Leistungsabfall im Job durch Mutterschaft

  • ich fand die grundschulzeit bei Kind 1 am schlimmsten...

    Und das nicht weil Kind 2 da noch daheim bzw. dann im kiga war.

    Das ist wie alles individuell....

  • ja das isses.. und die eigenen "Ansprüche" spielen da natürlich auch mit rein.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • ich fühle mich durch jahrelange sorgen, die wir schlicht hatten, langfristig beeinträchtigt. mein mann gleichfalls. damit hatten wir einfach nicht gerechnet vor der familiengründung.


    mit geschlecht und lohnarbeit hat das primär nichts zu tun.


    aber uns ist auch klar: so ist das leben.

    Das ist auch so ein Aspekt der hier keinen Raum hst: das Forum ist voller beschwichtigungen, dass eben nicht alles geht, wenn man (kleine ) kindrr hst. Aber Arbeit geht ohne Einschränkungen?

  • Zeitweilig kann Arbeit schon auch ohne Einschränkungen gehen. Aber auf Dauer mit 3 Kindern ohne weitere familiäre Hilfe, da kenne ich wirklich nicht ein Beispiel für.

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~

  • Zeitweilig kann Arbeit schon auch ohne Einschränkungen gehen. Aber auf Dauer mit 3 Kindern ohne weitere familiäre Hilfe, da kenne ich wirklich nicht ein Beispiel für.

    Na doch, da gibt es schon ein paar... Wo es gute kitas gibt, da geht das deutlich besser und ist jetzt auch nicht so unüblich

  • ich kenne einige, die das hinbekommen.


    aber es darf halt - sofern keine verlässliche, konstante familiäre hilfe in der nähe ist - kein schicksalsschlag oder ähnliches dazwischenkommen.


    die leute, die ich so kenne und wo es gut klappt, haben gesunde kinder, die im wesentlichen „funktionieren“.


    allerdings geht das dann eben doch an der realität vieler familien vorbei. darum stört mich der imperativ, der hier im forum manchmal formuliert wird, ganz gewaltig.

  • Zu den Bedingungen hatte ich ja schon einiges geschrieben. Mein Mann ist wirklich ein engagierter Vater. Unsere Eltern unterstützen uns. Mein Arbeitgeber ist sehr familienkompatibel, ich habe zB relativ flexible Arbeitszeiten. Was früh den ganzen Stress macht ist das Schulkind, der Unterricht beginnt recht früh, und ich bringe sie mit dem Auto hin, in Kombination mit einem Kindergartenkind (morgens dauermüde) plus Kleinkind, das grade lernt sich allein anzuziehen.

    Ich weiß, auf Dauer wird das früh besser werden, Schulkind fährt irgendwann allein mit dem Rad zur Schule, die anderen werden größer etc. aber es momentan stresst das alles.

    Dazu an Turnbeutel und Schlafanzüge denken, Brotbüchsen fertig machen, Regenhose einpacken, etc. Ich versuche so viel wie möglich Abends vorzubereiten, aber da ist halt auch irgendwann der Ofen aus und das Ruhebedürfnis zu groß.


    Hat mein Mann Spätschicht, versuche ich so zeitig wie möglich ins Büro zu fahren, bzw. halte mich generell im Hintergrund und lass ihn machen. Er findet das komischerweise gar nicht stressig. Allerdings fährt er anschließend wieder nach Hause und muss nicht „ordentlich“ im Büro erscheinen. Und die Turnbeutel und Schlafanzüge mache natürlich trotzdem ich fertig #rolleyes Brotbüchsen bereitet er komplett Abends vor, ich schneide zumindest früh noch das Obst frisch rein, aber das ist ihm nicht so wichtig... Da sind wir wieder bei den Ansprüchen an mich selbst.


    claraluna Wenn du dich mal etwas mit den Ost-West-Unterschieden beschäftigst, wirst du schnell merken, dass die Unterschiede im Lohnniveau keinesfalls mit den niedrigeren Kosten im Osten zu rechtfertigen sind... Lidl und Co. gibt es hier wie da, die Mieten sind hier explodiert und niemand kann hier von nur einem Gehalt leben. Mütter gehen standardmäßig 30 Stunden aufwärts arbeiten nach 1 Jahr Elternzeit.

    One day, I would like to turn on the News and hear "There's peace on earth".


    C. mit #female 06/2010, #male 06/2014 & #female 02/2017

  • Hallo,


    ja doch... das war eine ernst gemeinte Frage, da Trin geschrieben hat, man könne es sich nicht leisten Stunden zu reduzieren.

    Und das hat mich eben gewundert. "Hier" können alle gut von einem Gehalt leben.. oder mit Zuverdienst.


    Das ist prima, wenn bei euch 6 Leute von einem Gehalt leben können.


    Dann frage ich mich, wieso es nicht viel mehr Familien gibt, die ein 50/50 Modell leben. Oder durch das 2. Gehalt recht wohlhabend leben... Warum so viel über das Betreuungsproblem geredet wird (schlechte Kigaöffnungszeiten, keine Ferienbetreuungen ...) Das wäre dann ja auch gar kein großes Problem mehr...


    Ich kenne da allerdings andere Statistiken...


    Und selbst wenn es so wäre... sag mal gerade hier im Forum, daß du als Familie entschieden hast, wenigstes in den Kleinkindjahren der Kinder von einem Gehalt zu leben... zumindest wenn es das Gehalt des Mannes ist, ist der Aufschrei wie dumm und rückständig das ist, vermutlich wieder groß.


    Das hat aber auch mit der Ausgangsfrage, ob es normal ist, mit kleinen Kindern nicht an allen Bereichen 100% leisten zu können, nicht wirklich etwas zu tun.

  • das Forum ist voller beschwichtigungen, dass eben nicht alles geht, wenn man (kleine ) kindrr hst. Aber Arbeit geht ohne Einschränkungen?

    Damit hast Du es auf den Punkt gebracht, was mir seit 10 Seiten auf dem Herzen liegt (und ich glaube, das ist auch ungefähr das, was Trin die ganze Zeit sagen will?).

  • Als kurzfristige Verbesserung werde ich jetzt Abends versuchen noch mehr vorzubereiten... Tagsüber das Handy außer Reichweite legen und nur in der Pause die Nachrichten checken... Was bedeutet, dass ich am besten auch Abends schon mit meinem Mann vereinbare, wer wann welches Kind holt. Normalerweise fangen wir gegen 13:00 an uns zu schreiben, wer wen holt, aber das lenkt ja auch ab...

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    C. mit #female 06/2010, #male 06/2014 & #female 02/2017

  • Hallo,


    Als kurzfristige Verbesserung werde ich jetzt Abends versuchen noch mehr vorzubereiten... Tagsüber das Handy außer Reichweite legen und nur in der Pause die Nachrichten checken... Was bedeutet, dass ich am besten auch Abends schon mit meinem Mann vereinbare, wer wann welches Kind holt. Normalerweise fangen wir gegen 13:00 an uns zu schreiben, wer wen holt, aber das lenkt ja auch ab...


    So etwas haben wir tatsächlich längerfristig besprochen, als meine Kinder klein waren, gab es noch kein WA und mein Mann hat bis heute keins und ich keine mobilen Daten.


    Das war manchmal schwierig, da wir uns durch die verschiedenen Dienste teilweise kaum gesehen haben., Und dann ging ein nicht unerheblicher Teil für organisatorisches drauf, es ging ja nicht nur ums Abholen, auch wer übernimmt welchen Arzttermin, wer kann wann besser von Arbeit weg, wenn mit einem Kind was ist, was steht sonst noch an...


    Ich finde es wie gesagt bewundernswert, wenn es Paare gibt, an denen das jahrelang spurlos vorüber geht, weder die Beziehung unter den Partnern, noch die Kraft für die Kinder noch die Arbeit beeinflusst... mein Mann und ich gehörten jedenfalls nicht dazu. wir mussten phasenweise in allen Bereichen sehr auf uns aufpassen, damit die Kraft nicht aus ging ...

  • Gute und bezahlbare Kitas, gesunde Kinder und Familienmitglieder, familienfreundlich Arbeitgeber, Großeltern, die aushelfen, ein stetes und beständiges Einkommen - das sind schon ganz schön viele Einschränkungen, damit beide Eltern voll konzentriert arbeiten können.


    Ich kenne aber auch Eltern, die entweder problemlosere Kinder und Leben haben oder, sie machen sich weniger Gedanken um Details wie gute Betreuung oder Schulen oder kindesentwicklung etc.

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    ~a.joy~

  • Das ist auch so ein Aspekt der hier keinen Raum hst: das Forum ist voller beschwichtigungen, dass eben nicht alles geht, wenn man (kleine ) kindrr hst. Aber Arbeit geht ohne Einschränkungen?

    Ich glaub es auch nach wie vor nicht. Dass beide Eltern nach der Geburt einfach weitermachen wie vorher, ohne Einschränkungen, ohne Beeinträchtigungen, das glaub ich einfach nicht (außer man hat vorher schon nur mit halber Kraft gearbeitet).

  • Das ist auch so ein Aspekt der hier keinen Raum hst: das Forum ist voller beschwichtigungen, dass eben nicht alles geht, wenn man (kleine ) kindrr hst. Aber Arbeit geht ohne Einschränkungen?

    Ich glaub es auch nach wie vor nicht. Dass beide Eltern nach der Geburt einfach weitermachen wie vorher, ohne Einschränkungen, ohne Beeinträchtigungen, das glaub ich einfach nicht (außer man hat vorher schon nur mit halber Kraft gearbeitet).

    ich habs Dir weiter oben detailliert erklärt.

    natürlich macht man nicht weiter wie vorher, man hat ja dann ein Kind. Aber das nimmt mir die Kraft zum arbeiten nicht, sondern ich hole mir bei der Arbeit die Kraft fürs Kind. So bin ich halt. Ich arbeite, damit ich das Muttersein ertrage, andere sind Mutter, damit sie die Arbeit ertragen. Ich war ein Jahr Hausfrau, ich war nie so nahe dran, mich aus dem Fenster zu stürzen.

    Und da finde ich es vermessen, wenn jemand mir unterstellt, ich hätte in dem Fall vorher schon nur mit halber Kraft gearbeitet. Das ist einfach Quatsch. Menschen sind verschieden. Für die einen ist es stress, für die anderen Erholung. Ich finde übrigens das, was Calypso oben erklärt mit den Brotdosen und all den Sachen auch superstressig und nervig und würde das alles sehr gerne auslagern. Aber das hat doch nichts mit dem Arbeiten zu tun und meiner Leistung bei der Arbeit? Wenn ich das Kind in der Schule abgegeben hab, dann ist mein Fokus sofort ein anderer und die Kinder rücken in den Hintergrund. War schon so, als ich sie noch in die Kita brachte.

    Und auch finde ich, dass Schicksalsschläge weiss Gott nix hier verloren haben. Das hat auch nix mit Kinder haben oder nicht haben zu tun. Schicksalsschläge kann jede*r erleiden, egal, ob er sich noch um Kinder kümmern muss oder nicht.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • ainu Bei mir ist es so, dass ich oft, wenn ich auf Arbeit ankomme, ziemlich geschlaucht bin. Teilweise schwirren mir so viele Sachen im Kopf rum und es fällt mir erst mal schwer umzuschwenken, sei es am PC oder beim Smalltalk auf dem Gang kurz nach der Ankunft im Büro. Deshalb meine Beispiele mit den Brotdosen. Auf Arbeit geht halt dann der Trubel auch gleich weiter, es ist sehr laut im Büro (8 Angestellte), jeder hat was zu erzählen, es wird gelacht... Nicht den ganzen Tag lang, wir arbeiten durchaus auch mal ;) Aber eben immer wieder und ich merke, es fällt mir viel schwerer als früher, da bei der Sache zu bleiben bzw wieder zur Arbeit zu finden ohne etwas zu vergessen.

    One day, I would like to turn on the News and hear "There's peace on earth".


    C. mit #female 06/2010, #male 06/2014 & #female 02/2017

  • mit kindern vergrössert sich aber das risiko von unwägbarkeiten, ainu .

    mag sein, aber die Zunahme an Wahrscheinlichkeit,einen Schicksalsschlag zu erleiden, bremst doch nicht meine Kraft für die Arbeit. Das tut er nur, wenn ich ihn erleide, aber das geht auch denen mit den krebskranken Eltern, dem sterbenden Partner oder den verunfallten Freunden so. Das ist doch leben. Generell kann ich aber doch nicht sagen, dass ich wegen einer Warscheinlichkeitszunahme leistungsschwächer bin?

    Hier ist es weiss Gott nicht immer rosig, aber das ist es doch bei niemandem. Jede*r hat seine Päckchen. Und in meinem Fall sind die Kinder das kleinste Problem. Das kann sich mal ändern, vielleicht auch nicht. Wer weiss das schon, aber ich bin doch nicht per se weil ich Kinder zu versorgen hab, nur Halbleisterin im Job #confused und war in dem Fall auch früher nur halbleisterin, als ich keine hatte, wenn ich keinen Unterschied merke. Ehrlich gesagt, habe ich nie so hart gearbeitet, wie in den letzten Jahren der Diss, und da waren meine Kinder schon eine Weile auf der Welt.

    aber vielleicht bin ich da anders gestrickt als Durchschnittmütter, keine Ahnung, für mich ist meine Arbeit Erholung, Alltagsflucht, und Oase. Heute sogar noch mehr als früher zu Dissertationszeiten.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


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    #rose 49,7

  • ob man den job überhaupt als erholung empfindet (egal ob von der mutterschaft, kindern, dem partner oder sonstwas) hängt ja nun auch sehr vom job ab.

    Und ob man ihn gerne macht oder nicht...

    ja. ich hab dafür auch eine lange Ausbildung und lange Arbeitslosigkeit mit Leben am Existenzminimum in Kauf genommen und ich habe Glück gehabt.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


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    #rose 49,7