Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod .... Und er Dativ tötet auch dem Akkusativ?

  • Fasziniert mich echt gerade: Es war mir seit nun über 50 Jahren nicht klar, dass „Die ist Lena“ kein korrektes Deutsch sein könnte. Irgendwas in mir zweifelt auch immer noch.

  • Wir reden hier aber schon von „Die ist Lena“ im Sinne von „ Die gehört Lena“? Das Pendant wäre dann „Wem ist die Tasse?“ - „Die ist mir.“?


    Das ist definitiv kein richtiges Standarddeutsch und hört sich für mich auch falsch an, ich kenne aber so viele Leute, die das sagen, dass ich da auch korrekten Dialekt dahinter vermute.

  • Bei uns hieß das immer "DER Paul ist IN DIE Lena" *kicherkicher* Da lag das "verknallt" näher als das, was man ohne das "DIE" denkt.

    Genau so!

    Muss ja auch mal einen Vorteil haben, wenn man immer den Artikel vor dem Namen mit verwendet.


    Außer beim Namen „Jana“. Da kommt es dann zu Verwirrungen. „Ist die Jana auch da?“ bedeutet für manche: „Ist Diana auch da?“. Klingt identisch. Meint jemand anderen. #haare

  • Wir reden hier aber schon von „Die ist Lena“ im Sinne von „ Die gehört Lena“? Das Pendant wäre dann „Wem ist die Tasse?“ - „Die ist mir.“?

    Ja exakt so ist es "richtig" #top

    Bei uns hieß das immer "DER Paul ist IN DIE Lena" *kicherkicher* Da lag das "verknallt" näher als das, was man ohne das "DIE" denkt.

    Genau so!

    Muss ja auch mal einen Vorteil haben, wenn man immer den Artikel vor dem Namen mit verwendet.


    Außer beim Namen „Jana“. Da kommt es dann zu Verwirrungen. „Ist die Jana auch da?“ bedeutet für manche: „Ist Diana auch da?“. Klingt identisch. Meint jemand anderen. #haare

    Das war der Grund, warum ich Jana von der Namensliste gestrichen habe.

  • süddeutscher Sprachraum, und zumindest im Schwäbischen ist auch "hast du mir?" für "hast du für mich" verbreitet.

    dass mögen für möchten als modalartiges Verb verwendet wird, ist mir auch überwiegend in Süddeutschland begegnet.

    dafür ist "kann ich mal die Butter" für mich ein ganz normaler Satz ;)

  • Dialekt ist für mich auch eine zweite Sprache.


    „Des is da Lena seine“ - völlig korrekt in meiner bayrischen Teilgegend

    „Das ist der Lena seine“ - da stellen sich alle Haare auf


    Kann man einfach nicht wörtlich übersetzen. #finger

    Statusbericht:
    #hammer#haare#tuppern#kreischen:stupid: Ich hätte gerne wieder mehr #baden und #yoga

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  • Genau das!



    Edit: Dialekt ist kein "falsches Deutsch", Dialekt hat sein eigenes Regelwerk.

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • Wir reden hier aber schon von „Die ist Lena“ im Sinne von „ Die gehört Lena“? Das Pendant wäre dann „Wem ist die Tasse?“ - „Die ist mir.“?

    Bei uns in der Schweiz ist das auch richtig, wir sprechen es aber dann natürlich auch dialektiger aus, also


    "Wem isch die" (auf die Tasse deuten) "Diä isch mir."


    Klingt so ausgesprochen völlig rund. :D


    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Wir reden hier aber schon von „Die ist Lena“ im Sinne von „ Die gehört Lena“? Das Pendant wäre dann „Wem ist die Tasse?“ - „Die ist mir.“?

    Ja, genau, dieses meinte ich.

    Lass Dich nicht vom Bösen überwinden sondern überwinde das Böse mit Gutem.



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  • Absolut! Im Dialekt spreche ich eine völlig andere Grammatik als wie :D wenn ich Hochdeutsch spreche. Von den Wörtern, die es auf Hochdeutsch gar nicht gibt, mal ganz abgesehen. Hochdeutsch flüssig zu sprechen und auch noch so, dass selbst ein Hannoveraner nicht zusammenzuckt, habe ich erst als junge Erwachsene gelernt.


    Ich finde es sehr schade, dass unser Dialekt langsam ausstirbt (Allgäuerisch).

  • Dialekt ist kein "falsches Deutsch", Dialekt hat sein eigenes Regelwerk.

    Aber diese Regeln gelten dann halt nur im Dialekt, oder? Wenn man Schriftdeursch schreibt, schreibt man (ihr Dialektsprecher) hochdeutsch?


    Mich verwundern immer wieder so Dinge wie "größer wie" statt "als" im schriftlichen Deutsch (nicht in Deinen Texten, falls du dich aufgrund des Zitats angesprochen fühlst)... meine Vermutung ist dann, dass es Dialekt sein könnte. Aber den kann ich ja nicht rauslesen

    #weissnicht.

    Nona mit großer (03) und und kleiner (05) Tochter und kleinem Sohn (2008 )

  • Dialekt ist kein "falsches Deutsch", Dialekt hat sein eigenes Regelwerk.

    Aber diese Regeln gelten dann halt nur im Dialekt, oder? Wenn man Schriftdeursch schreibt, schreibt man (ihr Dialektsprecher) hochdeutsch?


    Mich verwundern immer wieder so Dinge wie "größer wie" statt "als" im schriftlichen Deutsch (nicht in Deinen Texten, falls du dich aufgrund des Zitats angesprochen fühlst)... meine Vermutung ist dann, dass es Dialekt sein könnte. Aber den kann ich ja nicht rauslesen

    #weissnicht.

    Dialekt korrekt schreiben bzw. einen Mundart-Text lesen ist, finde ich zumindest, äußerst anstrengend - selbst wenn man im Alltag ausschließlich/überwiegend Dialekt spricht! Klar kann es sein, dass man als DialektsprecherIn auch mal Formulierungen drin hat, die durch den Dialekt geprägt und dadurch in der hochdeutschen Schriftsprache falsch sind, aber normalerweise ist es für die meisten kein Problem, im Schriftlichen zwischen Dialekt und Hochdeutsch zu switchen.

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • Mich verwundern immer wieder so Dinge wie "größer wie" statt "als" im schriftlichen Deutsch (nicht in Deinen Texten, falls du dich aufgrund des Zitats angesprochen fühlst)

    Ha, da fällt mir ein: Ich hatte nie niemals never ever Probleme mit "wie" und "als", aber seitdem vor gefühlt hundert Jahren hier im Forum mal jemand genau diese von dir oben gemachte Beobachtung beschrieben hat, überlege ich bei jedem Beitrag, der "als/wie" enthält, ob ich es korrekt verwende oder nicht #freu.

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • Das Verwechseln von als und wie klingelt in meinen nord-ost-deutsch feprägten Ohren auch ganz bös. Ich kenne aber hier unten in Bayern (in einem sehr bunt gemischten Umfeld) auch einige, die das nicht sauber auseinanderbekommen.

  • Die meisten Dialekte verfügen ja gar nicht über eine "Schriftsprache". Ich finde es auch sehr anstrengend, aber die jüngere Generation nutzt den Dialekt hier sehr selbstverständlich in der schriftlichen Kommunikation - ich muss mich dann immer konzentrieren und mir den Dialekt der Person zuerst vorstellen. Dann geht es halbwegs.

    Schriftlich gilt natürlich die hochdeutsche Grammatik, klar.

    Wobei auch da unterschiedliche Regeln gelten, je nach Land/Region.

    Ich bin immer wieder fasziniert, wie manche Sprecher mancher Regionen darauf beharren, die einzig richtige Form zu verwenden.


    Schönes Beispiel: Sandra, einige andere und ich sitzen für gewöhnlich aktiv: "Ich bin am Strand gesessen" - weiter nördlich sitzt man auch passiv: "Ich habe am Strand gesessen." Beides ist absolut korrekt, auch wenn letzteres für mich nach Knast mit Meerblick klingt. #freu


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Talpa Laut Duden ist die "Normalform" "ich habe gesessen". "ich bin gesessen" wird mit süddeutsch, österreichisch, schweizerisch angegeben. Für mich klingt letzteres ungefähr so absurd wie für dich wohl ersteres...

  • "dort unten" ;) ist man ja auch gestanden, statt hat. In Baden steht man etwas wohin und hebt sich fest.


    Ich finde es schade, dass im Norden so wenig Dialekt geblieben ist. Wobei der regionale Standard, den ich spreche, also das hochdeutsch meiner Region, viele spezifische ausdrücke hat, die woanders unbekannt sind. Was mir aber nicht bewusst war, bevor ich in Süddeutschland gelebt habe