Vertragsverlängerung bei befristetem Vertrag liegt bei Arbeitsantritt nicht vor

  • und hier das Gegenteil, ist aber schon älter (kriege das nicht unter den anderen Satz)


    Hier steht etwas dazu.

    Also wenn ich mir diese Links durchlese, dann bin ich mir recht sicher, dass der Arbeitsvertrag nun entfristet werden müsste.

    Dass minami den Vertrag zwar kannte, stimmt, da dieser aber nicht von Arbeitgeberseite unterschrieben war, ist er in diesem Fall nichts wert.

  • und hier das Gegenteil, ist aber schon älter (kriege das nicht unter den anderen Satz)


    Hier steht etwas dazu.

    Hmmm, wenn ich das richtig verstehe, dann soll ich nicht auf ein vom AG unterschriebenes Exemplar beharren vor Arbeitsantritt, denn irgendwie wäre ich jetzt sogar sehr schnell kündbar....#crying

    Steht im zweiten link ganz unten.

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  • und hier das Gegenteil, ist aber schon älter (kriege das nicht unter den anderen Satz)


    Hier steht etwas dazu.

    Hmmm, wenn ich das richtig verstehe, dann soll ich nicht auf ein vom AG unterschriebenes Exemplar beharren vor Arbeitsantritt, denn irgendwie wäre ich jetzt sogar sehr schnell kündbar....#crying

    Steht im zweiten link ganz unten.

    Ja genau, das hatte ich geschrieben.

    Im Gesetz steht, dass wenn der Grund zur Entfristung der fehlende schriftliche Vertrag ist, dann bist du jederzei kündbar.

    Guck mal im TzBfG unter Befristung.

  • Also ich denke, Du solltest dich vor allem beraten lassen. Der Teufel steckt bekanntermaßen im Detail und es kommt immer auf den Einzelfall an.

    There is a crack in everything. That's how the light gets in.
    - Leonard Cohen

  • und hier das Gegenteil, ist aber schon älter (kriege das nicht unter den anderen Satz)


    Hier steht etwas dazu.

    Wenn man sich das von Jascha verlinkte BAG Urteil von 2008 im Detail durchliest (ich hab einen Juris Zugang), haben wir genau diesen Fall. Es gibt einen befristeten Vertrag, der AN nimmt den an und tritt die Arbeit an, noch bevor er das unterschriebene Exemplar vom Arbeitgeber zurück bekommt. Das ist zulässig und dadurch entsteht nicht automatische in unbefristetes Arbeitsverhältnis. Durch das Unterzeichnen des AN wurde eine eigenständige Befristungsabrede getroffen, über die vorher formnichtig mündlich vereinbarte Befristung.

  • und hier das Gegenteil, ist aber schon älter (kriege das nicht unter den anderen Satz)


    Hier steht etwas dazu.

    Wenn man sich das von Jascha verlinkte BAG Urteil von 2008 im Detail durchliest (ich hab einen Juris Zugang), haben wir genau diesen Fall. Es gibt einen befristeten Vertrag, der AN nimmt den an und tritt die Arbeit an, noch bevor er das unterschriebene Exemplar vom Arbeitgeber zurück bekommt. Das ist zulässig und dadurch entsteht nicht automatische in unbefristetes Arbeitsverhältnis. Durch das Unterzeichnen des AN wurde eine eigenständige Befristungsabrede getroffen, über die vorher formnichtig mündlich vereinbarte Befristung.

    Oh je, vielen Dank Jaelle für Deine Ausführungen. Dann war das nur ein kurzer Traum von einer Entfristung.#heul

    Dann ist die Überschrift von link 2 aber sehr irreführend.


    Außerdem hätte es mich eh gewundert. Die Firma arbeitet seit Jahr und Tag mit befristeten Verträgen. Da sollten die sich schon ziemlich gut auskennen....

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  • Sagt nicht das Urteil von 2016 etwas anderes? Wobei sich das auch nicht eindeutig liest, ich würde da lieber auch nicht drauf hoffen.

    There is a crack in everything. That's how the light gets in.
    - Leonard Cohen

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  • Ich bin mir nicht sicher ob deine Lage Grund genug für eine Entrüstung ist und zu welchem Preis. Da solltest du dich definitiv fachlich beraten lassen.


    Ich denke aber du musst dir vorher gut überlegen ob du das wirklich willst.

    Du kannst vorher nicht wissen wie sich die Stimmung verändert. Je kleiner der Betrieb, desto größer ist sicherlich das Risiko. Auch bei einer kleineren Filiale kann es zu Schwierigkeiten kommen. Es kann duraus sein, dass die anderen Kollegen dein Verhalten nicht gut finden.


    Vielleicht kommst du damit durch, vielleicht auch nicht. Und dann?


    Ich persönlich würde es nicht machen. Ich gestehe meinem Arbeitgeber ggf Formfehler zu wenn ich auch Fehler machen darf. Wir vertrauen uns gegenseitig.

    Wer von uns arbeitet schon 100% korrekt? Das ist gar nicht böswillig gemeint, aber wer hat nicht schon mal irgendwas gemacht, was so eigentlich laut Vertrag nicht erlaubt ist? Hat privat im Internet gesurft, während der Arbeitszeit auf das Handy geschaut evtl auch wegen der Kinder? Mal 10 Minuten mehr Pause gemacht weil man länger auf das Essen gewartet hat? Oder irgendwas anderes?


    Wie häufig hat man schon davon gelesen, dass Mitarbeiter aus den dämlichsten Gründen gekündigt werden. Wegen einem Pfandbon oder so...

    Das finde ich ganz ganz schlimm, das darf nicht sein. Aber ich finde es auch nicht fair den Arbeitgeber wegen Formfehlern zu verklagen. Du wusstest, dass dein Vertrag befristet ist und bist drauf eingegangen.

  • Auch wenn es jetzt in deinem speziellen Fall so aussieht, dass dein Vertrag nicht entfristet werden muss, schreibe ich mal meine Erfahrungen, vielleicht liest ja mal jemand rein, dem sie helfen könnten.


    Ich habe vor ca. 11 Jahren eine Klage auf Entfristung eingereicht. (Begründung in meinem Fall: Laut Vertrag war ich für eine zeitlich befristete Aufgabe eingestellt worden. Tatsächlich habe ich aber nicht nur daran, sondern überwiegend an anderen, dauerhaft zu erledigenden Aufgaben gearbeitet.) Dazu habe ich mich vorher einmalig bei einer Anwältin für Arbeitsrecht beraten lassen. Klagen konnte man damals zumindest in der ersten Instanz auch ohne Anwältin, das habe ich gemacht, und beim Arbeitsgericht gab es eigens für solche Fälle eine Anlaufstelle, wo mir beim Formulieren der Klage geholfen wurde, damit sie nicht an Formfehlern scheitert.


    Zur Verhandlung ist es dann gar nicht gekommen, da einen Tag vor der ersten Anhörung mein Arbeitgeber einen Rückzieher gemacht und mir einen unbefristeten Vertrag angeboten hat.


    Mein damaliger AG war eine kleinere Behörde, mein Vorgesetzter und meine Kollegen haben sich gefreut, dass der Vertrag entfristet wurde.

  • Vielen Dank für all Eure Antworten. Es war für mich ein ziemliches seelisches Chaos am Wochenende aber ich konnte für mich eine Entscheidung treffen. Ich möchte eigentlich einen Arbeitgeber, der MICH WILL, und nicht weil ich mich reingeklagt habe. Das ganze hatte natürlich eine lange Vorgeschichte, die ich jetzt mal weglasse aber ich fühlte (und fühle mich noch) sehr ungerecht behandelt. Dann noch dieses ewig lange Hinauszögern mit der Vertragsverlängerung. Ich stand schon nicht mehr auf dem Dienstplan.

    Darum hab ich mit dem Gedanken gespielt, wenn es mir rechtlich zusteht, für eine Entfristung zu kämpfen. Aber ich bin ohnehin seelisch schon ziemlich im argen wegen der Arbeit. Vielleicht ist es auch einfach besser so. Ich hätte viel lieber eine Arbeitsstelle bei der ich wertgeschätzt werde und gewollt werde. Ich weiß nicht, ob es sowas für mich gibt. Aber was bringt es, mich mit Gewalt einzuklagen, wo ich nicht wirklich gewollt werde.


    Die Vertragsverlängerung ist immer noch nicht bei mir angekommen.

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  • Mir ist es so im öffentlichen Dienst gegangen. Zuerst hatte ich einen befristeten Ein-Jahres-Vertrag, der Folgevertrag (an der Schule) ist aus Schlamperei nie bei mir angekommen und vermutlich auch nie geschrieben worden. Ich arbeite seit drei Jahren also unbefristet ohne einen schriftlichen Vertrag, seufz&juchu irgendwie gleichzeitig.

    Was A über B sagt, sagt mehr über A als über B.

  • Das mit dem Vertrag darfst du meiner Meinung nach nicht persönlich nehmen, das ist das Prinzip des AG und dieses wird er so lange beibehalten wie er Leute findet, die das mitmachen. Wenn deine Kollegen dich schätzen sehe ich überhaupt kein Problem, solltest du eine Entfristung notfalls einklagen wollen. -Weißt du denn sicher, dass deine Kollegen alle unbefristet angestellt sind?

  • Ich hatte zwei mal befristung bevor ich den unbefristeten bekommen habe.

    Meine direkten vorgestern kennen und schätzen mich.

    Für die, die das entscheiden bin ich nur ne personalnummer.

    Ich habe das nicht persönlich genommen.

  • Das mit dem Vertrag darfst du meiner Meinung nach nicht persönlich nehmen, das ist das Prinzip des AG und dieses wird er so lange beibehalten wie er Leute findet, die das mitmachen. Wenn deine Kollegen dich schätzen sehe ich überhaupt kein Problem, solltest du eine Entfristung notfalls einklagen wollen. -Weißt du denn sicher, dass deine Kollegen alle unbefristet angestellt sind?

    Ich hätte es auch nicht persönlich genommen, wenn nicht plötzlich aus unbekannten Gründen eine Kollegin aus unserem Team auf einmal doppelt so viel Stunden bekommen hat (so viel wie ich) dazu ein viel höheres Gehalt als wir alle, und so ganz unproblematisch ihr Vertrag entfristet wurde. Das war ein starkes Stück für das gesamte Team, wo ohnehin klar ist, dass eine Filiale bald schließen wird, von den zweien auf denen wir verteilt sind. Da war ja dann schon mal sehr klar, wieviel Hoffnung man sich auf eine Weiterbeschäftigung machen darf. #flop

    Ich muss gestehen, das hat mich sehr verletzt. Aus dieser Motivation heraus habe ich in Erwägung gezogen, meine Entfristung zu erklagen.

    Gestern habe ich mit meinem Chef telefoniert, und er hat sich sehr deutlich dafür ausgesprochen, dass ich diesen Weg nicht gehen soll, das würde keinen guten Eindruck machen.

    Ich hatte doch eh schon resigniert und mich dagegen entschieden. Da war er erleichtert.

    Meine Vertragsverlängerung ist auch heute nicht angekommen.....

  • Gestern habe ich mit meinem Chef telefoniert, und er hat sich sehr deutlich dafür ausgesprochen, dass ich diesen Weg nicht gehen soll, das würde keinen guten Eindruck machen.

    Ich hatte doch eh schon resigniert und mich dagegen entschieden. Da war er erleichtert.

    Meine Vertragsverlängerung ist auch heute nicht angekommen.....

    Ja klar, Dein Chef bekommt wahrscheinlich selbst eine auf den Deckel, wenn Du klagst und er es verpennt hat Deinen Vertrag zu verlängern oder Dich heim zu schicken.

  • Gestern habe ich mit meinem Chef telefoniert, und er hat sich sehr deutlich dafür ausgesprochen, dass ich diesen Weg nicht gehen soll, das würde keinen guten Eindruck machen.

    Ich hatte doch eh schon resigniert und mich dagegen entschieden. Da war er erleichtert.

    Meine Vertragsverlängerung ist auch heute nicht angekommen.....

    Ja klar, Dein Chef bekommt wahrscheinlich selbst eine auf den Deckel, wenn Du klagst und er es verpennt hat Deinen Vertrag zu verlängern oder Dich heim zu schicken.

    Der Vertrag wird bestimmt nicht von ihm kommen, sondern von der Personalabteilung, oder?


    Wenn aber schon bekannt ist, dass demnächst evtl Kündigungen anstehen, kann ich verstehen dass er von der Klage abrät. Im Zweifel wirst du dann nämlich aus betrieblichen Gründen gekündigt, wenn man kurz vorher eher negativ aufgefallen ist

  • Also mal im Ernst, seid Ihr alle so am verhandeln wenn es um Euren Job geht?

    Ich empfinde das als mega passiv, bloß keinem auf den Schlips treten, es könnte ja jemand sauer werden und sich ja rächen...


    Wahrscheinlich weil ich selbst vor allem mit Männern zusammenarbeite ist mir das völlig fremd. Wenn man hier von seinem Chef zB 300 Euro mehr will, dann geht man zu ihm hin und sagt man will 1000 mehr und/oder den Job des Chefs, weil man eh alles so toll und viel besser als er macht. Oder man holt den Betriebsrat dazu, weil man aus Grund XY diskriminiert wird. Stimmt meist beides nicht, aber man muss harte Geschütze auffahren und am Ende ist der Chef happy, dass ich man sich mit 300 Euro zufrieden gibt.

    Und niemand nimmt einem das übel, wenn man so verhandelt, das wird eher als zielstrebig und ehrgeizig aufgefasst.

  • Also mal im Ernst, seid Ihr alle so am verhandeln wenn es um Euren Job geht?

    Ich empfinde das als mega passiv, bloß keinem auf den Schlips treten, es könnte ja jemand sauer werden und sich ja rächen...


    Wahrscheinlich weil ich selbst vor allem mit Männern zusammenarbeite ist mir das völlig fremd. Wenn man hier von seinem Chef zB 300 Euro mehr will, dann geht man zu ihm hin und sagt man will 1000 mehr und/oder den Job des Chefs, weil man eh alles so toll und viel besser als er macht. Oder man holt den Betriebsrat dazu, weil man aus Grund XY diskriminiert wird. Stimmt meist beides nicht, aber man muss harte Geschütze auffahren und am Ende ist der Chef happy, dass ich man sich mit 300 Euro zufrieden gibt.

    Und niemand nimmt einem das übel, wenn man so verhandelt, das wird eher als zielstrebig und ehrgeizig aufgefasst.

    ich kann nur für mich sprechen. Wir werden nach Tarif gezahlt, da gibt es nichts auszuhandeln.