Umfrage zu Erziehungsverhalten (Masterarbeit)

  • Hallo liebe Eltern!


    Ich heiße Nele, studiere Psychologie an der Universität Kassel und schreibe gerade meine Masterarbeit zum Thema Erziehungsverhalten.

    Dazu führe ich eine Online-Studie durch, für die ich noch dringend viele Teilnehmer benötige. Es handelt sich um einen von mir übersetzten Fragebogen, der zum Beispiel zur Evaluierung von Elterntrainings genutzt werden kann.

    An der Studie dürfen Eltern von 2- bis 12-Jährigen teilnehmen. Die Erhebung erfolgt online, ist natürlich vollständig anonym und nimmt ca. 15-20 Minuten in Anspruch.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn einige von euch sich die Zeit nehmen, um mich zu unterstützen!


    https://www.soscisurvey.de/pafas/


    Gerne darf der Link auch an Freunde oder Bekannte mit Kindern weitergeleitet werden.

    Vielen Dank für eure Hilfe! :)


    (Post wurde vom Rabeneltern-Team genehmigt)

  • Ich habe so meine Schwierigkeiten mit dem Fragebogen. Gleich zu Beginn geht es um "schlechtes Benehmen". Ich bin der Meinung, meine Kinder haben kein schlechtes Benehmen (außer manchmal die Tischmanieren). Sie haben gewisse Eigenheiten, nicht was man bestrafen müßte und zu schlechtem Benehmen zähle ich das nicht, denn das Kind kann in dem Moment gar nicht anders, auch wenn andere total genervt sind. #gruebel

  • Hm, komischer Fragebogen, ich habe abgebrochen.


    - Was ist "schlechtes Benehmen"?

    - Kinder sind meiner Meinung nicht dazu da, ihren Eltern zu gehorchen. Das klingt sehr autoritär.

    - "Belohnungen" oder "Sachen wegnehmen" sind für mich kein Erziehungsstil.

    - Schlagen geht überhaupt nicht.


    Ich weiß ja nicht, welche Thesen dem Fragebogen zugrunde liegen. Für mich klingt es ein wenig in Richtung "wenn es mir als Elternteil schlecht geht, lasse ich das am Kind aus, notfalls körperlich".

  • Ich kann auch mit 'antwortet unverschämt' nix anfangen. Ich habe den Fragebogen abgebrochen.

  • Ich habe den Fragebogen auch abgebrochen, da ich mit vielen Fragen nicht klar komme ...

  • Es handelt sich um einen von mir übersetzten Fragebogen,der zum Beispiel zur Evaluierung von Elterntrainings genutzt werden kann.

    Ich kann mir vorstellen, dass der Fragebogen im Kontext von Elterntrainings durchaus Sinn macht. #weissnicht Aber als alleinstehenden Fragebogen finde ich ihn etwas seltsam. Was ist denn Deine Fragestellung für die Masterarbeit?

  • Ich habe den Fragebogen komplett beantwortet. Natürlich stehen da auch Sachen drin, die ich nie tun würde (Schlagen oder Dinge zur Strafe wegnehmen z.B.). Aber es geht doch genau darum, herauszufinden, wie Eltern mit ihren Kindern umgehen. "Schlechtes Benehmen" interpretiere ich jetzt mal lose als "unerwünschtes Verhalten".

  • Ich habe bei der Frage abgebrochen, ob sich die Familienmitglieder kritisieren oder nieder machen.

    Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Kritisieren finde ich prinzipiell wichtig und positiv. Nieder machen ausschließlich negativ. Das kann man nicht in einer Frage verwursten.

  • Ich habe den Fragebogen beantwortet und denke , dass die Fragen für viele mir bekannte Familien außerhalb der Rabenblase durchaus sehr passend sind. Leider.

  • Ich habe den Fragebogen zu Ende gebracht und er erinnert mich sehr an die Fragebögen die ich zur diagnostik bezüglich adhs etc ausfüllen musste, nur das die noch umfangreicher sind.

    Ich denke es wird relativ allgemein gehalten damit es möglichst von vielen verstanden wird und etwas ausgewählt werden kann.

    Die Formulierung fand ich auch bei den diagnostischen Bögen merkwürdig, ich hab dann entweder ausgelassen oder den Teil der Frage beantwortet, der Sinn machte.... Aber schwierig finde ich es auch.


    Lg Erised

  • Hallo an alle,


    erst einmal vielen Dank für eure Mühe und das Feedback!


    Der Fragebogen ist vor allem dazu gedacht, in relativ kurzer Zeit verschiedene Verhaltensweisen und Situationen zu erfassen, die die kindliche Entwicklung gefährden könnten. Daher auch die vielen negativ formulierten Fragen. Wenn man sich bei einigen von diesen Fragen teilweise selbst wiederfindet, heißt das natürlich nicht unbedingt, dass man sein Kind schlecht erzieht oder es gefährdet, häufen sich solche Antworten jedoch, kann dies ein Hinweis auf Probleme sein, die das Kind eben negativ beeinflussen können. Der Fragebogen ist insgesamt sehr allgemein gehalten, damit die Beantwortung vergleichsweise wenig Zeit in Anspruch nimmt. Deshalb sind bei den Fragen eben auch nicht alle Erziehungsstile gleichermaßen vertreten. Trashpanda und Erised haben das schon ganz gut auf den Punkt gebracht.


    Wie auch in der Frage, ob andere Familien ihr Verhalten auch so einschätzen würden, angeklungen ist, sind alle Fragen natürlich auch immer ein Stück weit Interpretationssache. "Schlechtes Benehmen" wird vermutlich von jedem anders definiert, genauso wie angemessene Reaktionen auf schlechtes Benehmen. Mein Tipp, wenn man bei einer Frage unsicher ist: Die Antwort auswählen, mit der man sich am ehesten identifizieren kann. Wenn man also der Meinung ist, dass die eigenen Kinder sich nicht schlecht benehmen, würde die Antwort "gar nicht" vielleicht passen, da die eigene Reaktion auf schlechtes Benehmen vermutlich nicht vorkommt, wenn kein schlechtes Benehmen auftritt.


    Wie auch oben geschrieben handelt es sich um einen von mir übersetzten englischen Fragebogen, der in englischsprachigen Ländern bereits eingesetzt wird. Im Zuge der Masterarbeit habe ich den Fragebogen übersetzt und prüfe nun, ob er sich in dieser Version auch in Deutschland nutzen lässt. Bei den Formulierungen habe ich mich deshalb so weit wie möglich am Original orientiert, damit die Ergebnisse vergleichbar sind. Wenn bei der Auswertung bei bestimmten Fragen Probleme auftreten, kann das zum Beispiel ein Zeichen dafür sein, dass eine Formulierung hier anders verstanden wird.


    Die Fragen nach körperlicher Züchtigung in Form von versohlen oder auch ohrfeigen werden vermutlich von den meisten Teilnehmern ähnlich beantwortet. Doch es gibt sicherlich Familien, in denen es auch vorkommt, dass einem Elternteil mal die Hand ausrutscht. Solche Situationen sollen mit dem Fragebogen eben auch erfasst werden. Ob die betreffenden Personen das im Fragebogen auch angeben, kann natürlich nicht überprüft werden. Sozial erwünschte Antworten sind allerdings etwas, womit sich die Forscher in jedem Land herumschlagen müssen.


    Ich hoffe, ich konnte euch die Hintergründe der Umfrage etwas näherbringen und eure Fragen alle beantworten.

    Es tut mir leid, wenn die Fragen bei jemandem ein ungutes Gefühl hinterlassen haben. Trotzdem aber danke für eure Bereitschaft, mich zu unterstützen!

  • Danke für das Erklären. Ich versuchs vielleicht nochmal, habe beim ersten Mal auf der ersten Seite aufgegeben.


    Vielleicht leidet der Fragebogen ja wirklich etwas in der Übersetzung.


    Details:

    "bad behaviour" wird nach linguee oft mit "Fehlverhalten" übersetzt. Find ich etwas weniger krass.

    Und "versohlen" klingt für mich sehr schräg: so eine Art umgangssprachliches Deutschland-Hochdeutsch (sagt hier niemand im Dialekt, auch auf hochdeutsch nicht weil fremde Umgangssprache). Schlagen oder verprügeln ginge vielleicht.

  • Ich habe den FB ausgefüllt, hatte aber auch meine Probleme damit. Mein Kind verhält sich in der Schule nicht schlecht, aber es hat Lernschwierigkeiten. Welche Antwort wird da erwartet?

    Die Fragen nach körperlicher Züchtigung in Form von versohlen oder auch ohrfeigen werden vermutlich von den meisten Teilnehmern ähnlich beantwortet. Doch es gibt sicherlich Familien, in denen es auch vorkommt, dass einem Elternteil mal die Hand ausrutscht. Solche Situationen sollen mit dem Fragebogen eben auch erfasst werden. Ob die betreffenden Personen das im Fragebogen auch angeben, kann natürlich nicht überprüft werden. Sozial erwünschte Antworten sind allerdings etwas, womit sich die Forscher in jedem Land herumschlagen müssen.

    Mir ist es schonmal passiert, dass ich mein Kind zu hart angefasst habe. Aber das schlägt sich in dem Fragebogen nicht wieder, weil ich die Fragen dort so verstanden habe, dass danach gefragt wurde, was ich gewöhnlich oder in den letzten vier Wochen getan habe. Wenn ich mein Kind nun zwei Mal in 11 Jahren geschlagen hätte, trifft beides nicht zu. Etwas, was gewöhnlich passiert, ist dann für mich kein "Hand ausrutschen" (was für ein Euphemismus) mehr.


    Ich finde den Fragebogen, muss ich zugeben, richtig schlecht. Beispielsweise die Frage danach, ob ich davon ausgehe, angemessen auf das Verhalten meines Kindes reagieren zu können. Was angemessen ist, wird doch völlig verschieden beurteilt. Die Fragen bieten oft so viel Informationsspielraum, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie man so valide Informationen gewinnen will.

  • Anisp Das Übersetzen hat natürlich professionell stattgefunden. Ich denke, dass hier eher das Problem sein könnte, dass die Fragen kulturell bedingt anders interpretiert werden. Ich selbst komme aus Niedersachsen und spreche Hochdeutsch, versohlen ist für mich ein normales Wort. Grade durch die vielen Dialekte hier in Deutschland kann es aber natürlich sein, dass die Antworten anders ausfallen als im Original. Das wird sich zeigen ...


    tulan Wie auch in der Instruktion beschrieben, gibt es keine richtigen oder falschen Antworten. Welche Antwort erwartet wird, ist also nicht wichtig. Für mich fallen Lernschwierigkeiten nicht unter schlechtes Verhalten. Aber wenn du das so interpretiert, ist das in Ordnung. Es geht eben um subjektive Einschätzungen.

    Ähnlich ist es auch bei der Frage, welches Verhalten man selbst als angemessen empfindet. Dieser Teil des Fragebogen erfasst so etwas ähnliches wie Selbstvertrauen und das ist nunmal eine sehr subjektive Empfindung.

    Ja, es wird nach dem Verhalten der letzten 4 Wochen gefragt. Was in der Zeit davor passiert oder nicht passiert ist, ist deshalb nicht entscheidend. Mit dem Fragebogen macht man sozusagen eine Momentaufnahme, die natürlich nicht auf die komplette Lebenszeit übertragen werden kann.

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  • Hab ihn beantwortet. Ich empfinde die Formulierungen auch schräg bis grenzwertig. Wenn ich Fragen mit "gar nicht" beantworte, werde ich dennoch aufgefordert, zu beantworten, ob ich angemessen auf das Verhalten reagiere...


    Inhaltlich hat mich der Fragebogen extrem an einen Teil des Einschulungsfragebogens der Health Visitor in UK erinnert, da hab ich stellenweise auch nur mit dem Kopf geschüttelt.


    "versohlen" stammt aus der schwarzen Pädagogik, oder? Hochdeutsch heißt das "züchtigen". Es ist jedoch generell schockierend, wenn einem das Wort als "normal" vorkommt, weil das ja impliziert, dass man es (immer noch) häufig hört...

    Weihnachtskind 2013

    Sternenkind 11/2017

    Sternenkind 08/2019

  • Hab ihn beantwortet. Ich empfinde die Formulierungen auch schräg bis grenzwertig. Wenn ich Fragen mit "gar nicht" beantworte, werde ich dennoch aufgefordert, zu beantworten, ob ich angemessen auf das Verhalten reagiere...

    Ich habe ihn ebenfalls ausgefüllt und habe mich genau an der Stelle etwas geärgert, dass ich was ausfüllen soll, was gar keinen Sinn macht. Wenn mein Kind so ein Verhalten nicht zeigt, kann ich auch nicht darauf reagieren.


    Ansonsten weiß ich nicht recht, ob man aus dem Fragebogen am Ende wirklich gute Schlüsse ziehen kann. Das hat etwas von Ursache-Wirkung, aber so einfach ist es in der Realität nicht. Wenn ich mein Kind nicht schlage, nicht runtermache und auch sonst ein gutes Verhältnis habe, heißt das nicht, dass mein Kind sich nicht schlecht benimmt oder in der Schule auffällig ist. Umgekehrt ist es keine Garantie dafür, dass es sich gut benimmt und sich immer tadellos verhält.
    Dreht man den Spieß um kann man sich auch fragen, ob Eltern nicht eher schreien und schlagen, wenn das Kind massive Probleme hat und Eltern einfach irgendwann keine Kraft mehr haben und überfordert sind. Oder ob sie einfach weniger/nicht schreien und schlagen, weil das Kind sehr kooperativ, lieb und freundlich ist. Was ist also zuerst da, die Henne oder das Ei?