Apothekerinnen - "Aufzahlung" bei Medikamenten für Kinder?

  • Bei den sehr teuren Arzneimitteln gibt es noch einen „Handlingaufschlag“, der soll die Strafzahlungen (bzw. fehlenden Rabatte) beim Großhandel bzw. den erhöhten Aufwand/größeres Risiko beim Direktbezug, sowie den Zinsnachteil ausgleichen (die Rechnungen vom Hersteller bzw. Großhandel müssen sofort/sehr kurzfristig bezahlt werden, die GKV zahlt nach Einreichen der Rezepte zum Monatsende mit 6 Wochen Frist.

    Wenn man das ehrlich durchrechnet, bleibt davon nichts, bei hohem Risiko (-> Retaxationen).

    Bei privat Versicherten kommt das Risiko des Zahlungsausfalls dazu... und nein, die Direktabrechnung mit der PKV ist keine Alternative, denn sobald der Kunde mit seinen Beiträgen im Rückstand ist, bekommt die Apotheke nichts mehr. Aber über Beistandsrückstand darf die PKV keine Auskunft geben.

    Krebs ist für PKV-Versicherte echt eine enorme Herausforderung... wir haben auch Kunden, die monatlich 10.000€ aufbringen müssen... die gehen mit dem Klingelbeutel durch die Verwandtschaft, bis das Geld von der PKV zurück kommt.

  • @Trüffel 
    ja,

    früher war das mal so, aber die Zeiten sind lange vorbei
    gut für Apotheken wäre auch wenn man nicht bei Online Apotheken bestellt oder Dinge die es auch im Drogeriemarkt gibt eben auch in der Apotheke kauft

    Die Apotheke vor Ort ist nicht ersetztbar, da sie auch den Notdienst übernimmt

    sowas kann eine Online Apotheke nicht leisten


    Es haben in den letzten Jahren unzählige Apotheken geschlossen, selbst "meine" alte Apotheke hat hingeworfen

    1903 gegründet.... ich habe dort acht Jahre gearbeitet.... einfach weg

    ich bin PTA, bekomme aber Rennte, arbeite also schon viele Jahre nicht mehr

  • Ja, die Pflaster und das Duschgel von Weleda in der Apotheke zu kaufen, anstatt um 50Cent zu sparen zu DM zu gehen, wäre schon ganz gut. Ich versteh die Kunden ja, aber wir versuchen die Preise ja günstig zu halten und machen keine Mondpreise.

  • Vorteil PKV: das Geld ist sofort da, sofern nicht Rechnung vereinbart wurde. Nachteil: die Rezeptkopiererei ist aufwändig, weil viele Ärzte nicht die von der PKV gewünschten Rezeptformulare verwenden, sondern schicke Eigenentwürfe.

    Bei der GKV kommt das Geld später, das Retaxrisiko ist vorhanden und die Beachtung der Rabattverträge (und das Vermitteln dieser an die Kunden) kosten viel Zeit.

    Ich würde sagen: nimmt sich nix.

    Wobei: bei Privatrezepten hab ich mehr Flexibilität bei der Auswahl der Hersteller (immer in Rücksprache mit dem Kunden!), aber nein, am Ende nimmt es sich nix.

  • Ich finde das ja alles sehr spannend und muss sagen das ich mein Nutzungsverhalten von Apotheken seitdem ich hier lese tatsächlich verändert habe. #ja

    Vielen Dank dafür, vor allem in der Schwangerschaft habe ich deutlich von einer qualifizierten Beratung profitiert.

    “Stelle Dich an den Abgrund der Hölle
    Und tanze zur Musik der Sterne!”
    (Walter Moers)


    Du darfst sein, wer du bist, du darfst dich äußern und wir nehmen das ernst. Da ist immer beides: Wurzeln und Flügel, Bindung und Freiheit.

    (Herbert Renz-Polster)


    #NazisRaus #BOohneRechts

  • Puh, das war mir auch nicht klar. Wir haben hier auch eine nette Apotheke, da werde ich mich mal wegen anderer Dinge öfter blicken lassen..

  • Interessant zu lesen.

    Ich mußte unlängst mal 0,12€ zuzahlen und mich habe mich etwas gewundert aber vergessen nachzuforschen. Danke für den Fred. Ich hole das meiste in der Apotheke um die Ecke weil ich will das die dort bleibt. Ich hoffe andere machen das auch.

  • In unserer Apotheke gibt es Gutscheine ueber x% (also in Pfennigen), die man beim nächsten Besuch einsetzen darf.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Danke für die ganzen interessanten Infos und Hinweise. Vieles davon wusste ich nicht. Medikamente kaufe ich eigentlich schon immer vor Ort, aber ich versuche jetzt auch mal Pflaster oder Weleda Artikel in der Apotheke zu kaufen (das hab ich bislang nie gemacht).

  • Gibt es denn sonst einen wirtschaftlichen Unterschied zwischen PKV- und GKV-Kundschaft für Apotheken?

    Ja, einen gibt es:

    Die 1,77€ Krankenkassenrabatt, die die Apotheke den GKVen gewähren muß, bleiben bei PKVen in der Apotheke.

    Dafür hat man dann die Arbeit mit den Rezeptkopieen

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Ich lasse meine Rezepte nie kopieren #gruebel wahrscheinlich nur wenn Beihilfe mit dabei ist?

    When all hope begins to shatter
    Know that I won't be afraid

  • Genau, weil das Originalrezept an die Krankenversicherung und die Kopie an die Beihilfe geht. Ich habe meine Kopie aber immer selbst gemacht. Und inzwischen geht es ganz einfach über eine App, da entfällt der ganze Papierkram.