Leistungsabfall im Job durch Mutterschaft

  • Calypso1981 , hast du einen weiteren Arbeitsweg?

    Ich fahre etwa 20 Minuten mit dem Auto. Während der Fahrt konzentriere ich mich bewusst auf die Verkehrsmeldungen und dass ich ruhig fahre.


    Ich parke extra etwas außerhalb, damit ich noch ein paar Minuten zu Fuß zum Arbeitsplatz laufen kann. Das hilft mir sehr, macht einen freien Kopf und entspannt mich.


    Bei großen Sorgen natürlich nicht so sehr, aber der morgendliche Stress lässt sich so gut abmildern.


    Und abends bereite ich so viel wie möglich vor.

  • RoteDahlie Für meinen Arbeitsweg brauche ich nur 10 min mit dem Auto, und in der Zeit bin ich gedanklich natürlich überall #augen

    Gute Idee mit dem Parken etwas weiter weg. Leider gibt das die Parkplatzsituation nicht her bei uns.

    One day, I would like to turn on the News and hear "There's peace on earth".


    C. mit #female 06/2010, #male 06/2014 & #female 02/2017

  • ainu , dann verstehen wir unter leistungsabfall halt was anderes. Ich hab deine Ausführungen auch gelesen, gleichzeitig erinnere ich mich aber aus meinen früheren Jahren gut daran, wieviel du hier darüber geklagt hast, dass das mit kindern und diss alles so schwierig ist. Und wenn du sogar ein Jahr die Hausfrau gemacht hast (das hab ich mir jeweils 6 Monate pro Kind gegeben, für mich ist das auch nichts), dann war der Leistungsabfall zumindest in dem Jahr meiner Interpretation nach 100%. Wer nicht arbeitet, “leistet“ halt auch nichts.

    Ich glaub, wir sind von dem wie wir handeln gar nicht so unterschiedlich, scheinen Dinge aber anders zu benennen. Für mich ist meine 85%-Stelle mit regelmäßigen, aber selten spontanen Dienstreisen halt nicht 100% Leistung, andere scheinen sich mit 50%-Stellen als 100%ige Leistungserbringer zu fühlen.

  • ainu Ich bin bestimmt keine Halbleisterin im Job, ich sprach von Schusselfehlern und Konzentrationsschwierigkeiten. Alles nicht wild, aber nervig, störend und ärgerlich.

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    C. mit #female 06/2010, #male 06/2014 & #female 02/2017

  • Ich verstehe nicht. Warum sind 100 Prozent 40 Stunden?


    Früher wurden von miR ganZ einfacH mindestens 50 eher 60 erwartet. Was sagT uns das jetzt?


    Warum müssen sich Frauen immer selbst fertigmachen?


    Ich leiste heute wesentlichLich mehr als früher. Wesentlich.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • ich habe dazu gar nichts geschrieben, was du jetzt erklärst, ainu .


    ich habe gesagt, dass die wahrscheinlichkeit steigt, nicht dass logisch und zwingend etwas daraus folgen muss.


    und dass wir durch unsere elternschaft beeinträchtigt wurden. ganz individuell wir. danach wurde doch gefragt, wenn ich das richtig verstehe.

  • Für mich bleibt im Grunde aus allen Postings über: wenn ich gestresst, übermüdet und überlastet bin, dann schadet das allen meinen Leistungen. Und umgekehrt, wenn ich meinen Lebensbereich Familie auf eine Art regeln kann, die mir gut tut (zeitlich, unterstützungsmässig, finanziell...), dann kann ich den Lebensbereich Lohnerwerb auch leisten.


    Ich hatte das Glück, das viele Stellschrauben bereits passten, andere konnten wir anpassen und uns so einrichten, dass ich meine Arbeit meistens sehr geniesse.

    Wenn die Umstände hingegen so stressig sind, wie manche hier beschreiben, verstehe ich, dass die Kraft ausgeht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • ainu , dann verstehen wir unter leistungsabfall halt was anderes. Ich hab deine Ausführungen auch gelesen, gleichzeitig erinnere ich mich aber aus meinen früheren Jahren gut daran, wieviel du hier darüber geklagt hast, dass das mit kindern und diss alles so schwierig ist. Und wenn du sogar ein Jahr die Hausfrau gemacht hast (das hab ich mir jeweils 6 Monate pro Kind gegeben, für mich ist das auch nichts), dann war der Leistungsabfall zumindest in dem Jahr meiner Interpretation nach 100%. Wer nicht arbeitet, “leistet“ halt auch nichts.

    Ich glaub, wir sind von dem wie wir handeln gar nicht so unterschiedlich, scheinen Dinge aber anders zu benennen. Für mich ist meine 85%-Stelle mit regelmäßigen, aber selten spontanen Dienstreisen halt nicht 100% Leistung, andere scheinen sich mit 50%-Stellen als 100%ige Leistungserbringer zu fühlen.

    Die 85% sind dein stellenumfang.


    Während deiner Arbeitszeit kannst du Leistung zwischen 0 und 100 % abliefern.


    Das sind doch zwei unterschiedliche Werte....

  • ainu , dann verstehen wir unter leistungsabfall halt was anderes. Ich hab deine Ausführungen auch gelesen, gleichzeitig erinnere ich mich aber aus meinen früheren Jahren gut daran, wieviel du hier darüber geklagt hast, dass das mit kindern und diss alles so schwierig ist. Und wenn du sogar ein Jahr die Hausfrau gemacht hast (das hab ich mir jeweils 6 Monate pro Kind gegeben, für mich ist das auch nichts), dann war der Leistungsabfall zumindest in dem Jahr meiner Interpretation nach 100%. Wer nicht arbeitet, “leistet“ halt auch nichts.

    Ich glaub, wir sind von dem wie wir handeln gar nicht so unterschiedlich, scheinen Dinge aber anders zu benennen. Für mich ist meine 85%-Stelle mit regelmäßigen, aber selten spontanen Dienstreisen halt nicht 100% Leistung, andere scheinen sich mit 50%-Stellen als 100%ige Leistungserbringer zu fühlen.

    für mich ist 100% Leistung in der Zeit, in der ich im Job bin. Ob der Job 50% ist oder 80% tut da für mich nichts zur Sache. Ich empfinde mich jetzt nicht als minderleistend, wenn ich auf dem Papier bloss 50% arbeite. Bei der Arbeit bin ich bei der Arbeit. Da sind die Kinder sehr weit weg. Würde ich mehr Prozent arbeiten, wäre das dann auch so. Oder sagen wir's so: in der zeit, in der ich nicht mit den Kindern bin, und das entspricht im Moment einem Pensum von ca. 75%, das in 50% Anstellung und 25% Freiberuflichkeit bzw. Forschung aufgeteilt ist, bin ich gedanklich bei der Arbeit.

    Das war schon zu Disszeiten so. Schwierig war der Rest. Es gibt Gründe, wieso ich mittlerweile alleinerziehend bin, und die lagen nicht bei den Kindern und nicht bei der Vereinbarkeit.

    edit: so wie jooboo sagt.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

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  • ja, vermutlich reden wir deswegen aneinander vorbei. Ohne Kinder hätte ich aber eine 100% Stelle plus karriereambitionen#weissnicht das ist doch nicht “ hat keinen Einfluss“

  • Hallo,


    ich habe es ja schon vorher mal geschrieben, ich finde es seltsam, alles was anstrengend ist auf Krampf vom Kinder haben zu trennen.

    Ohne die Kinder hätte man nun mal keine durchwachten Nächte mit einem plötzlich erkrankten Kind, ohne die Kinder könnte man ein anderes Problem (kranker Partner, kranke Eltern...) eventuell familiär anders auffangen usw. . Ohne das Kind gäbe es sein chronsische Krankheit, die bei jede Mahlzeit und auch teilweise Nachts Kapazitäten braucht, nicht.


    Ich habe weiter vorne schon gefragt, ob man diese Trennung auch bei anderen Sachen vornehmen würde... also daß du müde bist, ist weil du MÜDE bist (was damit, daß du dich um einen kranken Angehörigen sorgst, weil du vor der Arbeit schon eine Menge anderer wichtiger Dinge mit großer Konzentration erledigen musstest, im Grunde doch gar nichts zu tun hat...)


    Ob der Job Erholung ist, hängt sicher neben der Person auch vom Job ab.

    Ich mache meinen wirklich gerne und von ganzem Herzen (wenn auch nicht zu jederzeit ohne Schusselfehler) - aber glaubt mir, sich den ganzen Tag gut um 25 Kinder zu kümmern (und teilweise die Eltern...) mit allem was dazugehört, der Geräuschlulisse usw. ist - vielleicht mag ich da seltsam sein - für mich jedenfalls KEINE Erholung von den eigenen Kindern gewesen. Der Arbeitsweg, auf dem ich teilweise fast eingeschlafen bin oder übelegt habe, was heute noch so ansteht, auch keine Pause. Und 4 kleine, teilweise etwas spezielle eigene Kinder waren auch KEINE Erholung von Job.


    Ganz ehrlich, ich glaube ich bin im Rückblick sogar ein bisschen stolz drauf, das wir das so hinbekommen haben. Und zwar stolz trotz fehlender 100% (auch nicht 100% in den 30 Stunden) , dafür mit häufigen Überlastungsgefühlen und und gelegentlichen Schusselfehlern. Doch, ichwar bzw. wir waren GUT, finde ich. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Und das war unter den damaligen Umständen toll.

    Finde ich jedenfalls. Und finde ich auch bei allen anderen denen es so geht. Seid stolz auf euch und macht euch nicht an den 100%-Erwartungen anderer fertig.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Trin ()

  • ja, vermutlich reden wir deswegen aneinander vorbei. Ohne Kinder hätte ich aber eine 100% Stelle plus karriereambitionen#weissnicht das ist doch nicht “ hat keinen Einfluss“

    ich nicht. Ich hätte die gleichen Karriereambitionen wie heute und ziemlich sicher keine 100%-Stelle. Da haben die Kinder nichts dran geändert. Das einzige, was sich geändert hat, ist die Mobilität, ich glaube, ich wäre deutlich mobiler. Aber das hat auch wieder nichts mit Leistung zu tun.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • ja, vermutlich reden wir deswegen aneinander vorbei. Ohne Kinder hätte ich aber eine 100% Stelle plus karriereambitionen#weissnicht das ist doch nicht “ hat keinen Einfluss“

    Ich habe die ursprüngliche frage der ts so verstanden, ob es sich auf die Leistung während der Arbeitszeit, unabhängig wieviel Stunden das pro Woche sind ,auswirkt.


    Dass es sich auf den Beschäftigungsumfang auswirkt, lässt sich wohl mehrheitlich mit ja beantworten.

  • [user='812']Bei mir ist es so, dass ich oft, wenn ich auf Arbeit ankomme, ziemlich geschlaucht bin. Teilweise schwirren mir so viele Sachen im Kopf rum und es fällt mir erst mal schwer umzuschwenken, sei es am PC oder beim Smalltalk auf dem Gang kurz nach der Ankunft im Büro. Deshalb meine Beispiele mit den Brotdosen. Auf Arbeit geht halt dann der Trubel auch gleich weiter, es ist sehr laut im Büro (8 Angestellte), jeder hat was zu erzählen, es wird gelacht... Nicht den ganzen Tag lang, wir arbeiten durchaus auch mal ;) Aber eben immer wieder und ich merke, es fällt mir viel schwerer als früher, da bei der Sache zu bleiben bzw wieder zur Arbeit zu finden ohne etwas zu vergessen.

    Das scheint ja weniger ein Problem von Mutterschaft als von Ablenkbarkeit zu sein. Mir helfen morgens kleine Rituale zum Umschalten. Zur Tür rein, PC an und erstmal eine Tasse Tee holen. Sowas in der Art. Handy auf stumm. Bin ich am Arbeiten, bin ich nicht zuständig und nur im Notfall für die Schule erreichbar. Da würde ich irre, wenn ich neben der Arbeit ständig Nachrichten bekommen würde. Im Großraumbüro habe ich auch schon mit Gehörschutz gearbeitet, weil ich echt nicht schreiben kann wenn ständig wo jemand labert. Kannst du dir da irgendwas ausdenken, was dir gut tut?


    Was mir noch auffällt: es kam mehrmals, dass Schusseligkeitsfehler nicht passieren dürfen... Gibt es echt Menschen, die ohne Fehler arbeiten? Ob nun mit oder ohne Kinder - Ich kann es mir nicht vorstellen.

  • Hallo,


    Gibt es echt Menschen, die ohne Fehler arbeiten? Ob nun mit oder ohne Kinder - Ich kann es mir nicht vorstellen.


    Offenbar...

    Oder es gibt akzeptable und wenige akzeptable Gründe. Zumindest dürfen Sorgen um die Kinder, Müdigkeit wegen unruhigem Nächten mit schlecht schlafendem Kleinkind offenbar auf keinen Fall die Ursache sein... ;)

  • für mich ist meine Arbeit Erholung, Alltagsflucht, und Oase. Heute sogar noch mehr als früher zu Dissertationszeiten.

    Das ist bei mir durchaus auch so, zumal ich eine überaus selbstbestimmte Arbeit in ruhiger Umgebung bei maximaler Unabhängigkeit und mit respektvollem Umgang, hoher Anerkennung und positivem Feedback bei guter Bezahlung habe; also quasi das absolute Gegenteil vom Muttersein und Kinderalltag bei uns... ;)


    Meine Arbeitszeit ist absolut die erholsamste und schönste Zeit des Tages und bringt mir sehr viel Freude und Bestätigung; jegliches Zusammensein mit meinen derzeit sehr fordernden und dauerstreitenden Kindern ist um ein vielfaches anstrengender und mühsamer, häufig langweilig und frustrierend; tolle und unvergesseliche Momente mit den Kindern gibt es auch, aber es sind eben kurze Momente.

    Aber ich liebe diese Kinder unermesslich und fühle mich ihnen im Zweifel dann doch eher verpflichtet als meinem Arbeitgeber, weil sie auf mich angewiesen und von mir abhängig sind.


    Ich verstehe schon, dass manche das hier nicht so gerne lesen, wenn Mütter selbst sagen, sie seien, seit sie Kinder haben, weniger leistungsfähig im Beruf, da ja insoweit Vorurteile bei Arbeitgebern bestehen, die für Frauen schlecht sind; aber wenn es doch bei einigen/vielen so ist, dann muss man das doch auch sagen können?

    Das kann und will ich natürlich nicht für alle Mütter verallgemeinern. Allein die Tatsache, dass man ein Kind geboren hat, hat natürlich keinen besonderen Einfluss auf die berufliche Leistungsfähigkeit.


    Bei mir ist es jedenfalls auch so, dass ich vor der Geburt der Kinder deutlich engagierter war und bessere Leistungen im Beruf erbracht habe und die Veränderung allein mit den Kindern zu tun hat.

    Ich habe vorher sehr viele unbezahlte und unerfasste Überstunden gemacht (das wurde auch so erwartet), überdurchschnittlich gute Leistungen erbracht und nur sehr wenige Fehler gemacht; das hat sich geändert.

    Ob das jetzt an meiner Prioritätenverschiebung, dem ungünstigen gesellschaftlichen Umfeld oder dem Verhalten/dem fehlenden Engagement meines Mannes liegt - ist doch letztlich für die Einschätzung der Qualität meiner Arbeit, meinen Arbeitgeber und auch die Menschen, die von den Auswirkungen meiner Arbeit betroffen sind, nicht von Bedeutung.


    Manches will ich nicht ändern (Prioritätenverschiebung), manches kann ich nicht einfach so ändern (gesellschaftliches Umfeld) und manche Änderung wird keine positiven Auswirkungen auf meine Arbeit haben (wenn ich mich von Vater der Kinder trenne, weil er sich eben nicht gleichermaßen an der Kinderbetreuung beteiligt und jemals beteiligen wird, habe ich letztlich noch weniger Zeit und Energie für meinen Beruf; vermutlich werde ich es aber trotzdem tun müssen).


    Da es um Literatur ging: ich habe kürzlich das Buch Selbstverständlich gleichberechtigt von Lore Maria Peschel-Gutzeit gelesen und fand es sehr interessant; allerdings weiß ich auch, dass ich die Leistungen und Opfer dieser Frau niemals hätte erbringen können und vermutlich auch nicht erbringen wollen.


    LG Nele

  • Ich habe mir auch sehr viel Achtsamkeit erarbeitet und fühle mich deutlich wohler, ganz bei den Dingen zu sein, die ich tue. Ich weiß auch, dass ich nur schaffen kann, was ich schaffe und der Rest eben nicht geht. Das führt aber nicht unbedingt dazu, guten Gewissens annehmen zu können, dass der Rest nicht geht. Es hängt auch davon ab, was dieser Rest beinhaltet. Es gibt auch Familien, in denen die Anforderungen leider so hoch sind, dass sie sich nicht oder nur mit Dauerüberlastung mit "Bordmitteln" stemmen lassen.

    ja doch... das war eine ernst gemeinte Frage, da Trin geschrieben hat, man könne es sich nicht leisten Stunden zu reduzieren.

    Und das hat mich eben gewundert. "Hier" können alle gut von einem Gehalt leben.. oder mit Zuverdienst.

    Ich finde interessant, wie unterschiedlich die persönlichen Umfelder sind. Ich kenne mehrheitlich Familien, die sich eine Stundenreduktion nicht leisten könnten, von einem Gehalt als Familie mit zwei Kindern zu leben schon gar nicht bzw. nur mit notgedrungenem Rückgriff auf Leistungen wie Wohngeld, Kinderzuschlag, ergänzendes ALG II. Miete für eine 4-Zimmer-Wohnung minimal 1500 Euro kalt, alle weiteren Kosten on top. Das lässt sich mit außerordentlich gutem außertariflichem Gehalt oder sehr gut laufender Selbständigkeit machen, aber weder mit einer A 13-Lehrerstelle oder einem 70.000 Euro-Informatiker-Gehalt, und schon gar nicht als Erzieher*in, Sachbearbeiter*in, Krankenpfleger*in, Kassierer*in, Produktionshelfer*in, ggf. noch mit Steuerklasse 1 und PKV.

  • Sorry, ihr seid schon wieder weiter, aber ich möchte noch claraluna antworten, auch wenn's OT wird:

    claraluna : das hier deckt sich ziemlich mit meiner Erfahrung/meiner Beobachtung (habe von 2007 bis 2018 im Osten gelebt und gearbeitet, bin ursprünglich aus meiner niederbayrischen Heimat Niederbayern): https://orange.handelsblatt.com/artikel/47895 . Im Artikel ist von 10 - 15% geringeren Lebenshaltungskosten die Rede. Mein Mann und ich hätten im Westen in vergleichbaren Jobs (im selben Unternehmen) etwa 25 - 30% mehr verdient - wohlgemerkt bei 38 (West) statt 40 Stunden (Ost) Arbeitszeit (ist vielleicht beim Thema Familienfreundlichkeit auch kein ganz uninteressanter Aspekt). War für uns jetzt nicht das Problem, da wir zu den Besserverdienenden gehörten - für Leute mit geringem Gehalt ist diese Diskrepanz sicher weniger lustig; kurz: der Osten wird immer noch benachteiligt, aus rational nicht nachvollziehbaren Gründen. Dazu kommt noch, dass gerade Dinge wie Gleitzeit/Vertrauensarbeitszeit/Home Office, die die Arbeit familienfreundlicher machen könnten, gerne auf höheren Hierarchieebenen angeboten werden (und - s. Artikel, Chefetage ausm Westen, Fußvolk ausm Osten - war in meiner Firma ähnlich, also, wer profitiert?).

    Aus eigener Erfahrung kann ich nur für Brandenburg City sprechen: die Mieten sind gestiegen, die Löhne meines Wissens nicht. Viele Leute, die nach Berlin pendeln, ziehen nach BRB, ob sich die Brandenburger das auf Dauer noch leisten können...

    Anbei: Ich finde Lebenshaltungskosten schwer vergleichbar, da spielen ja auch Faktoren wie Stadt/Land und die eigenen Bedürfnisse und Ansprüche rein. In BRB haben wir etwa 250 € Kitagebühren bezahlt, jetzt in RLP sind es 5 €. Dafür war dort der ÖPNV für unsere Bedürfnisse ideal und wir hatten jahrelang kein Auto, jetzt haben wir wieder eines angeschafft, dort hatte der Bioladen Apothekenpreise, hier gibt es in der nächsten Stadt zwei Bio-Supermärkte, und, und, und... Wie will man da jemals Objektivität reinbringen?

    Und noch was: Deine Rundum-Kritik an Ost-Krippen finde ich ziemlich unfair, sag doch bitte, was dich genau stört - hast du heute noch Angst vor sozialistischer Indoktrinierung? Wie früh oder spät ein Kind in Betreuung gegeben werden kann/soll, ist doch höchst individuell und abhängig von der Situation der Eltern und der Reife des Kindes? Mein Kind war/ist hier wie dort in einer katholischen Kita (dort hatte ich wegen Stadt die Auswahl, hier hab ich wegen Dorf keine...). Im Osten habe ich nie was Genderkackiges gehört, hier durchaus. Im Osten konnte ich je nach Beschäftigungslage die Anzahl der Betreuungsstunden buchen, hier sind nur in Ausnahmefällen Vollzeitplätze möglich (über Mittag und bis 17:00 Uhr - und ja, auch wenn ich den Personalnotstand und die organisatorischen Probleme sehe - da spielt sehr wohl eine "Mami hat zu Hause das Mittagessen zu kochen"-Ideologie mit rein). So als Momentaufnahme, nicht als repräsentative Stichprobe....

    Besser eine Hand voll und Ruhe, / als beide Hände voll und Arbeit und Luftgespinst.

    Koh 4,6

    .

  • [user='812']Bei mir ist es so, dass ich oft, wenn ich auf Arbeit ankomme, ziemlich geschlaucht bin. Teilweise schwirren mir so viele Sachen im Kopf rum und es fällt mir erst mal schwer umzuschwenken, sei es am PC oder beim Smalltalk auf dem Gang kurz nach der Ankunft im Büro. Deshalb meine Beispiele mit den Brotdosen. Auf Arbeit geht halt dann der Trubel auch gleich weiter, es ist sehr laut im Büro (8 Angestellte), jeder hat was zu erzählen, es wird gelacht... Nicht den ganzen Tag lang, wir arbeiten durchaus auch mal ;) Aber eben immer wieder und ich merke, es fällt mir viel schwerer als früher, da bei der Sache zu bleiben bzw wieder zur Arbeit zu finden ohne etwas zu vergessen.

    Das scheint ja weniger ein Problem von Mutterschaft als von Ablenkbarkeit zu sein. Mir helfen morgens kleine Rituale zum Umschalten. Zur Tür rein, PC an und erstmal eine Tasse Tee holen. Sowas in der Art. Handy auf stumm. Bin ich am Arbeiten, bin ich nicht zuständig und nur im Notfall für die Schule erreichbar. Da würde ich irre, wenn ich neben der Arbeit ständig Nachrichten bekommen würde. Im Großraumbüro habe ich auch schon mit Gehörschutz gearbeitet, weil ich echt nicht schreiben kann wenn ständig wo jemand labert. Kannst du dir da irgendwas ausdenken, was dir gut tut?


    Was mir noch auffällt: es kam mehrmals, dass Schusseligkeitsfehler nicht passieren dürfen... Gibt es echt Menschen, die ohne Fehler arbeiten? Ob nun mit oder ohne Kinder - Ich kann es mir nicht vorstellen.

    ich denke auch, dass es eher in diese Richtung geht.


    Nach jahrelanger Pause vom Berufsleben sind ein paar Monate nicht viel Zeit, sich als Familie eine neue Routine zu erarbeiten. Denn auch für Mann und Kinder hat sich ja die Dynamik verändert.


    Es braucht also in diesem Fall wahrscheinlich einfach auch noch Zeit und Routine. Zeit, um sich selbst an die Arbeitszeiten, das Tempo und dir Kollegen zu gewöhnen. Zeit, in der die Kinder immer selbstständiger werden.


    Ich würde mir ein paar Dinge zur Unterstützung erarbeiten:

    - wie Fliegfrosch schreibt, eigene Rituale am Arbeitsplatz. Ich komme zB immer gerne etwas früher, mache mir einen Kaffee und fahre dabei sämtliche Systeme hoch und checke die E-Mails. Für einen halben Tag packe ich mir immer das gleiche Essen ein. Da brauche ich mir abends nur eine Banane in meine Tasche legen. :D


    - den Weg zur Arbeit wirklich als "Cut" betrachten. Vielleicht einen kleinen Umweg nehmen? Mit dem Rad fahren? Oder zwar direkt am Gebäude parken, aber nochmal um den Block gehen vor Arbeitsantritt.


    - abends Dinge vorbereiten


    - Abläufe vereinfachen, Perfektionismus sein lassen


    Ich bin in Gedanken auch immer mal bei den Kindern,mal vergesse ich sie komplett während der Arbeit. Ich sage mir, dass sie in guten Händen betreut sind (sind sie wirklich) und ich daher mit freiem Kopf meiner Arbeit nachgehen kann und darf!


    Geht es dir gesundheitlich gut? Seit ich auf die 40 zugehe, muss ich schon auch ein bisschen eher auf die Signale meines Körpers hören. Schlafen, Bewegung, Ernährung....das beeinflusst mich jetzt viel mehr (positiv wie negativ) als noch vor ein paar Jahren.