Lebensarbeitszeitkonto - wann würdet ihr sowas nehmen / hättet ihr es genommen?

  • Hallo zusammen,


    auf meiner Arbeit (öffentlicher Dienst, Beamte) gibt es ein Lebensarbeitszeitkonto auf das man jede Woche eine Stunde Arbeitszeit spart. Ich bin jetzt in Elternzeit und habe so viele Stunden angesammelt, dass ich etwas 11 Wochen mit vollem Gehalt daheim bleiben kann, oder entsprechend länger, wenn ich für diese Zeit die Arbeitszeit reduziere, wodurch ich länger Zuhause bleiben kann, bei niedrigerem Lohn. Zu Beginn der Elternzeit wollte ich am liebsten sofort wieder zurück in den Beruf, ich mag meine Kollegen und mir fehlt die Herausforderung auf der Arbeit. Umso älter meine Kleine wird, desto angenehmer empfinde ich allerdings auch die Zeit Zuhause. Daher spiele ich derzeit ein wenig mit dem Gedanken, vielleicht das Lebensarbeitszeitkonto abzubauen, wobei es natürlich unzählige Möglichkeiten gibt. Man könnte ja auch später zur Einschulung oder bei anderen Lebensabschnitten die Zeit nehmen. Ein zweites Kind kann ich mir derzeit nicht vorstellen, auch wenn ich meine Kleine unglaublich liebe, also hierfür würde ich es eher nicht sparen.

    Mein Mann ist seit einem Jahr selbständig, also eine lange gemeinsame Zeit wird wohl erst in einiger Zeit möglich sein, wenn der Betrieb von alleine läuft (er macht es mit zwei Kollegen und wahrscheinlich können sie bald Angestellte einstellen). Also wäre vielleicht auch eine lange Auszeit mit Partner in einigen Jahren denkbar. Oder man kann natürlich auch früher in Pension gehen, aber wer weiß schon, ob man so lange lebt oder was dazwischen kommt.


    Daher die Frage an euch: wann würdet ihr so eine Auszeit nehmen bzw. hättet ihr rückblickend gerne eine bezahlte Auszeit vom Job gehabt? Und dann lieber länger, aber dafür weniger bezahlt, oder die kürzere Zeit mit mehr Lohn? Bin gespannt auf eure Antworten.#zwinker

  • Ich hatte mehrere Auszeiten in allen Varianten, von Elternzeit, Teilzeit mit Vollzeitgehalt bis zu 12 Wochen 0 Stunden mit vollem Gehalt. Das war alles je nach momentaner Familiensituation angepasst und sehr flexibel - allerdings auch an die Situation in der Firma angepasst. also erst ein Projekt beendet und dann Auszeit/reduziert. Ich habe diese Flexibilität sehr genossen und leider auch zwingend gebraucht aus familiären Gründen.

    Taktisch aufgebaut habe ich das Konto nie, ich habe in einem Bereich gearbeitet, in dem Überstunden an der Tagesordnung waren. Ich fand Überstunden als flexibles Komzept sehr praktisch.

    Jetzt schon für die Rente zu sparen halte ich für sinnlos.


    Ich fing an die extrazeit wirklich zu brauchen als meine Kinder jeweils in die Schule kamen, bei meinem großen in der dritten Klasse, mein mittlerer würde sehr unglücklich im letzten Kindergartenjahr. Ich könnte als sie so richtig klein waren mehr mit ihnen kompensieren (trotz Arbeiten) als mit jetzt - jetzt bin ich zu bestimmten Uhrzeiten gefragt, was mit einem festen Job ohne Arbeitszeitverkürzung oder Homeoffice schlicht nicht gehen würde. Bin aber inzwischen nicht mehr angestellt.

    Nur eines nimm von dem, was ich erfahren:
    Wer du auch seist, nur eines – sei es ganz!
    (mascha kaleko)

  • Hast du denn im Anschluss an die Elternzeit eine Kinderbetreuung sicher inkl. Druck in der Eingewöhnungszeit? Je nachdem wie das liegt, würde ich da evtl. etwas Zeit an die Elternzeit anhängen.


    Ansonsten würde ich mir mind. bis 14J(?) versuchen ein Polster für Unerwartetes zu lassen. Wir hatten z.B. auch mal ein Kind im Bekanntenkreis mit kompliziertem Bruch, dass 4-6 Wochen nicht in KiGa oder Schule durfte. Da reichen die 20 Tage pro Jahre für Kindkrank nicht aus. Oder wirklich die ersten Wochen/Monate nach dem Schulanfang kürzer treten.


    An Renteneintritt würde ich momentan wohl eher auch nicht denken.

  • Ich habe das auch. Wird schon der passende Moment kommen. Hier im Kollegium sind die Gründe des Antastens divers. Betreuung EnkelKind, weil Eltern wieder arbeiten. Weltreise. Bei Kündigung noch bezahlte Übergangszeit.


    Ich träum von meiner Reise. Ich habe ein paar Jahre aus dem Rucksack gelebt und werde das mit zunehmender Unabhängigkeit bestimmt wieder tun.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Ich gehe diese Sommerferien erstmalig an mein Konto. Die Kinder sind beide in der Schule, der Große in der weiterführenden, die kleine in der Grundschule.

    Er hat keine Ferienbetreuung mehr, sie will da nicht mehr hin. Und ich genieße es, mir so die Ferien verlängern zu können. Ich nehme also nicht alles auf einmal, sondern verlängere mir die Ferien. Und ich werde das in den nächsten Jahren wohl ähnlich handhaben.

    Es macht in meinen Augen keinen Sinn, die Stunden bis zur Pensionierung aufzuheben, wenn man sie jetzt braucht.

    Die meisten Kollegen gehen da in dieser Phase ran.

    mamaraupe (*1973) mit paparaupe (*1969), großer raupe (*06/06), und kleiner raupe(*02/10)

  • na den Erfahrungen mit meinen beiden jüngsten, würde ich zum schulbeginn stunden reduzieren. Und dann spontan wen ich merke, dass die Kinder mehr zuwendung in bestimmten lebensphasen brauchen.


    Ich hätte gern auch so ein Konto, trotzdem habe ich etwas Glück, ich kann meine monatliche Arbeitszeit relativ kurzfristig erhöhen oder kürzen.

  • Bezüglich der Kinderbetreuung habe ich mir sozusagen einen Puffer von vier Monaten gegeben. Je nachdem gehe ich dann früher wieder arbeiten, oder aber nicht.


    Das mit den langen Krankheiten hatte ich gar nicht auf dem Schirm, vielleicht ist es tatsächlich gut bis ins Teenagealter ein gutes Kissen zu haben #danke

  • Im nachhinein hätte ich die Auszeit bis zum 3. Geburtstag genommen.

    Dann während der Kindergartenzeit gearbeitet und dann von der 1.-6. Klasse wieder Auszeit (wobei ich ab der 4. wieder langsam angefangen hätte zu arbeiten).


    Es ist anders gelaufen und bei den Kindern auch unterschiedlich.


    Aber rein emotional und ohne Gedanken an andere Dinge, wäre das so mein Weg gewesen.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

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  • erstmal grundlegend überlegen, ob du dem mal hinterhertrauerst, wenn diese Zeit irgendwie langsam versickert.

    Also kurz vor der Einschulung 11 Wochen eine tolle Reise machen oder hier und dort mal ein paar Tage oder zwei Wochen, bis die Zeit weg ist?

  • Hab ich auch schon überlegt, dass man eine lange Reise machen sollte, bevor die Schulpflicht beginnt. Danach wird das ja nur noch in den Sommerferien klappen. Aber im Jahr vor der Einschulung ist eine super Idee, da wird meine Kleine sich vielleicht später auch dran erinnern können!

  • Völlig OT aber ich dachte bei der Überschrift es ginge um eine fiktive ideenliste, was wir tun wollen würden #angst Ich muss bei einem Lebensarbeitszeitkonto an Momo denken und wusste nicht, dass es sowas wirklich gibt 8o

    98, 00, 05, 06, 11, Enkelchen 2016 und

  • Die grauen Herren machen einem ja weiß, man könne Zeit sparen indem man effektiver arbeitet.


    Für mich erinnerte aber vor allem das Wort daran. Wie das in der Realität läuft weiß ich gar nicht. Hatte das noch nie gehört.

    98, 00, 05, 06, 11, Enkelchen 2016 und

  • Völlig OT aber ich dachte bei der Überschrift es ginge um eine fiktive ideenliste, was wir tun wollen würden #angst Ich muss bei einem Lebensarbeitszeitkonto an Momo denken und wusste nicht, dass es sowas wirklich gibt 8o

    Ja, das war meine Idee :) Dachte das inspiriert mich bestimmt und außerdem ist es ein fast so schönes Gedankengespinnst wie "Was würde ich mit einem Lottogewinn machen?", aber mit den Tipps war es dann ja noch spezifischer auf meine Situation anwendbar!

    Unsere Arbeitgeber haben das mal eingeführt, weil sie eigentlich mehr Personal bräuchten, aber keine Lust hatten es anzustellen. Daher mussten einfach alle mehr arbeiten und es wurde verkauft durch das Lebensarbeitszeitkonto, auf das man eine Stunde in der Woche gutschreibt. Die Macher dachten sich, die Menschen gehen dann vielleicht etwas früher in Pension (wenn sie so lange leben) und daher ist es dann ein Personalproblem für ihr Zukunfts-Ich. Dummerweise nehmen sie es auch schon früher und - schwupps - wieder Personalmangel :D Aber da wir es sowieso schon haben, will man natürlich auch das beste daraus machen!