Neugeborenen Hörscreening?!


  • Wir haben das Screening bei Nr 4 geschoben (krasse Geburt, Alltagsstresss mit den grossen, Trauerfall 6 Tage nach der Geburt der mich voll aus der Bahn geworfen hat usw) und erst mit ca 3 Monaten gemacht, weil wir da eh einen Termin in der Päd. hatten. Tja und dann stellt sich raus, dass das Kind nichts hört. Bera 1 ging nur mit einem Ohr, Bera 2 immer noch Mies. Wir sind jetzt aber im Bereich Schwerhörig. Wir haben jetzt die Zollinger Diagnostik gut bestanden. Tja, aber für CIs wars zu spät, weil wir besseres zu tun hatten. Mein Kind wird es mir danken.


    Wir hatten übrigens immer das Gefühl das er hört und sind aus alle. Wolken Gefällen. Heute (mit 18 Monaten) merke ich sehr stark, das er viel von den Lippen liest.

    Das habe ich nicht ganz verstanden. Dein Kind ist jetzt 18 Monate und hochgradig schwerhörig? Wieso ist es für CIs zu spät?

    "Guck mal, hier ist ein bisschen Grün für Deine Kaninchen."
    "Mama, die essen nur Blau!"

  • Das habe ich nicht ganz verstanden. Dein Kind ist jetzt 18 Monate und hochgradig schwerhörig? Wieso ist es für CIs zu spät?

    Zu spät vielleicht noch nicht ganz, aber fast. die Dinger helfen dann besser als Hörgeräte, je früher sie eingesetzt werden und es kommt auf die Art der Hörstörung an. Aber in vielen Fällen von Schwerhörigkeit ist es ab 1,5 - 2,5 einfach egal für die Entwicklung, ob man ein sehr gutes Hörgerät oder einen CI nimmt. Und dann nimmt man natürlich den weniger invasiven Weg. Eine CI - Op ist kein Spaziergang. i

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Die Befunde sind nicht ganz klar. Wir Habenseite gerade die dritte Meinung eingeholt ud alle tendieren zu "normalen" Hörgeräten, weil er vermutlich nicht ganz taub ist (ich weiß das heißt anders, aber wie?)

  • gehörlos :)
    wobei man taub allmählich wieder sagen darf, da die negative Konnotation allmählich verschwunden ist.

    LG, Kalliope


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  • Die Einsatzgebiete von Hörgeräten und CIs sind grundsätzlich verschieden. Bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit nutzen Hörgeräte nichts, weil sie den Schall nur verstärken. Bei einer "an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit" (so der Fachbegriff) können Hörgeräte nicht helfen. Da liegt die Hörschwelle bei 75 dB, die Resthörigkeit ist dann zu gering für ein Hörgerät.
    Und 18 Monate ist definitiv nicht zu spät für ein CI oder zwei CIs. Wer sagt denn so etwas? #confused Mein Sohn wurde mit knapp zwei Jahren implantiert und entwickelt sich sprachmäßig bombastisch. Ich habe vor kurzem eine Studie gelesen, nach der es keinen Unterschied für die Sprachentwicklung machte, ob die Kinder im ersten oder im zweiten Lebensjahr implantiert wurde. Im dritten Lebensjahr implantierte Kinder zeigten jedoch eine deutlich langsamere Sprachentwicklung.
    Abgesehen davon werden sogar Erwachsenen CIs implantiert, wenn sich z.B. das Restgehör verschlechtert. Es gibt ja auch die Möglichkeit, erstmal mit Hörgeräten zu versorgen und evtl. später zu implantieren. Oder nur das schlechtere Ohr zu versorgen.

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  • Und 18 Monate ist definitiv nicht zu spät für ein CI oder zwei CIs. Wer sagt denn so etwas?

    nach meinen kenntnissen kommt es da auf die genaue Diagnose an. Dass ein früherer Einsatz von CI eben schon sinnvoll sein kann, ab einem gewissen Alter aber nicht mehr. Aber ich bin auch nicht mehr in der Materie. Die Studie muss dan neueren Datums sein, hast du da mal einen Link? Die älteren sagten im Grunde aus: je früher, umso besser.


    spätertaubte Erwachsene sind nicht vergleichbar, die haben die Hirnentwicklungsphase ja schon hörend hinter sich. Klar können die CIs bekommen, wenn es passt.

    LG, Kalliope


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  • Link habe ich keinen, die Studie erschien in einer Fachzeitschrift, es war eine Bachelor-Arbeit vom letzten Jahr, glaube ich. Ich müsste sie mal suchen gehen, wenn es Dich interessiert. Ich kenne aus der Reha etc. etliche Kinder, die erst mit 4 oder 5 Jahren implantiert würden. Klar ist das spät, diese Kinder werden immer auffällig sprechen und das Versäumte nie vollständig aufholen können. Aber selbst diese Kinder profitieren von CIs. Es geht ja auch nicht nur um die Sprache. Bei Erwachsenen ist zwar die Hörbahn ausgereift, aber sie lernen mit CI komplett neu hören, also auch da findet wieder ganz viel an Hirnentwicklung statt. Mit CIs hören ist ja ganz anders als mit Hörgeräten. Man kann sich das im Netz anhören, ich fand es total interessant, zu wissen, wie mein Sohn hört.


    Ganz interessant fand ich auch diese Studie: http://www.giselaszagun.com/de/CI_Broschuere_2010.pdf

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  • Mir ist das schon klar, dass mit CI hören was anderes ist als mit Hörgeräten. Aber das heißt nicht, dass das immer und in jedem Fall für ein CI spricht. Und erwachsene mit CI habe ich ein paar kennengelernt und weiß auch von einigen, die es wieder haben entfernen lassen. Ein CI ist eine tolle Sache, aber eben nicht immer das passende Instrument bei einer Hörstörung. Sicher kann ein CI auch später noch sinnvoll sein, das bestreite ich nicht. Meine Aussage sollte sein: Ein CI hilft dann perfekt, wenn das Hirn das Hören noch lernt. Dass es danach nicht auch noch sinnvoll sein kann habe ich nun wirklich nicht gemeint. Aber man muss eben abwägen, wie sinnvoll es ist.
    Den Link guck ich mir noch an und falls dir der Titel der Studie wieder einfallen sollte, dann wäre ich um eine Info dankbar.

    LG, Kalliope


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