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  • Na ja, aber ob das wirklich GUTE Gründe sind, wage ich ehrlich gesagt zu beweifeln. Ich halte das eher für eines der größten Probleme dieses Landes.

  • Also zumindest das: "Dies beugt nicht nur einem Machtmissbrauch vor, sondern ermöglicht orts- und bürgernahe Entscheidungen." finde ich schon recht überzeugende Gründe...

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • Föderale Strukturen ermöglichen es beispielsweise in den Bildungsplänen auf regionale Aspekte der Geschichte, Literatur, Wirtschaft, Ökologie einzugehen. Und damit konkretes Lernen vor Ort zu begünstigen. Sie ermöglichen "schlankere" Lösungen für Bedingungen vor Ort.


    Wird es so verständlicher?

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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    Willy Brandt, 1969

  • Ich würde mir in der Tat ein bundesweit gleiches Abitur zu gleichen Bedingungen wünschen, gleiche Lerninhalte Lehrpläne... die Methode würde ich nicht festlegen wollen...

  • Die Dezentralisierung des Schulsystems dient der Vorbeugung von Propaganda? Irgendwie sehe ich da nicht so recht die grosse Gefahr.

    Föderale Strukturen ermöglichen es beispielsweise in den Bildungsplänen auf regionale Aspekte der Geschichte, Literatur, Wirtschaft, Ökologie einzugehen. Und damit konkretes Lernen vor Ort zu begünstigen. Sie ermöglichen "schlankere" Lösungen für Bedingungen vor Ort.


    Wird es so verständlicher?

    Ich bin mir nicht ganz sicher, was du damit im Detail meinst, ich sehe aber auch nicht ganz, warum ein zentraler Lehrplan nicht zB einfach regionale Ortskunde beinhalten kann? Und wenn im Deutsch-Unterricht neben den nationalen Schriftstellern und Poeten auch ein paare regionale vorkommen, ist das doch auch positiv zu sehen. Da wir aus einem zentralisierten Lernsystem kamen, kann ich sagen, dass dort, wie ja auch in Deutschland, neben den nationalen Lernzielen und Vorgaben durchaus auch einiges an regionalen Aspekten behandelt wurde. Und bei Geschichte hat man bei Vauban halt eine regionale Burg angeguckt, oder bei den Steinzeitmenschen Menhire. Dennoch war das Thema nationale Geschichte Frankreichs.



    Ich sehe auch, dass das in Deutschland in absehbarer Zeit nicht passieren wird, vielleicht ist es gerade deshalb umso notwendiger, um eben mal nach gemeinsamen Wegen und Lösungen zu gucken und nicht nur jeden sein eigenes Sueppchen kochen zu lassen. Es wird auch in einem zentralen Lehrplan noch genug Individualität geben.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Föderale Strukturen ermöglichen es beispielsweise in den Bildungsplänen auf regionale Aspekte der Geschichte, Literatur, Wirtschaft, Ökologie einzugehen. Und damit konkretes Lernen vor Ort zu begünstigen. Sie ermöglichen "schlankere" Lösungen für Bedingungen vor Ort.


    Wird es so verständlicher?

    Ich halte das für vorgeschoben. Dafür könnte man einfach mit generellen Themenstellungen Rücksicht nehmen.

    Schlanker könnte es werden, wenn es eben nicht ein komplettes Ministerium in jedem Bundesland geben müsste... und letztlich glaube ich, das ist mit ein Grund dafür, dass das noch nicht geändert wurde.


    Ich möchte nicht missverstanden werden, ich möchte eigentlich keine große Umwälzung, denn nach meiner Erfahrung wird es immer nur schlechter, wenn was umgestellt wird.

  • Ich bin mir nicht ganz sicher, was du damit im Detail meinst, ich sehe aber auch nicht ganz, warum ein zentraler Lehrplan nicht zB einfach regionale Ortskunde beinhalten kann?

    Genau so war es in der DDR. Die allermeisten Sachen waren überall gleich, aber z.B. hat man im Grundschulalter ausführlich seinen eigenen Bezirk behandelt. Regionale Geschichte kam damals quasi nicht vor, aber da könnte man ja genauso Blöcke für einplanen, die die Länder dann ausgestalten könnten. Selbst eine Sprachenfolge muss ja nicht zentral vorgegeben werden aber halt, im welchen Klassen begonnen wird und wie viel Unterrichtsstunden dafür vorzusehen sind.


    Und bei allem Ideologiemist, der an DDR-Schulen gelaufen ist - meiner Meinung nach war da vieles sehr viel pädagogisch und methodisch sinnvoll zentral aufbereitet und eingeführt. Man schaue sich nur mal die Geschichte der Schulausgangsschrift im Vergleich zu der der Vereinfachten Ausgangsschrift an. Wenn nicht jede Region ihr Süppchen kocht, könnte man vielleicht auch mal die ganze didaktische Forschung sinnvoller gestalten und Methoden wirklich absichern bevor man sie anfängt einzuführen.

  • Nachtkerze - aber gerade in Frankreich gibt es doch große Debatten um die nationale Bildung, die Verkrustung des nationalen Bildungssystems, die damit einhergehende Chancenungleichheit... Das System ist viel starrer, wenn es darum geht, neue Methoden oder Inhalte umzusetzen #weissnicht


    Und ja, man könnte ein sehr schlankes, bundesweites System mit viel Freiraum für regionale Gestaltung ausarbeiten, das fände ich sogar ganz schick. Aber dann wird gerade den Faktoren "Gut-umziehen-können" und Vergleichbarkeit nicht Rechnung getragen - dann unterscheiden sich ja im Zweifelsfall nicht nur Schulen auf Länderebene, sondern möglicherweise von einem Ort zum anderen voneinander. Also wenn man unter Regionalbezug mehr versteht, als mal einen Schriftsteller vor Ort durchzunehmen.


    Zur Vorbeugung vor Propaganda - schau mal was gerade in Polen passiert. Da fällt es der PIS dank eines nationalen Bildungssystems sehr viel leichter ihre Geschichtssicht durchzusetzen, als wenn sie es in 16 Woiwodschaften durchsetzen müsste.


    Wie gesagt - ich erkenne durchaus auch positive Aspekte in einem nationalen Bildungssystem. Aber ich finde zu sagen, dass gar nichts für eine föderale Struktur spricht, ist zu kurz gesprungen.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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    Willy Brandt, 1969

  • Zitat

    Genau so war es in der DDR. Die allermeisten Sachen waren überall gleich, aber z.B. hat man im Grundschulalter ausführlich seinen eigenen Bezirk behandelt. Regionale Geschichte kam damals quasi nicht vor, aber da könnte man ja genauso Blöcke für einplanen, die die Länder dann ausgestalten könnten. Selbst eine Sprachenfolge muss ja nicht zentral vorgegeben werden aber halt, im welchen Klassen begonnen wird und wie viel Unterrichtsstunden dafür vorzusehen sind.

    Das war in meiner Grundschulzeit - im Westen, 1980er Jahre - auch so. Bei meinen Kindern gab es das dann schon nicht mehr.

  • Wenn nicht jede Region ihr Süppchen kocht, könnte man vielleicht auch mal die ganze didaktische Forschung sinnvoller gestalten und Methoden wirklich absichern bevor man sie anfängt einzuführen.

    Ja. Aber wenn es halt Mist ist, was eingeführt wird, dann hat man den Mist gleich auf Bundesebene. Und nicht erstmal nur in einem Bundesland.


    Und es ist ja nicht so, als wären das auf Länderebene ein paar Dorfdeppen, die Länder arbeiten da ja schon mit national renommierten Wissenschaftlern zusammen.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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  • Das System ist viel starrer, wenn es darum geht, neue Methoden oder Inhalte umzusetzen

    Und hier beschwert man sich, dass zu viel reformiert wird. Ich weiss nicht, wer tatsaechlich mehr reformiert - als wir dort waren, war kurz zuvor Grundschule und Kindergarten umgestellt worden und als wir wegzogen waren Lycee und Unis dran. Empfand ich als nicht so starr...


    Die Chancenungleichheit sahen unsere Freunde und Bekannte eher durch die Ghettos gegeben. Ich kannte sehr viel Franzosen, die ihre Kinder aus Überzeugung nicht auf die privaten Schulen schickten, eben weil sie der Meinung waren, eine gleich Bildung fuer alle ist extrem wichtig.


    Dass es dann da, wie ja auch in Deutschland Bestrebungen gibt, das Bildungssystem aufzubrechen, neue Methoden einzuführen, ist ja auch nichts neue und ist auch irgendwie normal. Wie gesagt, wir hatten zT sehr sehr alternative Lehrer, die meisten halt eher nicht. Aber nur weil es einen nationalen Lehrplan gibt, heisst das ja nicht, dass die Methode vorgeschrieben wird.

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  • Zur Vorbeugung vor Propaganda - schau mal was gerade in Polen passiert. Da fällt es der PIS dank eines nationalen Bildungssystems sehr viel leichter ihre Geschichtssicht durchzusetzen, als wenn sie es in 16 Woiwodschaften durchsetzen müsste.

    Ohne das jetzt in Polen klein reden zu wollen - hier (Bayern) bekommen die Kinder zumindest bis Klasse 5 buchstäblich GAR NICHTS über Geschichte beigebracht. Dafür gab es in Klasse 3 und 4 jeweils 3 Wochenstunden Religion bzw. Ethik (wobei in Ethik unglaublich viele nicht unterrichtsrelevante Filme geschaut wurden). Ich bin da wirklich entsetzt.

  • 3h Reli? Hier in SH ist es eine.


    Hermine. Natürlich gibt es Argumente für beide Seiten. Da die föderalen Argumente sehr präsent sind, habe ich da nicht weiter aufgeführt. Und für viele ängste und sorgen lassen sich Lösungen finden.

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  • 3h Reli? Hier in SH ist es eine.

    Ich denke, es hat in de 3. Klasse etwas damit zu tun, dass da für die katholischen Kinder die Erstkommunion ansteht und die die Vorbereitung dafür zu einem nicht unerheblichen Teil in der Schule machen. Warum es dann aber in der 4. auch noch so ist #gruebel - Und insgesamt finde ich je 2 Wochenstunden in Klasse 1, 2 und 5 und je 3 in Klasse 3 und 4 wirklich heftig viel gemessen am gesamten Stundenumfang.


    Ich bin wirklich mal gespannt, wann Geschichte dazu kommt und was da dann unterrichtet wird.

  • Jette - da verstehe ich gerade dein Argument nicht? Besser indoktrinierten Geschichtsunterricht als gar keiner? Religion ist auch Indoktrination? Wobei da ja der Hinweis von Nachtkerze ist - zumindest werden die Kindern dann nicht bundesweit indoktriniert :D


    Aber ansonsten ist es hier auch so - der Geschichtsunterricht beginnt in der sechsten Klasse. Vorher kann, aber muss nicht, Regionalgeschichte im Sachkundeunterricht behandelt werden. Hier waren sie zum Beispiel im Ort, der einen ziemlich mittelalterlichen Grundriss hat.

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    Willy Brandt, 1969

  • In USA und Frankreich gab es Geschichte ab klasse 1bund keinerlei Religion.


    Wobei ich moralkunde gar nicht schlecht fände.

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  • Hermine Ich denke, Nichtwissen macht auch etwas mit Menschen. Und ich finde historisches Wissen wahnsinnig wichtig um die Gegenwart zu verstehen. Auch wenn es auch zu DDR-Zeiten viel zu viel war (vor allem die Betonung auf der Nazizeit und den Kommunisten) - aber wir hatten Ende der Grundschulzeit glaube ich schon alle zumidnest eine vage Vorstellung über die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. In Familien, in denen hier in Bayern geschichtliche Themen nicht zu Hause thematisiert werden, herrscht da bei 11-jährigen Kindern absolute Ahnungslosigkeit. Tut mir leid - finde ich nicht gut.

  • Da rennst du bei mir offenen Türen ein :D


    Wobei ich es aus meiner Grundschulzeit auch nicht kenne - wir waren mal bei einem Römerkastell, das war klasse, aber das war es auch weitgehend. Noch ein bisschen was über Bauern als wir im Freilichtmuseum waren.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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