Bedeutung einer Redewendung - ruhig zum anhängen

  • Gestern hörte ich einen Menschen mit süddeutschem Akzent (da ist alles drin, was südlicher ist, als der Harz und Österreicherische und Schweizerisch auch - ich habe Mühe, die näher zu bestimmen) der schloss seinen Monolog (er verkaufte ne Obdachlosenzeitung) mit "vergelts Gott"


    Was bedeutet das?

    Sowas wie "Gott bewahre" oder das Arabische "inschalla"

    Oder doch ganz anders gemeint?

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Gott soll es Dir vergelten - Deine Güte zurück zahlen, weil die Person das nicht kann. Wird wie ein starkes Danke gebraucht.


    Eine von der älteren Generation noch häufig verwendete Wendung, aber ziemlich im Aussterben begriffen, denke ich.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Er prophezeite dir karmapunkte.

    "Gott möge es dir vergelten, also dich für dein handeln belohnen ".

    So verstehe ich die Redewendung.

    Wird auch mal ironisch gebraucht für unentgeltlich geleistete Arbeit.

    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Und wenn jemand niest, gibt es statt "Gesundheit" auch "Helf dir Gott" (Heifdagod!), fällt mir da gerade ein.

    Genau, kenn ich auch. Ist in meiner Geburtsregion noch sehr verbreitet. Ersteres eher bei älteren , "Helfgod" auch bei der mittleren Generation noch.

    Lass Dich nicht vom Bösen überwinden sondern überwinde das Böse mit Gutem.

  • Hier noch eine Anmerkung gegen das "ist im Aussterben" - wird hier noch relativ häufig verwendet, tatsächlich aber eher von älteren (wie mir).

    Die säkulare Version heißt: "I werf der au mol wiadr en Schtoi en dr Gardda"#zwinker

    Du sollst den Tag nicht vor dem Elternabend loben.

  • Ich kenne noch "Pfüatigod" aus meiner Kindheit. War so was wie"auf Wiedersehen", glaube ich.

    Das ist einfach Mundart für: "Behüte Dich Gott"

    Ich meine, das heißt wörtlich "Gott anbefohlen" - aber vom Sinn her "Behüte Dich Gott", ja.

    Ich kenns aus meiner Kindheit als "Pfüagott", hier heißts "Pfüadi"

    Lass Dich nicht vom Bösen überwinden sondern überwinde das Böse mit Gutem.

  • Hier noch eine Anmerkung gegen das "ist im Aussterben" - wird hier noch relativ häufig verwendet, tatsächlich aber eher von älteren (wie mir).

    Die säkulare Version heißt: "I werf der au mol wiadr en Schtoi en dr Gardda"#zwinker

    Was hier in meiner Umgebung jedes Mal wieder Stirnrunzeln hervorruft... Die kennen das gar nicht.


    In meiner Heimat wird "Vergelts Gott" in meiner Generation schon sehr genutzt, "Pfüedi" noch häufiger, vor allem als Abschied für Leute anderer Altersgruppen. Meiner Oma sage ich "Pfüedi", meinen Freunden eher "Zewass" (=Servus).


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Als ich in der Ausbildung auf der Wochenstation mal eingesprungen bin, hat die Stationsschwester zu mir gesagt: "Vergelts Ihnen Gott im Wochenbett". Hat er gemacht. Ich hatte dreimal schönes und unkompliziertes Wochenbett :D.


    "Pfürti Gott" habe ich immer ausgelegt als "Führe dich Gott" für einen sicheren Weg.

  • B'hüeti Gott kenn ich noch von meiner Grossmutter :). Kanton Aargau.


    Als Abschiedsgruss/-Segen. Wurde hier nicht so alltäglich benutzt wie oben beschrieben, sondern eher für besondere Anlässe. z.B. man sieht sich eine Weile nicht mehr, ich habe Angst vor einer Prüfung, grosse Auslandreise, so was.


    Von der Aussprache war es klar erkennbar "Behüte dich Gott" in Mundart, wie Kirsi schrieb. Ohne Pf ;). Habs schon sehr lange nicht mehr gehört. Ich glaube, es wird nur noch von ü70 oder sogar ü80 verwendet, oder jemand ist sehr religiös.