Straßen- und Ortsnamen in Gruppen, wie kommt das eigentlich?

  • Ich weiß ja, dass Berlin und viele andere Orte Zusammenschlüsse von vielen kleineren Orten, so kommt es, dass es viele Kirchstraßen, Hauptstraßen und Rathausstraßen gibt.


    Wie es kommt, dass es zu fast jeder Schillerstraße in Berlin auch noch eine Kantstraße und Goethestraße gibt, kann ich mir deshalb auch gut erklären.


    Was mir aber neulich aufgefallen ist, als ich durch Eberswalde (eine Stadt im Berliner Dunstkreis) fuhr, kann es CH mir nicht erklären:


    Da gibt es ein Lichterfelde, ein Britz, ein Buckow und ein Südend.

    All diese Ortsteile gibt es auch im Süden Berlins.


    Mir ist das schon auf der Autobahn mit anderen Orten aufgefallen.


    Gibt es dafür eine Erklärung?

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Ja, Ortsnamen sind stark regional geprägt, jeder Ort in den alemannischen Alpen, der was auf sich hält, weisst eine Schwand/Schwendi/Schwend auf, zum Beispiel.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ortsnamen sind oft alte, überlieferte, geographische Ortsbezeichnungen - manchmal heissen dann Strassen noch so oder Stadtteile.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Das Britz würde dann in meiner Region "Buchboden" oder so heissen, auch sehr häufig hier.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Hier hat jedes (Lang)Dorf ein Süderende und ein Norderende. Das Norderende geht dann in das Süderende des nächsten Dorfes über. So richtig mit den Himmelsrichtungen stimmt das dann aber auch nicht überein.

    Aus dem tieferen Sinn des Labenz:


    Eisenzicken, die (Pl.)

    Die hartgekochten, widerwärtigen Stücke, die man vom Geschirr kratzen muss, nachdem man es aus der Spülmaschine gezogen hat.

  • Wobei in Berlin das Britz Besitz derer zu Britzke (oder so).

    Was aber an der Herkunft des Namens nichts ändert.


    Hier in der Gegend gibt es Unmengen Orte die mit "haun" und Verwandten Wörtern gebildet werden. Da musste wohl viel gerodet werden.

    Und "Moos" für Sumpf.

  • Gummibärchen , ich stell mir vor, dass sich die zuständigen Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung gemütlich zusammen was rauchen und dann ihren Assoziationen freien Lauf lassen, so wie ehedem die alten Griechen mit den Sternbildern.

  • Hier werden die von der Stadt, die auch die Planung und das Erschließen koordinieren vergeben. Also genauer, die Verwaltungsabteilung die für die Stadtplanung zuständig ist. Nebenan wurde gerade ein neues Baugebiet erschlossen mit so tollen Namen wie "Karpfengrund" da ahnten wir schon es wird fischig und haben beim Spazierengehen rumgesponnen, denn noch stehen keine Straßenschilder. Mein Favorit ist die "Aalallee" und der "Goldfischgang"

    Aus dem tieferen Sinn des Labenz:


    Eisenzicken, die (Pl.)

    Die hartgekochten, widerwärtigen Stücke, die man vom Geschirr kratzen muss, nachdem man es aus der Spülmaschine gezogen hat.

  • Aoide

    Ja. Davon geh ich inzwischen auch aus. Mann und ich dachten auch, dass sie vielleicht scrabbel spielen und die übrig geblieben Buchstaben einfach in eine ungefähr aussprechbare Reihenfolge bringen..

  • Das ist mir in und um Dresden auch aufgefallen, dass es die Namen von nahegelegenen Orten auch noch mal als Stadtteil gibt. Ist das bei anderen Großstädten auch so?

    Wir wurden erschaffen, um uns weiterzuentwickeln, sonst hätte Jesus sicherlich vor über zweitausend Jahren gesagt: "... und jetzt sitzt ganz still und tut gar nichts, bis ich wiederkomme!" Swami Beyondananda

  • Ich finde eigentlich ganz nett, wenn diese künstlich geschaffenen Viertel Namen haben, die sie irgendwie zusammenhalten.

    Blumen, Fische, Maler,....


    Wir wohnen "gleich hinterm Mond"(weg)

  • Wir wohnen in "eine unbewohnte Insel" Ring
    Drumherum noch mehr Inseln und Watt :)

    Die Leute im Hoffmann-von-Fallersleben-Weg tun mir allerdings schon leid, mich würde dieser lange Straßenname auf Dauer nerven. (das Straßenschild hat sogar zwei Pfeiler/Pfosten :)

    Aus dem tieferen Sinn des Labenz:


    Eisenzicken, die (Pl.)

    Die hartgekochten, widerwärtigen Stücke, die man vom Geschirr kratzen muss, nachdem man es aus der Spülmaschine gezogen hat.

  • Hier in Berlin werden neue Straßen und Plätze viel öfter als früher nach verdienten Personen benannt.... Und das schöne, nach Personen, der heutigen Zeit.


    Über den Hildegard-Knef-Platz und durch die Tamara-Danz-Straße zu wandeln fühlt sich toll an, weil ich dIese Menschen noch lebend kannte.


    Es gab mal eine Bestimmung, dass Menschen, nach denen Plätze und Straßen benAnnt werden, mindestens 5 Jahre tot sein müssen.... Ich glaube, die wurde abgeschafft.


    MAl zu schauen was Britz und Buckow heißen..... Auf die Idee hätte ich auch kommen können ;)

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Gummibärchen , ich stell mir vor, dass sich die zuständigen Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung gemütlich zusammen was rauchen und dann ihren Assoziationen freien Lauf lassen, so wie ehedem die alten Griechen mit den Sternbildern.

    Genau! #applaus


    In meiner alten Heimat hatte die Bezirksvertretung Vorschlags- und Entscheidungsrecht. So hat mein alter Stadtbezirk entschieden, erstmal nur noch Straßen nach Frauen zu benennen, bis das Ungleichgewicht im Straßenbild abgemildert ist. Da ich mit einer Bezirksvertreterin gut bekannt bin, habe ich da schon fleißig mitdiskutieren können. #super

    Trillian grüßt






    “Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?“ (Douglas Adams)

  • Ja, Ortsnamen sind stark regional geprägt, jeder Ort in den alemannischen Alpen, der was auf sich hält, weisst eine Schwand/Schwendi/Schwend auf, zum Beispiel.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Was heißt denn schwand/Schwendi/Schwend?


    Ich habe mal in einer Doku gelesen, dass Ortsnamen etwas über die historische Beschaffenheit der Landschaft aussagt?


    Orte die auf rode oder rade enden sind Siedlungen die auf ehemaligem Waldgebiet entstanden sind. Also der Wald wurde extra für die Besiedelung gerodet.



    Zur hoffmannFallersleben stRaße... In Berlin gibt's ja eine Alle der Kosmonauten. Ich habe desöfteren Leute A De Ka sprechen hÖren :);)



    Bei der Straße der Pariser Kommune nichts der gleichen. Und die Straße des 17. Juni wird oft nur 17.juni genannt.



    Ich glaube wir hatten hier schon mal einen Thread mit lustigen und abgefahrenen Straßennamen...... Ob ich den finde?

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Schwendis im Süden sind in dem Fall die Rodes des Nordens #applaus Ein Volltreffer, sozusagen. (Brand)gerodet heisst es.


    Besonders in von Walsern besiedelten Gebieten ist das ein extrem häufiger Flurname. Denn es gab in vielen Regionen das Recht, dass man gerodetes Land für sich beanspruchen durfte.


    Liebe Grüsse


    Talpa