Besuch in Moschee und Kloster und Kopftuch

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  • Ich brauch mal eure Meinung.


    Die gesamte 7. Jahrgangsstufe einer örtlichen Schule fährt heute in eine Moschee und in ein Kloster. Die Lehrer haben darauf hingewiesen, daß angemessene Kleidung erforderlich sei, da man sich in beiden Fällen in sakralen Räumen aufhielte. Ein Kopftuch müsse beim Moscheebesuch nicht getragen werden.


    Nun wurden die Mädchen in der Klasse meiner Tochter von ihren muslimischen Klassenkameraden gerade zu dazu genötigt ein Kopftuch einzupacken und es in der Moschee zu tragen, aus Respekt.

    Meine Tochter hat das abgelehnt mit der Begründung, daß sie eins tragen würde, wenn ein Oberhaupt in der Moschee ihr das nahelegen und es erklären würde, aber sie würde es nicht auf Druck ihrer Klassenkameraden machen. Sie hat sich daraufhin im Internet schau gemacht und herausgefunden, daß sie eh keines bräuchte, da sie noch keine Frau ist, sondern ein Kind. Das hat sie natürlich nicht in den Chat geschrieben.


    Auf die Bemerkung meiner Tochter brach ein reiner Shitstorm über sie herein, wie respektlos und rassistisch sie sei. Eine Muslima aus ihrer Klasse sprang ihr zur Seite mit dem Hinweis, daß Gäste keines tragen müssen. Das wurde weggewischt und übergangen.


    Vater, Mutter, Kind (wir) finden , daß das Kopftuch nicht das Problem darstellt, wenn es dazu gehört ist das ok, aber ich finde problematisch, dass ca. 13 jährige Jungen in einer Weise über Mädchen bestimmen wollen, die nicht angemessen ist. Ich finde das übergriffig, anmaßend, respektos und abwertend.


    Respekt wäre doch zu sagen: Mädels, packt eine Kopfbedeckung ein, eventuell benötigt ihr die zum Betreten der Moschee, so kennen wir das aus unserem Glauben und wir würden uns darüber freuen.


    Wie seht ihr das

  • Genauso.


    Nicht auf Bestreben der Mitschüler, wenn es nicht sein muss. Wäre es für Mädchen ihres alters "verpflichtend" sähe ich das anders, aber so handelt sie mMn genau richtig.

    "Wir wollen lieber fliegen als kriechen" - Louise Otto-Peters (1819-1895) Frauenrechtlerin


    „Es gibt so viele gute Sachen auf der Welt. Es ist wirklich wichtig, dass jemand sie findet!“ Pippi Langstrumpf


    Men det finns sätt att leva och inte bara överleva - Lena Hallengren 2020

  • Ich sehe das einfach, sprich das mit dem Lehrer an. :) Er soll das dringend im Unterricht ansprechen (die Dinge die du gesagt hast)


    :) und ja du hast Recht...

  • Sehe das wie du und deine Tochter #top


    Ich habe schon ein paar Moscheen besucht und musste nie ein Kopftuch tragen.

    Angemessen bedeckende Kleidung ja (auch im Dom übrigens!), in den asiatischen Ländern gab es sogar am Eingang oft Gewänder zum ausleihen, wenn man hitzebedingt nur in kurzer Hose und top kam.

    When all hope begins to shatter
    Know that I won't be afraid

  • Nur kurz:

    Zitat

    Respekt wäre doch zu sagen: Mädels, packt eine Kopfbedeckung ein, eventuell benötigt ihr die zum Betreten der Moschee, so kennen wir das aus unserem Glauben und wir würden uns darüber freuen.

    Ich halte es für unwahrscheinlich, dass es viele 13-Jährige gibt, die sich so achtsam formulieren können - egal worum es geht.

    Da darf man als Erwachsener (in dem Fall die Lehrperson) meiner Meinung nach dann gerne mal helfen, indem man den "Übersetzer" spielt.


    Und ist nicht genrell ein gewisser Druck untereinander in dem Alter normal? Will sagen, das gibt's sicher nicht nur beim Kopftuch, sondern auch generell bei Klamotten, welche Musik man hört oder nicht hört, wie man sich zu verhalten hat, damit man "cool" ist. Ich zumindest kenne das von früher sehr stark, dass Klassenkameraden und mehr noch die Clique einander vorschreiben wollten, was man wie zu tun habe.


    Problematischer finde ich es, wenn "das ist rassistisch" als Totschlagargument benutzt wird, egal ob von den muslimischen oder nicht-muslimischen Mitschülern. Da fände ich es nötig, dass das (Rassismus) im Unterricht mal thematisiert wird.

    Und da es sich am Kopftuch aufgehängt hat, würde ich auch da von der Lehrperson erwarten, dass sie ganz klar ausspricht warum keine Kopftücher bei dem Besuch nötig sind - sprich: Welche (von den Muslimen gemachten) Regeln sind das, die sagen, dass da kein Kopftuch angezogen werden muss.

    Und dann gerne auch darauf eingehen, was es überhaupt mit den Kopftüchern auf sich hat.


    Und mit den muslimischen Mitschülern darüber reden, ob SIE sich respektlos behandelt fühlen, wenn keine getragen werden, also inwiefern das überhaupt sie persönlich betrifft bzw. worum es ihnen eigentlich geht - oder für wen und warum sie Respekt einfordern.

    Das klingt jetzt sehr inquisitorisch, merke ich gerade. Mir ginge es dabei weniger darum, zu befragen/Informationen einzuholen, sondern den Schülern dabei zu helfen, in sich reinzuhorchen und ihrer Reaktion auf den Grund zu gehen. Denn vielleicth geht es eigentlich um was ganz Anderes oder vielleicht ist es ihnen eigentlich auch ganz egal.

    Wer sagt eigentlich, dass die Schildkröte unter dem Panzer keine Flügel versteckt?

    Einmal editiert, zuletzt von Frau Dechse ()

  • Ich sehe das wie du.
    Die Jungs wollen sich da sehr wichtig machen, haben aber mal rein gar nichts zu melden.
    In der hiesigen Moschee tragen jede Menge muslimische Frauen kein Kopftuch; das hängt immer mit am Hintergrund der jeweiligen Moschee und am den Leuten, die dort hingehen.

    Als Besucherin habe ich noch nie eines getragen.

    (Ausnahme war eine Beerdigung, weil die Familie des Verstorbenen es teilweise gewünscht hat.)

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • genau!

    mit dem lehrer sprechen! der soll das vorab noch einmal thematisieren.


    von einigen kirchen in italien weiß ich zb, dass ein kopftuch erwünscht wird. es kommt also sehr auf das jeweilige haus an. und der lehrer wird sich ja vorab informiert haben.

    ****Glitzer mit der schnecke (05/06), dem bär (11/08 ), dem hulk (06/13) und findus (04/17) #love ****
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  • Das wäre wohl eine gute Gelegenheit für die Lehrperson, mal so ganz grundsätzlich über Regeln, Bräuche und wer über wen was zu bestimmen hat zu sprechen.


    Ich finde, das ist auch Aufgabe der Volksschule, den überbordenden Jungs (nehme ich mal an, klingt verdächtig nach frühpubertärem Gockelgehabe) die Schranken zu weisen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Lehrer informieren ...


    am besten fände ich es ja dann noch, wenn die Leute in der Moschee dazu Stellung nehmen


    Wenn die Jungs sich jetzt so benehmen, wird sich das nicht nur auf dieses Thema beziehen.


    Und coole Tochter hast Du :-)

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Das wäre doch ein ideales Thema in der Moschee. Da kann der Lehrer vielleicht vorher kurz die Situation schildern und fragen, ob da etwas zu gesagt werden kann. Meiner Erfahrung nach wirkt das viel besser, als wenn ein Lehrer das macht. Das Kopftuchthema ist extrem konfliktbelastet und in der Öffentlichkeit ein negativ besetztes Symbol des Islam. Wahrscheinlich fühlen sich die Jungs abgewertet, wenn sich jemand offensiv weigert und können es nicht ausdrücken, was das Problem ist.

  • Hier auch: Lehrer informieren, damit es aufgegriffen werden kann. AM besten wäre es, wenn es dann noch mal vor Ort in der Moschee thematisiert wird. (Ich gehe jetzt davon aus, dass die Aussage der Schule, es würde nicht benötigt, nach Rücksprache mit der Moschee erfolgt ist).

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

    ---

    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • Noch eine Stimme, dass das über den Lehrer/die Lehrerin geregelt werden sollte. Und ich verstehe, was Du meinst und das würde mich auch stören - ich fürchte, das würde bei mir ein Klischee bedienen.... Ob das so ganz reflektiert ist, weiß ich auch nicht....

  • Ich würde da auch die Lehrer ins Boot holen, weil es ohnehin sinnvoll ist diese Themen vernünftig zu besprechen. Da profitieren alle davon.

    Mein Sohn war neulich in einer Synagoge. Da müssen tatsächlich alle Jungen eine Kopfbedeckung tragen. Aber das wurde dann eben auch erklärt, für welches Geschlecht sich was gehört und warum. Die Mädchen haben sich dann natürlich trotzdem lustig gemacht, aber es war halt wenigstens gemässigt aufgrund der Besprechung vorher.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

  • So, Kind wieder da. Der Besuch der Moschee hat meine Tochter beeindruckt, besonders die freundlichkeit und die offene Art der Menschen da.


    Beim Abholen vor der Schule habe ich gleich mal die Reli Lehrerin meiner Tochter angesprochen (ist zwar nicht gerade die feine englische Art) und sie um einen Termin gebeten. Da sie wissen wollte weswegen, habe ich ihr kurz einen Abriss der Geschehnisse gegeben. Die Lehrerin war schon informiert, da meine Tochter bei der Führung in der Moschee das Thema schon mit der Frau, die die Führung gemacht hat, angesprochen hatte. Die Dame hat das Thema Kopftuch für Gäste und im Allgemeinen auch gleich aufgegriffen.


    Danke für euer Feedback!

  • Die Lehrerin war schon informiert, da meine Tochter bei der Führung in der Moschee das Thema schon mit der Frau, die die Führung gemacht hat, angesprochen hatte.

    Wow.

    Du hast eine sehr starke, kluge und mutige Tochter.

    Das hat sie echt gut gemacht #super

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Sie hat sich gleich am Anfang zu der Führerin gesellt und ihr beim Gehen erzählt, daß es eine Diskussion gab. Später hat die Dame in der Gesprächsrunde das Thema aufgenommen ohne Bezug zu ihr zu nehmen.


    Sie hat ein starkes Gerechtigkeitsgefühl und möchte zur Kripo, wenn sie groß ist....

  • Sie hat sich gleich am Anfang zu der Führerin gesellt und ihr beim Gehen erzählt, daß es eine Diskussion gab. Später hat die Dame in der Gesprächsrunde das Thema aufgenommen ohne Bezug zu ihr zu nehmen.

    #top Das hat sie gut gelöst!