Darf Arzt Rezepte per Post verschicken?

  • Ich könnte mir denken, dass es für einige aber unangenehm ist, diese Kabinen aufzusuchen, das sehen ja die anderen Kunden und denken sich dann womöglich ihren Teil. Eine grundlegende Umstrukturierung wäre irgendwie schon besser, denke ich.

    LG Heike


    Der richtige Mensch ist nicht der, mit dem immer alles toll ist, sondern der, ohne den alles blöd ist.

  • Mitten in einer großen Stadt kann ich mir irgendwie gar nicht vorstellen, eine Apotheke zu finden, die „guten Kontakt“ zu den behandelnden Ärzten hat. Ok, unsere durch Zufall gefundene Kinderärztin bemüht sich aktiv um den Kontakt zu der uns am nächsten gelegenen Apotheke, da liegt dann schon mal etwas vorbestelltes, wenn wir mit dem Rezept kommen. Ich gehe seit ca. 20 Jahren in erster Linie zu dieser Apotheke, seit ungefähr 10 Jahren nehme ich Thyroxin. Aber ich bezweifle, dass auch nur eine Mitarbeiterin das präsent hat. Außerdem gibt es rund um die Innenstadt bei uns einfach zu viele Fach- und Hausärzte, als dass da persönlicher Kontakt bestehen könnte.


    Ich fühle mich oft in den größeren, hochmodernen, anonymen Apotheken ein paar Schritte weiter sogar besser aufgehoben (u.a. weil sie nicht samstags um 14 Uhr schließen, weil die Theken tatsächlich mehr Diskretion ermöglichen und weil die Informationsvermittlung besser erscheint. Ganz ohne, dass ich dort Stammkundin wäre.)

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  • Das könnte daran liegen, dass es in größeren Apotheken eher ein funktionierendes Qualitätsmanagement gibt. Vorgeschrieben ist es für alle Apotheken, aber die Form ist fast völlig frei, und nur die pharmazeutischen Kernbereiche sind Pflicht.

    Wir sind seit 12 Jahren zertifiziert (mein Baby #love mit TÜV-Stempel nach DIN ISO 9001:2015), und gerade die Beschäftigung mit den „sonstigen Bereichen“ erhöht die Arbeitszufriedenheit, das Betriebsergebnis und nicht zuletzt die Kundenzufriedenheit. Weil der Laden einfach runder läuft. Weil man Fehler vermeidet anstatt die Zeit und die Ressourcen zu vergeuden, Fehler wieder glatt zu ziehen.

  • Ich glaube, wenn man einfach nur hin und wieder mal ein Medikament für einen kurzen Zeitraum benötigt und auch sonst alles unkompliziert ist, dann macht es wahrscheinlich tatsächlich keinen großen Unterschied, wo man sich das nun holt.


    Aber sobald es irgendwelche chronischen/komplizierteren Geschichten sind, wo verschiedene Ärzte involviert sind, evtl noch irgendwelche Unverträglichkeiten dazu, dann kann es Gold wert sein, eine Apotheke zu haben, die den Überblick behält, einen kennt und auch ein wenig vermittelt.

    Ich habe es selbst gemerkt, welch Riesen Unterschied das macht.

    Aus dem Grund habe ich nun eine Stammapotheke, inkl kundenkartei und hinterlegten Daten der behandelnden Ärzte. Ich fahre dafür tatsächlich ein paar km, obwohl ich hier zwei Apotheken in laufnähe habe. Bei denen habe ich mich aber einfach nicht gut aufgehoben gefühlt.

    Ja, es wäre bequemer, das schnell einfach mal auf dem Rückweg oder zu Fuß zu machen - aber ich hätte eben auch deutliche Nachteile.

    Ich bin extrem froh, dass sie da einen so guten Überblick haben, direkt schauen, ob das Medikament teilbar/auflösbar ist, Wechselwirkungen/ Einnahmezeitpunkte optimieren etc.

    Gerade wenn verschiedene Fachrichtungen involviert sind, fällt das den Ärzten manchmal schwer, weil sie eben vor allem ihren Bereich sehen. Und ich erwarte auch gar nicht, dass der Kieferchirurg genau mit dem wirkmechanismus der Hautmedikamente vertraut ist usw.


    Nun kann ich das also freiwillig so handhaben, aber es ist natürlich einfach schade, wenn andere Patienten eventuell schlechtere Versorgung bekommen, weil sie einfach nicht Bescheid wissen, es nicht verstehen (können) etc. Daher fände ich es durchaus sinnvoll, wenn zumindest Dauermedikation irgendwo zentral hinterlegt wäre...


    Ich finde jedenfalls die Arbeit „meiner Apotheke“ absolut unterstützenswert und habe mir bisher eingebildet, es hilft, wenn ich auch so Zeug wie mein ND-Duschgel, insektenschutz usw dort besorge, statt es zu bestellen. Liege ich da richtig die.lumme ?

  • Jepp, natürlich!

    Denn ohne Nachfrage auch für die kleinen Dinge könnten wir die nicht am Lager haben. Dabei sind es oft die kleinen Dinge, die die Kunden dankbar wieder kommen lassen. Die Analvorlagen für die Haemorrhoidenpatienten... kosten 1,50€, kennen die Wenigsten, nehmen sie gerne auf Empfehlung mit und holen sich später die nächste Packung mit einem sehr dankbaren Kommentar.

    Hautpflege für Neurodermitiker: da bin ich unendlich froh, eine schier unendliche Auswahl da zu haben, weil ich so mit sehr hoher Trefferquote das passende empfehlen kann. Geht aber nur, wenn die Produkte wg. Nachfrage auch am Lager sind.

    Also ja, das hilft, wenn Du vor Ort kaufst, auch wenn bei der einen Packung noch nichts in der Apotheke hängen bleibt.


    Und ich freue mich besonders für Euch, dass Ihr eine gute Apotheke gefunden habt.

  • Und ich freue mich besonders für Euch, dass Ihr eine gute Apotheke gefunden habt.

    Und das habe ich zu einem großen Teil dir zu verdanken. Sonst hätte ich gar nicht gewusst, dass es auch so gehen kann.


    (Und nun habe ich ein wenig schlechtes Gewissen, dass wir so oft 20 Minuten dort verbringen und scheinbar trotzdem kaum etwas übrig bleibt. Das war mir nicht bewusst)

  • Eh, das ist meine Berufsehre „solche Fälle“ vernünftig zu versorgen. Das macht Spaß! Echt! Und es ist ungemein befriedigend, wenn man merkt, dass man seinen Job gut gemacht hat und für den Kunden etwas positives erreicht hat.

    Apotheke ist Mischkalkulation und das sollte es in einer Solidargemeinschaft auch sein. Damit jeder so versorgt werden kann, wie er es braucht.

  • Ihr seid zwar schon viel weiter, aber ich wollte mich noch bedanken für die Infos zur Suizidprophylaxe und Paracetamol! Ein typisches Beispiel finde ich für eine Maßnahme, die auf den ersten Blick total sinnvoll erscheint, aber doch um einiges komplexer ist...