Leistungsabfall im Job durch Mutterschaft

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  • Ich finde, dass ich effektiver geworden bin, also Sachen schneller abarbeiten kann und mich nicht mehr so lange an Dingen aufhalte und mich verzettele.

    Ich weiß nicht, ob das so ein Käferdingens:) ist, aber genau das wollte ich auch schreiben.


    Ich bin bestimmt vertrottelter geworden.. Aber weiß auch, dass ich mit meiner halben Stelle ebenso wie die anderen Mütter, die 50 - 75 Prozent-Stellen haben, super effektiv (gewesen) bin. Und bestimmt soviel geleistet habe wie mein 100 Prozent-"ich lese jetzt mal in Ruhe die ZEIT"-Kollege. Habe jetzt gerade eine Stellenaufstockung erhalten und bin noch völlig fasziniert davon, dass ich mal was lesen kann, mich in ein Programm einarbeiten kann oder Mails in Ruhe sortieren kann.


    Allerdings finde ich das mit den halben Stellen (die de facto einen größeren Stellenanteil abdecken) für Mütter nicht in Ordnung. Passt aber nicht in diesen Thread.


    Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.


    Kurt Tucholsky (Schloß Gripsholm)

  • Ich muss gestehen, die Stilldemenz habe ich buchstäblich gemerkt - ich war kognitiv weniger leistungsfähig. Besonders habe ich das beim Verlust von Femdsprachenkenntnissen gemerkt. Also schon eine frauenspezifische Sache.

    Aber wie ist das denn biologisch. Weiß das jemand genauer? Liegt das tatsächlich am Stillen oder am Schlafmangel.

    Gibt es Vergleichsstudien die zeigen wie es Frauen* geht die zwar Stillen aber trotzdem genug Schlaf bekommen, weil der Partner das Kind immer nimmt, wenn es nicht nur ums Stillen geht (z.B. zum in den Schlaf wiegen, ins Bett bringen, morgens) ?

    Lg

    Annanita



    "...baaald seid iiihr groooß, und könnt aaa-lles a-llein,

    aaaber biiis daaann schlaaaft ihr hiiier bei miiiir eiiiin."

    *träller*


  • Ich muss gestehen, die Stilldemenz habe ich buchstäblich gemerkt - ich war kognitiv weniger leistungsfähig. Besonders habe ich das beim Verlust von Femdsprachenkenntnissen gemerkt. Also schon eine frauenspezifische Sache.

    Aber wie ist das denn biologisch. Weiß das jemand genauer? Liegt das tatsächlich am Stillen oder am Schlafmangel.

    Gibt es Vergleichsstudien die zeigen wie es Frauen* geht die zwar Stillen aber trotzdem genug Schlaf bekommen, weil der Partner das Kind immer nimmt, wenn es nicht nur ums Stillen geht (z.B. zum in den Schlaf wiegen, ins Bett bringen, morgens) ?

    sorry, aber ich hab - wie vermutlich viele hier - insgesamt 8 Jahre gestillt, und das, was immer unter Stilldemenz geht, das war in den ersten Monaten. Danach hörte das auf. Von dem her glaube ich da schlicht nicht an die Existenz einer Stilldemenz, sondern eher an eine "Demenz" wegen der geänderten Rahmenbedingungen. Plötzlich musst Du nicht mehr nur an Dich denken, sondern an vieles mehr. Früher war alles viel übersichtlicher. Und das pendelt sich dann mit der Zeit ein.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Ich muss gestehen, die Stilldemenz habe ich buchstäblich gemerkt - ich war kognitiv weniger leistungsfähig. Besonders habe ich das beim Verlust von Femdsprachenkenntnissen gemerkt. Also schon eine frauenspezifische Sache.

    Aber wie ist das denn biologisch. Weiß das jemand genauer? Liegt das tatsächlich am Stillen oder am Schlafmangel.

    Gibt es Vergleichsstudien die zeigen wie es Frauen* geht die zwar Stillen aber trotzdem genug Schlaf bekommen, weil der Partner das Kind immer nimmt, wenn es nicht nur ums Stillen geht (z.B. zum in den Schlaf wiegen, ins Bett bringen, morgens) ?

    sorry, aber ich hab - wie vermutlich viele hier - insgesamt 8 Jahre gestillt, und das, was immer unter Stilldemenz geht, das war in den ersten Monaten. Danach hörte das auf. Von dem her glaube ich da schlicht nicht an die Existenz einer Stilldemenz, sondern eher an eine "Demenz" wegen der geänderten Rahmenbedingungen. Plötzlich musst Du nicht mehr nur an Dich denken, sondern an vieles mehr. Früher war alles viel übersichtlicher. Und das pendelt sich dann mit der Zeit ein.

    Aber das häufige stillen zieht sich doch bei manchen über viele Monate hin, gerne mal über ein Jahr. Bei häufigem nächtlichem geweckt werden durch ein zuwendungsbedürftiges Kind wundert es mich nicht, dass man über die Zeit kognitiv abbaut. Mir geht es heute noch immer wieder so, der kleine wird im Herbst drei.

  • mir fällt noch ein dass mein Schlaf schlechter geworden ist seit ich Kinder habe und das merke ich in den Bereitschaftsdiensten . Früher hatte ich angst den Piepser zu überhören (habe ich auch tatsächlich mal geschafft ), heute bin ich früh um halb sechs wach auch wenn ich bis zur Übergabe noch eine Stunde schlafen könnte. Oder ich schlafe erst gar nicht richtig ein...

    Vielleicht liegt es aber auch am alter, präsenile bettflucht

    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Aber ich kann doch auch trotz Stillens und mehreren Kindern für meinen Beruf „brennen“ und die Prioritäten so setzen, dass ich weiterhin 100% im Job gebe, ggf zusätzlich noch Karriere mache.

    Ebenso kann es ohne Kinder sein, dass mich der Beruf auf Dauer langweilt, überfordert,... und ich immer unkonzentrierter werde, die Leistung abfällt.

    Seht ihr da wirklich den Zusammenhang mit euren Kindern?

    LG
    rotesPesto mit ♂ Frühling '10, ♂ Sommer '06 und ♂ Herbst '12

  • Ich denke, es liegt auch am Tätigkeitsfeld. So war es zumindest bei mir.


    Vor den Kindern habe ich viel am Schreibtisch gearbeitet, u.a. auch kreativ mit Sprache, freiberuflich zuhause, bei selbst eingeteilter Zeit. Das war mir ab dem ersten Kind nicht mehr möglich.


    Dann habe ich in der Beratung gearbeitet, komplett andere Tätigkeit, immer noch freiberuflich, aber außer Haus. Das ging nur, weil mein Mann da schon im Ruhestand war und die Familienarbeit daheim fast komplett übernommen hat. Trotzdem ging es, da ich insgesamt acht Jahre non stop schwanger, stillend, wieder schwanger, wieder stillend war, hart an meine körperliche und psychische Belastungsgrenze.


    Nach einem Ortswechsel war ich dann auch zu müde, mir am neuen Ort wieder meine Freiberuflichkeit aufzubauen, und habe stattdessen einen Minijob als Zimmermädchen angenommen. Wenig Geld, viel Zeit.


    Nach dem Abstillen vor einem Jahr habe ich dann gemerkt, wie so langsam meine Kräfte wieder kommen. Mit Betonung auf: langsam. Ich glaube, da geht noch mehr. Auch daß die Kinder mich mit zunehmendem Alter nicht mehr sooo arg brauchen, schafft mir Freiräume (und das, obwohl wie gesagt, mein Mann daheim fast alles macht!). Allerdings mag ich diese freigewordene Energie nicht mehr in die Erwerbsarbeit stecken, bleibe bei dem Minijob und fange an, ehrenamtlich und politisch was zu machen. Meine Prioritäten haben sich durch die Kinder sehr verschoben.

  • Aber ich kann doch auch trotz Stillens und mehreren Kindern für meinen Beruf „brennen“ und die Prioritäten so setzen, dass ich weiterhin 100% im Job gebe, ggf zusätzlich noch Karriere mache.

    Ebenso kann es ohne Kinder sein, dass mich der Beruf auf Dauer langweilt, überfordert,... und ich immer unkonzentrierter werde, die Leistung abfällt.

    Seht ihr da wirklich den Zusammenhang mit euren Kindern?

    Ich sehe diesen Zusammenhang _für mich_ so, ja.

    Das ist sicher für jede* anders.


    Und: ich habe für meine Arbeit mit dem Schreiben wirklich gebrannt, wie Du es nennst. Die Zeit mit den Kindern hat, um im Bild zu bleiben, dieses "Feuer und Flamme" zwar gelöscht, aber: die Glut ist noch da! Ich schreibe jetzt wieder nebenher, für die Schublade, aber immerhin. Und wer weiß, ob ich nicht in fünf oder zehn Jahren nochmal damit durchstarte?

  • Ich muss gestehen, die Stilldemenz habe ich buchstäblich gemerkt - ich war kognitiv weniger leistungsfähig. Besonders habe ich das beim Verlust von Femdsprachenkenntnissen gemerkt. Also schon eine frauenspezifische Sache.

    Aber wie ist das denn biologisch. Weiß das jemand genauer? Liegt das tatsächlich am Stillen oder am Schlafmangel.

    Gibt es Vergleichsstudien die zeigen wie es Frauen* geht die zwar Stillen aber trotzdem genug Schlaf bekommen, weil der Partner das Kind immer nimmt, wenn es nicht nur ums Stillen geht (z.B. zum in den Schlaf wiegen, ins Bett bringen, morgens) ?

    sorry, aber ich hab - wie vermutlich viele hier - insgesamt 8 Jahre gestillt, und das, was immer unter Stilldemenz geht, das war in den ersten Monaten. Danach hörte das auf. Von dem her glaube ich da schlicht nicht an die Existenz einer Stilldemenz, sondern eher an eine "Demenz" wegen der geänderten Rahmenbedingungen. Plötzlich musst Du nicht mehr nur an Dich denken, sondern an vieles mehr. Früher war alles viel übersichtlicher. Und das pendelt sich dann mit der Zeit ein.

    Das mag in der Tat sein, stimmt. Kann jetzt nur von mir berichten: nach der Geburt war das Gehirn erstmal wie Matschbrei und ich konnte mir nix merken. Ohne jetzt valide Daten zu haben, war mein Gefühl, dass es definitiv mit den Hormonumschwüngen nach der Geburt zu tun hat.

  • Hallo,


    Aber ich kann doch auch trotz Stillens und mehreren Kindern für meinen Beruf „brennen“ und die Prioritäten so setzen, dass ich weiterhin 100% im Job gebe, ggf zusätzlich noch Karriere mache.


    Das kann schon sein., Also daß es eine Menge Leute gibt, die das können.


    Ich gehöre aber defintiv nicht dazu. Zum einen hätte es mich innerlich zerrissen, den Fokus so weit von den eigenen Kindern wegzunehmen, daß ich im Beruf 100 % (Also 40 Stunden und voll "dabei" mit allem zusätzlichen drum und dran, Weiterbildungen, Sachen, die zusätzlich zur Dienstzeit nebenbei" mit anfallen, ... ) geschafft hätte.

    Zum anderen schaffe ich offenbar weniger als andere Menschen, denn ich war nicht in der Lage dauerhaft mehr als 100% zu geben (also 100% beruflich UND meinetwegen 60% privat UND ein mir damals wirklich sehr am Herzen liegendes Ehrenamt... ...).


    Der Versuch bzw. die Notwendigkeit über meine ganz persönlichen "100% insgesamt" zu gehen, hat bei mir mehrfach dazu geführt, daß ich an den Rand dessen kam, was ich im Rückblick als Burnout empfinde.

    Emotionaler Zusammenbruch und teilweise körperliche Symptome, damit verbunden das Gefühl, gar nichts zu schaffen und demzufolge auch "nichts wert" zu sein, weil ich nirgendwo auch nur annähernd 50% schaffte...


    Ich bewundere jeden, der das leisten kann, habe aber für mich irgendwann beschlossen, daß es für mich das nicht wert ist. Also Ehrenamt weggelassen #crying, eine gute Arbeit und zu Hause wenigstens so viel, daß es mir nicht ständig das Herz zerreißt, weil so wenig Kraft für die eigene Familie übrig bleibt (was oft genug trotzdem vorkam).


    Ich denke, ich bin ganz gut in meinem Job und war auch nie schlecht. Aber alles, was mehr ist als "gut sein", also alles was deutlich außerhalb der Dienstzeit ist, was zusätzliche geistige und organisatorische Vorbereitung, Weiterbildungen... braucht,... ist mir sowohl zeitlich als auch kraftmäßig erst wieder möglich, seit die Kinder größer sind. Seitdem macht es mir Spaß, eine Qualifizierung zu machen, zusätzliche Arbeit "aufzuhalsen" usw. Vorher wäre ich drunter zusammengeklappt.


    Wie gesagt, ich rede nicht allgemein von Eltern, ich rede nur von mir. ICH hätte es nicht geschafft.

    Fröhliche Ostern! ;)

    2 Mal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Ich hatte das nicht, sondern habe mich jedes Mal gefreut, wieder (teilzeit) arbeiten zu gehen #angst. Ich habe mich bei der Arbeit immer viel kompetenter gefühlt und genossen, mit Erwachsenen zu sprechen, eine Aufgabe ohne Unterbrechung zu Ende bringen zu können und an Ende des Tages ein sichtbares Ergebnis zu sehen. Auf dem Heimweg habe ich mich dann wahnsinnig auf die Kinder gefreut und hatte wieder Energie. Ich wäre ein Vorzeigevater geworden, aber (war in den Augen anderer) nur eine Rabenmutter, die ihr Kind nicht selbst betreut ...

  • Aber ich kann doch auch trotz Stillens und mehreren Kindern für meinen Beruf „brennen“ und die Prioritäten so setzen, dass ich weiterhin 100% im Job gebe, ggf zusätzlich noch Karriere mache.

    Also ich finde es definitiv schwieriger mit Kindern. Dem Job zuträglich sind sie auf keinen Fall, bestenfalls nicht hinderlich. Das heißt, ich wäre wahrscheinlich ohne Kinder die bessere Arbeitnehmerin - wenn auch vermutlich bei einem anderen Arbeitgeber.

  • Ich hatte das nicht, sondern habe mich jedes Mal gefreut, wieder (teilzeit) arbeiten zu gehen #angst. Ich habe mich bei der Arbeit immer viel kompetenter gefühlt und genossen, mit Erwachsenen zu sprechen, eine Aufgabe ohne Unterbrechung zu Ende bringen zu können und an Ende des Tages ein sichtbares Ergebnis zu sehen. Auf dem Heimweg habe ich mich dann wahnsinnig auf die Kinder gefreut und hatte wieder Energie. Ich wäre ein Vorzeigevater geworden, aber (war in den Augen anderer) nur eine Rabenmutter, die ihr Kind nicht selbst betreut ...

    hier ähnlich.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Ich denke, es sind zwei völlig unterschiedliche Aspekte - man kann sich sehr auf seinen Job und den Wiedereinstieg in den Beruf freuen. Aber andererseits durch die Kinder weniger leistungsfähig sein. Das eine hat mit anderen so ziemlich gar nichts zu tun.

  • Ja, aber man ist vielleicht auch leistungsfähiger im Beruf

    - ohne Haustier

    - ohne pflegebedürftige Angehörige

    - ohne zeitraubende Hobbys

    - ohne Ehrenamt

    - ohne Geldsorgen

    - ohne großen Garten

    - ...

    oder was weiß ich auch immer.

    Doch die Mutterschaft bekommt immer eine Sonderstellung in der Frau sich unwohl fühlt, sich rechtfertigt und entschuldigt. Da wird bei jedem noch so kleinen Fehler die Begründung „Ja klar, das ist zu viel mit Kind und Job“ aufgedrückt. Männern passiert das so gut wie nie. Ich glaube, dass es Zeit wird selbstbewusst dagegen zu halten, sich nicht zu verstecken, sondern für bessere Rahmenbedingungen zu kämpfen.

    Mutterschaft an sich erzeugt doch keinen Leistungsabfall im Beruf - die alten Rahmenbedingungen passen nur ggf. nicht mehr. Es muss an Stellschrauben gedreht werden, so dass Mutterschaft und Job vereinbar sind.

    Oder aber im Einzelfall zeigt einem die Geburt eines Kindes, dass es andere Lebensschwerpunkte gibt, dass es Zeit für Veränderung ist. Aber das hätte als Auslöser auch der Tod eines nahen Verwandten o.ä. sein können. Das hat für mich mit Prioritätenverschiebung zu tun, nicht mit Leistungsabfall im Job.


    Hach, irgendwie regt mich das Thema gerade auf ? und ich bekomme es nicht auf den Punkt gebracht... ob das an meiner Mutterschaft liegt ?

    LG
    rotesPesto mit ♂ Frühling '10, ♂ Sommer '06 und ♂ Herbst '12

  • Ich denke, es sind zwei völlig unterschiedliche Aspekte - man kann sich sehr auf seinen Job und den Wiedereinstieg in den Beruf freuen. Aber andererseits durch die Kinder weniger leistungsfähig sein. Das eine hat mit anderen so ziemlich gar nichts zu tun.

    genau so

    das stimmt sicher. Der thread hieß aber nicht “leistungsabfall im Job weil ich mir ein zeitintensives Hobby zugelegt habe“ (auch ein netter euphemismus fürs Kinder bekommen:D) sondern durch Mutterschaft.

  • ja, das Problem ist aber, dass das immer kommt - es wird ja von der Gesellschaft schon suggeriert, dass man das nicht schafft, weil man Mutter ist. Und eben, nicht alle Frauen empfinden so oder merken da irgendwas von.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Hallo,



    Das mag sein. Aber in dem Falle wird akzeptiert, daß man sich so entschieden hat, so lange man seinen Job trotzdem ordentlich macht. Eine Kollegin hat ein zeitraubendes Hobby und natürlich geben wir uns Mühe, sie so einzuteilen, daß sie es ausführen kann, so lange es den Ablauf nicht stört.

    Wenn jemand pflegt, ist klar, daß er nicht zwingend Randdienste übernehmen muss, wenn es sich vermeiden lässt. Und wenn derjenige mal am Limit ist, dann haben vernünftige Kollegen in der Regel Verständnis.

    Und so weiter. DA reichen dann auch mal zeitweise 80%, so lange alles trotzdem gut läuft.


    Sobald es aber um Elternschaft geht, sagst du ja selbst, daß das etwas "anderes" ist.

    Da wird erwartet, daß man 100% leistet und das Elternsein wird als "Ausrede" angesehen, wenn man das nicht schafft. Andere schaffen es schließlich auch und machen sogar Karriere.


    Wie gesagt, ich finde alle bewundernswert, die lockerflockig 100% im Beruf leisten können UND das Familienleben so gestalten können, daß es allen beteiligten damit sehr gut geht. Ich kenne nur wenige solche Menschen, die meisten wursteln sich eher irgendwie durch und müssen überall und in der Regel ziemlich viele Abstriche machen.


    Bei mir war es definitv nicht die reine Organisation, wir hätten die Omas sicher noch viel mehr einspannen können, hätten die Kinder bis 17 Uhr im Kindergarten und Hort lassen können, das wäre überhaupt kein Problem gewesen. Es war das emotionale, was mich an alle Grenzen gebracht halt. Das "an alles denken müssen" (Kaum ein Problem, als ich noch zu Hause war, schier überwältigend, als ich arbeiten ging und so mit weniger Zeit und Kraft fürs einzelne trotzdem Familienthemen UND Berufliches im Kopf haben musste, daß ich die eigenen Kinder mit ihren "Besonderheiten" so gut wie möglich begleiten wollte UND die auf Arbeit (bewundernswert, wer die Tür auf Arbeit zumachen und alles hinter sich lassen kann, was dort an Schicksalen und Sorgen bedrückt, mir fiel das immer schon schwer) ...


    Sicher ist es kein Zufall, daß die schulischen Sorgen und Probleme eines meiner Kinder genau mit dem Einstieg in die Arbeit begannen. Es mag persönliche Schwäche sein, aber manche Menschen, zu denen ich offenbar gehöre, können nicht hier (auf Arbeit) 100% und da (zu Hause) ebenfalls noch "genug" leisten.


    Für mich war der Fokus definitiv in der Familie. Vielleicht hätte ich auf Arbeit auch weiterhin 100% und mehr geben können. Und hätte bei meinen Kindern noch größer Abstriche machen können. Aber ich gebe ganz offen und ehrlich zu - ich wollte das gar nicht, ich fand es so schon zu viel der Abstriche. Oder ich hätte weiter beides durchziehen können und wäre irgendwann wie nicht wenige meiner Kolleginnen tatsächlich im Burnout gelandet und hätte am ende weder das eine NOCH das andere auch nur ansatzweise sinnvoll leisten können. Dann wäre meiner Familie auch nicht geholfen gewesen. Aber meiner Arbeitsstelle ebenfalls nicht.

    Fröhliche Ostern! ;)

    2 Mal editiert, zuletzt von Trin ()

  • ja, das Problem ist aber, dass das immer kommt - es wird ja von der Gesellschaft schon suggeriert, dass man das nicht schafft, weil man Mutter ist. Und eben, nicht alle Frauen empfinden so oder merken da irgendwas von.

    Was meinst du? Dass man Karriere nicht machen kann wegen Kindern? Oder nicht leistungsfähig sein?

  • ja, das Problem ist aber, dass das immer kommt - es wird ja von der Gesellschaft schon suggeriert, dass man das nicht schafft, weil man Mutter ist. Und eben, nicht alle Frauen empfinden so oder merken da irgendwas von.

    Was meinst du? Dass man Karriere nicht machen kann wegen Kindern? Oder nicht leistungsfähig sein?

    das wird beides suggeriert und letzteres bedingt ersteres.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7