Der Vorfall im Frankfurter Hauptbahnhof

  • Die sind bzgl. Tötungsdelikten generell niedrig, ich glaube die Basisrate liegt bei 1-2%, kann aber gerade nicht nachschauen. Nochmal viel niedriger bei Frauen. Wie ich oben schon schrieb, die Wahrscheinlichkeit Opfer zu werden ist total gering im Vergleich zu anderen schrecklichen Schicksalsschlägen.

  • Darf ich mal reingrätschen, mit der Frage, ob ihr das euren Kindern erzählt habt? Wir wollten an einem der nächsten Abende, nachdem es passiert war, Logo gucken (gucken sie nicht täglich, Kinder sind 6 und 10) und als sie in der Vorschau das angekündigt haben, habe ich gesagt "nein, heute nicht!" Frage war dann natürlich warum nicht, da habe ich gesagt, weil ein Kind gestorben ist und ich nicht weiß, was Logo genau berichtet und daher nicht möchte, dass ihr das guckt (ohne dass ich das dieses Mal vorher kontrolliert habe). War dann auch erst mal okay so, aber wie handhabt ihr das?

  • Ich habe es ihr schon am nächsten Tag erzählt. Da waren wir nämlich mit der Bahn unterwegs und ich war ziemlich nervös und wollte, dass sie in meiner Nähe bleibt. Zunächst hat sie es so verstanden, dass es ein Versehen gewesen war, das war auch erstmal besser.

  • Meine Kinder finden das selbst im Internet.


    Das ist auch schon länger so. Die Welt ist so.

    Bei Bedarf reden wir darüber.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Mit meinem 17jährigen Kind habe ich darüber gesprochen, wir waren aber an dem Wochenende auch zu zweit mit dem Zug unterwegs. Mit meinem 10jährigen habe ich nicht gesprochen, da bin ich generell noch sehr zurückhaltend mit allem, was die Welt so an Schrecklichem birgt.

  • Oh, wir hören immer die Nachrichten im Radio und ich habe mit meinem Fünfjährigen drüber geredet.

    Also, ich blende da rein sachliche Infos nicht aus, er weiß, dass es schreckliche Dinge wie Krieg und Terror gibt.

    Ich versuche halt kindgerecht zu erklären, wieso manche Dinge so passieren wie sie passieren, versuche seine Fragen zu beantworten und setze das auch in Relation. Erkläre also, dass solche Dinge wie der Vorfall in FFM extrem selten sind.

  • Wir hören und schauen keine Nachrichten, also wir Erwachsenen nur im Internet, daher ist das bei uns zum Glück noch kein Thema. Ich überlege selbst gar keine Nachrichten mehr zu lesen, mich nimmt das alles sehr mit muss ich sagen.


    Heute Nachmittag wurde schon wieder ein Kind von einem Fremden gestoßen, von einer Aussichtsplattform in der Tate Modern in London.


    Dann was in den USA abgeht...ich will das alles gar nicht wissen.

    tt1c48ce.aspx
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  • Ich habe vermieden, dass mein Achtjähriger aus den Nachrichten davon erfährt. Er ist momentan sowieso sehr ängstlich, was Verbrechen betrifft. Lieber gucke ich am Bahnhof selbst, dass er Abstand hält und bei mir bleibt.

  • Ich habe vermieden, dass mein Achtjähriger aus den Nachrichten davon erfährt. Er ist momentan sowieso sehr ängstlich, was Verbrechen betrifft. Lieber gucke ich am Bahnhof selbst, dass er Abstand hält und bei mir bleibt.

    Das ist nämlich auch bei uns das Problem, der zehnjährige wird gerade weniger ängstlich und selbständiger, das möchte ich nicht durch so eine Meldung (die uns insofern noch nicht mal betrifft, da wir praktisch nie Bahnfahren) wieder gefährden. Und mich hat das ganze sehr mitgenommen, ich muss die ganze Zeit an die arme Familie denken...


    (Und ich schiebe jetzt nur gerade Panik, weil wir am Freitag in Hamburg sind und hoffe, dass niemand auf die kranke Idee kommt, ein Kind in die Elbe zu schubsen. Aber das mache ich mit mir und evtl. meinen Mann aus, dass wir da besonders gut aufpassen.)

  • Ich bezweifel, dass die Gefahr, dass jemand in Hamburg ein Kind irgendwohin schubbst höher ist, als sonst irgendwo in Deutschland.

    Flüsse gibt es überall,

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Oh, wir hören immer die Nachrichten im Radio und ich habe mit meinem Fünfjährigen drüber geredet.

    Also, ich blende da rein sachliche Infos nicht aus, er weiß, dass es schreckliche Dinge wie Krieg und Terror gibt.

    Ich versuche halt kindgerecht zu erklären, wieso manche Dinge so passieren wie sie passieren, versuche seine Fragen zu beantworten und setze das auch in Relation. Erkläre also, dass solche Dinge wie der Vorfall in FFM extrem selten sind.

    genauso bei uns.

    Weihnachtskind 2013

    Sternenkind 11/2017

    Sternenkind 08/2019

  • Tja, ich hab seit zwei Wochen Urlaub und um nicht ganz zu verblöden, höre ich tagsüber WDR 5.


    Da kriegen die Kinder natürlich so einiges mit, auch die Nachrichten (trällern schon den Jingle mit #rolleyes).


    Und klar - das ergibt häufig Gesprächsbedarf, was ich auch gut finde.


    Am nächsten WE sind wir in Hamburg und werden sehr viel S- und U-Bahn fahren. Wohl ist mir dabei nicht, aber nach den Gesprächen ist es ihnen hoffentlich klarer, weshalb sie nicht in der Nähe der weißen Linie herumturnen, sondern lieber bei mir/uns in der Mitte des Bahnsteigs ruhig auf die Bahn warten sollen.


    Mich kotzt meine eigene Angst so sehr an! Ich wünschte, ich könnte diesen ganzen Mist aus dem Kopf kriegen. Aber man kann ja nun auch nicht alle Urlaubspläne über den Haufen werfen.

  • Wir hören Radio und spätestens wenn ich auf eine Nachricht reagiere, egal wie, fragen sie nach, war immer so. Dann erkläre ich dem Alter entsprechend und auf Nachfrage. Das klappt hier am besten.


    Logo war dafür immer gut, die berichten sehr sachlich, ohne Spekulationen und kurz. War meistens ein guter Einstieg.

    #sonneige Grüße von Fibula mit drei Juli-Männern #kerze #kerze #kerze #kerze
    Vorurteile sind menschenfreundlich. Sie passen sich dem Niveau ihrer Benutzer bedingungslos an.
    Ernst Ferstl

  • Ich habe mit meinen Kindern (7 und 9 J.) nicht über dieses Ereignis gesprochen und seitdem Nachrichten gezielt von ihnen fern gehalten.


    Ich finde es einfach viel zu verstörend was da passierte und gefühlt auch "zu nah dran". Ich glaube beide Kinder hätten Angst bekommen. Mit mir als Erwachsene hat das ja schon so viel gemacht und ich merke wie schwer es ist mich abzugrenzen.


    Im Auto hören wir sonst schon Radio-Nachrichten und ich versuche ihre eventuell aufkommenden Fragen kindgerecht zu beantworten. Seit dem Vorfall habe ich ein paar neue Hörspiele fürs Auto gekauft und das Radio bleibt aus. Da auch gerade Ferien sind, haben beide nichts mitbekommen.

  • Ich habe mit meinem Sohn (selbes Alter wie der getötete Junge #crying ) nicht darüber gesprochen, er hat es nicht mitbekommen. Er ist noch sehr kindlich-unschuldig, ich möchte ihn (noch) schützen.

  • Danke, ich habe sonst eigentlich nichts dagegen, dass sie so langsam mal einsteigen mit Nachrichten und politischer Bildung, im Gegenteil, aber das war mir zu krass.


    Zumal mein 10-jähriger gerade seine Angst in den Griff bekommt, bis vor kurzem mussten wir ihn morgens noch in seinem Zimmer abholen, obwohl es schon hell draußen und ein bisschen auch drinnen war, hatte er sich nicht runtergetraut.

  • Wir sind schon immer an Bahnsteigen sehr streng, da kennen unsere Kinder unsere Paranoia schon. Es reicht ja sonst auch, dass eines vor eine einfahrende u-Bahn stolpert. (Irgendwie werden unsere Kinder oft mit schlimmen Geschichten konfrontiert, Großstadtleben...)

  • stimmt, das lässt sich je nach lebenslage nicht vermeiden.


    wir stehen immer ganz an der wand oder sitzen auf den bänken. das habe ich ihnen ganz früh eingetrichtert. da war ich schon immer auch etwas paranoid.

    "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

    Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.

    Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“


    Pfarrer Martin Niemöller

  • Wir sind schon immer an Bahnsteigen sehr streng, da kennen unsere Kinder unsere Paranoia schon. Es reicht ja sonst auch, dass eines vor eine einfahrende u-Bahn stolpert. (Irgendwie werden unsere Kinder oft mit schlimmen Geschichten konfrontiert, Großstadtleben...)

    So geht es mir auch.

    Als hier in der Stadt mal ein Kind ( genau so alt wie meine Tochter und sie hieß sogar wie meine Tochter) am Hafen ins Wasser fiel

    haben wir viel darüber gesprochen. Auch mit meinem kleinen Sohn.


    Aber bei diesem Ereignis bin ich froh, wenn die beiden nichts davon erfahren.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von honity ()