Er muss aus dem Bett raus...aber wie??

  • Ich kenne das auch. Der Große lag bis kurz vor dem 13. Geburtstag bei mir. Auch immer in Kontakt mit mir, halb auf mir, an mich geklebt. Als er nicht mehr wollte wurde er direkt von der kleinen Schwester (9) abgelöst. Nun liegt sie in meinem Bett, schläft an mich geklebt ein. Ich dreh mich mittlerweile allerdings nachts um so dass sie mich dann mit ihren Füßen "sucht". Wird sie kurz wach muss ich mich allerdings zu ihr umdrehen.

    Noch ist sie nicht dazu zu bewegen, in ihrem Bett zu schlafen. Ja, es ist eng, sehr eng. Eine Lösung habe ich leider nicht, aber vie Verständnis für das Problem.

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    Wunder 1: 07


    Wunder2: 11

  • Genau das!!

    GANZ genau das!!

    Es tut mir so leid!


    Ich glaube, Euch allen ist klar, dass es so lange dauern wird, wie es halt dauert.


    Und ich weiß, Du liebst Dein eigenes Bett. Und dass Ihr eine besondere Wohnsituation habt.

    Wir hatten hier (Luxus, ich weiß) drei Räume mit ausreichend großen Betten bestückt. Mein Kind ist nachts nicht aufgestanden, sondern ausschließlich völlig hilflos, handlungsunfähig und schreiend aufgewacht (auch wenn ich neben ihr lag!). Ich hab sie dann oft in mein warmes Bett geholt (einmal richtig wach werden hat das erneut einschlafen beschleunigt) und bin selbst später in ein anderes Bett ausgewichen. Wir haben Bäumchen wechsel dich gespielt und sind nachts durch die Betten getingelt.

    Bei jedem Aufwachen neu ausgewürfelt „wer leidet mehr“.

    So haben wir uns durchlarviert.

  • Hm. Angst vor Gespenstern, richtig?

    Nachtlicht hilft nicht? Oder Geschichten über Angst und Angstüberwindung lesen? Das Kätzchen schläft gerne bei Licht, bzw. mit (ziemlich hellen) Nachtlicht und hat ansonsten auch Angst im Dunklen.

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


    giphy.gif


    In meinem Waldland geht ein Monster um...

  • Hm. Angst vor Gespenstern, richtig?

    Nee, das trifft es nicht.

    Der Muk bekommt einfach seine kognitive Entwicklung nicht mit seiner emotionalen überein. Er versteht und begreift so vieles, das aber so rasant voran geht, dass er dann selber überfordert ist. Und es sind da nicht die Inhalte, es ist sein eigener Kopf, der schneller ist als seine Seele quasi.

    Das ist ein Grundproblem, etwas total elementares, das ihn wohl durch die Kindheit begleiten wird. Mit dem er leben lernen muss und wir auch.

  • Ja, das stell ich mir anstrengend vor. Und eine "Flucht zu Mama" sehr beruhigend. Aber Du musst ja auch vernünftig schlafen. #hmpf

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


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    In meinem Waldland geht ein Monster um...

  • Meine Große war und ist auch so ein Klammerkuscheltier mit extrem unruhigem Schlaf. Sie ist jetzt 8,5 Jahre alt und annähernd durchschlafend in ihrem Bett. Aber der Weg dahin war weit und hat unendlich viel Kraft gekostet und war zum Schluss nicht mehr schön. Die Jahre haben mich um eine Menge Schlaf gebracht und eine ausgewachsene Schlafstörung bei mir hinterlassen. Das Kind schläft jetzt durch, ich weiß nicht wann ich dass das letzte mal gemacht habe, ich kann nicht mehr tief schlafen, wache beim leisesten Geräusch auf.


    Geschwister ging nicht als Ersatz, es mussten wie bei euch Mama, Papa oder Oma sein. Und direkt dran. Das haben wir zuerst abgewöhnt, sodass neben uns schlafen reichte, das war so mit 2. Ich kann nicht mit jemandem an mir dran schlafen, egal ob Kind oder Erwachsener.

    Dann im eigenen Bett einschlafen, da war sie 4. Mit Bruder in einem Zimmer, teils im selben Bett. Nix da, nach 3 Stunden schlief sie bei uns weiter. Zurückbringen half nix, nach 3 Stunden war sie wieder da. Matratze in unserem Schlafzimmer ging für eine Schlafetappe, dann musste es wieder Körperkontakt sein. Wir haben endlos Bäumchen wechsel dich gespielt, wie bei die.lumme . Nachtlicht, Bestechung, endlos erklärt, Ampel wann sie kommen darf... alles für die Katze.

    Irgendwann vor nem halben Jahr etwa hats einfach klick gemacht und sie schläft seitdem meist durch. Bzw kann es aushalten alleine in ihrem Zimmer zu sein und bleibt da.

    Wir haben sehr viel über alleinesein geredet, da steckte in diesem Kind eine riesengroße Angst, nein, Panik vor etwas was sie nie erleben musste. Und sie ist geborgen im Geburtshaus geboren, sie ist einfach schon so High Need auf Die Welt gekommen und ist ebenfalls ein Kind mit special effects, hochgradiges ADHS.

    Irgendwann hab ich ihr das voller Müdigkeit und Wut auch an den Kopf geworfen. Mama, Ich will nicht alleinesein! Ich bin hier, Kind, 2 Meter entfernt. Du bist nicht alleine!!! Du warst noch nie wirklich alleine.

    Besser gemacht hats nur die Bedingungen so anzupassen dass alle halbwegs gut schlafen können. Und im Nachhinein der Start der Therapien. Die Ergo hat viel an ihrem Selbstwertgefühl gearbeitet, gleichzeitig Regeln und Grenzen erarbeitet. Die Medikation hat ermöglicht dass sie sich als Selbstwirksam erleben kann, sieht dass sie vieles kann und sich nicht selbst im Wege steht. Das macht ja auch viel Angst.

    Vielleicht schaut ihr in dieser Richtung nochmal nach Hilfe? Also konkrete Hilfe fürs Kind mit seinen Besonderheiten. Und für euch Eltern. Mir hat da unsere Sozpäd von der Erziehungsberatungsstelle viel geholfen, seis auch einfach nur zum auskotzen.

    Phönix mit Wuseline (03/12) und Mops (03/14)


    Ich bat Gott um Geduld und er gab mir Kinder...


    Wenn dich dein Leben nervt, streu Glitzer drauf.

  • Geht es denn gar nicht, dass ihr die Anzahl der Nächte umdreht, also mehr beim Papa, wenn der so problemlos mitschläft?

    Viele Grüße
    Elena mit Mini1 (*2004) und Mini2 (*2006)

  • ich kann gar nichts hilfreiches beitragen. Ich lese, dass du ganz klar über deinen Grenzen bist. Und ich finde, dass hier das "wer-leidet-mehr"-Prinzip an seine Grenzen kommt. Denn insgesamt leidest du. Und ich würde sogar sagen "mehr", aber in der Situation kannst du trotzdem nichts dagegen tun, dass dein Kind in der Nacht eben so "sehr leidet" und du ihn einfach nicht alleine lassen kannst.


    Ich habe mir schon öfter überlegt, was man eigentlich macht, wenn man mit "bindungsorientierten" Ansätzen nicht weiter kommt. Aber tja, es gibt einfach keine Alternative. Denn es ist ja kein Konzept, das ich einfach mal so anwende, sondern es ist meine innerste Überzeugung, mein ich sozusagen, so zu handeln. Und klar, ich schliesse da Bestechung und Strichlisten etc. mit ein, so meine ich das gar nicht. Ich meine es einfach so beim Äussersten. Ich kann das Kind nicht im Unglück alleine lassen. Und das ist der Punkt.


    Deine Geschichte zeigt es mir gerade einfach mal wieder auf. Deshalb schreibe ich das hier.


    Klar, an den Bedingungen drehen. Aber ihr habt schon so viele Konstellationen durch. Da gibts nicht mehr viel zu drehen.

    Ich weiss leider keinen Rat #knuddel

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • Und ich finde, dass hier das "wer-leidet-mehr"-Prinzip an seine Grenzen kommt. Denn insgesamt leidest du. Und ich würde sogar sagen "mehr",

    Ich weiß, Du kommst in Deinem weitern Text auf das selbe Ergebnis.

    Trotzdem oder gerade deshalb möchte ich der obigen fett markierten Aussage widersprechen:

    Genau hier zeigt sich die Stärke der Frage „wer leidet mehr“!

    Das Kind überblickt diesen einen panischen Moment in der Nacht. Runa überblickt die kurzfristigen (der nächsze Tag) und auch die längerfristigen Folgen (Wochen, Monate).

    Und muss im Sinne der ganzen Familie entscheiden.

    Fällt sie aus, leiden alle über die Maße. Und nur sie selbst kann ihr Ausfallrisiko abschätzen. Natürlich wird das Kind auch unter dem Druck leiden, die Schlafsituation zu ändern. Aber ich bin mir sicher, dass dieses Kind genügend Vertrauen in die Eltern hat, dass sie ihm nichts ohne Not aufzwingen.

    Manchmal bringt es schon Entlastung und neue Energie, wenn das eigene Leid gesehen und gewürdigt wird - Runas und Muks!


    Das was gerade hier und bei Runa passiert, ist die sehr genaue Beleuchtung der Frage „wer leidet mehr“. Die Frage weist den Weg zur Lösung (die manchmal leider einfach „aussitzen“ lautet).

  • Danke für deine Einschätzung, die.lumme


    Mh, wahrscheinlich hast du Recht. Deine Unterteilung hilft mir da weiter und ist vielleicht genau das, was ich sagen wollte. Also die Not des Kindes in der Nacht ist sicherlich grösser als Runas in der Situation. Und deshalb entscheidet sie sich ja auch dafür, hier zu helfen.

    Aber über die längere Zeit ist Runas Not vielleicht doch grösser. Also müsste sie doch diejenige sein, der geholfen wird.


    In der kurzfristigen Situation ist, zumindest mit kleinem Kind, doch die Not des Kindes (fast) immer grösser. Sie können es noch nicht überblicken, die Bedürfnisse aufschieben, etc. Aber wenn Eltern deshalb permanent über ihre Grenzen gehen müssen, ist doch ihre kummulierte Not wichtig. Aber wie macht man das jetzt dem Kind klar...


    Das ist der Punkt, den ich meine mit "an seine Grenzen". Wie mache ich dem Kind klar, dass die Not der Eltern eben durchaus grösser sein kann, als die des Kindes und eben nicht wegen dieser einen Situation heute, sondern wegen der Situation über eine sehr lange Zeit.


    Vielleicht hilft es jetzt hier auch gar nicht weiter.

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • Es gibt ja solche Betten, bei denen man unten noch eine Matratze ausziehen kann. Damit könntest du nah beim Muk, aber doch auf einer eigenen Matratze (oben) schlafen. Funktioniert natürlich nur, wenn dem Muk das reicht und er dann auch unten bleibt. Wäre aber vielleicht einen Versuch wert.

  • Aber wie macht man das jetzt dem Kind klar...


    Das ist der Punkt, den ich meine mit "an seine Grenzen". Wie mache ich dem Kind klar, dass die Not der Eltern eben durchaus grösser sein kann, als die des Kindes und eben nicht wegen dieser einen Situation heute, sondern wegen der Situation über eine sehr lange Zeit.

    Willkommen bei Kloeters #super

    Das Kind muss gar nichts klar gemacht werden, es muss nichts verstehen.

    Es darf traurig und wütend und verzweifelt sein. Denn es leidet ja!

    Aber der Gedankengang, den Du als Erwachsene gründlich durchfühlt hast (die Situation über die sehr lange Zeit), zu dem kannst Du stehen.

    Die Kinder vertrauen uns Erwachsenen, sie sind uns ja eh ausgeliefert. Sie glauben uns, wenn wir sagen, dass die Sonne morgen früh wieder aufgehen wird und sie vertrauen darauf, dass wir ihnen morgen ein Frühstück geben.

    Und so werden sie uns auch vertrauen, wenn wir doofe Sachen durchziehen. Sie vertrauen uns umso mehr, je überzeugter wir von der Richtigkeit einer Maßnahme sind (ich staune immer noch, wie viele Kinder sich widerspruchslos umziehen lassen, weil ein Fleck auf dem Pulli ist).

    So lange sie ihren Unmut über unangenehme Sachen kund tun, glauben sie noch an die Wirksamkeit des Unmut kund tuns. Heißt: sie glauben daran, dass wir ihre Wünsche und Bedürfnisse ernst nehmen und sie nach Möglichkeit erfüllen.


    Ich hab mein Kind damals mit 2 Jahren nachts abgestillt. Ich konnte einfach nicht mehr. Es hat zwar an den schlimmen Nächten genau gar nichts verändert, aber meine persönliche Grenze war erreicht. Es war wirklich schlimm fürs Kind, aber sie hat sich echt Mühe gegeben. Auch, als ich sie mit 3 Jahren komplett abgestillt habe (ich konnte echt nicht mehr). Sie selbst hätte noch zwei Jahre mehr gebraucht (wenn ich mir so ihr Verhalten damals angesehen habe).

    Aber die Frage "wer leidet mehr" musste ich "zu meinen Gunsten" entscheiden. Und das war für uns als Familie reichtig, wenn auch falsch für mein Kind in der Situation.

    Manchmal ist das so.


    "Wie macht man das dem Kind klar" war Deine Frage. Es ist die eigene innere Haltung. Wenn die klar ist, so klar, wie dass abends die Sonne untergeht, dann wird das auch nicht in Frage gestellt.

    "So wirds gemacht", ohne sonst, ohne wenn und ohne aber. Diese Klarheit gewinnt man aber erst dadurch, dass man alle eigenen Zweifel wirklich ausräumt. Zum Beispiel indem man die Frage "wer leidet mehr" wirklich gründlich durchdenkt und durchfühlt :D

    Du merkst, wir drehen uns im Kreis.


    Der Anfang und das Ende des Kreises gefällt mir aber am besten (aus dem Kopf aus den Kloetersbriefen zitiert): "die wichtigste und zugleich schwerste Aufgabe einer Mutter ist es, sich selbst in ausgeglichener und heiterer Stimmung zu halten".

    Geht nicht mit Rückenweh.

  • Und dennoch gibt es Kinder, da klappt das eben nicht. Ich bin mir sicher, dass Runa das bereits genauso durchfühlt hat und sie hat ihre innere Haltung ja auch öfter beschrieben auf den letzten Seiten. Ich bin gerade sehr empfindlich, daher empfinde ich deinen Beitrag als unfair die.lumme, weil es suggeriert, sie ( oder wir anderen bei denen das nicht klappt) hätten es "nur noch nicht richtig gemacht"... Ich glaube wir beide hatten diese Auseinandersetzung schon mal,...


    Runa mein Klebekind kann ja nur auf meinem Arm (wieder) einschlafen. Durch Zufall sind wir über so ein kleines vorgeformtes Schaumkissen (die vielen, vielen anderen Kissen wurden verschmäht) gestoßen, das er sofort angenommen hat und seitdem habe ich häufig nachts mehr "Raum", er braucht nur irgendwie Hautkontakt, es reicht (zur Zeit) aber ein Fuß.

    Weihnachtskind 2013

    Sternenkind 11/2017

    Sternenkind 08/2019

  • daher empfinde ich deinen Beitrag als unfair die.lumme, weil es suggeriert, sie ( oder wir anderen bei denen das nicht klappt) hätten es "nur noch nicht richtig gemacht"...

    Nein, da verstehst Du mich falsch. Roll mal etwas weiter nach oben, dort findest Du meinen Beitrag wie unsere Nächte etwa ein Jahrzeht (!) aussahen, und da nichts dran zu ändern war.

    Haltung hin oder her.

    Mein letzter Beitrag bezog sich auf Julchen86 s Frage nach "wie sagt man es dem Kinde". Und dafür ist die eigene Haltung wichtig, was ich am Beispiel des Abstillens fest machte.


    Sorry, ich bin müde, ich glaube ich kann nicht mehr deutlich machen, was ich meine.

    Ich glaube wir beide hatten diese Auseinandersetzung schon mal,...

    Meinst Du?

    Ich kann mich nicht erinnern, weiß aber durchaus, dass ich an dem einen oder anderen Beitrag von Dir hängen bleibe. Könnte also durchaus sein.

    Aber man muss ich ja auch nicht einig werden. Hauptsache, jede findet ihren Weg, mit dem sie sich wohl fühlt.