Umfrage zu Erziehungsverhalten (Masterarbeit)

  • Ich habe auch noch eine Frage, falls du sie beantworten magst: Du schreibst, das Ziel deiner Arbeit sei, herauszufinden, ob die amerikanischen Bögen hier verwendet werden könnten. Woran wirst du das messen? Also: Welche Art Ergebnisse würde zeigen, dass die Bögen in Deutschland verwendet werden könnten?

    A hand is dealt. You take it. (Jamrach's menagerie, p. 323)

  • Ich habe den Bogen auch ausgefüllt und fand es schwierig, die Fragen darüber wie gut ich auf ein Verhalten reagiere zu beantworten, bei denen mein Kind dieses Verhalten einfach nicht hat oder zeigt.


    Wenn ich also zb angeben soll, ob mein Kind häufiger weint als andere und er das einfach ganz und gar nicht tut, sondern eher sehr selten weint, dann kann ich zu meinem Verhalten diesbezüglich nichts bewerten, weil ich mich gar nicht dazu verhalte(n muss).


    Und auch die Frage, ob sich in der Familie kritisiert und niedergemacht wird, finde ich schwierig zu beantworten, weil es meiner Meinung nach zwei sehr unterschiedliche Dinge sind.


    Ich hoffe, unser kritisches Feedback hilft dir bei der Diskussion deiner Ergebnisse. Ich bin zwar fachfremd, aber eine kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Daten oder der Fragestellung sind wertvoller Bestandteil wissenschaftlichen Arbeitens.

    #herzKleiner Zwerg 07/14

    #herzMinizwerg 06/17

    ticker?TT=bdy&TT1=bdy&CL=&CT=&CG=F&O=m_chick&T=t_b14&D=2017-06-07&M1=&D1=&T2=&T1=Minizwerg&T3=&CC=0&CO=FFFFFF&CO2=&W=&TS=&R=A&SC=green

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  • Ich konnte den Fragebogen nicht vollständig ausfüllen. Bei der Frage nach dem Beziehungsstatus fehlte die Option "getrennt lebend", und die Frage ließ sich auch nicht überspringen.

  • Ich hoffe, unser kritisches Feedback hilft dir bei der Diskussion deiner Ergebnisse. Ich bin zwar fachfremd, aber eine kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Daten oder der Fragestellung sind wertvoller Bestandteil wissenschaftlichen Arbeitens.

    das sehe ich zwar ganz genauso, aber die Antworten (der Erstellerin) lassen bisher ja nicht darauf schließen.


    Edit: daher habe ich auch keine Lust, mir den Bogen überhaupt anzusehen.

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  • Trin : Wie bereits beschrieben erhebt der Fragebogen hauptsächlich Risikoverhaltensweisen. Das tritt natürlich nicht in jedem Haushalt gleichermaßen auf. Antworten von Familien, bei denen das Verhalten eben nicht auftritt sind allerdings dennoch dringend nötig, damit die Ergebnisse nicht in eine Richtung verzerrt werden. Damit die Ergebnisse eben auf die Gesamtbevölkerung übertragbar sind, ist es wichtig, von möglichst vielen verschiedenen Gruppen Antworten zu sammeln. Ich habe den Fragebogen wie gesagt nicht nur hier gepostet, sondern auch über viele andere Stellen Teilnehmer rekrutiert, damit die Daten eben möglichst aussagekräftig sind. Je nachdem, wie die Daten bei der Auswertung ausfallen, kann es natürlich sein, dass einige Gruppen über- oder unterrepräsentiert sind. Dies würde ich selbstverständlich im Diskussionsteil der Arbeit kritisch diskutieren.


    Preschoolmum : Nein, das Wort ist nicht backtalk und es ist ganz klar eine unverschämte Antwort gemeint. Ich möchte noch mal betonen, dass die Übersetzung professionell stattgefunden hat. Auch im Original sind die Fragen relativ negativ formuliert, mancher würde vielleicht sagen "krass". Ich habe die Fragen ganz bewusst nicht weicher formuliert, damit eben der Sinn erhalten bleibt. Bei schwerwiegenden Änderungen in der Formulierung kann es sonst vorkommen, dass man auf einmal etwas anderes abfragt. Ob die Formulierung hier letztendlich einen größeren oder anderen Einfluss hat, als bei der Originalfassung, kann man erst nach den Analysen sagen. Alles andere sind Spekulationen.


    Astarte Es werden nicht Erziehungsstile erfasst, sondern eben Risikofaktoren für die Entwicklung des Kindes. Das sind Faktoren, deren Einfluss international wissenschaftlich anerkannt ist. So auch in Deutschland. Fraglich ist eher, ob der Fragebogen in dieser Form in Deutschland dasselbe misst, wie in englischsprachigen Ländern. Das herauszufinden ist eben das Ziel meiner Arbeit.


    licht   Ayala   sandra Ich wollte mit dieser Aussage sicherlich niemandem seine Expertise oder beruflichen Qualifikationen absprechen. Der Anteil an Psycholog*innen an der Gesamtbevölkerung ist jedoch vergleichsweise gering, weshalb ich davon ausging, dass dies in diesem Forum ähnlich sei. Und ja, der Fragebogen sowie der Übersetzungsprozess wurden mit meiner Betreuerin besprochen und sie hat alles abgesegnet. Die Diskussion der Ergebnisse kann natürlich erst stattfinden, wenn man Ergebnisse hat. Sie wird aber selbstverständlich kritisch ausfallen und wie bereits geschrieben werden sicherlich auch einige von euren Kritikpunkten berücksichtigt werden, wenn sie sich eben auf Grundlage der Daten als begründet erweisen.


    Ohnezahn Thema meiner Arbeit ist die Übersetzung und empirische Überprüfung des Fragebogens. Gerne lasse ich dir nach Abschluss der Arbeit eine Zusammenfassung der Ergebnisse zukommen, schreib mir einfach eine Mail.


    tulan Es gibt verschiedene Erziehungsstile, dazu gehören sowohl der autoritative als auch autoritäre Stil. "Anti" habe ich in diesem Zusammenhang nur benutzt, um das Gegenteil dieser Erziehungsstile zu beschreiben, was in etwa meinem ersten Eindruck der hier vorherrschenden Erziehungsmethoden entspricht. Da ich natürlich nicht weiß, wie ihr eure Kinder erzieht, habe ich mich bewusst gegen die Nennung eines bestimmten anderen Stils entschieden, sondern wollte so lediglich ausdrücken, dass es sich vermutlich nicht um autoritative oder autoritäre Erziehung handelt. Es tut mir leid, dass du dich über die Fragen so geärgert hast. Auch dir schicke ich gerne am Ende eine Zusammenfassung meiner Arbeit, damit du dir ein umfassenderes Bild machen kann. Auch hier bitte einfach eine Mail schicken.


    Hella Ziel meiner Arbeit ist, herauszufinden, ob sich der Fragebogen in der Version wie er jetzt ist, hier einsetzen lässt. Ich werde mit den erhobenen Daten eine konfirmatorische Faktorenanalyse (CFA) durchführen. Wenn die Faktorstrukturen und das Strukturmodell (also die Zusammenhänge der Fragen, die dasselbe Konstrukt messen sollen und die Zusammenhänge mit Fragen anderer Konstrukte) sich replizieren lassen, spricht das zunächst einmal dafür, dass der Fragebogen auch hier ähnliche Ergebnisse erzielt und die Zusammenhänge der gemessenen Variablen auch in Deutschland ähnlich sind. Das sind natürlich nicht die einzigen Analysen und die Ergebnisse werden auch noch kritisch diskutiert, aber es fasst den kern ganz gut zusammen.


    Jono Für mich ist es durchaus möglich ungefähr einzuschätzen oder zumindest eine Idee zu haben, wie sicher man im Umgang mit einer Situation wäre, die noch nicht aufgetreten ist. Es geht bei diesen Fragen um das eigene Selbstkonzept, also inwiefern man in sich selbst vertraut schwierige Situationen, auch solche die vielleicht noch nie aufgetreten sind, zu meistern. Das hängt eben nicht zwingend mit der Häufigkeit der Situation zusammen. Man kann von häufig auftretenden Situationen genauso überfordert sein wie man seltene Situationen gut händeln kann und eben andersherum. Ich verstehe, dass die Kombination mit der Häufigkeitsabfrage verwirrend sein kann, die Autoren haben sich u.a. aufgrund von praktischen Gründen wie zB Bearbeitungszeit, für diese Kombination entschieden. Würden die Fragen aufgeteilt und man müsste erst für jede Frage die Häufigkeit des Verhaltens und dann getrennt davon auf einer neuen Seite die Zuversicht angeben, wäre es vielleicht klarer zu beantworten, jedoch wäre der Fragebogen dann eben direkt doppelt so lang. Die Entscheidung für diese Darstellungsform kann man natürlich anzweifeln und diskutieren, sie ist aber eben nunmal nicht von mir getroffen worden. Ich stimme dir zu, dass kritisieren und niedermachen nicht synonym verwendet werden können und die kombinierte Abfrage in einem Item problematisch sein kann. Auch hier habe ich mich wieder an das Original gehalten. Meine Zielsetzung ist eben nicht die Abänderung des Fragebogens, sondern die Übersetzung und die empirische Überprüfung der übersetzten Version. Je nachdem wie die Ergebnisse ausfallen, ist eine Abänderung einiger Fragen vor der Anwendung im Feld allerdings notwendig. Welche Fragen das sind und wie man sie ändern könnte, wird in meine Diskussion mit einfließen und dabei kann eure Kritik mir eben wichtige Hinweise liefern.


    Babane Tut mir leid, dass deine Antwortoption nicht dabei war, auch ich bin nur ein Mensch und nicht perfekt. Vielen Dank für deinen Hinweis!


    Und noch mal an alle: Danke für die konstruktive Kritik, die ich durchaus ernst nehme. Daten/Ergebnisse diskutieren kann ich erst, wenn sie mir vorliegen. Und dann werde ich entsprechend eure Anmerkungen in die Diskussion mit einfließen lassen. Wer an den Ergebnissen interessiert ist, kann mir gerne eine Mail schreiben. Nach Abschluss der Arbeit schicke ich dann eine Zusammenfassung rum.

  • Ich finde weder meinen 12jährigen noch mich oder den Umgang innerhalb meiner Familie in diesem Fragebogen wieder und habe daher abgebrochen. Der Fragebogen ist zumindest auf meine Familie und mich in dieser Form nicht anwendbar.


    Viel Erfolg noch.

  • Astarte Es werden nicht Erziehungsstile erfasst, sondern eben Risikofaktoren für die Entwicklung des Kindes. Das sind Faktoren, deren Einfluss international wissenschaftlich anerkannt ist. So auch in Deutschland. Fraglich ist eher, ob der Fragebogen in dieser Form in Deutschland dasselbe misst, wie in englischsprachigen Ländern. Das herauszufinden ist eben das Ziel meiner Arbeit.

    Achso. Das erklärt einiges. Ich glaube, dass es ein methodisches Problem ist, wenn die Items von den Ausfüllenden nicht verstanden werden, insofern erwarte ich Schwierigkeiten bei der Anwendung dieses Fragebogens.

    Wohin kann ich eine Mail senden?

  • Hallo,


    Trin : Wie bereits beschrieben erhebt der Fragebogen hauptsächlich Risikoverhaltensweisen. Das tritt natürlich nicht in jedem Haushalt gleichermaßen auf. Antworten von Familien, bei denen das Verhalten eben nicht auftritt sind allerdings dennoch dringend nötig, damit die Ergebnisse nicht in eine Richtung verzerrt werden. Damit die Ergebnisse eben auf die Gesamtbevölkerung übertragbar sind, ist es wichtig, von möglichst vielen verschiedenen Gruppen Antworten zu sammeln. Ich habe den Fragebogen wie gesagt nicht nur hier gepostet, sondern auch über viele andere Stellen Teilnehmer rekrutiert, damit die Daten eben möglichst aussagekräftig sind. Je nachdem, wie die Daten bei der Auswertung ausfallen, kann es natürlich sein, dass einige Gruppen über- oder unterrepräsentiert sind. Dies würde ich selbstverständlich im Diskussionsteil der Arbeit kritisch diskutieren.



    Für eine übertragbare Einschätzung müsste es die Möglichkeit geben, zu sagen "Trifft für uns nicht zu.", im Idealfalle noch ein "Weil..." .


    Wenn man nur die Möglichkeit hat, das am wenigsten nicht-stimmende Antwort anzuklicken oder den Bogen eben gar nicht abzuschicken, ist die Sache von vornherein verfälscht, denn dadurch wird das Gesamtbild verzerrt. Massiv.


    Das ist so, als ob man bei einer Bewertung einen Stern anklicken MUSS um überhaupt eine Bewertung abgeben zu können und der Anbgieter dann sagt: Sooo schlecht ist unser Produkt ja gar nicht, schließlich haben alle mindestens einen Stern angeklickt. (denn die vielen, die es nicht gemacht haben, weil sie nicht mal einen Stern geben wollen, tauchen eben in der Auswertung gar nicht mit auf.


    Ich gebe zu, daß mich die Tatsache, daß dies eine wissenschaftliche, von Professoren begleitete Arbeit, ist, (noch mehr) generell an der tatsächlichen Verwertbarkeit von solchen Erhebungen zweifeln lässt. Wenn Stastiken so erstellt werden und am Ende vielleicht sogar mit diesen Werten gar noch weitergearbeitet wird, macht mir das ziemlich Bauchweh und ich werde irgendwelchen Zahlen/"wissenschaftlichen Arbeiten" noch weniger glauben als vorher.


    Ich würde das nicht mal meinen Schülern (pädagogischer Bereich) so durchgehen lassen und selbst schon im Gymnasium wurde bei meinen eigenen Kindern an Fragebögen höhere Anforderungen gestellt. "Die am wenigsten falsche Option anklicken/ankreuzen müssen" wäre da definitv nicht durchgegangen.


    Das mag jetzt nicht dein persönlicher Fehler sein, schließlich hat dein Betreuer das abgenickt, wie du sagst. Mich irritiert aber schon, daß das offenbar so gelehrt und von den Betreuern "durchgewunken" wird. Die wären verantwortlich dafür, vorher deutlich uz machen, wie so eine Umfrage gestaltet sein muss, damit sie verwertbar ist oder zumindest, wenn das verpasst wurde, zu sagen: SO geht das nicht.


    Aber es erklärt für mich doch einiges, was gerade im Bildungs-/Erziehungsbereich, Pädagogik, Psychologie... so veröffentlich wird. Wenn man Fragebögen "richtig" konstruiert (oder zumindest "durchwinkt", kommt man dem Ergebnis, daß man sich erhofft oder an das man selber glaubt, von vornherein näher, ganz unabhängig davon, wie die Realität ist...

    Da brauchen wir uns dann über so manche "Erkenntnis" nicht mehr zu wundern...

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  • Ich gebe zu, daß mich die Tatsache, daß dies eine wissenschaftliche, von Professoren begleitete Arbeit, ist, (noch mehr) generell an der tatsächlichen Verwertbarkeit von solchen Erhebungen zweifeln lässt. Wenn Stastiken so erstellt werden und am Ende vielleicht sogar mit diesen Werten gar noch weitergearbeitet wird, macht mir das ziemlich Bauchweh und ich werde irgendwelchen Zahlen/"wissenschaftlichen Arbeiten" noch weniger glauben als vorher.

    Man muss schon kritisch gucken worauf sich zB ein Zeitungsartikel (also Tageszeitung oder Regionalblatt oder auch Internet) stützt, ja.


    In der Regel sind aber Studien, die in einer wissenschaftlichen Zeitschrift erschienen sind, die alle Manuskripte im Doppelblindverfahren durch mindestens 2 Kritiker beurteilen lässt, bevor publiziert wird ('peer review'), vertrauenswürdiger als eine Masterarbeit (die selbst bei guter Begleitung diese Standards nicht erreichen wird, schon alleine aus finanziellen Gründen - wenn man Fragebögen im Internet verteilt kriegt man halt weniger verlässliche Daten als wenn man anderweitig testet). Sorry, langer Schachtelsatz #schäm


    Das Fiese ist dass die meisten diese Zeitschriften sehr teuer sind und für den Ottonormalverbraucher daher nicht einsehbar.

    (Große Diskussion an den Wissenschaftseinrichtungen übrigens, denn die Wissenschaftler sind idR durch Steuergelder finanziert, die Wissenschaftler übernehmen das peer review füreinander unentgeltlich (passiert während der regulären Arbeitszeit = also auch durch Steuergelder finanziert), und die Unis müssen dann für horrende Beträge ihre eigenen Publikationen von den (kommerziellen!!) Verlagen zurückkaufen.)


    Zum Glück gibt es zunehmend "Open Access" Zeitschriften, zu den seriösen gehören zB in meinem Bereich u.a. die Frontiers-in-Reihe. Viele staatlich finanzierte Geldgeber verlangen inzwischen auch dass Ergebnisse, die mit ihren Geldern finanziert wurden, nur noch Open Access publiziert wurde, damit der Steuerzahler etwas zurückbekommt #top


    Hier zB der Link zu "Frontiers in Educational Psychology: https://www.frontiersin.org/jo…s/educational-psychology#

    Oben bei 'Journals' kan man sich auch in andere Wissenschaftsbereiche durchklicken und etwas schmökern. In meinem Bereich sind die Frontiers-Zeitschriften wie gesagt recht seriös, d.h. es wird nicht einfach irgendein Schmuh publiziert sondern die Reviewer machen ihre Arbeit gründlich. Die Aufgabe der Reviewers ist eben, alle Schwächen aufzuzeigen und um Verbesserung zu bitten, und wenn das nicht möglich ist (oder nicht gemacht wird) wird der Artikel abgewiesen. Ist mir auch schon passiert. (Und ich bin auch selber Reviewer für verschiedene Zeitschriften und kenne daher die andere Seite.)

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  • Zu spät zum editieren...



    Zitat

    Hella Ziel meiner Arbeit ist, herauszufinden, ob sich der Fragebogen in der Version wie er jetzt ist, hier einsetzen lässt.


    Na ja, für die Antwort darauf braucht man ja eigentlich keine Masterarbeit, da reicht einmal lesen. (Aber über irgend etwas muss man ja schreiben. ;))

    Wenn die Tatsache, das es eben NICHT mal eben übertragbar ist und zu deutlich verfälschten Ergebnissen führt, die einzige Erkenntnis aus der Masterarbeit ist, dann richtet man damit zumindest keinen Schaden an...


    Aber müsste es dafür nicht auch einen ausgiebigen Teil geben, in dem die Leute selber einschätzen, wie zutreffend der Fragebogen war, ob sie sich darin überhaupt wiedergefunden haben, ob sie Fragen übersprungen oder die Umgfrage ganz abgebrochen haben und vor allem, warum...? Also das, was gerade hier im Strang läuft.


    Wie will man das einschätzen, wenn die Leute gezwungen sind, irgend etwas nicht wirklich zutreffendes anzukreuzen? Das oder ob Leute abgebrochen haben, weil er eben für sie NICHT ausfüllbar war, sieht man doch bei der Auswertung nicht.


    Das wäre aus meiner Sicht für das Thema der Arbeit sogar der relevantere Teil.


  • Ich hab den Schachtelsatz gut verstanden. :)


    Es geht gar nicht nur um Zeitschriften. Auch Fachbücher enthalten öfter mal Statistiken oder "statistisch gestützte Erkenntnisse", die ich nicht mit der "Lebenswirklichkeit" zusammenbekomme und ich denke, ich erlebe privat und beruflich ein recht breites Spektrum.


    Und trotzdem läuft eben auch eine Masterarbeit eigentlich unter "wissenschaftlicher Arbeit" und sollte daher zumeinst auch bei einer Befragung die entsprechenden die Grundansprüche erfüllen (die wie gesagt schon an meine Kids im Gymnasium gestellt wurden) . Also entweder, wenn es um den Inhalt geht, wirklich ergebnisoffene Fragestellungen bzw. die Möglichkeit, auf nicht zutreffende Fragen nicht zu antworten (ev. mit Begründung) und, wenn es wie hier um eher den Fragebogen an sich geht, eben auch eine Befragung zur Gestaltung und zum Inhalt des Bogens, denn DAS will man ja herausfinden.


    Wie gesagt, mich wundert, daß ein Betreuer so etwas als "aus wissenschaftlicher Sicht in Inhalt und Gestaltung OK" durchwinkt. Ich würde es nicht und ich arbeite nicht mal mit Studierenden...

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  • Auch auf die Gefahr hin jetzt getuppert zu werden, aber warum könnt ihr den Fragebogen nicht einfach so annehmen, wie er ist? Die Erstellerin hat sich eine ganze Menge Gedanken und Mühe damit gemacht und den jetzt so zu zerpflücken bringt doch nichts.


    Das wir hier für diesen Fragebogen nicht unbedingt die richtige Zielgruppe sind, sollte klar sein. Aber dadurch bekommt er ein breiteres Spektrum an Antworten und nicht nur den 'mainstram-einheitsbrei'.


    Klar, sind dort Fragen dabei mit denen ich nichts anfangen kann, dann klicke ich auf 'weiß nicht' und gut ist. #weissnicht


    Bei den Fragen mit der Reaktion. Wenn mein Kind dieses Verhalten nicht zeigt, dann weiß ich doch auch nicht, wie ich darauf reagiere, sprich wieder auf 'weiß nicht' drücken.


    Und sich an einzelnen Formulierungen aufhängen und deswegen den ganzen Fragebogen als schlecht zu bewerten, finde ich wenig hilfreich.


    Auch wenn der ganze Fragebogen mit 'weiß nicht' beantwortet wurde, kann die Erstellerin doch trotzdem etwas daraus ziehen.

    "Alles was wir fühlen, zerfällt in dem Augenblick, in dem wir es versuchen zu erklären.
    Alles was wir fühlen, erstrahlt in dem Augenblick, in dem wir unsere Ängste überstehen." Madsen

  • Die TS hat doch nun mehrmals darauf hingewiesen, dass sie den bereits existierenden, eben nicht von ihr selbst erstellten Fragebogen in ihrer Masterarbeit durch Verwendung im deutschsprachigen Raum auf Verwendbarkeit prüfen und dies auch NACH der Befragung kritisch analysieren will. Ist das so schwer zu verstehen oder hab ich das falsch verstanden, weil hier ständig auf der Fehlerhaftigkeit des Fragebogens herumgeritten wird?#weissnicht

    Viele Grüße von Ina mit großer Miss (02/03) und etwas kleinerem Kerlchen (04/06) #blume

  • Trin Ich bin da ganz deiner Meinung und wollte den Fragebogen der hier verlinkt wurde damit gar nicht verteidigen. Mir haben schon die ersten Kommentare hier im Thread gereicht, ich hab ihn nicht mal angeklickt. Da scheint die Betreuung evtl nicht gut zu sein (oder halt die Fragestellung nicht klar: manchmal muss man den Teilnehmern auch was vom Pferd erzählen um die Ergebnisse nicht zu verfälschen ;) das kann durchaus legitim sein wenn hinterher ein Debriefing = eine Aufklärung der Teilnehmer stattfindet). Keine Ahnung, ich hab ihn mir nicht angeguckt.

    Ich wollte nur einwerfen dass es im Wissenschaftsbetrieb durchaus eine recht effektive Selbstregulierung gibt, die zwar nicht verhindern kann dass irgendwelche unseriösen Zeitschriften irgendeinen Quatsch publizieren, und die auch nicht verhindern kann dass Tageszeitungen oder Blogs usw Ergebnisse aus seriösen wiss. Zeitschriften komplett falsch darstellen - aber die immerhin dafür sorgt dass, wenn man weiß wo man für seriöse Studien sein muss und dann auch noch Zugang hat (#rolleyes) man durchaus Studien finden kann die grundsätzlich vertrauenswürdig sein sollten.


    (Irgendwie scheint dieses Thema bei mir Schachtelsätze hervorzurufen #freu )

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Anja ()

  • Hallo,


    Schachtelsätze sind OK, die kann ich auch ganz prima. :D


    Im Grunde weiß ich das ja auch, aber wie gesagt, mir sind in letzter Zeit mehrfach "Erhebungen" untergekommen, bei denen ich mich gefragt habe, wie man auf solche Zahlen bzw. die aus den Zahlen hergeleiteten "Erkenntnisse" kommen mag... Daß die oftmals "gezielt formuliert" und aus diesem und anderen Gründen nicht wirklich wasserfest sind, ist mir schon klar. Aber von einer Masterarbeit hätte ich eben anderes erwartet ...


    manchmal muss man den Teilnehmern auch was vom Pferd erzählen um die Ergebnisse nicht zu verfälschen ;) das kann durchaus legitim sein wenn hinterher ein Debriefing = eine Aufklärung der Teilnehmer stattfindet).


    Ja, so was in der Art war ehrlich gesagt zwischendurch auch mein Gedanke. Also ob es mehr um die Reaktionen der Teilnehmer AUF den Bogen geht als um den Bogen selber, das fände ich noch am sinnvollsten.


    Wir haben auch schon Beobachtungen durchgeführt, bei denen es gar nicht um die gestellte Aufgabe an sich ging sondern um die sich daraus ergebenden sozialen Interaktionen oder um die Schwelle der Frustrationstolereanz usw.


    Nur dürfte es erstes schwer fallen, die Reaktionen auf den Bogen wirklich zu erfassen und zweitens dann später die Aufklärung der Teilnehmer zu liefern, wenn man einen anonymen Fragebogen kreuz und quer im Internet verteilt/ verteilen lässt...


    Da passt irgendwas nicht zusammen, so oder so...


    InaundKids


    Gerade darum ist aus meiner Sicht diese Diskussion wichtig und richtig - wie will man die Verwertbarkeit beurteilen, wenn man nicht genau dazu Rückmeldung bekommt?


    iyomi

    "Ich weiß nicht" ist aber nicht die richtige Antwort, wenn man weiß, wie man reagieren würde, diese Option aber gar nicht auftaucht.

    Oder wenn man eine Grundlegend andere Sichtweise darauf hat und darum die Frage gar keine Relevanz hat. So lange das nicht auch erfasst wird, wird das Ergebnis aus meiner Sicht verfälscht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 4 Mal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Die TS hat doch nun mehrmals darauf hingewiesen, dass sie den bereits existierenden, eben nicht von ihr selbst erstellten Fragebogen in ihrer Masterarbeit durch Verwendung im deutschsprachigen Raum auf Verwendbarkeit prüfen und dies auch NACH der Befragung kritisch analysieren will. Ist das so schwer zu verstehen oder hab ich das falsch verstanden, weil hier ständig auf der Fehlerhaftigkeit des Fragebogens herumgeritten wird?#weissnicht

    Genau, und dadurch ergibt sich ja auch ein völlig anderes Bild bzw. eine völlig andere, sehr plausible Fragestellung.


    Ich nehme daher meine erste Einschätzung zurück, weil mir da nicht klar war, worauf die Arbeit hinauswill.


    Der TS viel Glück für den Master 🍀

  • Trin , wenn du weißt, wie du darauf reagieren würdest, dann kannst du doch auch die entsprechende Zahl eintragen?


    Und ob du persönlich eine grundlegende andere Sichtweise hast, interessiert hier in dem Fragebogen, gerade nicht. Es werden nur allgemeine Sachen gefragt, ja sehr oberflächlich. Aber wir wissen doch auch gar nicht genau, warum gerade diese Fragen gestellt werden und warum kein Platz für persönliche Meinungen sind.


    Und was genau das Ergebnis sein soll, wissen wir doch auch nicht, sonst bräuchte es doch kein Fragebogen.

    "Alles was wir fühlen, zerfällt in dem Augenblick, in dem wir es versuchen zu erklären.
    Alles was wir fühlen, erstrahlt in dem Augenblick, in dem wir unsere Ängste überstehen." Madsen

  • Eigentlich war ich wenig motiviert, aber dieser thread hat dann doch meine Neugier geweckt. Ich fand den Fragebogen gut machbar und hab mir viel schlimmeres vorgestellt - ein paar mal hab ich “weiß nicht“ angeklickt.

    Viel Erfolg mit der Masterarbeit (und ich bin ziemlich froh dass die Objekte meiner Abschlussarbeiten pflanzen-bzw. säugerzellen waren^^ )!


  • Wie gesagt, für mich bleibt die Frage, woran sie das fest machen möchte, wenn sie keine Rückmeldungen dazu einfordert. Bliebe nur die direkte Beobachtung der Reaktionen - das kann in einem Forum sicher erfolgen, wenn man den Threadverlauf dazu hernimmt und auswertet (was aber, so lange es nicht komplett anonymisiert erfolgt, wieder rechtliche Probleme mit sich bringen kann...), aber die statistische Relevanz ist auch dann anzuzweifeln und "Reaktion direkt beobachten" inkl. der späteren Aufklärung ist kaum möglich, wenn darum gebeten wird, den Bogen auch an Bekannte zu verschicken.


    Wenn man eben gar nicht sieht, wer an den Fragen scheitert und darum eben den Bogen gar nicht ausfüllt (die fallen dann ganz aus der Bewertung) und wer nur "das kleinste Übel" wählt und dazu eben keine Fragestellung hat, usw. kann man schwer abschätzen, wie viel Prozent der urprünglich Befragten der Bogen eben gar nicht korrekt ausfüllbar und daher verwertbar IST.


    Aber na ja, wenn die Betreuer es so zulassen, kann man nichts machen.