Leistungsabfall im Job durch Mutterschaft

  • Man kann das doch einfach so stehenlassen, dass es Mütter gibt, die es schwer finden, wieder zu arbeiten und lieber nicht oder weniger oder anders arbeiten möchten, andere damit aber kein Problem haben und es sogar genießen, wieder arbeiten gehen zu dürfen.

    aber darum geht es doch gar nicht, wenn die Frage ist, ob die Leistungsfähigkeit unter der doppelbelastung Familie und Job sinkt?


    Die Menschen aus @casas Beitrag lieben ihre Tätigkeiten offenbar - dennoch sind sie nur eingeschränkt verfügbar und demnach weniger einsetzbar als ohne Kinder.


    Ich kenne praktisch niemanden aus meinem berufsumfeld, der oder die nicht nach spätestens einem Jahr wieder vollzeitig arbeiten gegangen ist. Aber es bestehen ständig limitationen durch die elternschaft: bestimmte Schichten können nicht gearbeitet werden, es kommt häufiger zu fehlzeiten wegen kindkrank (oder selbstkrank, weil die Zeit zur Regeneration fehlt). Spontane Überstunden gehen nicht. Und die Nächte mit Schlafmangel hinterlassen bei jeder Arbeit ihre Spuren, das ist oft genug untersucht worden.


    Mir geht es um den Punkt, dass man sehr gerne arbeiten geht, aber dennoch unter der Belastung leiden kann.

  • Ich finde schlimm, wenn der Eindruck und das Framing erzeugt wird (auch noch von Frauen selbst), dass es irgendwelche biologischen oder hormonellen unabänderlichen Faktoren gäbe, die Mütter im Beruf weniger leistungsfähig machte. Stichwort "Stilldemenz" #haare

    Ich kann den Threadtitel wie viele andere hier kaum ertragen, denn mE ist es die soziale Elternschaft, die dazu führt und der Grund dafür ist, dass Männer sich dieser Aufgabe und dem mental load weitgehend immer noch entziehen und deren Partnerinnen es aber leider auch nicht stark genug einfordern.

  • hanna, aber es bestehen doch Einschränkungen dadurch, dass man Kinder hat. Die kann man doch nicht wegdiskutieren.


    Wenn jemand sein Leben so organisiert, dass er oder sie weder Kraft noch Zeit für seine Kinder benötigt (weil zB der Partner oder ein Aupair alles abnimmt oder die Großeltern vor Ort sind) ist das fein. Aber das dürfte nur für sehr wenige Realität sein.


    Der Rest hat durch kleine Kinder mehr Belastung als ohne Kinder. Stilldemenz finde ich auch einen blöden Begriff, weil er so biologostisch klingt (und so, als wäre das Stillen selbst schuld und nicht die Schlaflosigkeit), aber ein schlecht schlafendes Kind, das mehrfach pro Nacht gestillt werden will macht die Kognition nicht besser.


    Mich ärgert es, wenn von Eltern kleiner Kinder erwartet wird, genauso viel zu leisten wie von Eltern großer Kinder oder kinderloser Menschen. Wer sich das zu Hause so organisiert - prima. Familien, in denen ein oder beide Eltern sowohl mit Carearbeit als auch Erwerbsarbeit zu tun haben sollten problemlos die Arbeit um ihre Familie herumstricken können. Und nicht die familie als zweitrangig nach der Arbeit betrachten müssen.


    Und dazu gehört zb, dass nicht erwartet wird, dass sie selbstverständlich auch nach 18uhr noch an einer Veranstaltung teilnehmen können.

  • Puh, ich hatte ehrlich nicht damit gerechnet, dass die Diskussion in diese Richtung geht.


    Zuerst: Ich bin nun mal MUTTER und deshalb habe ich den Titel so gewählt. Und weil ich nicht den Eindruck habe, dass sich hier im Forum wahnsinnig viele Männer aktiv beteiligen. Hier jetzt gleich wieder die Gender-Keule zu schwingen, erscheint mir... etwas übers Ziel hinaus.


    Und ja, ich kenne tatsächlich keinen einzigen Mann, der nach der Geburt der Kinder dauerhaft Arbeitszeit reduziert hat. Meist sind es hier die Mütter, und auch die gehen recht schnell dann hoch auf rund 35 Wochenstunden. So wie ich.


    Ich habe dazu einen Vollzeit arbeitenden Mann, was Kinder und Haushalt/Gartenarbeit angeht, teilen wir uns recht gut rein. Dazu haben wir noch Unterstützung durch die Omas.


    Meine Nächte sind seit ca 1 Jahr schon relativ gut und erholsam.


    Objektiv gesehen denke ich also, dass es natürlich wahnsinnig stressig ist mit Kindern und Arbeiten und allem drumrum, aber schaffbar.

    One day, I would like to turn on the News and hear "There's peace on earth".


    C. mit #female 06/2010, #male 06/2014 & #female 02/2017

    Einmal editiert, zuletzt von Calypso1981 ()

  • janos Ich stoße mich gar nicht daran, dass Eltern(!) Einschränkungen haben, kenne ich ja selbst bestens. Aber dieses Mutterding nervt mich unendlich. Weil ich es in der Realität so ungerecht finde, jeden Tag damit kämpfe und es mich wirklich entmutigt, wenn Frauen selbst die Benachteiligung so schicksalhaft (ja, genau, biologistisch) annehmen.

  • Und ja, ich kenne tatsächlich keinen einzigen Mann, der nach der Geburt der Kinder dauerhaft Arbeitszeit reduziert hat. Meist sind es hier die Mütter, und auch die gehen recht schnell dann hoch auf rund 35 Wochenstunden. So wie ich.


    Ich habe dazu einen Vollzeit arbeitenden Mann, was Kinder und Haushalt/Gartenarbeit angeht, teilen wir uns recht gut rein. Dazu haben wir noch Unterstützung durch die Omas.

    Aber genau das ist doch das Schlimme, nach wie vielen Jahren Feminismus?

  • Schade, es läuft wie so oft auf Frontenbildung hinaus....


    Bei mir hing der Leistungsabfall nunmal tatsächlich auch (!) sehr stark mit meiner Mutterschaft zusammen. Mit den Geburten, der Zeit danach...das war ganz allein mein "Problem" und hatte wenig mit meinem Mann oder "der Gesellschaft" zu tun.


    Man kann nicht für etwas brennen, wenn man emotional und körperlich über Monate nur funktionieren kann. Und zwar nicht, weil der Mann so faul und gemein ist oder man zu viel (?) stillt.


    Zum Glück habe ich eine tolle Chefin, die mich als Mensch, Mutter und Arbeitnehmerin gleichermaßen respektiert. ;)

  • Und weil ich mich nach Kind 1 und Kind 2 viel leistungsfähiger im Job gefühlt habe und dieses Schusselige auf Arbeit von mir gar nicht kenne, wollte ich hören, ob es anderen auch so geht.


    Wer den Threadtitel nicht ertragen kann, möge bitte nicht reinlesen. Es ist genau so gemeint wie es da steht und mich irritiert, was hier alles in meine Fragestellung reininterpretiert wird.

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    C. mit #female 06/2010, #male 06/2014 & #female 02/2017

  • Den Begriff "Stilldemenz" finde ich auch unglücklich.


    Okay, eine Geburt und auch das Stillen sind körperliche Belastungen, die der Vater oder die nicht-leibliche Mutter so nicht zu tragen hat, und das schlaucht schon ziemlich.


    Aber wie Du, hanna sehe ich weniger die biologischen Aspekte, sondern mehr die soziale Elternschaft im Fokus.


    Allerdings liegt es meiner Ansicht nicht (oder nicht nur) im Ermessen einzelner Personen, inwieweit sie Job und Elternschaft gut vereinbaren können, sondern es ist auch ganz stark ein gesellschaftliches Problem. Fast alles hier wird daran gemessen, wie effektiv es ist und wieviel Profit es abwirft. Dem müssen sich viele andere Lebensbereiche unterordnen, der Kapitalismus funktioniert nur so.


    Und ich bleibe dabei: wer sich als Mutter oder Vater auf die spontanen Anforderungen des Familienalltags einlassen und im Bereich Familie 100% geben will, muß im Job zwangsläufig Abstriche machen (und vermutlich haben es da die Väter sogar schwerer, sich zu rechtfertigen).


    Individuelles Andersmachen-Wollen scheitert leider oft an den äußeren Strukturen oder an den verinnerlichten Normen. Es wird noch einige Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und über Generationen hinweg Auflösung von traditionellen Rollenbildern brauchen, bis das leichter wird.

  • Hallo,


    Ich versuch´s mal an einem Beispiel:


    "100% im Beruf leisten" hieße bei mir unter anderem 8 Stunden arbeiten und dabei selbstverständlich Arbeitszeiten zwischen 6 und 18 Uhr abdecken zu können. Dazu Elternabende, abendliche Dienstberatungen, Weiterbildungen...

    Hatte mein Mann einen gegenläufigen dienst zu mir, ging das betreuungstechnisch (zu dem Preis, daß wir beide uns kaum richtig gesehen haben). Es war also an vielen Stellen eher "Organisation" als "Familienleben".


    Aber sobald er einen Dienst hatte, der sich mit meinem überschnitt, gingen die richtigen Probleme los, denn auch die Kindergärten und Horte meiner Kinder öffneten erst 6 Uhr und schlossen 17 Uhr. Vermutlich hätte man das mit einer Kinderfrau, einer 24 Stunden Kita o.ä. auffangen können (womit aber die finanzielle Seite des "arbeiten gehens" hinfällig geworden wäre). Aber ich WOLLE das gar nicht, ich wollte meine Kinder nicht nur abholen, um ihnen gerade mal noch Abendessen zu geben und sie ins Bett u bringen. Ich WOLLTE sie morgens mit einem Küsschen in den Tag schicken. Ich WOLLTE den ganz alltäglichen Pipifax mit ihnen erleben.


    Also habe ich mich entschieden, daß es eben beruflich keine 100% sein müssen. Klar zu sagen, daß ich bestimmte Dienste nicht dauerhaft übernehmen "kann". Und daß ich 75% arbeiten werde. Konnte kaum einer verstehen, denn irgendwie "Muss" es sich doch machen lassen... Wenn es bei meinem AG möglich gewesen wäre, wäre ich sogar auf 50 runter gegangen. Oder, wäre es finanziell nicht nötig gewesen, auch noch zu Hause geblieben, bis die Kinder aus der Grundschule raus waren.


    Der Kompromiss war so schon schwierig genug, Abstriche am Familienleben blieben immer noch mMn zu) viele. Oft genug waren sowohl mein Mann als auch ich damit über alle Grenzen hinaus. Ich kam mir vor wie so ein "Tellerdreher" im Zirkus, der ständig nur rumspringt um hier und da die Teller am routieren zu halten, damit sie nicht abstürzen. Und zwar nicht nur auf einem Tisch sondern auf zweien. "Arbeit" und "Familie" (von allem anderen mal ganz abgesehen)

    Mehr "Teller" hätten wir nicht bewältigen können, ohne selber abzustürzen. Aber mehr Familienteller runter fallen zu lassen, damit auf der Arbeitsseite tatsächlich 100 kreiseln können, war für uns beide(!) auch keine Option.


    Daß die Schulschwierigkeiten eins meiner Kinder und eine chronische Krankheit bei mir genau in der Zeit entwickelte, kann natürlich Zufall sein, ich halte einen Zusammenhang mit Schlafmangel, emotionaler Be-/Überlastung... durchaus für wahrscheinlich.


    Andere treffen eben für sich und ihre Familie andere Entscheidungen, z.B. weil ihre Prioritäten anders sind. Oder, das vermute ich, sie haben mehr Kraft haben und können mehr leisten.


    Und da ich nun mal Mutter bin und kein Vater, ist/war es bei mir nun mal die das Mutter sein. Bei meinem Mann das Vatersein. Bei uns zusammen das Eltern sein.


    Ich wünschte mir, daß ein "Nein, wegen meiner Familie bin ich im Beruf nicht 100% leistungsfähig (und will und muss es auch gar nicht sein)" anerkannter wäre, sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

    Pause machen, an die Luft und nicht in die Luft gehen und dann irgendwann weitersehen...

  • Und ja, ich kenne tatsächlich keinen einzigen Mann, der nach der Geburt der Kinder dauerhaft Arbeitszeit reduziert hat. Meist sind es hier die Mütter, und auch die gehen recht schnell dann hoch auf rund 35 Wochenstunden. So wie ich.


    Ich habe dazu einen Vollzeit arbeitenden Mann, was Kinder und Haushalt/Gartenarbeit angeht, teilen wir uns recht gut rein. Dazu haben wir noch Unterstützung durch die Omas.

    Aber genau das ist doch das Schlimme, nach wie vielen Jahren Feminismus?

    Das verstehe ich nicht.

    Ich teile mich ca hälftig rein mit meinem Mann. Soll er noch mehr übernehmen und über seine Grenzen gehen?


    Mental Load ist übrigens ein gutes Stichwort und ich habe eine sehr klare Meinung dazu. Ich möchte meist alles 100% richtig machen und denke ständig schon über den nächsten und übernächsten Schritt nach. Das fördert auch meine Schusseligkeit. Mein Mann ist da ganz anders, einfach fokussierter. Beschäftigt sich gedanklich nicht noch mit 1000 anderen Sachen und bekommt das Wesentliche trotzdem gut hin, und wenn mal was vergessen wird, so what. Mental Load ist bei mir ein Problem durch meine Persönlichkeit, und ich habe den Eindruck viele Frauen sind so - vielleicht auch evolutionstechnisch bedingt - während Männer sich bei Stress einfach besser fokussieren können. So mein ganz privater Eindruck aus dem Freundes- und Bekanntenkreis.

    One day, I would like to turn on the News and hear "There's peace on earth".


    C. mit #female 06/2010, #male 06/2014 & #female 02/2017

  • Calypso1981

    Du beschreibst genau die gesellschaftliche Realität. Männer reduzieren sehr selten Arbeitszeit, Frauen tragen den mental load... usw.


    Ich sehe das aber nicht naturgegeben (wie du) sondern als gesellschaftlichen Missstand zu Ungunsten der Frauen. Das ist der Unterschied.

  • janos ....und es mich wirklich entmutigt, wenn Frauen selbst die Benachteiligung so schicksalhaft (ja, genau, biologistisch) annehmen.

    ok, diesen Punkt meinst du. Da gebe ich dir vollkommen recht. Das ist unerträglich, wie manche Frau in eine total regressive Rolle schlüpft. Weil die Menschen drumrum ihr das so einreden.

  • Entschuldigung, aber da muss ich gerade vehement widersprechen: es gibt null evolutionären Grund, keinen hirnphysiologischen oder sonstwie "angeborenen" Grund, warum Frauen mehr mental load haben etc.

    Das sind anerzogene und kulturell erwartete Konzepte, die machen, dass niemals jemand einen Mann fragt, ob er Job und Familie unter einen Hut bringt...


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich selber habe das über Achtsamkeit überwunden quasi.

    Also ich kenne das Gefühl und hab dann von einem Freund gelernt, achtsam da zu sein, wo ich bin und nicht 1000 Schrite woanders.

    Wenn ich mit dem Muk bin, bin ich mit dem Muk, wenn ich arbeite, bin ich bei den Schülern oder im Konzert, wenn ich Hausarbeit mache mache ich das was ich tue und nicht 200 weitere Sachen.

    DAs kenne ich so tatsächlich vorangig von Männern und finde das gut. Auch sagt mein Exfreund immer "ich schaffe was ich schaffe, der rest geht eben nicht, damit müssen alle leben". Recht hat er!

    Seitdem bin ich meist ungestresst und schaffe alles ganz einfach.


    Der Papa des Muk kann das nicht so und routiert ebenso wie ihr. Und abgesehen vom Overload und dem "zuviel" leidet ernoch darunter dass seine Kollegen das "als Mann" unmöglich von ihm finden. Einen Job hat er schon verloren weil er kein Teilzeitpapa sein möchte.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • ich habe in der Baby und Kleinkindphase hauptsächlich für meine Kinder gebrannt.

    Warum das bei mir so extrem war und bei meinem Mann nicht so extrem, weiß ich nicht.


    Er war die ersten sieben Lebensmonate beim ersten Kind zu hause.

    Jobsuche nach studiumende und geringfügig beschäftigt, genauso wo ich.


    Trotzdem war ich emotional total umgekrempelt, natürlich hat auch er sich verändert. Aber nicht in dem Ausmaß.


    Als die Kinder größer waren und ich wieder "richtig" gearbeitet habe, aber nicht vollzeit, mein Mann übrigens auch nicht, habe ich das arbeiten ganz anders zu schätzen gelernt.


    Nie bin ich so gerne arbeiten gegangen wie seit diesem Zeitpunkt.

    War es früher doch oft lästige unterbrechung meiner Freizeit, bekam die Arbeit einen völlig neuen Stellenwert.


    Gerade weil ich die ersten Jahre so im muttersein aufgegangen bin, kann ich den neuen Lebensabschnitt voll genießen.


    Und jetzt bekomme ich zwar im Haushalt nichts mehr großartig hin. Aber beim arbeiten da flutscht es. Und ich persönlich empfinde mich auch als Viel bessere Hebamme. Im Wochenbett, nicht unter der Geburt.


    Das Wochenbett hat für mich durch die eigene Erfahrung auch einen Viel höheren Stellenwert bekommen, als vor den eigenen Kindern.


    Und stressresistenter bin ich jetzt auch. Merke ich im Vergleich mit jungen Kolleginnen.

    Und laut junger Kolleginnen bin ich extrem gechillt, tolerant und verständnisvoll.

    In dem Maße war ich das früher nicht.



    Auf lange Sicht hat die Mutterschaft bei mir persönlich zur Leistungssteigerung beigetragen.

    Im kleinkindalter, war arbeiten, auch wenn es nicht oft im Monat War, eher eine Belastung und ich mit Herz und Hirn eher bei meinen Kindern.

  • Auf lange Sicht hat die Mutterschaft bei mir persönlich zur Leistungssteigerung beigetragen.

    Das finde ich einen spannenden Blickwinkel. Und würde ihn für mich in Teilen durchaus unterschreiben. Zumindest mache ich meinen Job anders, als ich ihn kinderlos machen würde.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

    ---

    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • Auf lange Sicht hat die Mutterschaft bei mir persönlich zur Leistungssteigerung beigetragen.

    Das finde ich einen spannenden Blickwinkel. Und würde ihn für mich in Teilen durchaus unterschreiben. Zumindest mache ich meinen Job anders, als ich ihn kinderlos machen würde.

    Das empfinde ich ähnlich. Die softskills bekommt man nirgendwo so gut beigebracht wie von den eigenen Kindern. Und auch ein gewisser Abstand zu den 100%, die man oft meint leisten zu müssen und die nur das schale Gefühl hinterlassen, mal wieder nicht alles geschafft zu haben. Und das geht ja nicht nur Eltern so, sondern den kinderlosen genauso. Runa hat das oben sehr schön geschrieben

  • Ich glaube, da haben wir Mißverständnisse, was 100% sind.


    Ich mache meinen Job wirklich gern, er macht mir Spaß, aber ich werde für soundsoviel Stunden Arbeit zu definierten Zeiten bezahlt, diese mache ich gut, und dann mache ich die Tür zu. Das sind 100% - wilde Flexibilität, Wochenenden, Mehrarbeit, spontane Reisen, eder Gedanke an den ob in der Freizeitsind mehr als 100%.


    Als ich noch studiert habe, da war das mein Leben, nicht meine Arbeit. 200% mindestens - und ja, die "leiste" ich schon lange nicht mehr. Es gibt in meinen Leben noch viele andere Aspekte, die meine Energie fordern. Und bekommen. Vermutlich - genau werden wir es nie wissen - wäre ich heute auch ohne Kinder nicht mehr bei 200%. Was voll in Ordnung ist, schließlich werde ich auch nur 100% bezahlt.:D

  • Hallo,


    Auch sagt mein Exfreund immer "ich schaffe was ich schaffe, der rest geht eben nicht, damit müssen alle leben". Recht hat er!


    Ja, aber wenn ein Elternteil sagt: "Ich bin eben nicht nur Arbeitende/r sondern auch Mutter/Vater, das hat für mich gerade auch eine große Priorität und was anderswo (auf Arbeit, im Ehrenamt... z.B.) wird, das wird und was nicht, das nicht", wird es schnell als "Ausrede" gesehen. Wobei Männer dann eher noch einen "moderner, engagierter Vater"-Bonus bekommen, während Frauen sich anhören müssen, es gäbe keinen biologischen oder sonstigen Grund dafür, nicht zusätzlich auch im Beruf 100% leisten zu können.


    Das "Langfristige" ist eine ganz andere Sache, aber um die ging es in der Ausgangsfrage ja mMn nicht, sondern um die Anfangszeit.

    Pause machen, an die Luft und nicht in die Luft gehen und dann irgendwann weitersehen...

    Einmal editiert, zuletzt von Trin ()