Gibt es eine Lösung für das „Zuviel haben“?

  • Zurück zum Schreibtisch: Ich werden den Gebrauchtmarkt beobachten bis wir zum Ikea kommen, wenn was passendes kommt gut und wenn nicht, dann kaufen wir halt.

    So halte ich es auch und finde das auch völlig ok.


    Den Rest Deines Posts finde ich beklemmend, ich habe nur eine sehr genaue Idee, wie das sein muss.

    Ich selber bin so eine unbequeme Mama, die tatsächlich Geschenke eindämmt, auch wenn ich mich damit unbebliebt mache, aber genau DAS wollen wir nicht für uns.

    Dieser ÜBerfluß...

    Ich finde, dann kann man sich nciht mehr um seine DInge kümmern, die schiere Masse der SAchen wächst einem über den Kopf. Und dann verkommen Sachen und müssen weg, es ist anstrengend, Ordnung zu halten usw.


    Wir haben sicher nicht wenig und ganz sicher auch Teile dabei, die wir einfach haben WOLLTEN, nur weil sie schön sind. Aber tatächlich stemmen wir uns (und des Muks Papa zieht da mit) gegen das "zuviel" von außen.

    Sehr unbequem für andere, aber das ist mir egal.


    Daher möchte ich Dir sagen, dass ich verstehe, wieso das so doof ist und die belastende Komponente auch wirklich nachvollziehen kann... ich bin ja nicht umsonst so streng ;)


    Aber hab kein schlechtes Gewissen, etwas bei IKEA neu zu kaufen, wenn Du es anders nichtpassend bekommst.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Das mit dem Erben sehe ich etwas anders. Meistens ist es doch so, das alte Menschen die letzten 10-20 Jahre ihres Lebens wenig bis gar nichts Neues mehr kaufen. Deswegen sind viele Dinge dann auch wirklich aufgebraucht. So habe ich es bis jetzt jedenfalls erlebt.

    Es ist nicht allein das Alter der Dinge, es ist die Qualität. Klar, nach 10-20 Jahren sind Elektroartikel oder einstmals modische Angebote aus dem Discounter nicht mehr wirklich interessant. Aber gute Massivholzmöbel können etliche Generationen überleben. Vor ein paar Wochen war ich im neuen Bauhaus-Museum in Weimar. Viele gängige und schöne Stuhlmodelle standen dort - das Design ist 100 Jahre alt. So einen Stuhl in Massivholzqualität kann man sich auch heute noch hinstellen. Viele andere Dinge mit weniger durchdachtem Design und billigen Materalien kann man schon nach 10 Jahren nicht mehr anschauen.

    Aber wer von uns braucht Handtücher, Töpfe, Bettwäsche usw.?

    Die dann ja auch noch so alt oder älter sind, als die im eigenen Haushalt.

    Ich habe hier Aussteuerleinenhandtücher, die fast 100 Jahre alt sind und habe sie sehr gerne genommen.


    Wie bekomme ich den das Zeug zu Leuten die es wirklich brauchen?

    Ich würde über Ebay-Kleinanzeigen und lokale Verschenkegruppen (Facebook) gehen. Ein Freund hatte ein Kinderbett bei Ebay inseriert (allerdings zum Verkauf). Letztlich hat er es dem ersten Interessenten - einem Mann (Ausländer mit Asylstatus, der gerade dabei war, ein Heim für seine Familie, die nachreisen dufte, einzurichten) geschenkt und seitdem bietet er ihm alle Kindersachen (kostenfrei) an, wenn sein Sohn rausgewachsen ist.

    Sachen vor die Tür stellen mit Schild "zu verschenken" klappt auch erstaunlich gut.

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  • Naja, den Schreibtisch braucht sie streng genommen nicht, denke ich. Aber den festen Platz für die Schulsachen. Und ob ich jetzt ein extra-Regal kaufe oder den Schreibtisch, kommt sich dann auch aufs selbe raus.

    In der Grundschule haben sie doch ehe jeden Tag die selben Fächer. Das meiste bleibt in der Schule und die wenigen Sachen, die mit nach Hause kommen, müssen nach den Hausaufgaben wieder in den Ranzen und am nächsten Tag wieder mit. Dafür braucht es eigentlich kein Aufbewahrungsmöbelstück, außer einen Platz für die Schulranzen und den Turnbeutel.

    An der weiterführenden Schule sieht es anders aus. Den eigenen Schreibtisch habe ich erst ab Klasse 5 eingeplant.

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  • Meine Mutter ist so eine, die es liebt irgendwelchen Billigschrott zu kaufen und dann Kindern und Enkelkindern zu schenken. In Massen. Ich hasse das und wir hatten deswegen schon so manchen Streit.


    Nun ist sie seit über einem Jahr sehr krank, wäre beinahe gestorben. Ich war ihr eine große Hilfe, obwohl wir nie ein enges Verhältnis hatten. Und nun will sie mir dringend etwas Gutes tun. Konkret heißt das, sie will mir Kram kaufen. Ich will aber gar keinen Kram! Wir brauchen nichts und es ist ja auch noch lange hin bis Weihnachten. Ich wollte noch in Ruhe nachdenken, was ein sinnvoller Wunsch sein könnte. Ein paar Pflanzen möchte ich z.B., wenn die neuen Fenster eingebaut sind.

    Tjo, meine Mutter rief heute an, sie hat mir eine Handtasche gekauft. Sie hat so ein Shoppingzeug im Fernsehen gesehen, fand die Tasche wunderschön, teuer sei sie auch gewesen.

    #haareIch brauche keine Handtasche, meine funktioniert wunderbar und ist robust. Die lebt noch Jahre mit mir. Was meine Mutter wunderschön findet, finde ich meistens furchtbar. Ich will und brauche keine neue Tasche. Ich will auch nicht lügen. Ich habe in der Vergangenheit schon unpassende Geschenke mit Ansage weiterverkauft oder verschenkt. Meine Mutter verschenkt nämlich Sachen die sie selbst gerne mag, dummerweise sind wir sehr verschieden.


    Aber nun ist sie alt und krank und ich habe ein schlechtes Gewissen. Wahrscheinlich war sie todunglücklich nach unserem Telefonat. Sie hat im Leben irgendwie nicht gelernt, andere Menschen wirklich zu sehen und das wird sie im Alter kaum mehr lernen.


    Aber ich will definitiv keinen Kram von ihr! #haare


    Wie geht ihr mit sowas um?

  • Ich versuche immer die Geste hinter der Tat zu sehen.


    Deine Mutter liebt Dich. Sie will Dir was Gutes tun und gerade wenn man selbst Hilfe in Anspruch nehmen muss, will !! man etwas zurück geben. Nimm die Tasche an und freue Dich, dass man Dir! etwas schenkt.


    Ich habe meine Oma bis weit über die 90 betreut und habe verstanden, wie schwer es sein muss, immer Hilfe zu nehmen und aus gesundheitlicher Schwäche nichts mehr geben zu können.


    Mach Deiner Mutter die Freude und nimm es an. Deine Mutter und ihre Gefühle sind wichtiger als die Frage ob die Tasche schön ist oder nicht.

  • Mondschein


    Genau. Ich habe schon mehrere Haushalte aufgelöst. Da kamen die Kinder und nahmen schöne Erinnerungsstücke und Alles, was irgendwie wertig war, wie Silberbesteck o.ä. und den restlichen Sch...

    durfte ich entsorgen: kackbraune Handtücher, hässliche Tischdecken, altgrüne Plastikdosen, 20 Jahre alte rosa Nachthemden, Essecken und Telefontische in Eiche rustikal mit grünem Plüsch etc.

    Das hat keinen Wert, das nimmt auch die Flüchtingshilfe nicht mehr. Das landet im Müll.

  • ich hab da dazu zwei interessante bücher gelesen; u.ott "das haus meiner eltern hat viele räume" und susannah walker "was bleibt", ich kann sie empfehlen!

    schnecke 2004 und schneckchen 08/2008

  • Naja, den Schreibtisch braucht sie streng genommen nicht, denke ich. Aber den festen Platz für die Schulsachen. Und ob ich jetzt ein extra-Regal kaufe oder den Schreibtisch, kommt sich dann auch aufs selbe raus.

    In der Grundschule haben sie doch ehe jeden Tag die selben Fächer. Das meiste bleibt in der Schule und die wenigen Sachen, die mit nach Hause kommen, müssen nach den Hausaufgaben wieder in den Ranzen und am nächsten Tag wieder mit. Dafür braucht es eigentlich kein Aufbewahrungsmöbelstück, außer einen Platz für die Schulranzen und den Turnbeutel.

    An der weiterführenden Schule sieht es anders aus. Den eigenen Schreibtisch habe ich erst ab Klasse 5 eingeplant.

    Tja, es kommt immer anders als man denkt. Wir haben jetzt das dringend benötigte neue Regal für das Kinderzimmer besorgt. Und in diesem hat sie jetzt ein Fach für Schulsachen. Mindestens die bereits bearbeiteten Liesmalhefte und Arbeitshefte werden da wohl drin landen.

    Dann wollte sie das Kinderzimmer umstellen, habe wir gemacht und nu mag sie erstmal auch keinen Schreibtisch haben. Wir werden abwarten, ob sie einen braucht.

  • Nebelung : Zu dieser Handtaschengeschichte: Ich kann verstehen, dass das nervt. Ich denke aber: Geschenke sind eben Geschenke, sind nichts, was man als Beschenkte "bestellen" kann. Sie stehen einem nicht zu, deshalb braucht man ja eigentlich auch nicht sauer ein, wenn sie nicht passen. Den Kindern hier habe ich beigebracht, dass sie, auch wenn sie z.B. ein Buch geschenkt bekommen und dieses zufälligerweise schon haben, das NICHT sagen, sondern sich lieb bedanken. Ich persönlich würde mich in so einem Fall bei der Mutter bedanken und die Tasche dann nicht benutzen/weiterverschenken/ins Sozialkaufhaus bringen - was auch immer. Irgendwer wird sich schon drüber freuen.

  • Danke für den Denkanstoß , ich hab gestern mal wieder etwas ausgemistet und werde es auch weiterhin tun, diesmal meinen Kleiderschrank hemmungslos aussortiert , obwohl er eh schon sehr übersichtlich ist, und noch ein paar Klamotten der Kinder.

    Diesmal, und deshalb schreib ich hier, wollte ich die Sachen nicht zum DRK bringen, da hab ich oft die Sorge , dass viel weggeworfen wird, weil sie zuviel Spenden bekommen. Ich gehe regelmäßig zum Caritas Trödel und siehe da, man kann dort auch vieles abgeben, außer große sperrige Dinge . So wie ich es verstanden hab, wird auch geprüft , was man mitbringt , so hab ich das gute Gefühl , dass es wirklich gebraucht wird. Spielzeug nehmen die auch , das wird dann mein nächster Akt ;)


    https://www.caritas-berlin.de/…derkammern/kleiderkammern


    Vllt habt ihr in eurer Nähe ja ähnliches .


    Ich hab nun schon seit Monaten ein Schreibtischgestell bei eBay zum verschenken drin, und keiner will es haben. Auf einen warte ich immer noch , er wollte eigentlich letzte Woche kommen.

    Eine Freundin hat mir jetzt einen Tip gegeben:

    https://kunst-stoffe-berlin.de/kontakt_oeffnungszeiten/


    Dort wird man Wertstoff los, daraus können Künstler dann nochwas zaubern #applaus


    Für die einen ist das Glas halbleer,
    für die anderen ist es halbvoll,
    und ich freu mich schon, wenn überhaupt etwas drin ist !!
    :D

  • Nebelung ich kann dich so gut verstehen. Genauso geht es mir auch manchmal.

    Besonders bei Taschen bin ich sehr eigen.

    Naja, viele verstehen das nicht.

    Klar ist jetzt Tasche annehmen, sie anschauen mitnehmen und dann würde sie bei mir nach einiger Zeit wenn ich sie wirklich nicht brauchen kann bei Altkleidern landen.

    Es ist halt traurig. Man hätte das Geld sinnvoller verwenden können.

    Das ist eventuell was du meinst.

    Vlt wird diese Tasche ja jemand anderen als Dich glücklich machen nur eigentlich sollte das Geschenk ja für dich sein.

    #knuddel

  • Über die Art des Schenkens gibt's bei uns auch öfter mal Diskussionen. Die Fraktion "Auf die Geste kommt es an" vs "Dem anderen eine Freude bereiten wollen".


    Manchmal liegt man mit einem Geschenk daneben, obwohl man sich viele Gedanken gemacht hat. Aber wenn jmd. immer daneben liegt, weil er oder sie die zu beschenkenden Personen grundsätzlich nicht sieht, sondern der Akt des Schenkens in erster Linie etwas mit dem Schenker zu tun hat, dann würde mich das auch nicht mehr erfreuen. Das ist keine nette Geste, sondern eine als nett verkaufte Gedankenlosigkeit.


    Es geht dann nicht wirklich ums Materielle ("Bestellung"), sondern gerade bei nahestehenden Liebsten um die menschliche Enttäuschung, mit Wünschen und Bedürfnissen ignoriert zu werden.

  • Über die Art des Schenkens gibt's bei uns auch öfter mal Diskussionen. Die Fraktion "Auf die Geste kommt es an" vs "Dem anderen eine Freude bereiten wollen".


    Manchmal liegt man mit einem Geschenk daneben, obwohl man sich viele Gedanken gemacht hat. Aber wenn jmd. immer daneben liegt, weil er oder sie die zu beschenkenden Personen grundsätzlich nicht sieht, sondern der Akt des Schenkens in erster Linie etwas mit dem Schenker zu tun hat, dann würde mich das auch nicht mehr erfreuen. Das ist keine nette Geste, sondern eine als nett verkaufte Gedankenlosigkeit.


    Es geht dann nicht wirklich ums Materielle ("Bestellung"), sondern gerade bei nahestehenden Liebsten um die menschliche Enttäuschung, mit Wünschen und Bedürfnissen ignoriert zu werden.

    Danke für die Worte! So sehe ich das auch!

    Mal daneben liegen, pasiert! Da kann ich die Geste dennoch sehen und mich ehrlich von Herzen freuen! Permanent Unfiug anschleppen hingegen finde ich auch nicht mehr nett, sondern - und das mag ich Deine Formulierung - im besten Fall eine als nett verkaufte Gedankenlosigkeit.


    Ich bin auch ehrlich, dann bekomm ich lieber das Geld, als Gerümpel, den wir hier nicht brauchen. Meine SchwiMa hat das auch so drauf, Plastikmist in Massen vom Feinsten, den keiner braucht, nicht mal der Muk findet das toll...aber er brauchte dringend ein passendes leichtes Fahrrad und wir haben immer betont, lieber daran zu beteiligen, weil er das WILL, weil er das BRAUCHT,.... nein, es kommt immer nur Kleingerümpel, weil Geld geben "lieblos" sei... ich empfinde das deutlich andersherum.

    Man muss ja auch nichts schenken! Oder wenn man eine Kleinigkeit mitbringen will, etwas, das man essen kann, Schoki zb ;)... hauptsache es fliegt nicht unnütz rum und landet im Müll.


    Aufgrund des Threads misten wir auch mal wieder und verkaufen viel. Wir wollen noch minimalistischer unterwegs sein.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Das stimmt natürlich - aber ich glaube auch, es gibt Menschen, die - warum auch immer das so ist - das einfach nicht können - die Bedürfnisse, Wünsche usw. des zu Beschenkenden erkennen oder berücksichtigen.

    Ich finde, in beiden Richtungen ist man frei - man hat als Beschenkter kein Anrecht auf das passende Geschenk, man hat aber auch nicht die Pflicht, unpassende Geschenke zu benutzen. Notfalls stellt man sie and en Straßenrand, schenkt sie weiter, trägt sie ins Sozialkaufhaus, scmeißt sie weg - was auch immer.

  • Ich finde, in beiden Richtungen ist man frei - man hat als Beschenkter kein Anrecht auf das passende Geschenk, man hat aber auch nicht die Pflicht, unpassende Geschenke zu benutzen. Notfalls stellt man sie and en Straßenrand, schenkt sie weiter, trägt sie ins Sozialkaufhaus, scmeißt sie weg - was auch immer.

    Natürlich ist man da frei, keine Frage! ich würde sogar soweit gehen zu sagen, man ist frei das Geschenk nicht zu nehmen!

    Denn ich finde, man hat sonst einfach mehr und mehr Mental Load, und Belastung.

    Egal was es ist, wenn wieder und wieder unpassnde Sachen daherkommen, dann muss man sich in irgendeiner Form drum kümmern, was, wenn eh schon stressige Zeiten sind, echt das kleine bisschen "zu viel" sein kann. Ich selber kämpfe dann auch noch mit meinem schlechten Gewissen, was wegzuschmeißen. Nicht dem Schenkenden ggü sondern der Umwelt ggü.

    Daher nehme ich unliebsame Geschenke derer, die das regelmäßig tun (!), nicht mehr an. Dann löse ich ggf Streit aus oder ein schlechtes Gefühl bei dem anderen, aber ich tue das durchaus um mich dazu schützen.


    Ich empfinde so viel Zeug als total belastend. Zu viel haben bedeutet für mich Stress. Und das gebe ich daher zurück.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz