Leistungsabfall im Job durch Mutterschaft

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  • ja, das Problem ist aber, dass das immer kommt - es wird ja von der Gesellschaft schon suggeriert, dass man das nicht schafft, weil man Mutter ist. Und eben, nicht alle Frauen empfinden so oder merken da irgendwas von.

    also vielleicht reden wir aneinander vorbei, aber willst du ernsthaft sagen, dass du nie abgelenkt warst, weil du irgendwelchen Kinderkram im Kopf hattest? Nie übernächtigt und unkonzentriert, weil du nachts mehrfach geweckt wurdest? Nie nicht arbeiten konntest, weil dein Kind krank war? Keinerlei Unterbrechungen im Erwerbsleben durch Schwangerschaft und Elternzeit? Dann bin ich wirklich neidisch, weil du entweder einen unfassbar engagierten Mann oder etliche Angestellte hast.


    Ich finde schon, dass ich das alles ganz gut “schaffe“, aber obige Punkte (und etliches mehr) kann ich einfach nicht abstreiten.

  • Und was ist mit den Vätern? Warum können die arbeiten und oft sogar erst nach der Geburt der Kinder Karriere machen? Denken die nie an ihre Kinder?


    Ich hatte Glück, einen engagierten Mann, der sich selbstverständlich auch um seine Kindet kümmert, robuste Kinder, die selten krank waren, eine tolke Kita und gute Schulen, wo es den Kindetn gut geht. Vielleicht habe ich auch einen trivialen Beruf, für den man nicht viel denken muss.

  • Die Vorbehalte, dass Frauen mit Kindern nicht so leistungsfähig sind, sind ganz schön abhängig davon, wo man lebt.


    Da wo ich herkomme bekommt Frau mit Karriere spät Kinder oder gar nicht. Hier wo ich jetzt lebe ist das ganz anders. Ich Frage mich oft, wie mein Leben in einer eher konservativ geprägten Gegend gelaufen wäre. Ich glaube, die Umgebung kann einem ganz schön viel Kraft rauben durch die Erwartungen (bzw die negative Erwartung, dass man es sowieso nicht packt).


    Aber dennoch kosten mich meine Kinder derart viel Kraft, dass ich nicht behaupten kann, dass sie meine berufliche Leistungsfähigkeit nicht beeinflussen würden. Ganz objektiv und unabhängig davon, wieviel Unterstützung ich von außen bekomme. Ich finde schwanger sein und stillen und kleine Kinder haben anstrengend und kräftezehrend.


    Und je nachdem ob diese Phase 2 Jahre oder 20 dauert ist die Karriere hierdurch mehr oder weniger beeinträchtigt

  • also vielleicht reden wir aneinander vorbei, aber willst du ernsthaft sagen, dass du nie abgelenkt warst, weil du irgendwelchen Kinderkram im Kopf hattest?

    das war ich nicht. Ich konnte und kann das ausblenden. Mich hat auch besonders der Kleinkind- und Babykram nie interessiert, ich war froh, wenn ich davon eine Auszeit hatte und das nicht in meinem Kopf wälzen musste, da reichten mir die Diskussionen mit anderen Eltern. Wenn ich arbeitete, arbeitete ich. Und das ziemlich schnell nach der Geburt wieder.

    Jetzt sind meine Kinder grösser, aber auch heute ist es so, dass ich, wenn ich arbeite, arbeite - wie jeder Mann auch, der Vater ist, und der sicher nie gefragt wird, ob er nicht abgelenkt ist, und der irgendwie da komischerweise nie Leistungsprobleme hat.

    Nie übernächtigt und unkonzentriert, weil du nachts mehrfach geweckt wurdest?

    das manchmal, aber ich hab mich da, ehrlicherweise daran gewöhnt. Ich hab meine gesamte Dissertation übernächtigt geschrieben, am Anfang wegen der Kinder, am Schluss wegen der Arbeit. Ich hab, um die Diss zu beenden, ein halbes Jahr lang oft nicht länger als 4-5 Stunden geschlafen, meine Kinder schliefen da durch. Wie das wohl auch die Topmanager machen, die nur 4h schlafen, und denen komischerweise nie Leistungsmangel deswegen unterstellt wird, sondern da wird irgendwie hochachtungsvoll genickt.

    Nie nicht arbeiten konntest, weil dein Kind krank war?

    manchmal. Klar. Genauso wie der Papa der Kinder. Das kommt auch heute noch vor. Und manchmal ist man selbst krank.Das gehört für mich zum normalen Leben und hat nichts mit weniger leisten zu tun.

    aKeinerlei Unterbrechungen im Erwerbsleben durch Schwangerschaft und Elternzeit?

    Elternzeit gibt es hier nicht. Ich hatte bei jedem Kind 4 Monate. auf dem Papier habe ich eine Lücke von einem Jahr nach Ende der Dissertation. Das hat aber mit den Kindern nichts zu tun, sondern mit der Tatsache, dass es ein Jahr dauerte, bis ich eine Stelle hatte. Realiter kosteten mich die Kinder sicher 2 Jahre. Die man aber nicht sieht. Das Aufsatzschreiben und publizieren während der Diss kostete mich übrigens auch mindestens ein Jahr.


    Vatertechnisch habe ich einen Engagierten. Ja. Er betreut(e) viel die Kinder und machte viel Haushalt. Andererseits war das aber auch meine Erwartung. Sorry, es sind auch seine Kinder, warum sollte ich da den Löwenanteil der Kinderbetreuung stemmen? Nö. Haushalt dito. Wir haben beide oft dasselbe Pensum gearbeitet (auf dem Papier 80%) und haben paritätisch betreut.

    und ich mache massiv abstriche bei Haushalt et al. Das interessiert mich nicht die Bohne und da investier ich nur das nötigste.

    aber wieder: das hat nichts mit der Leistung für den Job zu tun, meines Erachtens. Es geht ja um das, was Frau tut, wenn sie arbeitet, und da bestreite ich einfach, dass Mütter weniger leister,weil sie Mütter sind und deshalb irgendeine Demenz haben.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Ich mag bei ainu unterschreiben. Wenn ich arbeite, dann vergesse ich meine Familie. Da habe ich einen anderen „Hut“ auf, bin auf die Arbeit konzentriert - und habe auch schon mal vergessen meine Kinder aus der Betreuung zu holen #angst

    LG
    rotesPesto mit ♂ Frühling '10, ♂ Sommer '06 und ♂ Herbst '12

  • Ich mag bei ainu unterschreiben. Wenn ich arbeite, dann vergesse ich meine Familie. Da habe ich einen anderen „Hut“ auf, bin auf die Arbeit konzentriert - und habe auch schon mal vergessen meine Kinder aus der Betreuung zu holen #angst

    Die kinder abzuholen habe ich auch schon vergessen. Während der Arbeit denke ich auch nicht an Kinder und Familie.


    Ich kann mir so gar nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die es ohne Einbußen ihrer Leistungsfähigkeit ertragen, über Monate hinweg nachts alle zwei Stunden geweckt zu werden und dann tagsüber vollzeitig zu arbeiten. Aber vielleicht gibt es die ja. Anscheinend gibt es die. Oder deren Kinder schlafen besser.

  • Hallo,


    Und was ist mit den Vätern? Warum können die arbeiten und oft sogar erst nach der Geburt der Kinder Karriere machen? Denken die nie an ihre Kinder?


    Ich kenne in meinem Umfeld genug Väter, die sich genau so wie die Mütter aufreiben, um Arbeit und Familie unter einen Hut bringen und dabei auch deutliche körperliche und seelische Überlastungszeichen zeigen.


    Aus meiner Sicht ist es für die meisten Menschen als Dauerzustand kaum möglich, in beiden Bereichen 100% zu leisten ohne selber irgendwo kaputt zu gehen. Auch Väter nicht.


    Zitat

    Wenn ich arbeite, dann vergesse ich meine Familie.


    Das konnte ich noch nie. Andersrum auch nicht gut.


    Ich denke zwar nicht die ganze Zeit nach, aber wenn ich morgens ein verzweifelt weinendes Kind abgegeben habe oder mir Sorgen machte, wie es mit meinem Teenager weitergeht... oder selbst "banale" Sachen, wenn ich mal wieder nicht zu einem Konzert meiner Tochter konnte und diese darüber enttäuscht war... dann hatte ich das wie eine Druck auf meiner Seele und spürte das auch körperlich.

    Das fiel nicht an der Tür zur Arbeisstelle von mir ab.


    Genau so konnte ich es nicht immer auf Arbeit lassen, wenn ich mir um ein Kind oder eine Gruppensituation im beruflichen Kontext ernsthafte Sorgen machte, da ging mir auch zu Hause immer wieder durch den Kopf, wie man für dieses Kind Hilfe schaffen kann, bin in die Bücherei gegangen, um zu schauen, ob es dort Informationen für mich gibt...

  • Ich mag bei ainu unterschreiben. Wenn ich arbeite, dann vergesse ich meine Familie. Da habe ich einen anderen „Hut“ auf, bin auf die Arbeit konzentriert - und habe auch schon mal vergessen meine Kinder aus der Betreuung zu holen #angst

    hier unterschreibe ich auch.

    Kind hab ich noch nie vergessen ... Bin aber schon öfter so spät aus dem Büro raus, dass ich mit dem Taxi (statt Zug) fahren musste.#schäm

  • Hallo,

    Ich mag bei ainu unterschreiben. Wenn ich arbeite, dann vergesse ich meine Familie. Da habe ich einen anderen „Hut“ auf, bin auf die Arbeit konzentriert - und habe auch schon mal vergessen meine Kinder aus der Betreuung zu holen #angst

    hier unterschreibe ich auch.

    Kind hab ich noch nie vergessen ... Bin aber schon öfter so spät aus dem Büro raus, dass ich mit dem Taxi (statt Zug) fahren musste.#schäm


    Die Frage für mich ist,. ob das tatsächlich etwas Erstrebenswertes ist.


    Also nicht falsch verstehen, sicher passieren in jeder Familie mal Fehler bei der Absprache oder man vergisst etwas. Ich wollte auch schon ein Kind abholen, und es war gar nicht im Kiga, - ich hatte vergessen, daß es Omatag hatte. Oder ich bin zu spät auf Arbeit gekommen, weil ich durch ein Problem im privaten Bereich vergessen hatte, daß eine Besprechung auf diesen Tag verlegt wurde... Passiert halt.


    Aber für mich klingt es ein bisschen so, als wären die "100% im Job" so wichtig, daß man es eben in Kauf nehmen sollte, daß ggf. dadurch so etwas passiert... So nach dem Motto: "Wenn du die Prioritäten nur richtig setzt (nämlich bei der Arbeit) geht es auch, dort die erwarteten 100% zu leisten."

  • Und wenn wir dann auch noch so Fragen stellen wie - die Leistung sinkt durch die Mutterschaft - leisten wir den lieben Arbeitgebern noch weiter Vorschub, Mütter massiv zu benachteiligen. Aus dem Grund stört mich ja die Fragestellung.

    Das stimmt!

    sonja mit Eisprincess (03) + kleinronaldo (06)

  • Und wenn wir dann auch noch so Fragen stellen wie - die Leistung sinkt durch die Mutterschaft - leisten wir den lieben Arbeitgebern noch weiter Vorschub, Mütter massiv zu benachteiligen. Aus dem Grund stört mich ja die Fragestellung.

    Das stimmt!

    Das hatte ja oben schon jemand angemerkt - besser wäre es, wenn "Elternschaft" da stünde (auch wenn es hier natürlich passt, dass eine Frau schreibt und in dem Kontext "Mutterschaft" schreibt)


    Und wenn es dann für alle Menschen, die teil der Gesellschaft sind, es selbstverständlich sein dürfte, darauf mit "ja" zu antworten.

  • Man könnte es ja auch so sehen, dass Elternschaft ein gesamtgesellschaftlich erwünschtes Modell ist und daher besonderen Schutz in der Arbeitswelt verdient?


    Und da gehört es schon dazu, auch zuzugeben: „ja, ich habe bestimmte Einbußen im Vergleich zu kinderlosen Berufstätigen!“


    (Ich bin überzeugt davon, dass ich auch Vorteile ggü. Kinderlosen habe, aber die sind leider nicht so leicht sichtbar wie die äußeren Rahmenbedingungen, wie Kind-krank usw)

  • Man könnte es ja auch so sehen, dass Elternschaft ein gesamtgesellschaftlich erwünschtes Modell ist und daher besonderen Schutz in der Arbeitswelt verdient?


    Und da gehört es schon dazu, auch zuzugeben: „ja, ich habe bestimmte Einbußen im Vergleich zu kinderlosen Berufstätigen!“

    Ja. So sehe ich das auch. Ich finde es haaresträubend, welche Flexibilität da oft gefordert wird und wie wenig familienfreundlich Arbeitszeiten und Meetings festgelegt werden.


    Ich finde es wichtig, daß Eltern das deutlich machen und auch einfordern, daß auf ihre Familiensituation Rücksicht genommen wird.


    In unserer Gruppe der Kandidierenden für die Kommunalwahlen haben drei Personen vor wenigen Wochen ein Baby bekommen, zwei Väter und eine Mutter. Alle drei haben darum gebeten, die Sitzungen zeitlich so zu legen, daß es für sie familienkompatibel ist. Und es ist allen in der Gruppe klar, daß so jemand dann nicht mit Baby im Tragetuch oder Kinderwagen 4 Stunden lang im Nieselregen am Infostand ausharren muß.


    In einer anderen ehrenamtlichen Gruppe ist eine Frau dabei, die wegen ihrer behinderten Tochter abends nicht wegkann. Nie. Die Tochter ist 15 und tickt komplett aus, wenn es dunkel wird und die Mutter nicht da ist, andere Bezugspersonen akzeptiert sie nicht. Die Mutter arbeitet tags als Lehrerin und richtet ihren Alltag so ein, daß sie abends immer daheim ist. Für uns als Gruppe ist es okay, unsere Treffen dann am späten Nachmittag oder frühen Abend abzuhalten, so daß sie dabei sein kann. In der Schule hat sie immer wieder Probleme, wenn Konferenzen auf die Abende gelegt werden und von ihr verlangt wird, daß sie daran teilnimmt.


    Ich denke, Rücksichtnahme auf Eltern und Familien sollte auch im Berufsleben angestrebt werden. Stattdessen wird von Eltern gefordert, daß sie sich zu 100% der beruflichen Struktur und den Erwartungen der Arbeitswelt anpassen, und die Kinder müssen dann funktionieren.

  • So nach dem Motto: "Wenn du die Prioritäten nur richtig setzt (nämlich bei der Arbeit) geht es auch, dort die erwarteten 100% zu leisten."

    Ja. Aber der Preis ist oft sehr hoch. Mir persönlich wäre er zu hoch. Und ich bin halt auch nicht so leistungsfähig und belastbar wie der Durchschnitt.

  • Trin Ich kann am Handy nicht zitieren, aber es hat doch keiner behauptet, dass es erstrebenswert ist, seine Kinder zu vergessen? Nur, dass manche Mütter bei der Arbeit so im Flow sind, dass sie währenddessen nicht an ihre Kinder denken. Und schon mal vergessen haben, ihre Kinder abzuholen. Nicht regelmäßig.


    Man kann das doch einfach so stehenlassen, dass es Mütter gibt, die es schwer finden, wieder zu arbeiten und lieber nicht oder weniger oder anders arbeiten möchten, andere damit aber kein Problem haben und es sogar genießen, wieder arbeiten gehen zu dürfen.

    Nichts ist besser oder schlechter. Es gibt verschiedene Menschen und Familien und Rahmenbedingungen #weissnicht.

  • Ich unterschreib bei Dorothea

    Und werfe ein, dass manche hier vielleicht erleichtert waren, zu lesen, dass es anderen Userinnen auch so geht. Gesellschaftlich anerkannt ist es nämlich nicht gerade, als Mutter seine Kinder über die Arbeit zu vergessen.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • aber es hat doch keiner behauptet, dass es erstrebenswert ist, seine Kinder zu vergessen?

    Nein, das nicht, aber es gilt gesellschaftlich schon als erwünscht und erstrebenswert, daß jede*r im Job 100% leistet und zeitlich flexibel ist usw., und wenn wir das als oberste Priorität setzen, steht die Familie leider manchmal dahinter zurück.


    In dem genannten Beispiel, zu spät aus dem Büro zu hetzen und das Kind zu spät (oder nur noch mit dem Taxi eilend) abholen zu müssen, wäre ja auch denkbar, am Arbeitsplatz zu sagen: Tut mir leid, ich muß pünktlich weg, die Kita schließt gleich.


    Und da fehlt es meiner Meinung und Erfahrung nach an etlichen Arbeitsplätzen am Verständnis und an der Rücksichtnahme. Es wird erwartet, daß Familien ihren Alltag so organisieren, daß die Arbeit auf keinen Fall drunter leidet. Anstatt daß von Arbeitgeber*innen erwartet wird, die Arbeitsabläufe und -Zeiten so zu organisieren, daß die Familien der Arbeitnehmer*innen nicht darunter leiden.

  • wäre ja auch denkbar, am Arbeitsplatz zu sagen: Tut mir leid, ich muß pünktlich weg, die Kita schließt gleich.

    Ich hab das anders verstanden: Nicht, dass man wegen des Drucks des Arbeitnehmers länger bleibt (und da würde ich dir zustimmen, habe da aber insgesamt eher positive Erfahrungen gemacht), sondern dass man selbst so in der Arbeit drin war, dass man die Kinder schlicht und ergreifend vergessen hat. Bzw. die Zeit.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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    Willy Brandt, 1969

  • Hallo,


    Trin Ich kann am Handy nicht zitieren, aber es hat doch keiner behauptet, dass es erstrebenswert ist, seine Kinder zu vergessen? Nur, dass manche Mütter bei der Arbeit so im Flow sind, dass sie währenddessen nicht an ihre Kinder denken. Und schon mal vergessen haben, ihre Kinder abzuholen. Nicht regelmäßig.


    Ich schrieb ja, daß so etwas sicher überall mal vorkommt.


    Aber generell klingt es bei einigen Schreiberinnen für mich schon nach "Wenn man die Prioritäten richtig setzt", "Wenn man sich auf Arbeit richtig konzentriert..." usw. dann sind die 100% doch kein Problem, auch nicht mit kleinen oder größeren Kindern.


    Und es mag Familien geben, die beides super hinbekommen. Ich selber kenne allerdings Familien, die Abstriche machen müssen, meist an allen Seiten, auch an der Familie. Auch hier im Forum liest man ja immer wieder daß es vor allem in Stressituationen zu Problemen gibt. Und daß die Tipps, die gegeben werden nicht helfen, weil man "Morgens keine Zeit/keine Nerven... für Spielchen hat, schließlich muss das Kind in den Kindergarten oder die Krippe und die Eltern auf Arbeit.


    Ich fände es besser, wenn eben nicht immer und zu jeder Zeit 100% erwartet werden. Wenn man dann im Büro anrufen könnte und sagen "Ich komm heute eine Stunde später, das Kind hat´s grad schwer..." oder sagen: "Leute, kann ich am Donnerstag eine Stunde eher verschwinden, mein Kind hat Musikschulvorspiel...?" ohne daß man allgemeines Augenrollen erwarten muss, weil ja "Mutter/Eltern sein" nur eine Ausrede dafür ist, beruflich nicht 100% leisten zu können. Die Arbeit läuft in der Regel auch mit 80% Einsatz.


    Leider ist meine Erfahrung im IRL , daß die das wenigste Verständnis haben, die es trotz Familie schaffen "voll da zu sein", die die Einstellung haben;: "Da muss das Kind durch (daß ich an bestimmten wichtigen Punkten nicht da bin)" (oder sich gar freit, wenn er um das Flötenvorspiel oder das laienhaft aufgeführte Schultheaterstück rumkommt, weil er so etwas schrecklich anstrengend findet) usw. Es ist völlig OK, wenn jemand das für seine Familie so sieht.

    Mir fehlt aber da das "Verständnis haben", daß es nicht überall gleich ist, daß Familien eben verschiedene Priorititäten haben - und haben dürfen, daß Kinder unterschiedlich anstrengend sind, daß mehr als 1 Kind haben nicht nur als "selbst schuld" oder "persönliches Hobby" gesehen werden...


    Und daß es OK ist, den Job mit 80% zu leisten.


    Übrigens finde ich da einen besseren Ausbau der Betreuungsstrukturen auch nicht unbedingt hilfreich. Natürlich sollte es sinnvolle Betreuungsmöglichkeiten geben. Nur - was ist sinnvoll? Ist es sinnvoll, wenn jedes Kind zu jeder Zeit in irgend einer Form ohne Eltern betreut werden kann? Das mag für einige gut sein. Andere setzt es aber wieder unter Druck, schließlich KÖNNTE man das Kind ja inzwischen vielerorts sogar 24 Stunden am Tag betreuen lassen - also ist das "für die Kinder da sein", "Zum Zeitpunkt X gehen wollen,. wegen den Kindern" oder einfach "Zeit mit den Kindern haben WOLLEN" - und zwar nicht nur Exklusivzeit, sondern auch ganz schnöden simplen Alltag - in den Augen mancher (vor allem Arbeitgeber) noch mehr "nur Ausrede".

    Fröhliche Ostern! ;)

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