Haben Asiaten, Afrikaner und Naturvölker weniger Kniearthrosen als Europäer und Amerikaner?

  • Also, meine sich verschlimmernde Kniearthrose erfordert jetzt langsam so wirklich meine ganze Aufmerksamkeit. Ich habe angefangen zu recherchieren. Nun beschäftigt mich die Frage, ob ich (wir als Europäer) uns grundsätzlich wider der Natur setzen. Wenn ich Dokus über irgendwelche Amazonas-Völker anschaue, dann fällt natürlich sofort auf, dass sie keine Stühle haben. Sie hocken oft und scheinen dabei auch entspannen zu können.


    Weiß jemand etwas dazu? Unsere Kinder machen das ja auch so.


    Wenn ich hocke, dann komme ich erstens schlecht runter, weil das Fett zwischen den Knien und Oberschenkeln nicht weiß wohin. Zweitens kippe ich nach hinten um, weil ich schon als Kind, die Ferse nicht auf den Boden gebracht habe. Drittens ist es aufgrund der ungewohnten Haltung unbequem, weil meine Muskeln darauf nicht mehr eingestellt sind.


    Habe ich vielleicht jetzt schon Arthrose, eben weil sich meine Muskeln bereits in der Kindheit aufgrund umfangreichen Trainings und nicht ausreichender (keiner) Dehnung so stark verkürzt haben? Die paar Jahre Übergewicht sind vermutlich auch nicht ganz unschuldig, aber das war im Vergleich zum restlichen Leben nur eine sehr kurze Zeitspanne.


    Ich frage mich, ob ich es in meinem Alter noch schaffen kann, meine verkürzte Wadenmuskeln und die verkürzte Achillessehne so weit zu dehnen, dass ich mich normal hinhocken kann? Da werde ich die nächsten Monate mein Hauptaugenmerk neben der Abnahme drauf richten. Also insgesamt, die kompletten Beine in alle Richtungen gut zu dehnen.

    Das Wissen von heute ist der Irrtum von morgen.

  • In unserer Zeitung war jetzt schon 2x ein Artikel über einen Arzt (Martin Oswald) in Augsburg, der wohl der Ansicht ist, dass ein Haufen Krankheiten durch das viele Sitzen ausgelöst werden. Persönlich halte ich - ohne weitere Belege (vielleicht hat er die ja) - einiges davon erstmal für überzogen. Aber dass Probleme an Gelenken damit zusammenhängen können, halte ich zumindest für durchaus denkbar.


    Bei uns im Sport sind wir nicht die einzigen "Spätberufenen", und wir machen sehr viele Dehnübungen, die bei vielen anfangs überhaupt nicht funktionieren. Bei einigen wird es im Lauf der Zeit deutlich besser, auch das mit dem Hocken (ich konnte das immer schon und auch im jetzigen Alter noch, bei meinem Freund ist es wie bei dir: konnte er noch nie, übt er jetzt). Ich denke, mit der richtigen Motivation kann das gut klappen.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Über Arthrose weiss ich gerade nichts auswendig - weiss aber, dass Kulturen, in denen viel gehockt wird, eine abgeflachte Tibia (Schienbein) haben. Die ständige Überdehnung zeigt also sogar Spuren im Skelett.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Arthrose, naja - die genannten Leute sind eigentlich sämtlich leichter als die typische kniegelenksarthrosegeplagte Mitteleuropäerin, dehnbarer (mit ggf. anderen Schwierigkeiten), muskulär besser trainiert, laufen auf weicherem und abwechslungsreicherem Boden, und sie sind früher tot.


    Dehnung und Gymnastizierung sind, wie Du ja schon erkannt hast, neben Gewichtsreduktion generell gelenkfreundliche Dinge - nur Vorsicht, Dehnbarkeit sollte auch mit Kräftigung einhergehen, sonst landet man in Hyperbeweglichkeiten, die sind auch nicht gut.


    Richtig Scheiße für unsere Knie ist eigentlich das übliche Schuhwerk und die ebenen, harten Böden, wodurch wir uns einen Gang antrainieren, bei dem wir quasi in den Schritt hineinfallen, so daß die Kraft vom Gelenk absorbiert werden muss statt von Muskeln und Sehnen der Füße und Beine. Sich das wieder abzutrainieren ist richtig harte Arbeit - aber für das Knochengerüst unbezahlbar.

  • huehnchen69 , ich habe mal ein bisschen gegoogelt. Sehr interessant, damit werde ich mich weiterhin beschäftigen.


    Talpa , da hatte ich gar nicht mehr dran gedacht. Wenn ich mich nicht täusche, hatten die Leute aber kein Problem damit, dass das Schienbein abgeflacht ist. Ich kann mich nicht erinnern, mal etwas über die Sehnen und den muskulären Aufbau in diesem Zusammenhang gelesen zu haben.


    Momentan schlussfolgere ich, dass Europäer im Alter (oder auch schon eher) abgenutzte Kniegelenke und Schmerzen bis zur Bewegungsunfähigkeit haben, hockende Naturvölker abgeflachte Schienbeinknochen und vermutlich keine Schmerzen, sonst hätten sie vermehrt eine andere Sitzposition gewählt (diverse Arten des Schneidersitzes, Fersensitz oder die Beine links und rechts neben die Hüfte oder ausgestreckt oder stuhlmäßig auf einem Holzstamm oder Felsen).


    Zusätzlich denke ich gerade (bis ich Gegenteiliges lese), dass die Hocke für kurze Zeiten und ohne Bewegung den Muskeln und Gelenken gut tut. Mein Hohlkreuz fühlt sich danach entspannt an. Länger zu hocken und dabei große Bewegungen auszuführen, da weiß ich nicht. Man soll ja Dehnungen statisch ausführen.


    Da muss ich dranbleiben. Noch sind meine Kinder jung und man kann da vielleicht noch ein bisschen Einfluss nehmen. Ob es bei mir noch etwas bringt, wird man sehen. Ich wäre ja schon froh, wenn sich die Kniearthrose nicht so schnell verschlimmert.


    Danke euch beiden. Wenn ihr noch mehr Ideen oder auch Einwände habt, dann her damit.

    Das Wissen von heute ist der Irrtum von morgen.

  • Kerstin_Pfalz , ich hatte schon beginnende Arthrose, als ich noch jünger und nie übergewichtig gewesen war. Und die Asiaten werden doch allesamt gesünder älter als wir Europäer.


    Meinst du den Vorderfußgang? Den hatte ich mir durch das Training (barfuß) unbewusst angewöhnt mit dem Problem, dass meine Achillessehne seit ewigen Zeiten stark verkürzt ist. Auch das intensive Laufen hat das Problem noch verschärft. Mittlerweile glaube ich, dass beides richtig ist. Lockerer Fersengang beim Gehen, Vorderfuß beim Rennen. Würde nur der Vorderfuß richtig sein, würden wir vermutlich über die Jahrmillionen Hufe entwickelt haben.


    Ich rufe mal Runa her, vielleicht kann sie als Kampfsportlerin Erfahrungen von sich und anderen beisteuern.


    Wie du sagst, denke ich auch, dass der harte Untergrund ein Problem ist. Geht auch Pferden so, die oft auf einer Straße laufen müssen. Momentan habe ich zwei weiche Einlagen in meinen Schuhen, um überhaupt auftreten zu können. Meine Beine sind seit einigen Wochen krank, nur wissen die Ärzte noch nicht warum. Ich hoffe, ich bekomme demnächst ein MRT. Vielleicht kann man da die Ursache finden.


    In eine Hyperbeweglichkeit komme ich mit meinem Alter bestimmt nicht mehr. Ich stehe ja gerade extrem am entgegengesetzten Ende, alles verkürzt und verkümmert.

    Das Wissen von heute ist der Irrtum von morgen.

  • Das Problem ist (meiner und meiner Physiotherapeutin Meinung nach) nicht Vorderfuß- oder Fersengang oder von mir aus Fuchsgang, sondern die Tatsache, dass wir die Kraft, mit der unser Körpergewicht auf den Fuß kommt, nicht mit der Muskulatur aufnehmen. Das geht auf ebenem Boden ganz gut, auf wackeligem Geläuf würden wir ständig kippeln und müssten uns einen anderen, weicheren Gang zwangsweise angewöhnen.


    Asiaten sind ein breites Feld - so alles von der Türkei bis zu dem Philippinen und vom Eismeer bis nach Indien - aber ich verstehe was Du meinst. Die Völker, die Du vor Augen hast, sind auch im gleichen Kulturlevel im Schnitt kleienr und leichter als wir, das macht viel aus. (Auch die Leute in Europa, die so richtig alt werden, sind gewöhnlich keine Riesen und eher drahtig gebaut, dieser Körpertyp scheint der haltbarere zu sein).

  • ICh habe in meinem Leben festgestellt, es gibt kein "so oder so muss das", sondern ein möglichst viel Abwechslung und Bewegung.

    Einzig und allein wo ich deutliche Verbesserung merke ist, barfuß sein. Ich laufe seit Jahr und Tag ohne Schuhe und das tut meinem Bewegungsapperat sehr gut. Und wenn Schuhwerk, dann leicht und mit dünner Sohle.

    Und ich hab nicht "den einen Gang", sondern ich gehe einfach locker und wie es mir passt.


    Aber die Bewegung die der Mensch tut ist so einseitig! Das finde ich total krass. Die typischen lockeren, fordernden BEwegungen, die Kinder oft noch druf haben, sparen sich erwarchsene dann. Beweglichkeit muss man nicht mit Dehnen erreichen, sondern einfach in dem man sich bewegt, und zwar abwechslungsreich.

    Klettern, Balancieren, Über Stock und Stein, Tanzen, mal schnell laufen, mal langsam... ach, es gibt 1000000 Arten der BEwegung.

    Für den Kampfsport brauchen wir die alle. UNd das tun wir auch im Alltag. Ich kann an keiner Mauer vorbei ohne zu balancieren, ich klettere auf Bäume, Ich renne einfach mal ein Stück, einfach weil ich es will, und je nach Untergrund passt sich mein Fuß automatisch den richtigen Gang an. Über Kiesel renne ich barfuß anders als über Straße oder Wiese oder Wald. Das geht den meisten meiner Kampfportleuten so. Jeder Moment ist unbewusst mit Bewegung einhergehend.


    Da ich ja nun dank einer Rückenkrankheit sehr viel im Rehasportbereich bin sehe ich auch immer wieder, wie sehr erwachsene Menschen sich einschränken. Schonen schonen schonen und dann können sie vieles nicht mehr und müssen zum Reha.

    Ich denke schon, dass wir Mneschen viel zu viel sitzen. Aber nicht das sitzen gerenerll ist das Problem, sondern wie einseitig das stattfindet.


    Ich kann das Hocken übrigens, konnte ich schon immer. Irgendwie weiß ich auch nicht, wieso.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Ein guter Hinweis: Ich muss darauf achten, wieder vermehrt mit der Muskulatur zu laufen. Das hat in den letzten Jahren ohne Training gelitten. Ich komme tatsächlich sehr hart auf. Aber als die Probleme anfingen, war ich ja diesbezüglich noch gut in Schuss.


    Die Größe ist ein Punkt, über den ich auch schon gelesen habe. Da ging es um sehr große Menschen und dass diese Probleme mit ihrer Körperstatik haben, weil das Skelett und die Muskulatur nicht auf so viel Gewicht (aufgrund der Größe) ausgelegt sind. Tenor war, dass es nicht gut ist, dass heutzutage die Leute (durch unter anderem jederzeit leicht verfügbares Eiweiß) so groß werden. Aber ich weiß nicht mehr, ab welcher Größe die Probleme vermehrt auftreten.

    Das Wissen von heute ist der Irrtum von morgen.

  • Runa , danke für deine Antwort. Wir wurden früher im Kampfsport immer darauf getrimmt, nur auf dem Ballen zu laufen. Ist aber bestimmt nur eine Ursache von vielen meiner heutigen Beschwerden.


    Rennen kann ich derzeit leider gar nicht mehr. Dann ächzen meine Knie (man kann es hören). Ich bin wirklich eingeschränkt. Ich fange mal niederschwellig mit Dehnübungen an. Viel Bewegung traue ich mich bei meinen Beinbeschwerden ohne Diagnose eh nicht. Tut ja auch weh.

    Das Wissen von heute ist der Irrtum von morgen.

  • Wir wurden früher im Kampfsport immer darauf getrimmt, nur auf dem Ballen zu laufen. Ist aber bestimmt nur eine Ursache von vielen meiner heutigen Beschwerden.

    Auf dem Ballen wird nur bei Kicks Setswärts gestanden, wegen der Drehbewegung.

    Die sollte auf dem Ballen stattfinden.

    Alles andere ist egal und kommt doch auf viele Dinge an.


    Hast Du Rehasport?

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • mit dem Problem, dass meine Achillessehne seit ewigen Zeiten stark verkürzt ist.

    Ich hatte vor ein paar Monaten mal Schmerzen im rechten Fuß, die mein Heilpraktiker darauf zurückführte, dass da wadenseitig irgendwas verkürzt sei. Ich weiß nicht mehr, ob es die Sehne, die Muskeln, Bänder, alles drei oder was anderes war. Jedenfalls empfahl er mir, eine Übung an der Treppenkante mehrmals am Tag zu machen: Mit den Ballen auf die Kante stellen, dann die Fersen unter das Treppenniveau absenken (so weit es geht), anschließend hochdrücken auf die Zehenspitzen. Mehrmals wiederholen.


    Das hat prima geholfen, nach zwei Wochen oder so war der Schmerz weg.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Falls du Tipps und Infos zum Thema Hocke suchst, kennst du den Youtube Channel von Flex und Strong? Sie haben ein paar Videos genau dazu.

    Ich bin gerade auch wieder am Thema Beweglichkeit dran, ich mag auch nicht steifer und steifer werden im Alter und das geht so fix, wenn man nichts macht. Leider haben mich auch erst wieder Schmerzen zu dem Thema geführt. Früher hatte ich in meinen Wohnungen nie Stühle, ich habe immer am Boden gesessen, meine Familie würde mir einen Vogel zeigen, wenn ich jetzt Esstisch und Stühle wegräume:D. Immerhin beim Nähen mache ich alles auf dem Boden(außer das Nähen), aber zuschneiden, heften....

    Ich bin mir ganz sicher, dass das viele Sitzen zu Degeneration führt.

  • Katy Bowman hat ein Buch geschrieben: Bewegung liegt in deiner DNA oder so ähnlich. Da wird viel erklärt, zu dem thema, und es gibt eine menge übungen für jeden Grad der Beweglichkeit. Vielleicht hilft dir das!

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • Ich mache gerade viel Fitness, 6 mal die Woche ca. 30 Minuten, ich bin jetzt in der 9. Woche. Da merke ich, wie viel der Muskelaufbau am Bein (und ich vermute fast auch der des Beckenbodens und der Bauchmuskeln) das Knie zu entlasten scheinen. Hat es anfangs immer mal wieder geziept, habe ich mit steigender Muskelmasse immer weniger Probleme. Sogar bei Sachen, die früher immer Probleme gemacht haben. (ftr: tiefe Hocke kann ich schon immer und es ist für mich durchaus eine Ruheposition)

    Was ich meine: vielleicht liegt das nicht nur an der mangelnden Dehnung sondern auch an der mangelnden Muskulatur rund ums Knie?

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Rennen kann ich derzeit leider gar nicht mehr. Dann ächzen meine Knie (man kann es hören). Ich bin wirklich eingeschränkt. Ich fange mal niederschwellig mit Dehnübungen an. Viel Bewegung traue ich mich bei meinen Beinbeschwerden ohne Diagnose eh nicht. Tut ja auch weh.

    Mein eines Knie knirscht ganz extrem. Ich bin dann zum Arzt und so weiter und es hiess, dann dass ich irgendwelche Ablagerungen im Knie habe und ein Loch im Meniskus. Ich hatte nach dem Laufen auch oft Probleme, dass mein Knie schmerzte.


    Sie haben mir Physio verschrieben um das Knie zu stärken, das hat viel gebracht, und die Physio hat mir auch gezeigt wie ich es tapen kann. Bei vorhersehbaren Belastungen wie Wanderungen, Läufe, etc. tape ich es zur Unterstützung. Das hilft mir sehr.

    Dazu mache ich nebst dem Laufen viel mehr Yoga, Functional Training als früher. Mein Knie knirscht immer noch grauenhaft, aber ich habe kaum noch Schmerzen.

    Also gerade das tapen möchte ich gerne weiter empfehlen (nebst Muskeltraining des Knies)

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • es gibt genug ältere Asiaten, denen es schwer fällt am Boden zu sitzen oder die nicht mehr aufstehen können.


    Was mich beeindruckt hat war, wieviel Bewegung in manchen asiatischen Laendern normal ist für Kinder. Da gab es Erzieherinnen, die selbstverständelich mitkletterten und rannten.

    Katy Bowman hat ein Buch geschrieben: Bewegung liegt in deiner DNA oder so ähnlich. Da wird viel erklärt, zu dem thema, und es gibt eine menge übungen für jeden Grad der Beweglichkeit. Vielleicht hilft dir das!

    ich habe auch einiges von ihr gelesen. Das war wirklich interessant. Bewegen hilft bei so vielen Problemen. Dennoch bewahrt es nicht vor allen schmerzen.

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~

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