freunde von mir haben das so gemacht und sich mit drei Kindern abgewechselt. Alle kannten sich vorher, die Eltern waren befreundet. Es hat wohl gut geklappt, allerdings hatten die alle flexible Jobs/ Studium. Für einen normalen Job fände ich das Modell arg mutig.

    "Stay afraid, but do it anyway. What’s important is the action. You don’t have to wait to be confident. Just do it and eventually the confidence will follow." Carrie Fisher

    LG Matilda mit Tochter (08/2004) und Sohn (09/2015)

  • Ich kenne Leute die das so ähnlich machen.

    Was ich von denen so gehört habe: Die machen das 2 Vormittage die Woche. Und nur mit Kindern unter 1,5 weil danach der Betreuungsaufwand zu hoch war.

    Das sind eigentlich alles Studierende oder Promovierende die ab spätestens 1,5 einen Tagesmutterplatz haben.

    Realistisch schaffen sie es pro Vormittag 1-2h am Laptop zu arbeiten oder ein paar Telefonate zu führen.

    Bei älteren Kindern weiß ich nichts. Kommt wahrscheinlich total auf die Leute an.

    Lg

    Annanita


    "...baaald seid iiihr groooß, und könnt aaa-lles a-llein,

    aaaber biiis daaann schlaaaft ihr hiiier bei miiiir eiiiin."

    *träller*


  • Ich habe mit einer Freundin das für einen Nachmittag gemacht. Zwei Jahre lang. So konnten wir beide einen langen Tag arbeiten, weil der Kiga nur bis 14 Uhr ging. Klappte sehr gut.

    Gibt es bei euch nicht mal Tagesmütter?

    holly mit großer Tochter (07/03) und kleinem Sohn (06/06)

  • Bei uns im Kindergarten gibt es keine Ferienbetreuung, sprich: Er hat die kompletten Schulferien auch geschlossen. Da wird zunehmend mehr Mütter haben, die Alleinerziehend sind und/oder berufstätig, kommt das Thema auch immer mal wieder auf, in dem Fall aber nur für einige Wochen in den Ferien.


    Trotzdem tauchen da wohl die gleichen Probleme auf, wie bei einem regelmäßigen Modell:
    - Die Kinder müssen sich gut verstehen und miteinander spielen wollen. Bei 3-5 kleinen Kindern nicht immer einfach. Was passiert, wenn ein Kind ständig Streit sucht oder eins besonders darunter leidet? Oder einfach nur eins dabei ist, was erhöhten Betreuungsaufwand hat?
    - Wie schaut es mit Geschwisterkindern aus? Die müssen ja auch entweder noch mitbetreut oder anderweitig untergebracht werden.

    - Was ist, wenn die betreuende Mutter oder ihr Kind krank sind? Stehen dann 4 Familien ohne Betreuung da? Kann ja schlecht jemand einspringen, weil alle Arbeitszeit eingeplant haben. Oder was ist, wenn es immer die gleiche(n) ist, die bei sowas einspringt, weil sie am flexibelsten ist?

    - Kann man überhaupt seine Arbeitszeit so legen, dass man nur 4 Tage die Woche arbeitet oder braucht es eigentlich 5?

    - Schaffen es alle Kinder den ganzen Tag zusammen als Gruppe zu gestalten oder braucht sie dann noch Mittagsschlaf oder eine Mittagspause?

    - Kann man räumlich genug Platz für 5 spielende Kinder bieten und ggf. noch Möglichkeiten für ein Schläfchen?

    - Was passiert, wenn eins der (fremden) Kinder irgendwas kaputt macht, sich verletzt?

    - Die Eltern sollten erziehungstechnisch schon halbwegs auf einer Wellenlänge sein. Der eine will vegane Ernährung, der nächste findet, dass Chips zum Mittag voll ok sind, die eine macht Programm mit den Kids, die nächste nur die Glotze an,...


    Es gibt also ziemlich viel Konfliktpotential, was man vorher klären sollte, wenn man so ein Modell wirklich als regelmäßige und verlässliche Betreuung nutzen will. Da vermutlich nicht alle 8-10 Stunden am Tag 5 kleine Kinder betreuen möchten, werden wohl nicht allzu viele Stunden Arbeitszeit dabei rauskommen und die sollten möglichst flexibel sein.

    Letztendlich ist es bei uns im Kindergarten immer an einem oder mehreren Punkten gescheitert, auch meist schon zu einem recht frühen Zeitpunkt. Es waren quasi so viele offene Fragen oder Schwierigkeiten, dass da nie etwas zustande gekommen ist. Von einzelnen direkten Verabredungen mal abgesehen (ich hatte z.B. mal einen Kindergartenfreund meiner Tochter 2 Wochen jeden Tag in den Ferien hier, das klappte gut).


    Ich würde dir raten doch lieber nach einer Tagesmutter ausschau zu halten, da ist die Betreuung deutlich verlässlicher.

  • Wir hatten für 2 Jahre eine Spielgruppe mit 7 Familien. Dazu hatten wir im Bürgerhaus einen eingerichteten (inkl. Spielzeug, Küchenzeile, Garderobenraum mit Wickeltisch und Toilette, direkt dabei ein öffentlicher Spielplatz) Eltern-Kind-Raum für 3 Vormittage (à drei Stunden) gemietet. Der Plan war, dass immer zwei Elternteile die Kinder betreuen.

    Das hat für manche ziemlich gut funktioniert - meine Freundin konnte ihre Tochter nach einer Eingewöhnungszeit eigentlich immer dort lassen und hat in der Zeit zu Hause (fußläufig erreichbar) gearbeitet.


    Ich hatte gedacht, dass ich die Zeit fürs Studium nutzen könnte. Ging bei uns aber nicht, weil das Bärchen in dem Alter nicht kindergruppenkompatibel war und eine 1zu1-Betreuung brauchte. So war ich dann immer dabei und wir hatte keine Betreuung, sondern ein soziales Übungsfeld.

    Ein anderes Kind hat sich nicht trennen können und war schrie bei den Trennungsversuchen nur panisch und untröstlich. Da war dann auch lange Zeit keine Betreuung möglich.


    Insgesamt fand ich, dass das eine tolle Idee war. Aber länger als die drei Stunden hätte ich das wohl nicht gemacht, wenn es funktioniert hätte.

    Auch schwierig fand ich, dass man die anderen Eltern erst nach und nach einzuschätzen lernte. Manchen hätte ich mein Kind dann anvertraut, anderen eher nicht...


    Die Verlässlichkeit ist auch so ein Ding... Wenn ein Kind oder ein Elternteil krank wurde, musste jemand anders dafür spontan einspringen können. Also mit einer festen Arbeitsverpflichtung wäre das eher nicht gegangen.

    Grüße von der bärin


    "Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben." A. Gide

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  • ganz ehrlich...das klingt immer so romantisch... aber in wirklichkeit ist das schwierig...

    wir haben uns als eine Gruppe von Eltern hier organisiert, um den Schulweg der Kinder abzudecken, weil alle Kinder des Kindergartenjahrgangs in die weiter entfernte Schule geschickt wurden, weil die Sprengelschule aus allen Nähten platzt. D.h. nur Begleitung von Schulkindern jeden Morgen, jeden Mittag und einen Nachmittag die Woche 14h und 16h. Wir haben uns jeweils abgewechselt, damit nicht jede Familie jeden Morgen das Kind begleiten muss, jeder hatte fixe morgen- und Mittagsdienste etc.

    tja. Nach den letzten Schulferien haben wir die Sache aufgelöst, weil manche Eltern einfach dann doch nicht so mitgezogen sind, andere deshalb mehr übernehmen mussten und weil die Kinder halt Kinder sind und es auf dem Weg manchmal Schwierigkeiten gab. Ich will mir gar nicht ausdenken, was das alles für Schwierigkeitspotential sonst bietet, wenn man mehr betreuen muss. Ich würde eine solche Abwechslungsweise Sache nur bei generell selbstständigen Schulkindern überhaupt in Erwägung ziehen.

    Daher, ernsthaft such eine Kita oder eine Tamu.

    Ich sehe immer wieder bei jungen Eltern dieses Lavieren von Betreuung brauchen und dann versuchen, es doch nicht ganz zu haben #confused also ehrlich, wenn ihr arbeiten müsst, dann sucht eine ordentliche Betreuung, sonst wird das nicht. Sie muss verlässlich sein und sie muss funktionieren. Ohne dass jemand ein schlechtes Gewissen hat. Da finde ich jemanden dafür bezahlen schlicht die bessere Lösung. Alles andere ist nicht verlässlich.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

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  • Wir haben das bei allen 3 Kindern so gemacht. Bei den beiden großen hatten wir einige andere Familien aus den nächsten Umgebung und wir haben alle 5 Tage abgedeckt. 1 mal in der Woche hatte man selbst einen Betreuungstag. Ging immer so von 9-14.00 mit sehr altersgemischter Gruppe (1-5 Jahre) aber auf dem Land mit großem Außengelände, Bauwagen etc. Wir waren alle in die Gegend gezogen und hatten keine Chance auf KigaPlätze bzw. wollten einige von uns keine klassische Kiga nutzen. Wir arbeiten alle vor Ort und mehr oder weniger flexibel- es hat recht gut funktioniert obwohl die soziale Komponente nicht zu unterschätzen ist.

    Jetzt nehme ich einen Tag das Kind einer Freundin für 1 Vormittag und sie dafür meine jüngste Tochter für 1 anderen Vormittag. Wir und die Kinder sind damit sehr zufrieden obwohl sie recht unterschiedlich alt sind -1,5 und 4 Jahre. Manchmal kommen noch 2 andere 4 Jährige dazu. ich kenne die Kinder alle sehr gut und es ist zwar oft anstrengend, aber schön wenn ich mir die Zeit gut einrichte (was vornehmen: Ausflug, Bastelei etc. Kochen oder Backen .. va im Winter wichtig sonst droht für mich der Budenkoller).

    Ich denke das ist so gut möglich, va wenn man flexibel arbeitet - ich schaffe in meiner freien Zeit dann recht viel. Trotzdem ist mir immer klar, dass das nicht 100% verlässlich ist. Wenn die Gruppe nicht zu groß ist und die Kinder schon etwas älter war das hier oft auch ein Selbstläufer - also wenig Betreunungs- mehr Beaufsichtigungsaufwand.

  • Wenn schon vorher intensiver Kontakt bestand und man sich ohnehin fast jeden Tag getroffen und auch mal gegenseitig Kinder gehütet hat (man also eh ständig den Pulk hat) kann das klappen. Wenn man sich nur konkret dafür zusammentut eher nicht.


    Um da dauerhaft durchzuhalten brauchts ein grosses Mass an Vertrautheit und Routine, sonst konmt auf Dauer Frust auf.

    Lass Dich nicht vom Bösen überwinden sondern überwinde das Böse mit Gutem.

  • Wir haben da mal anstelle einer Hortbetreuung daran herumgedacht, aber dann doch mehrheitlich auf den schulhort oder die Großeltern zurück gegriffen.

    Bei Nachbarn ging es schief, da sich die drei Mädchen, die zusammen betreut werden sollten, nach wenigen Wochen so gründlich zerstritten hatten, dass keine gemeinsamen Nachmittage mehr möglich waren.

    Ich habe tatsächlich einen freien Tag, aber den brauche ich häufig für Arzttermine, Ämter oder sonstige besorgungen, sodass eine regelmäßige Verpflichtung für mich durchaus eine Einschränkung gewesen wäre.

    Außerdem ist dieser freie Vormittag die einzige Zeit in der Woche, wo ich mal ein paar Stunden für mich allein bin und Hausarbeit erledigen kann, ohne dass mir jemand das Ohr dabei abquatscht oder ich jeden Handgriff zehnmal unterbrechen muss, weil jemand was von mir will.

    I feel like procrastinating... but I think I'll wait.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von moose ()

  • Stimmt. Wo ich das von moose lese fällt mir ein, dass wir als die Große in der 5. Klasse war einen Tag die Woche nach der Schule ein Mädchen aus ihrer Klasse mitbetreut haben zu Hause.

    Das hat dann geendet als die Mädels sich ziemlich zerstritten haben.

    Lg

    Annanita


    "...baaald seid iiihr groooß, und könnt aaa-lles a-llein,

    aaaber biiis daaann schlaaaft ihr hiiier bei miiiir eiiiin."

    *träller*


  • danke für eure Erfahrungen. Ich finde das ganze eine tolle Idee aber stelle es mir in der Praxis sehr schwierig vor. Aber da ich da immer wieder von höre und hier die Betreuungssituation so schwierig ist, interessiert mich einfach sehr, wenn jemand da schon mal wirklich Erfahrungen mit gemacht hat... Aber der Schnitt hier bestätigt ja eher meine Zweifel. Das ist auf jeden Fall gut zu wissen!

  • Ich koennte mir vorstellen, wenn man das vorher wirklich gemeinsam schriftlich festlegt, dass man dann eher Chancen auf Erfolg hat.

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~

  • Ich mache das so mit meiner Schwester. Ich habe einen Tag ihre beiden (18 Monate und 3.5) und sie hat an einem Tag meine Kleine (13 Monate). Die Grossen kommen momentan Mittags nach Hause, aber sobald ich wieder arbeite (suche momentan), gehen sie entweder einen zusätzlichen Tag in die Betreuung oder zu ihr am Nachmittag. Das heisst, ich habe dann jeweils morgens 3 Kleinkinder, Mittags 6 Kinder am Tisch und am Nachmittag zwischen 3 und 6 Kindern. Geht für mich gut, aber ich kenne die Kinder von Geburt an und sie mich.