@Zahnärztinnen: Frage zu einem Befund

  • Hallo Ihr Expertinnen,


    ich bin gerade unsicher und brauche bitte einmal Eure Expertise, wohlwissend, dass Ihr, ohne direkt drauf zu schauen, nicht wirklich helfen könnt. Ich möchte einfach nur brainstorming-mäßig Eure Gedanken und Ideen zu folgendem Befund lesen:


    Junior, 13 J, ein Milcheckzahn oben ist noch da.

    Röntgenbild zeigt, dass der bleibende Zahn direkt und gerade über dem Milchzahn im Kiefer steht.

    Der bleibende Zahn kann aber den Milchzahn nicht rausdrängen, weil es wohl einen "Zahnkeim" (?) gibt, der den bleibenden Zahn davon abhält, den Milchzahn rauszuschieben, der liegt da etwas im Weg.

    Nun empfiehlt die ZÄ, den Milchzahn zu ziehen und den Zahnkeim rauszuoperieren, damit der bleibende Zahn rauswachsen kann.


    Auf meine Frage, ob dann auch wirklich der bleibende Zahn direkt in die Lücke wachsen würde, hieß es, das sei anzunehmen.

    Auf meine Frage, was passiert, wenn wir die OP nicht machen, hieß es, dass irgendwann das Zeitfenster für den Wachstumsschub des bleibenden Zahns vorbei ist und der Milchzahn halt nicht ewig halten kann. Außerdem könnten daraus Kopf- Nacken- und Schulterschmerzen für den Rest seines Lebens entstehen.


    Was fällt Euch dazu ein, besonders Bidi ?


    Freue mich auf Eure Gedanken und Ideen dazu.


    LG,

    Anne, die auch im Namen des Juniors fragt

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Liebe Annie , ich antworte Dir gerne, aber heute bin ich so was von durch und habe so starke Schmerzen (hatte heute eine ambulante OP in Vollnarkose, wo ich nach der Narkose vorerst nicht mehr erwacht bin und auch laut Narkosearzt auf nichts mehr reagiert habe (Schmerzreiz / Licht -> keine Pupillenreaktion), allerdings selber geatmet habe und aber akustisch trotzdem sehr viel mitbekommen habe), ich muss mal schauen, was für Schmerzmedi ich noch einnehmen könnte, und vor allem muss ich das Erlebte mal sortieren ... das war nämlich nicht das erste Mal, dass ich sowas erlebt habe, merke ich jetzt gerade, wenn auch nicht in diesem Ausmass wie heute ...

  • Oh, Bidi, das klingt sehr heftig, Du Arme #knuddel.

    Und es klingt auch sehr, sehr ernst, das mit der Narkose und deren Nachwirkungen.

    Ich schicke Dir ganz, ganz viel Rabenpower und Gute-Besserung-Wünsche rüber.

    Hast Du jemanden bei Dir, der sich ein wenig kümmert? Einer von Deinen Jungs oder eine liebe Freundin?

    Mein Anliegen ist überhaupt nicht dringend, bitte nimm Dir alle Zeit, die Du brauchst, um Dich wieder von der OP und dem verstörenden Erlebnis danach wieder zu erholen.


    Ach Mensch, ich würde Dir gerade gern einen Tee kochen und Dir die Medis anreichen, die Du brauchst.


    Alles Liebe und gute Besserung noch einmal,

    Anne


    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Liebe Annie


    Ich schreib Dir mal unsortiert meine Gedanken und Fragen auf:

    - Wann ist denn der andere obere bleibende Eckzahn durchgebrochen? Ist das schon eine Weile her?

    - Wie sieht die Wurzel des Milcheckzahns aus? Ist die schon anresorbiert?

    - Bei dem "Zahnkeim", den man auf dem Röntgenbild sieht, handelt es sich wahrscheinlich um eine Follikelzyste, nehme ich an, eine Zyste, die aus dem Zahnsäckchen des noch nicht durchgebrochenen Zahnes entstanden ist ...

    - Wenn man den Milcheckzahn belässt, kann es sein, dass der irgend wann dann doch mal rausfällt. Die Frage ist dann, was macht man mit der Lücke. Wenn man dort dann ein Implantat setzten will, stört vielleicht der bleibende Eckzahn, der sich ja immer noch im Knochen befindet. Stört = Es hat zu wenig Platz für ein Implantat ...

    - Wenn man den Milcheckzahn belässt, kann es sein, dass der bleibende Eckzahn ankylosiert = mit dem Knochen verwächst. Wenn er das macht, kann er weder doch noch durchbrechen noch kann er dann gut operativ entfernt werden.

    - Ich tendiere auch eher dazu, den Milcheckzahn zu extrahieren (das ist normalerweise keine grosse Sache) und die Zyste zu entfernen (hat die Zahnärztin da Erfahrung damit, hat sie so was schon öfter gemacht, operiert sie viel?) und dann zu schauen, ob der bleibende Eckzahn sich bewegt.

    Falls er das nicht macht, gibt es die Möglichkeit, seine Krone operativ ein wenig freizulegen, da dran ein kleines Metallteilchen zu kleben und da dran eine kleine Metallkette zu befestigen. Der Kieferorthopäde kann dann so Zug an diese Metallkette legen, dass der bleibende Eckzahn dazu animiert wird durchzubrechen ...


    Das ist das, was mir so einfällt dazu ...

  • Hallo liebe Bidi,


    vielen Dank für Deine Antwort, ich hoffe es geht Dir etwas besser und Du konttest Dich gut ausschlafen.

    Wie geht es Dir denn heute und spürst Du noch immer Nachwirkungen und Schmerzen Deiner gestrigen OP?


    Zu Deinen Fragen:


    - Wann ist denn der andere obere bleibende Eckzahn durchgebrochen? Ist das schon eine Weile her?

    --> Ja, das ist tatsächlich schon einige Zeit her, 1-2 Jahre mindestens.


    - Wie sieht die Wurzel des Milcheckzahns aus? Ist die schon anresorbiert?

    --> Ja, das hat die ZÄ so gesagt, deswegen meinte sie auch, dass wir relativ schnell handeln sollten.


    Die ZÄ wurde uns zur OP an eine Kieferchirurgin überweisen, sie würde das nicht selbst machen.

    Das mit dem Metallteilchen hat sie auch so gesagt, eine Art Bracket wie bei festen Zahnspangen, sagte sie.


    Deine Gedanken dazu klingen wirklich in Richtung OP, zumal der Verzicht darauf tatsächlich zu Komplikationen führen kann, wie Du schriebst. Das geht genau in die Richtung, die auch die ZÄ uns so aufgezeigt hat.

    Puh, nicht das, was ich hören wollte und schon gar nicht das, was meinem Junior gefallen wird. Aber davon ab: Ich bin Dir auf jeden Fall sehr, sehr dankbar für Deine Einschätzung,


    Kannst Du irgendwas dazu sagen, wie groß wohl die Risiken sind, dass der bleibende Zahn dann nicht in die geschaffene Lücke rutscht oder gar mit dem Knochen verwächst?


    LG und gute Besserung Dir weiterhin,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Also ich glaube, in diesem jungen Alter und wenn der Zahn so schön gerade steht, hat er grosse Chancen in die Lücke zu rutschen ... sonst muss man dann halt eben ein bisschen Zug dran machen, aber das macht man vor allem bei bleibenden Eckzähnen, die nicht durchbrechen, weil sie verlagert (schräg im Knochen, nicht so schön gerade wie bei Euch) sind.


    Zu meiner OP: Ja, Schmerzen hab ich schon! Und ich muss extrem aufpassen, dass ich mich deswegen nicht zu sehr verspanne in der Schultermuskulatur, weil ich sonst sehr starke Kopfschmerzen bekomme. Ich nehm heute immer noch grosszügig Schmerzmedis ein. Und wegen der Narkosengeschichte: Ich konnte heute mit meinem Therapeuten telefonieren und das Ganze ein bisschen abladen ...

  • Liebe Bidi,


    es freut mich, dass Du so gut auf Dich achten kannst und genau weißt, was Du in solchen Situationen brauchst, damit es Dir besser geht, bzw. damit es nicht zu weiteren Schmerzen kommt.

    Ich drücke Dir sehr die Daumen, dass die Schmerzen rasch weniger werden und Du bei Deinem Therapeuten Dich auch psychisch gut betreut fühlst und er Dir etwas Hilfe an die Hand geben kann.


    Herzlichen Dank für Deine zahnärztliche Einschätzung, wir werden das Thema dann wohl mal angehen...


    Liebe Grüße,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Mogen ist die OP und ich bin schon ziemlich aufgeregt deswegen.

    Er wird eine kurze Vollnarkose bekommen und ich hoffe, ich kann ihn so lange begleiten, bis er wirklich schläft.


    Mal schauen, wie die Tage danach für ihn werden, wie lange er keinen Sport machen darf und wie es die Tage danach mit dem Essen klappt, wann er wieder zur Schule kann. Und im besonderen, wie die Schmerzen danach sind. Aber vor allem natürlich, ob sich der bleibende Zahn dann irgendwann von selbst auf den Weg in die Lücke macht.


    Ach Mensch... jetzt liegt er hier neben mir im Bett und pennt... für morgen habe ich ihm schon nahezu endlos WLAN zugesagt: vorher, damit er von der Angst abgelenkt ist und nachher, damit er im Falle von Schmerzen abgelenkt ist.


    Andere Userinnen hier haben wesentlich schlimmeres zu managen, auszuhalten, zu überstehen und doch kann ich meine Angst nicht weggdrängen.


    Sorry für's Zutexten.


    LG,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich drücke fest die Daumen für op. Als der große (allerdings mit 4,5 Jahren) eine zahnsanierung unter Vollnarkose hatte, musste er sich nur an dem Tag schonen. Ich durfte auch dabei bleiben, bis er eingeschlafen war und beim aufwachen ebenso.


    Einschlafen ging ganz schnell, war aber kein schöner Anblick, so dass der Narkoseartz mir Kaffee geholt und aus Praxis gejagt hat, bis er anruft, solle ich draußen in der Sonne sitzen. Beim aufwachen war er ziemlich verwirrt aber das war schnell vorbei.


    Vielleicht kannst ja während Wartens auch rausgehen oder so? Das war tatsächlich gut! Zum Buch lesen war ich zu nervös aber Straße hoch und runter laufen war eine gute Ablenkung für mich.


    Alles gute!

    #sonneige Grüße von Fibula mit drei Juli-Männern #kerze #kerze #kerze #kerze
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    Ernst Ferstl

  • Danke Euch beiden, fibula und Bidi .


    In einer Stunde fahren wir los und er ist bisher sehr souverän, isst nicht, trinkt nicht mehr. Perfekte Vorbereitung von unserer Seite würde ich sagen ;-) Nun muss noch anatomisch alles gut klappen und die Ärzte für Anästhesie und Kieferchirurgie sollten einen guten Tag haben ...

    Ein Bäcker ist nebenan, da ist das Warten sicher angenehmer. Eine Stunde soll es dauern, das wird schon.

    Mein Mann kommt auch mit, weil er momentan noch frei hat und daher ggfs. den Junior morgen noch zu Hause betreuen kann und dann wissen sollte, worauf zu achten ist. Zum Fädenziehen nächste Woche muss er allein mit dem Junior.


    fibula : Ich finde mit einem Kindergartenkind an der Seite ist es auch nochmal etwas anders, da ist irgendwie der Beschützer-Instinkt noch ausgeprägter, finde ich. Gut, dass Du bis zum Einschlafen dabei bleiben konntest. Meine Große hatte mit gerade 4 eine Polypen- & Paukenröhrchen-OP, da war ich total hinüber. Es gab einen Scheiß-egal-Saft, aber bis zur Vollnarkose durfte ich sie nicht begleiten. Dagegen ist das heute irgendwie ein Spaziergang. Andererseits ist die Große generell tougher als der halbstarke Pubi.


    Heute Abend hat die Große ihren ersten Gyn-Termin, da bin ich auch mal gespannt. Ich denke, es wird erstmal nur geredet, aber plötzlich ist sie so groß (und ich bin da irgendwie überhaupt nicht empfänglich für solche Gedanken, aber es gibt so Themen, an denen ich dann doch plötzlich emotionaler werde).


    Sorry für SLP-Zuschwallern, ich überbrücke gerade hier die Wartezeit bis zum Losfahren...


    LG,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Das ist gut, dass ihr zu zweit seid und Bäcker liegt auch günstig #super


    Klar er ist älter, ich glaube, wenn wir jetzt eine op hätten, wäre auch ich lockerer. Dennoch ist halt mein Kind, wenn es auch knapp 25 cm größer ist als ich :D


    Auch noch ein Gyn-Termin! Was für ein Tag!


    Ich drück fest die Daumen, dass alles gut über die Bühne geht. Toi toi toi

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    Ernst Ferstl

  • Ach, danke schön, das ist echt lieb von Euch.


    OP verlief prima, ich durfte ihn in die Narkose begleiten und war dann auch gleich im Aufwachraum dabei. Er war wie betrunken, das war schon strange. Die Fahrt nach Hause (halbe Stunde) war auch OK.

    Nun sitzt er in seinem Bett, kühlt und internettet wie wild. Spaghetti Bolo darf er heute essen hat der Chirurg gesagt und sein Lieblingseis wartet auch im TK-Fach.


    Die Wunde sieht schon irgendwie wüst aus, aber am meisten fällt seine "dicke Lippe" auf, die er riskiert hat ;-)

    Der Chirurg meinte, es sei ganz zuversichtlich, dass der bliebende Zahn innerhalb der nächten Wochen seinen Weg nach unten in die Lücke findet.


    Er hat es trotz Angst und Aufregung echt super gemacht. Nun hoffen wir, dass es nicht nachblutet und gut heilt.

    *ufz*


    LG,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Freut mich zu lesen, dass alles gut verlaufen ist.


    Und wie war der erste Gyn-Termin?


    Dann ist endlich der lange Tag rum. *Wein/Teerüberschieb*

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    Ernst Ferstl

  • Und wie war der erste Gyn-Termin?

    Danke für's Nachfragen :)

    Kennenlernen erstmal, sie waren allein im Gespräch, meine Große und die Gyn, ich wurde nur dazu geholt, als es um die HPV-Impfung ging (Update siehe HPV-Thread).


    Die Ärztin ist super sympathisch, in der gleiche Praxis, in der auch meine Ärztin ist (2 Gyn, sie ist bei der einen, ich bei der anderen Ärztin). Die FÄ sagte ihr, dass sie erst wirklich untersucht würde, wenn das Thema Geschlechtsverkehr wirklich sehr akut wird, ansonsten sind es erstmal nur Gespräche.


    Und mein Sohn... der kleine Schisser, er hatte vorher echt riesige Angst,... macht das sooo toll. Nur gechillt heute Nachmittag, viiiiel gekühlt, keine Schmerzen, keine Nachblutung, Spaghetti Bolo hat er gut gegessen, auch gut getrunken.

    Jetzt, zur Nacht, wollte er etwas Ibu, hab ich ihm gegeben und fertig. Echt super, hab ich ihm auch paar Mal gesagt, wie toll er das in meinen Augen alles gewuppt hat. Wenn das so bleibt, geht er morgen wieder zur Schule, nur eben ohne Sport.

    Ja, es war ein langer Tag, ich bin sehr erleichtert und ich trinke gerade mein 3. Radler ;-)

    Morgen lassen die Große und ich zusammen Tetanus, Diphterie, Pertussis und Polio auffrischen und dann kehrt hoffentlich etwas mehr Ruhe ein.


    LG,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Kurzes Update nochmal:


    Es hatte wirklich nicht nachgeblutet, am nächsten Tag war er schon wieder zur Schule, allerdings schwoll das dann nachmttags/abends heftig an, sodass er Mittwoch und Donnerstag dann doch zu Hause blieb und gekühlt hat. Teilweise war das Auge richtig zugeschwollen, weil es ja an der Stelle des "Augzahnes" war, also Eckzahn oben.


    Gestern war er nun zum Fädenziehen und es ist alles super verheilt.

    Ich bin sehr froh, dass wir uns zu diesem Schritt entschlossen haben und dass er nun hinter uns liegt.

    Jetzt drücken wir hier die Daumen, dass der bleibende Zahn direkt und gerade in die Lücke wächst und die Lücke dadurch schließt.

    Nochmal lieben Dank Bidi für die Tele-Beratung. Ohne Dich wäre ich sehr skeptisch gewesen, aber Deine Einschätzung hat mir viel Vertrauen in diese Maßnahme gegeben und Dein Wort hatte echt Gewicht bei der Entscheidung :-)

    LG,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe