Auslassdiät?

  • Moinsen. Ihr habt doch bestimmt Ahnung

    Unser Großer wird jetzt 10 und hat immer mal wieder mit Durchfall zu tun. Oft hat er Bauchschmerzen, sagt, dass ihm komisch mulmig im Bauch ist etc... er hat eine diagnostizierte Hausstaubmilbenallergie, reagiert auf Birke und Hasel und hin und wieder auf Äpfel. Mein Mann kam jetzt der Gedanke, dass wir ja die anstehenden Sommerferien nutzen könnten, um mal denn Bauchproblem auf den Grund zu gehen. Aber ich weiß gar nicht, wie man sowas anfängt? Ich hab von Nahrungsmittelunverträglichkeiten gar keine Ahnung, mein erster Gedanke war entweder Lactose oder Gluten. Das würde zeitlich beides zu Bauchweh nach dem Frühstück passen... oder ist das alles Quatsch und man sollte ganz anders anfangen? #hilfe

    Big J. *7/2009 LauPau *1/2012 Klein-M. *8/2016


    Sie haben gewonnen: Brokkoli n015.gif

  • Soviel ich weiss, soll man Gluten nicht weglassen ohne ärztliche Begleitung weil sonst die Tests nicht mehr aussagekräftig sind.

  • reagiert auf Birke und Hasel und hin und wieder auf Äpfel.

    Eine Apfelallergie setzt sich ja gerne auf Pollenallergien drauf, und ist dann in der Pollensaison stärker ausgeprägt.


    Anstatt wegzulassen könntet ihr auch das Kind testen lassen.

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~

  • Ich muss da eine sehr ernste Mahnung da lassen: Bitte, bitte erst eine Zöliakie leitliniengerecht abklären lassen, bevor Gluten in irgendeiner Form weggelassen wird!!!

    Das ist enorm wichtig.


    Die anderen üblichen Verdächtigen können sehr gut selbst getestet werden, um dann mit sehr konkretem Verdacht bei der Ärztin aufzuschlagen.

    Laktose sollte schon nach wenigen Tagen eine Besserung zeigen. Fruktose auch (allerdings wäre ich da skeptisch, offenbar ist Fruktoseintoleranz ein sehr häufiges Begleitsymptom bei Zöliakie).


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Lactose ist am einfachsten selbst zu testen: Eine Woche konsequent alle Milchprodukte weglassen und dann einen großen Kakao mit Schlagsahne oder eine Schüssel Vanillepudding oder ien großes Glas Milch.

    Das war bei unserer Tochter SEHR eindeutig.


    Dann kann man immernoch in verschiedene Richtungen weitergucken, aber das kann man gut selbst machen. War ne Empfehlung von unserem Kinderarzt.

    Die langweiligsten Frauen haben die ordentlichsten Haushalte...

  • Milch versteckt sich heutzutage übrigens auch in Wurst, Müsli und anderen dingen, die nicht offensichtlich sind. Es lohnt sich da den Packzettel zu lesen.

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~

  • Ihr bekommt für diesen Fall eine Ernährungsberatung bei einer allergologisch weitergebildeten Ernährungsfachkraft bezahlt, mit Rezept. Und diese kann euch bei einer Auslassdiät (und eine Auslassdiät lässt normalerweise nicht nur Verdächtige aus, sondern alle pollenassoziierten Lebensmittel bei diagnostizierter Pollenallergie) sehr gut beraten und begleiten.


    Ich hab nun schon ein paar Protokolle in Eigenregie gemachter Auslassdiäten gelesen und in den meiste Fällen waren die einfach nicht ausreichend. Nichts gegen das Forum, aber für solche Sachen gibt es echt gute Fachleute.


    Und an erster Stelle stände dann übrigens in Absprache mit dieser Ernährungsfachkraft weitere Bluttests (IgE auf bestimmte Nahrungsproteine) oder ggf. Prick-to-Prick-Tests an.

    Grüße von Trüffel mit großem J (*06/2010) und kleinem J (*10/2013) und einem sehr großen J (*xx/197x #cool)

  • Trüffel falls du damit meinen Beitrag meintest: ich meinte ein Tagebuch vor auslassversuchen, um dem Arzt dann besser vermitteln zu können, welche Probleme wann auftreten. Damit der besser gucken kann, was es sein könnte.

  • Ich waere beim Sommerauslassdieat auch besorgt, dass es nur deshalb besser wird, weil Schulstress besser wird und sich die ganzen psychosomatischen Sachen nicht mehr auseinanderklamuestern lassen. Denn ich habe festgestellt, dass eine Laktoseintoleranz unter Stress viel schlimmer ist.



    Und das Tagebuch wuerde ich erst anfangen, wenn der Arzt es bereit ist anzugucken, meiner Erfahrung nach besteht da eher wenig Interesse. Wenn du Zugang zur Ernaerhungsberatung hast, dann waere das klasse, die lesen dann hoffentlich auch so ein Tagebuch :-)

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~

  • Trüffel falls du damit meinen Beitrag meintest: ich meinte ein Tagebuch vor auslassversuchen, um dem Arzt dann besser vermitteln zu können, welche Probleme wann auftreten. Damit der besser gucken kann, was es sein könnte.

    Nein, ich meinte das allgemein. Hier gibt es ja häufig Threads zu Verdauungsschwierigkeiten, und dann gibt es Vorschläge dazu, was weg gelassen werden kann etc.pp.


    Ärzte lesen in den allerseltensten FÄllen Ernährungsprotokolle. Die fragen höchstens "haben Sie denn schon mal Protokoll geführt?" und wenn man dann sagt, ja, und es kam raus, ich reagier immer auf Garnelen, dann gucken die sich das nicht mehr wirklich an. Auch Allergologen nicht. Die haben dafür schlicht keine Zeit. (Ich verallgemeinere nun - es wrd sicher Ausnahmen geben....)


    Wer solche Verdauungsschwierigkeiten hat, hat Anspruch auf Ernährungstherapie. Das belastet auch kein Arztbudget. Und da wird die/der Ernährungsberater*in auch Protokolle führen lassen, und wenn es Grund zu einer Auslassdiät gibt, dann auch das.


    Mein Weg wäre übrigens ebenfalls ein Protokoll, ein sogenanntes Beschwerdeprotokoll, ohne Auslassdiät. Darauf basierend dann IgE-Bluttests, basierend auf den bereits festgestellten Allergien, ein Prick-to-Prick (KEIN normaler Pricktest) bei NM-Allergien, und bei Verdacht auf LI ein H2-Atemtest. Bei FI müsste man sehen, die sind nicht immer aussagekräftig. Und gäbe es DANN immer noch keinen identifizierten Störer, würde ich über eine Auslassdiät nachdenken. Das wäre dann also so beim 4. oder 5. Termin der Fall.

    Grüße von Trüffel mit großem J (*06/2010) und kleinem J (*10/2013) und einem sehr großen J (*xx/197x #cool)

  • Unser Arzt hat das Protokoll selbst nicht gelesen, aber wir konnten dann viel klarer vertreten (weil wir selbst viel klarer waren), welche Probleme auftraten, wann und ob da ein Lebensmittel häufig bei war zeitlich.

    Also kein “also, ja bestimmt seit Wochen. Und - eigentlich meist morgens, obwohl?“

    Sondern ein “auf jeden Fall seit mindestens zwei Monaten. Immer morgens, nie sonst. Es gibt osterbrot oder Müsli, aber abends hat sie trotz brot keine ...“

  • Vielen Dank schon mal für euren Tipps!

    Also lasse ich da erstmal die Finger von.

    Das Rezept für die Ernährungsberatung bekomme ich beim Kinderarzt? Ich hab mir jetzt eh einen Termin für diese freiwillige U geben lassen im Sommer, da könnte ich das also auch mal ansprechen.

    Big J. *7/2009 LauPau *1/2012 Klein-M. *8/2016


    Sie haben gewonnen: Brokkoli n015.gif

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Fusselviech ()

  • Ja, bekommst du. Am einfachsten suchst du dir aber schon mal eine Ernährungsberaterin die sich mit Allergien auskennt. Schau mal nach DAAB-Zertifikaten, ich glaube, die haben auch auf der Homepage eine Liste. Die hat dann 1. die entsprechenden Formulare für den Kinderarzt, und 2. einen Plan, welche Untersuchungen noch zu machen wären. Da kann man das dann direkt in einem Aufwasch machen.


    Ich wünsch euch, dass ihr eine Ursache findet :)

    Grüße von Trüffel mit großem J (*06/2010) und kleinem J (*10/2013) und einem sehr großen J (*xx/197x #cool)