Wie schädlich sind halbgare Kichererbsen?

  • Wer kennt sich aus?

    Habe Hummus gemacht und jetzt im Nachhinein das Gefühl, dass die Kichererbsen nicht ganz gar waren. Kann ich probieren, das zu essen? Es ist eine große Menge, die ich ungern entsorgen würde. Wäre es eine Möglichkeit, das Ganze nochmal in den Ofen zu packen zum nachgaren? (Und dann ist vermutlich ein eher trockener Brotaufstrich, aber besser als ganz wegzuschmeißen.)

    Zur Info: Habe die trockenen Kichererbsen 28 Stunden lang eingeweicht und dann aber nur ungefähr 10 Minuten lang kochen lassen. Das ist ein bisschen wenig, oder? Die meisten Webseiten empfehlen 1,5-2 Stunden. Bei utopia.de hatte ich gelesen, dass 10 Minuten ausreichen, aber mir kommt das jetzt wenig vor ... Das Mixen im Mixer hat ewig gedauert und die Konsistenz ist auch echt ungewohnt fest jetzt, obwohl ich immer mehr Olivenöl und Tahin dazu gekippt habe ...

    Hat eine von Euch etwas mehr Erfahrung damit und kann mir einen Ratschlag geben?

    #sonne

  • Ist das dein erster Hummus? Ich mach nämlich immer Joghurt hinzu... oder ist das ein erprobtes Rezept und du kannst das einschätzen?

  • Das Phasin, der Giftstoff der Kichererbsen, braucht wohl länger Hitze um unschädlich zu werden.

    Ich würde wohl versuchen dem Hummus Wasser zuzugeben und es wie ein Brei erneut zu kochen. Allerdings weiß ich nicht, wie sich das auf den Geschmack auswirkt. Vielleicht wird es ja DIE Entdeckung #zwinker

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  • Die sind schon ziemlich giftig. Ich würd schon noch irgendwie nachgaren in der Hoffnung, was zu retten. Vermutlich würd ichs aber letztlich entsorgen.


    Hast Du das Einweichwasser mit verwendet oder entsorgt? Das enthält ja die Meisten Giftstoffe. Davon würd ichs wohl auch mit abhängig machen wieviel ich riskier.

    Und Kindern auf keinen Fall geben

    Lass Dich nicht vom Bösen überwinden sondern überwinde das Böse mit Gutem.



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  • Die Konsistenz kann auch von fehlendem Wasser kommen.


    Ich koche eigentlich 30min-45min. Aber es gibt da ja auch verschiedene Sorten.


    Richtig giftig ist es ja auch nicht. Es macht halt durchfall

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  • Oh, danke! So schnelle Antworten!

    Das Einweichwasser hatte ich zwischendurch einmal gewechselt, am Ende weggekippt und die Kichererbsen dann gründlich gewaschen und in frischem Wasser gekocht.

    Die Konsistenz kann auch von fehlendem Wasser kommen.

    Tust Du denn Wasser ans Hummus?


    Ist das dein erster Hummus? Ich mach nämlich immer Joghurt hinzu... oder ist das ein erprobtes Rezept und du kannst das einschätzen?

    Ungefähr der dritte. Die anderen waren auch ohne Joghurt, aber was die Mengen betrifft, mache ich es nur vom Gefühl. Also keine Ahnung.

  • Manchmal kochwasser. So wurde mir das beigebracht. Das einweichwssser kipp ich weg.

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  • Wobei das mit dem Einweichwasser wohl nicht stimmt (bei blausäurehaltigen Sachen schon, warum auch immer.) Das Phasin wird ja durch Hitze zerstört und das Einweichwasser ist genauso heiß wie die Hülsenfrüchte selber. Darum spielt das nur eine Rolle, wenn die Kochzeit nicht ausreichend war. Und da wäre ich wohl bei 10 Minuten auch vorsichtig und würde versuchen, nachzugaren. Vielleicht in der Mikrowelle, vorher noch etwas Wasser dazu?

  • Notfalls könnte man es auch als falaffel oder Knödel Teig umwandeln vielleicht?

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  • Die sind vorgekocht. Die kannst du sofort und problemlos zu hummus verarbeiten. Und die Flüssigkeit ist ein toller Ersatz um Veganes geschlagenes Eiweiß herzustellen.

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Nachtkerze ()

  • Hm, Mikrowelle hab ich nicht. Dann mache ich es wohl so: Die eine Hälfte mit Wasser nochmal kochen. Vielleicht wird dann ne Suppe daraus :) Die andere Hälfte in den Ofen. Schauen, was besser wird. Oder meint Ihr, es sollte unbedingt noch Wasser dazu? Würde ein Nachgaren im Ofen den Giftstoffen vielleicht gar nichts anhaben?

  • Es geht ja um die Hitze, also sollte auch der Ofen die Giftstoffe zerstören, meiner Meinung nach.


    Wasser würde ich dazu machen, damit es nicht zu trocken wird. Vielleicht erstmal nicht so viel und dann zwischendurch kontrollieren und eventuell noch was dazugeben.

    Gruß, flummi

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von flummi ()

  • Wobei das mit dem Einweichwasser wohl nicht stimmt (bei blausäurehaltigen Sachen schon, warum auch immer.) Das Phasin wird ja durch Hitze zerstört und das Einweichwasser ist genauso heiß wie die Hülsenfrüchte selber. Darum spielt das nur eine Rolle, wenn die Kochzeit nicht ausreichend war. Und da wäre ich wohl bei 10 Minuten auch vorsichtig und würde versuchen, nachzugaren. Vielleicht in der Mikrowelle, vorher noch etwas Wasser dazu?

    Das Phasin wird zwar zerstört, aber die anderen nicht der menschlichen Verdauung zuträglichen Stoffe bleiben erhalten, wie beispielsweise Saponine. In größeren Mengen verursachen diese Entzündungen, Gewebsschädigungen am Darm mit der Folge Leaky Gut und den damit verbundenen gesundheitlichen Problemen und sind hämolytisch (Zerstörung der roten Blutkörperchen).


    Niemals Einweichwasser verwenden! Das gilt auch für Kochwasser. Da sind noch genügend Stoffe drin, die uns auf längere Sicht krank machen. Von ein paar Mal fällt man nicht gleich tot um, aber man stirbt auch nicht sofort, wenn man ein paar Mal am Auspuff schnuppert.


    Bei Kichererbsen gilt wie für andere Hülsenfrüchte auch:


    1. Ausgiebig lange waschen, das spült schon mal einige Schadstoffe weg.

    2. Ausreichend lange einweichen, mindestens 8 h (Kichererbsen) oder bis doppelte Größe erreicht ist.

    3. Das Einweichwasser alle 4 Stunden wechseln (nachts würde ich jedoch deshalb nicht aufstehen).

    4. Solange kochen bis die Kichererbsen gar sind = ohne große Mühe zwischen 2 Fingern zerdrückt werden können.


    Alle jenen, die Hummus mit rohen (nur eingeweichten) Kichererbsen zubereiten, empfehle ich alle 5 Jahre eine Darmspiegelung, um Tumore frühzeitig zu entdecken.

    Das Wissen von heute ist der Irrtum von morgen.

  • Sakura das was du schreibst klingt sehr extrem. Hast du dazu auch ein paar Quellenangabe?

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    ~a.joy~

  • Zu Saponine:


    Pharmakognosie - Phytopharmazie

    R. Hänsel, O. Sticher, E. Steinegger

    2006 (es gibt bestimmt schon eine neuere Auflage)

    S. 943 ff.

    24.6 Saponine


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    Weitere pflanzliche Stoffe, u.a. zum Abwehren von Frassfeinden:


    Allgemeine Toxikologie und Beispiele toxischer Stoffgruppen

    Behandelt Giftpflanzen beim Pferd, ist jedoch deshalb interessant, weil u.a. allgemein erwähnt wird, dass frühere Kenntnisse heute teils verloren gegangen sind und dass die Toxizität von Pflanzen wegen mannigfaltiger Einflussfaktoren schwierig einzuschätzen ist:

    - Vegetationsperiode

    - Witterung und Sonneneinstrahlung

    - Düngung

    - Bodenbeschafffenheit

    - Herbizideinsatz

    - Parasitenbefall

    - weitere Stressfaktoren


    Ich erwähne diese Seite deshalb, weil viele Pflanzeninhaltsstoffe auch in für Menschen verwendeten Lebensmitteln vorkommen können.


    Beispiele:


    Atropin, Scopolamin

    - theoretisch nicht zum Essen vorgesehen, aber praktisch lassen sich leider Lebensmittelkontaminationen auch durch Monitoring nicht vollständig ausschließen

    - betroffen v. a. Hirse, Buchweizen, Mais, die durch Samen des Stechapfels verunreinigt sein können

    - akut sehr toxisch (Säuglinge und Kleinkinder sind empfindlicher)


    Pyrrolizidine

    - Rückstände in Kuhmilch

    - lebertoxisch


    Solanin

    - in Nachtschattengewächsen, z.B. keine unreifen, grün gewordenen oder auskeimenden Kartoffeln und Kartoffelschalen essen

    - hitzestabil = wird beim Kochen nicht zerstört

    - selbst das Frittierfett (Pommes) sollte regelmäßig schon allein aus diesem Grund gewechselt werden

    - Schmerzen, Fieber, Schleimhautschädigungen, Entzündungen, Auflösung Blutkörperchen, Herzrhythmusstörungen, Atemlähmungen

    - die Schale von Kartoffeln isst man nur in Notzeiten, wenn man am Verhungern ist

    - zu allen anderen Zeiten ist es eine gefährliche Modeerscheinung, die hoffentlich bald wieder verschwindet


    usw. usf.


    Ärgerlich ist immer das Halbwissen von offiziellen Seiten bzw. die Schluderei, weil wichtige Infos vergessen werden:


    Das Bundeszentrum für Ernährung schreibt, dass man das Einweichwasser von Kichererbsen zum Kochen verwenden kann, weil das Phasin zerstört wird. Stimmt ja auch, aber die Saponine bleiben halt übrig.


    Genauso wie im Thread Einkochen & haltbar machen


    Da schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung, dass Botulinum-Toxine und -Bakterien zutreffend bei 100 Grad abgetötet werden, aber sie vergessen, dass die Botulinum-Sporen erst ab 120 Grad inaktiviert werden. Wichtig, weil diese im Weckglas unter Luftabschluss neue Bakterien und Toxine produzieren und man also dennoch erkranken kann. Da bringt das einmalige Einwecken keine hundertprozentige Sicherheit. Das haben die einfach vergessen und die Leute meinen, es sei sicher. Ich denke da nur an den Trend, sich für das Wochenbett vorzukochen und einzuwecken statt tiefzukühlen. Das kann ordentlich in die Hose gehen. Gott sei gedankt, ist es sehr selten.


    Edit: Rechtschreibfehler

    Das Wissen von heute ist der Irrtum von morgen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Sakura ()

  • Sakura , Ich habe jetzt noch nicht ganz verstanden, was die Saponine zerstört. Einweichen? Oder kochen?.

    Ich bereite Kichererbsen wie du es beschreibst zu. Sind sie dann unbedenklich? Oder sollte man besser doch nicht zu viel essen?

    Mein Sohn ernährt sich beinahe ausschließlich von hummus, sowohl selbst gemacht, als auch gekauft.

    Viele Gruesse vom andern Ende der Welt, Sarah




  • Vielen Dank Sakura für die Mühe. Von den Grünen Kartoffeln weiß man das ja, mir war nicht klar dass das bei Bohnen auch ein Problem ist.


    Einweichwasser kippe ich eh immer weg und einmachen habe ich in den USA gelernt, da ist das Regelwerk meist strenger.

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  • Wenn ich mich richtig erinnere:


    - beim Einweichen gehen etwa 10 % verloren -> Einweichwasser verwerfen

    - beim längeren Einweichen mit Wasserwechsel etwas mehr, aber vermutlich marginal

    - beim Kochen werden etwa 50 % zerstört -> Kochwasser verwerfen

    - hitzebeständige Saponine bleiben über, da kann man nichts machen


    In kleinen Mengen sind Saponine sogar förderlich für die Gesundheit. Nur fehlen leider Studien darüber, welche Menge das ist und wo die Grenze liegt.


    Ich versuche, so viel wie möglich loszuwerden. Ich wasche so lange, bis das Wasser nicht mehr schäumt und wenn ich Zeit habe, dann wechsele ich sogar nach dem Aufkochen noch einmal das Wasser. Und ich weiche je nach Hülsenfruchtart immer 1 - 3 Tage ein (= ankeimen).


    Mein Prof meinte zum Einweichen "Bis auf Linsen alles einen ganzen Tag, da kann man nicht viel falsch machen". Sprich, wenn ich abends Appetit auf Hülsenfrüchte bekomme, dann weiche ich sie ein und kann sie am Tag drauf abends essen (gekocht natürlich).

    Das Wissen von heute ist der Irrtum von morgen.