Impfpflicht - habt ihr Lust auf Formulierungshilfe?

  • Wir haben bis zur Grundschule eine 93% Durchimpfungsrate - was soll der Populismus?

    Zumindest was die erste Impfung betrifft, liegt die Quote bei Einschulung über 97%.


    Da es keinen Einzelimpfstoff für Masern gibt, wird das eine Zwangsimpfung für Mumps, Masern, Röteln.

  • Ergänzend dazu:

    Wie gedenkt man sicherzustellen, dass eine Ärztin/ein Arzt für die Durchführung von Impfungen gefunden wird? (Stichworte "freie Arztwahl" und "Aufnahmestopp")

    Inwiefern soll die Impfflicht Kinder mit Erkrankungen unklarer Genese betreffen? Wenn unklar ist, was Sache ist, lässt sich keine Risikofolgenabschätzung vornehmen.

    Welche Pflicht soll höherrangig sein, Impfflicht oder Schulpflicht? Anspruch auf Kitaplatz oder Impfflicht?

    Ganz praktisch: Was ist, wenn ein Kind die Spritzen verweigert? Soll es dann eine Vollnarkose mit dazugehörigen Risiken geben, damit das Kind Kita oder Schule besuchen darf?

    - Wie sollen die 95% für alle Menschen erreicht werden wenn man nur eine Impfpflicht für Kleinkinder einführt?

    - Was wir unternommen um die Impflücken Erwachsener zu schliessen?

    - Wie verträgt sich das mit dem Grundgesetz?

  • Wie wird vermieden, daß es eine 2-Klassenmedizin wird? (Die mit viel Geld können sich bzw. ihr Kind ggf. per verordneter Strafgebühr "freikaufen", die die kein Geld für die Strafgelder haben, müssen ihr Kind zwangsimpfen lassen.)

    :!::!:


    - Wie wird über die Risiken und möglichen Nebenwirkungen aufgeklärt? Wie bisher bei vielen Ärzten per Pharma-Flyer oder macht man den Leuten z.B. die Fachinformationen der eingesetzten Impfstoffe (möglichst) barrierefrei zugänglich?

    - In einem Artikel las ich, dass Impfschadensfälle selbstverständlich entschädigt würden. Wie wird denn gewährleistet, dass Geschädigte auch zu ihrem Recht kommen, wenn das PEI von einer unterirdisch niedrigen Melderate von Verdachtsfällen ausgeht (irgendwo war mal die Rede von geschätzten 5 %, trotz eigentlich geltender Meldepflicht der Ärzte und der Möglichkeit der Selbstmeldung durch die Patienten).

    - Was steht letztendlich höher: Das Erziehungsrecht oder die Impfpflicht? Sind die Gebühren die letzte Strafe oder werden in der Folge auch Inobhutnahmen u. ä. eingesetzt, um die Impfungen durchzusetzen?

    Grüße von der bärin


    "Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben." A. Gide

  • Bei uns in der Zeitung stand, dass man zwar aus Kigas ausschließen kann, aber keine Schukis wegen der Schulpflicht.

    Ich finde diese Zwangsmaßnahme nicht gut.

    Zur Info: Meine Jungs sind beide MMR geimpft. Weil ich die Masernimpfung wichtig finde. ABER sie waren schon 2 Jahre. Früher hätte ich nicht geimpft. Diese Wahl sollte man haben!

  • Durch den Text des Gesetzentwurfs sind viele Fragen schon beantwortet, wie ich finde.


    Der Wortlaut umfasst "ausreichender Impfschutz oder Immunität gg. Masern", damit ist die Möglichkeit der Titerbestimmung gegeben.


    Weiterhin: "Die Verpflichtung nach Satz 1 gilt auch, wenn zur Erlangung von Impfschutz gegen Masern ausschließlich Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung stehen, die auch Impf-stoffkomponenten gegen andere Krankheiten enthalten."

    Das beinhaltet eine Impfpflicht auch für Mumps und Röteln.


    Für die Zeit nach Einführung des Gesetzes ist eine Übergangsfrist vorgesehen: "Personen, die am [Datum des Inkrafttretensdes Gesetzes] bereits in eine der in Absatz 8 Satz 1 bezeichnetenEinrichtungen aufgenommenoder dort tätig sind, haben den Nachweis bis zum 31. Juli 2020 zu erbringen."


    Weiterhin soll festgelegt werden, dass alle Ärzte befähigt sind, die Impfung durchzuführen, auch wenn sie im Rahmen ihrer fachärztlichen Tätigkeit keine neuen Patienten mehr aufnehmen.


    Trotzdem finde ich die Idee mit dem Brief gut.


    Disclaimer: Ich bin ImpfKRITIKERIN, keine ImpfGEGNERIN und ich bin gegen die Impfpflicht.

    Wer nicht zuweilen zu viel und zu weich empfindet, der empfindet gewiss immer zu wenig.
    Jean Paul


  • Verstehe ich das richtig, dass es sich dabei ausschließlich um Kitas und Schulen in öffentlicher Trägerschaft handelt?

    "Die Natur schafft immer von dem, was möglich ist, das Beste."

    Aristoteles

  • Pamela aber über den Titerschutz wird sich doch gestritten?

    Da bin ich jetzt auch mal gespannt. Entweder man fordert ausnahmslos 2 Impfungen (aber dann auch z.B. von denen, die die Masern durchgemacht haben oder vor 1970 geboren sind) oder man legt sich offiziell auf einen notwendigen Titer fest. Dann können die Stiko-Mitarbeiter auch nicht mehr rumeiern von wegen "aber der Titer garantiert ja keine Immunität".

    Grüße von der bärin


    "Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben." A. Gide

  • aber der Titer garantiert ja keine Immunität

    Das war mir eh immer unbegreiflich, diesbezüglich hab ich mal einen Kinderarzt an die Wand diskutiert.

    Wie wurde denn dann festgelegt, wieviele Impfungen es braucht, bis die Immunität hergestellt ist. Das geht doch nur über Titer, oder nicht?

    Wer nicht zuweilen zu viel und zu weich empfindet, der empfindet gewiss immer zu wenig.
    Jean Paul


  • Wie wurde denn dann festgelegt, wieviele Impfungen es braucht, bis die Immunität hergestellt ist. Das geht doch nur über Titer, oder nicht?

    Soweit ich das verstanden habe, wird bei den Zulassungsstudien der Titer als Surrogatparameter für Immunität genommen.

    Dann im Gegenzug den Titer eines Patienten nicht genau so gelten zu lassen, wie die Impfung, ist für mich auch nicht nachvollziehbar.

    Es gibt anscheinend auch Verfahren, zelluläre Immunität zu prüfen (oder nahezulegen), aber die seien sehr teuer und werde nur in Ausnahmefällen durchgeführt...

    Grüße von der bärin


    "Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben." A. Gide

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  • Wie wurde denn dann festgelegt, wieviele Impfungen es braucht, bis die Immunität hergestellt ist. Das geht doch nur über Titer, oder nicht?

    Soweit ich das verstanden habe, wird bei den Zulassungsstudien der Titer als Surrogatparameter für Immunität genommen.

    Dann im Gegenzug den Titer eines Patienten nicht genau so gelten zu lassen, wie die Impfung, ist für mich auch nicht nachvollziehbar.

    Es gibt anscheinend auch Verfahren, zelluläre Immunität zu prüfen (oder nahezulegen), aber die seien sehr teuer und werde nur in Ausnahmefällen durchgeführt...

    Mir wurde erklärt, dass die Versagerrate der ersten Impfung recht hoch sei, nach der zweiten Impfung die Wahrscheinlichkeit, immun zu sein steige, der Titer aber individuell verschieden sein kann. Bei mir ist trotz 2 Impfungen der Masern Titer null, der Rötelntiter sehr hoch, aber die hatte ich als Kind gleich dreimal, (trotz Impfung)...


    Edit: bin keine Impfgegnerin, aber definitiv gegen eine Impfpflicht!

    Weihnachtskind 2013

    Sternenkind 11/2017

    Sternenkind 08/2019

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Mondkalb ()

  • die Versagerrate der ersten Impfung recht hoch sei

    Ich hatte aus einem RKI-Bulletin etwas von 95% Wirksamkeit im Kopf, auf dieser Seite zitiert das RKI eine Studie, die 91% ermittelt. Finde ich als Versagerrate nicht sonderlich hoch.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Wer mag: inzwischen gibt's auch eine ePetition auf der Homepage des Bundestages gegen den Impfzwang.

    Hmmm, das richtet sich allgemein gegen Impfzwang, nicht gegen den Masern-Impfzwang.


    Die generelle Möglichkeit, eine Impfpflicht zu etablieren, unter den Bedingungen, wie sie gegenwärtig im §20 Infektionsschutzgesetz formuliert sind:


    (6) Das Bundesministerium für Gesundheit wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates anzuordnen, dass bedrohte Teile der Bevölkerung an Schutzimpfungen oder anderen Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe teilzunehmen haben, wenn eine übertragbare Krankheit mit klinisch schweren Verlaufsformen auftritt und mit ihrer epidemischen Verbreitung zu rechnen ist. Das Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit (Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz) kann insoweit eingeschränkt werden.


    finde ich persönlich OK. Meines Erachtens ist es nur eine Frage der Zeit, bis mal ein wirklich schädlicher sehr leicht übertragbarer Erreger die Runde macht, und ich hoffe, dass es dann überhaupt einen Impfstoff gibt, zu dem man verpflichten kann.


    Meiner Meinung nach erfüllen die Masern nicht diese Bedingungen (insbesondere nicht, dass mit einer epidemischen Verbreitung zu rechnen sei). Aber bis da mal (höchst-)richterliche Entscheidungen vorliegen, das kann dauern...

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Meiner Meinung nach erfüllen die Masern nicht diese Bedingungen (insbesondere nicht, dass mit einer epidemischen Verbreitung zu rechnen sei). Aber bis da mal (höchst-)richterliche Entscheidungen vorliegen, das kann dauern...

    Genau das sehe ich momentan auch so. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Richter das anders sehen - aber bis es dazu kommt, ist H. Spahn schon längst wo anders und es interessiert ihn nicht mehr? Oder was ist das politische Kalkül dahinter?