Wie schädlich sind halbgare Kichererbsen?

  • Es ist halt wie mit vielen Dingen. Schokolade ist auch ganz schrecklich ungesund, und trotzdem essen wir sie. Ich finde es eher interessant dass in GB und Aus so verbreitet Bohnen roh gegessen werden (und Kindern gegeben werden ).

    Ich hatte gestern auf der Website des Giftnotrufs Bonn nachgesehen und die Sprache war davon dass bereits wenige Kerne bei Kindern Symptome auslösen können .


    Fazit, meine Kinder dürfen keine rohen Bohnen essen, ich knabbere aber manchmal eine wenn ich die enden abschnippele.

    Was ich aber nicht mehr machen werde , ist Kichererbsen keimen lassen und dann in den Salat werfen.

    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • geloescht.

    We know our children best, when we know ourselves best;

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    ~a.joy~

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Nachtkerze ()

  • Hohe Mengen Saponine führen zu Gewebsschädigungen und Entzündungen. Angegriffenes und chronisch entzündetes Gewebe entartet leichter = Tumore.


    Siehe beispielsweise Onkologie: Wie chronische Entzündungen zu Krebserkrankungen führen


    Wie ich schon weiter vorn schrieb, die Dosis macht das Gift. Nur weiß leider derzeit keiner, wo die Grenze ist. Und Hülsenfrüchte enthalten nun einmal viele Saponine. Man muss auch beachten, was man sonst noch so isst. Saponine sind ja auch noch in anderen Lebensmitteln enthalten: Kartoffeln, Tomaten, rote Bete, Spinat, Spargel, Zuckerrüben, Hafer, Zwiebeln, Knoblauch, Kräuter, Tee... Die cholesterinsenkende Wirkung beispielsweise erreicht man vielleicht schon mit 1 Zehe Knoblauch. Wenn man dann noch morgens ein Müsli isst, Tee schlürft und abends Chili con Carne mit Bohnen (viel Saponine) und Tomaten und Kräutern (oder schlimmer noch sin carne mit Sojagedöns = noch mehr Saponine), dann überschreitet man die gesundheitliche Menge unter Umständen bei Weitem. Das muss halt noch genau erforscht werden.


    Soweit mir bekannt ist, werden Bohnen weltweit eingeweicht, schon allein, weil das die Kochzeit verkürzt und damit Energie (Feuerholz) gespart wird.

    Ok. Netter link, niemand bezweifelt den Link zwischen Krebs und Entzündungen. Es geht darum um Kichererbsen grundsaetzlich und immer Entzündungen hervorrufen. Davon gehst du aus.


    In deinem Aertzeblattlink steht aber halt auch

    "Eine Pilotstudie innerhalb der großen Ernährungsstudie (EPIC) hat bestätigt, dass Probandinnen, die sich mit einer sehr vitaminreichen Kost – vor allem Vitamin E und C – ernährt hatten, deutlich weniger DNS-Schäden in ihren Lymphozyten hatten als jene mit einer normalen Kost."


    Aber dann haben Saponine doch antioxidative Qualitäten und sind somit auch krebsvorbeugend.


    zB hier https://www.hindawi.com/journals/tswj/2013/216894/

    hier ein weiterer positiver Effekt von saponin: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16019317

    https://www.phytochemicals.inf…/saponins-antioxidant.php

    oder hier steht auch

    https://www.sciencedirect.com/…cle/pii/S0963996915001489


    Hier steht sogar direkt zu saponins, dass " their Reputation for toxicity is generally unfounded" .


    In diesem Buch, S.116, steht sogar, dass East Asian's eine geringe Darmkrebs rate haben, aber mehr saponins als Western People essen. Also gerade das Gegenteil von dem was du behauptest.

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  • Aber mir fällt in dem Zusammenhang noch ein: In den arabischen Ländern der Levante isst man ja sehr gerne geröstete Kichererbsen, die in so einer dünnen, bunten Zuckerschicht stecken (iddame b-sikar) ... kennt die jemand? Wie es da wohl mit den Giftstoffen aussieht #gruebel

    https://www.backenmachtglueckl…e-kichererbsen-snack.html Die werden aus vorgegarten Kichererbsen gemacht, die gute abgetropft wurden damit sie knusprig werden beim Backen .


    dass die die fertige Fallaffelmasse 30min ruhen lassen, dann die Bällchen formen und diese nochmal 30min bei Raumtemperatur ruhen lassen.

    Aber was passiert beim Ruhen? Ich habe bis jetzt verstanden, dass Phasin nur durch Hitze zerstört wird.

    Normal gehts da drum, dass alles gut quellen kann und die Konsistenz dann besser ist. Ist bei Bratlingen, Waffelteig, Pfannkuchenteig usw. schon deutlich zu merken an der Konsistenz.

    Ich denk mal, dass es bei der Falafelmasse zusätzlich auch noch darum geht, dass das Mehl aufgequollen ist und dadurch schneller die erforderliche Temperatur bekommt weil weicher.

    Lass Dich nicht vom Bösen überwinden sondern überwinde das Böse mit Gutem.

  • Es wurde ja nicht nur Saponin aufgezählt. Phasin z. B. auch.


    Ich finde das spannend gerade, dass auch Gemüse schädlich sein kann und eben nicht immer Goldstandard, vor allem roh. Ist sehr ungewohnt. #gruebel

  • So neu ist die Idee doch gar nicht. Die Paläo-Leute sagen das ja schon lange, dass Bohnen und Getreide (brauner Reis! Vollkorn!) schädlich ungesund und wenigstens nicht nahrhaft sind.

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  • Ich finde das spannend gerade, dass auch Gemüse schädlich sein kann und eben nicht immer Goldstandard, vor allem roh. Ist sehr ungewohnt.

    Die Frage ist immer - wie schädlich? Klar, alle Pflanzen enthalten Giftstoffe gegen Fressfeinde. Das bemerkenswerte bei Pflanzen ist aber, dass sich die Wirkstoffe oft ausgleichen, bzw. die gleiche Pflanze auch das "Gegengift" enthält. (In der Kräuterheilkunde kannst Du oft das gleiche Kraut für komplett gegensätzliche Krankheiten verwenden - und es hilft - wo die Pharmaindustrie auch komplett gegensätzlich wirkenden Medikamente anbietet.)


    Das ist aber auch mein Problem, wenn Pflanzen auf Grund eines einzigen Inhaltsstoffes als "gefährlich" gelten. Die Studien dazu sind zum Teil haarsträubend - die Dosis macht das Gift. (Dabei gibt es natürlich durchaus Pflanzen, die problematische und für Menschen giftige Stoffe in größerem Maße enthalten.)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Astarte ()

  • Naja, ich hab eh schon eine Autoimmunerkrankung mit kaputtem Magen und Darm, daher ist das für mich gerade nützlich. Ich habe bislang einiges doch eher nur kurz gekocht oder gedacht, dass roh besser sei und dann die folgenden Bauchschmerzen verdrängt. (Oder aufs Gluten geschoben, was ich in kleinen Mengen neuerdings wieder vertrage #confused).

  • mit kaputtem Magen und Darm, daher ist das für mich gerade nützlich. I

    Aber ist das nicht eine ganz andere Situation? Und ja, in deinem Fall wuerde ich Bohnen echt voll durchkochen und Einweichwasser und Kochwasser wegkippen. Und auch sonst geht es Menschen mit IBS oder Darmproblemen besser, wenn Gemuese voll durchgekocht ist.


    Ich wehre mich nur dagegen, dass Sakura hier davor warnt, dass Quinoa, Kichererbsen und Co quasi unabdinglich Krebs verursachen.


    Es kommt auf die menge drauf an und heutzutage ist Quinoa eh schon so umgezüchtet, dass er Süßer ist, und damit weniger Saponine hat. Zu den Phasinen habe ich noch nicht so viel gelesen. Werde ich nächste Woche nachholen. Ich fand die Darstellung hier halt etwas einseitig.


    Astarte so aehnlich sehe ich es auch. Und es stimmt auch, dass wir alle anders reagieren, und dass man da gucken muss, was zu einem passt und was nicht.

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  • Nein, Kichererbsen rufen nicht grundsätzlich und immer Entzündungen hervor. Hohe Mengen Saponine tun dies und die sind im Einweich- und Kochwasser von Hülsenfrüchten enthalten. Deshalb soll man dieses verwerfen und wenn möglich sogar den ersten aufgekochten Schaum abschöpfen, weil sich dann noch mehr Saponine ins Wasser lösen und abgegossen werden können.


    Zur Pilotstudie: Es ist allgemein bekannt, dass eine vitaminreiche Ernährung gesund ist und oxidativem Stress entgegenwirkt. Aber was hat das mit den Saponinen zu tun? Wenn jemand sehr vitaminreich ist, senkt er den oxidativen Stress, der Inflammationen begünstigt. Aber deswegen werden nicht alle freien Radikale vollkommen beseitigt und je mehr Saponine zugeführt werden, desto höher der oxidative Stress. Ob Vitamin C und E allein dies abfedern können, wage ich zu bezweifeln. Vor allem, wer weiß denn, welche Mengen man in diesem Fall von den genannten Vitaminen verzehren müsste? Da schütte ich doch lieber einfach das Einweich- und Kochwasser weg.


    Und erneut, ich habe es bereits geschrieben: Saponine haben diverse gesundheitsförderliche Wirkungen. Sie verflüssigen Schleim (Hustensaft), sind entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, besitzen antimikrobielle, antibakterielle und fungizide Wirkungen, können Wachstum bestimmter Tumorzellen hemmen, einige Arten senken Cholesterin, aktivieren T- und B-Zellen, unterstützen die Bildung von Antikörpern und Gedächtniszellen. Aber nur in geringen Mengen. Hülsenfrüchte besitzen hohe Mengen und dann kippt es. Die Dosis macht das Gift. Wasser ist gut für den Körper, aber in zu großen Mengen ist es akut tödlich. Bitterstoffe (Saponine) sind wie Gerbstoffe (Tannine) zu behandeln. In geringen Mengen ok und gut, aber bitte nicht überdosieren. Tannine verlieren dann auch ihre Heilwirkung und sind leberschädigend und führen zur Magenschleimhautentzündung.


    Zu Darmkrebsrate: Ich halte das für eine gewagte These, dass Ostasiaten eine geringere Darmkrebsrate als Western People haben, weil sie mehr Saponine essen. Ich denke, jeder kennt die Ernährungsunterschiede zwischen beiden Populationen. Es ist mit Sicherheit ein multifaktorielles Geschehen, denn ich kann doch nicht zahlreiche Variablen einfach unter den Tisch fallen lassen. Die höhere Darmkrebsrate bei Western People erkläre ich mir - was die Ernährung anbelangt, nicht die Lebensbedingungen allgemein - unter anderem durch: mehr Fast Food, weniger Gemüse, weniger Obst, weniger Ballaststoffe, zu fettreich, mehr rotes Fleisch, mehr verarbeitetes Fleisch, zu wenig Fisch, stark gesalzene, gepökelte und geräucherte Lebensmittel, Kuhmilch, mehr Alkohol, zu hohe Kalorienzufuhr. Aufzählung nicht abschließend.


    Wer weiß, vielleicht ließe sich die Darmkrebsrate der Ostasiaten sogar noch senken, wenn sie ihre unsäglichen Sojabohnen (Saponine, Phytinsäure, Lektine, Proteasehemmer, Goitrogene, Isoflavone, Omega-6-Fette) wegließen? Wobei, wer genau beobachtet, merkt, dass Japaner in der Regel hauptsächlich fermentierte Sojaprodukte essen (bekömmlicher, weil dadurch viele Antinährstoffe zum Teil abgebaut werden) im Gegensatz zu veganen Western People.


    Außerdem muss man immer bedenken, an welche Lebensmittel eine Population gewöhnt ist. Eine europäische Schilddrüse wird vor den irre hohen Mengen Jod, die japanische Küstenbewohner aufnehmen, schnell kapitulieren. Nur weil etwas jemand gut verträgt, ist es noch lange nicht gut für einen vom anderen Ende der Welt.

    ...Ich finde das spannend gerade, dass auch Gemüse schädlich sein kann und eben nicht immer Goldstandard, vor allem roh. Ist sehr ungewohnt. #gruebel

    Ich denke, Gemüse ist der gesündeste Teil in der menschlichen Ernährung. Der Mensch musste es nicht erst umständlich jagen und hatte Millionen Jahre Zeit sich täglich daran anzupassen. Deshalb ist aber eben dennoch nicht alles was Grün ist essbar und manches auch nur deshalb essbar, weil der Mensch gelernt hat, das Feuer (und andere Elemente) zu seinem Vorteil zu nutzen. Die Erfahrungen im Umgang mit Lebensmitteln sind Jahrtausende alt und mit moderner Wissenschaft sind wir immer öfter in der Lage zu erklären, warum, wieso, weshalb es gut so ist, wie es traditionell gemacht wird. Und gelegentlich werden auch mal ein paar Mythen ausradiert, die aber durchaus auch einen sinnvollen Ursprung hatten. Nur wussten die Leute nicht warum. Nachdem man dank moderner Kühltechnik Spinat nach dem Zubereiten schnell runterkühlen kann, darf man diesen in heutiger Zeit auch bedenkenlos nochmal aufwärmen. Früher war das keine so gute Idee, weil sich bei Zimmertemperatur das gesunde Nitrat in das gesundheitsschädigende Nitrit umwandelt.


    Und jetzt kommt der industrialisierte Mensch daher und meint bei jedem Furz Zeit sparen zu müssen (Verzicht auf das Einweichen und Keimen) und schädigt so seine Gesundheit. Schnellschnell und Wischiwaschi war halt noch nie gut.


    Im Übrigen sind beispielsweise in der Kichererbse sogar sekundäre Pflanzenstoffe mit hohem antioxidativem Potential enthalten: Quercentin, Kämpferol, Myricetin und weitere Phenolsäuren. Wenn man aber die Saponine nicht beseitigt, so gut es halt geht (etwa 40 % bleiben ja trotz Einweichen und Kochen in der Bohne aktiv), hat man davon halt wenig, weil hohe Mengen Saponine diesen positiven Effekt gleich wieder kompensieren.

    ...Die Paläo-Leute sagen das ja schon lange, dass Bohnen und Getreide (brauner Reis! Vollkorn!) schädlich ungesund und wenigstens nicht nahrhaft sind.

    Ich halte die Schalen von Reis und Getreide auch für ungesund, außer man weicht das keimfähige Korn ein, damit sich das Enzym Phytase bildet. Durch diesen Vorgang werden die komplexbildenen Phytate (Speicher der Pflanze für Phosphat und diversen Mineralien, die sie zum Wachsen braucht) aufgeschlossen und für die menschliche Verdauung überhaupt erst verfügbar. Ungekeimter Reis ist von der Mineralienverfügbarkeit genauso schlecht wie geschälter weißer Reis. Außerdem enthält brauner Reis meines Wissens nach mehr Arsen sowie Quecksilber, Cadmium und Blei als weißer Reis. Müsste ich aber erneut recherchieren, da bin ich mir nicht mehr ganz sicher.


    Teil 2 kommt sogleich

  • Ich finde das spannend gerade, dass auch Gemüse schädlich sein kann und eben nicht immer Goldstandard, vor allem roh. Ist sehr ungewohnt.

    Die Frage ist immer - wie schädlich? Klar, alle Pflanzen enthalten Giftstoffe gegen Fressfeinde. Das bemerkenswerte bei Pflanzen ist aber, dass sich die Wirkstoffe oft ausgleichen, bzw. die gleiche Pflanze auch das "Gegengift" enthält. (In der Kräuterheilkunde kannst Du oft das gleiche Kraut für komplett gegensätzliche Krankheiten verwenden - und es hilft - wo die Pharmaindustrie auch komplett gegensätzlich wirkenden Medikamente anbietet.)


    Das ist aber auch mein Problem, wenn Pflanzen auf Grund eines einzigen Inhaltsstoffes als "gefährlich" gelten. Die Studien dazu sind zum Teil haarsträubend - die Dosis macht das Gift. (Dabei gibt es natürlich durchaus Pflanzen, die problematische und für Menschen giftige Stoffe in größerem Maße enthalten.)

    Genau, man kann nicht immer nur eine Seite der Medaille betrachten. Aber ebenso kann ich die Trends um Superfoods nicht nachvollziehen. Wir haben hier auch gehaltvolle Lebensmittel. Außerdem sind die Superfoods meist teuer und derart exotisch, dass sich die wenigsten Menschen hierzulande mit der richtigen Zubereitung auskennen.


    Den Hype um Chia-Samen beispielsweise kann ich nicht verstehen. Klar haben die gute Inhaltsstoffe (schlechte allerdings auch), aber die meisten Leute verwenden sie immer ungemahlen und auf diese Weise passiert schlicht und ergreifend nichts anderes als das man mehr kacken kann. Der menschliche Verdauungsapparat ist nicht in der Lage die Körner aufzuschließen. Die kommen im Ganzen mit allen wertvollen, jedoch unangetasteten Inhaltsstoffen wieder hinten raus. Zumindest hat der Körper dann auch nicht die schlechten Inhaltsstoffe aufgenommen. :D

    Und was spricht dagegen, das Einweich- und Kochwasser auch bei gesunden Därmen wegzukippen, damit diese Därme gesund bleiben? Es kostet nur ein paar Minuten Zeit und ein paar Cent Leitungswasser. Das traditionelle Vorgehen ist leicht umsetzbar.


    Der Krebs wird nicht durch die Hülsenfrucht an sich verursacht, sondern durch zu hohe Mengen Saponine. Im Übrigen ist die Krebsentstehung ja recht individuell aufgrund unterschiedlichster Lebensbedingungen: Bei dem einen entarten die entzündeten Zellen schneller und er erkrankt mit 50 an Krebs, bei dem anderen dauert es länger und er würde mit 120 erkranken, nur ist er dann meist schon vorher an anderen Ursachen gestorben. Fakt ist, chronisch entzündete Zellen machen irgendwann schlapp, wenn die Entzündung nicht gestoppt wird. Ist halt eine Frage der Zeit und Rahmenbedingungen.


    Da wir noch nicht über Quinoa geredet haben: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Quinoa nicht für Kinder unter 2 Jahren und Personen mit Darmkrankheiten, da trotz industrieller Schälung und Reinigung immer noch hohe Saponingehalte erreicht werden. Außerdem enthält es Phytinsäure, auch deshalb gut einweichen. Und der Vollständigkeit halber: Auch Phytinsäure ist in geringen Mengen positiv für den Körper. Aber beispielsweise nicht in der Weizenkleie mit sage und schreibe 3600 mg pro 100 g (zum Vergleich weißer Reis 240 mg pro 100 g). Veganer müssen gut aufpassen, da sie viel Getreide, Hülsenfrüchte und Nüsse verzehren (alles phytinhaltig -> alles nach Möglichkeit einweichen und ankeimen lassen). Irgendeine Studie zeigte bereits vor 2 - 3 Jahrzehnten, wie beispielsweise die Eisenaufnahme aus der Nahrung stieg, sobald der Phytingehalt gesenkt wurde. Das gilt für alle Mineralien, weil sie schwer lösbare Komplexe mit der Phytinsäure eingehen.


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    Ich glaube, mir reicht es jetzt erst einmal. Und die nächsten Tage bin ich eh nicht am PC. Die genannten Links schaue ich mir bei Gelegenheit an.


    Kann ja jeder machen, wie er will. Ich habe jedenfalls mein Wissen nach gutem Gewissen dargelegt. Ich finde Einweichen und Wasser verwerfen jetzt nicht dermaßen umständlich, als dass ich da noch tagelang weiterdiskutieren möchte, dass es nicht nötig sei. Ich mache es einfach. Außerdem ist es für mich nach der mir vorliegenden Faktenlage unabdingbar. Vielleicht ändert sich meine Einstellung dazu in 20 Jahren. Ich möchte das jedoch gut erforscht wissen, bevor ich hier mein Verhalten ändere. Und man mag es kaum glauben, selbst ich mache Ausnahmen, wenn es nicht anders geht. Mei, ich esse auch Schokolade und trinke Alkohol, beides ist auch nicht der Gesundheit dienlich.


    Gute Nacht.

    Und morgen gibt es Falafel (zumindest will ich es versuchen).

  • Nicht wegen der Saponine haben ostasiaten weniger Darmkrebs, sondern trotz.


    Ich versteh nicht mehr, was du eigentlich willst.

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    ~a.joy~

  • Die Erfahrungen im Umgang mit Lebensmitteln sind Jahrtausende alt und mit moderner Wissenschaft sind wir immer öfter in der Lage zu erklären, warum, wieso, weshalb es gut so ist, wie es traditionell gemacht wird. Und gelegentlich werden auch mal ein paar Mythen ausradiert, die aber durchaus auch einen sinnvollen Ursprung hatten. Nur wussten die Leute nicht warum. Nachdem man dank moderner Kühltechnik Spinat nach dem Zubereiten schnell runterkühlen kann, darf man diesen in heutiger Zeit auch bedenkenlos nochmal aufwärmen. Früher war das keine so gute Idee, weil sich bei Zimmertemperatur das gesunde Nitrat in das gesundheitsschädigende Nitrit umwandelt.


    Und jetzt kommt der industrialisierte Mensch daher und meint bei jedem Furz Zeit sparen zu müssen (Verzicht auf das Einweichen und Keimen) und schädigt so seine Gesundheit. Schnellschnell und Wischiwaschi war halt noch nie gut.

    Ja! Auf jeden Fall!

    Genau, man kann nicht immer nur eine Seite der Medaille betrachten. Aber ebenso kann ich die Trends um Superfoods nicht nachvollziehen. Wir haben hier auch gehaltvolle Lebensmittel. Außerdem sind die Superfoods meist teuer und derart exotisch, dass sich die wenigsten Menschen hierzulande mit der richtigen Zubereitung auskennen.

    Die Superfoods halte ich für einen Marketinggag - irgendwas muss man ja teuer verkaufen und das geht am besten mit exotischen Sachen, an die man sonst schlecht rankommt. Es gibt schlicht genügend kostenfreie Superfoods gleich neben der Haustür - die Brennessel z.B..