• Allerdings sehe ich keinen "Kult", denn es geht ja nicht um eine Verherrlichtung Greta Thunbergs. Sie ist eine Aktivistin. [...]

    Ich würde mir auch einen vorsichtigen Gebrauch des Worts "Sektenführerin" oder "sektenführerhaft" wünschen. FfF ist keine Sekte. Das Wort wirkt auf mich in diesem Zusammenhang inkriminierend.

    Hätte ich auch immer gesagt - bis letzten Freitag. Da war ein Kollege von mir mit SchülerInnen bei einer Klimaaktion im Sinne vob FfF, zu der auch ein Gottesdienst gehörte. Und das hatte wohl ganz viel "Sektenmäßiges" an sich, bis hin zur Stilisierung von Greta als "Messias" unserer Zeit. Muss echt gruselig gewesen sein.


    Inwiefern das jetzt von wem so gesteuert ist, oder wer das innerhalb der Bewegung gut oder schlecht findet, wie verbreitet das ist... keine Ahnung. Aber dass es das gibt, finde ich grundsätzlich bedenklich.


    Sie ist ämlich nicht mehr nur Aktivistin, sondern das Gesicht einer ganzen Genration und einer riesigen Beewgung. For better or worse... Sie wird geliebt und gehasst, ist Zielscheibe von Hass oder aber Ikone. Das ist für eine Sechzehnjährige sicher nicht so gut. #hmpf



    Davon ab war ich heute etwas entsetzt, weil ein Kollege von mir offenbar zwar glaubt, dass sich das Klima verändert, aber nicht, dass Menschen da was für können. #hammerStudierter Mensch, der Kindern was beibringen soll...

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


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    You say you want a revolution. Well, you know, we all want to change the world.

    But when you talk about destruction, don't you know that you can count me out? Don't you know it's gonna be all right?

  • Es geht hier auch nicht um einen einzelnen Arbeitsplatz, es geht hier um Regionen, wo sehr viele Leute davon leben. Das bleibt nicht bei einer temporären Arbeitslosigkeit! Vielleicht werden sie auch vom Amt genötigt, jeden Tag 100km zu einem anderen Arbeitsort zu pendeln - auch nicht so übermäßig umweltfreundlich.

    Es ist verdammt gefährlich, ganze Regionen in die Armut zu zwingen und ihnen keine Alternativen anzubieten. Dann haben wir bald noch ganz andere Probleme.

    Klar ist eine Region mit hoher Arbeitslosigkeit gefährlich, die Frage ist doch aber was langfristig gefährlicher ist. Und man muss sie doch nicht ohne Alternativen lassen. Rein in die EEG , da werden soviele Arbeitsplätze geschaffen , vor 4 Jahren wurden dort 80.000!!! Arbeitsplätze abgebaut , die müssen wieder her, um den Umbau zu ermöglichen.

    Etwas makaber aber auch ein gutes Beispiel ist der Gedanke, dass man ja auch nicht an der Todesstrafe festhalten würde, nur damit die ganzen Henker nicht arbeitslos werden.


    Rattenkind ich hatte ähnlich suspekte Gefühle beim evangelischen Einschulungsgottesdienst meines großen vor 6 Jahren. Wir gehen nie in die Kirche, haben da keinen Bezug , aber da dachte ich mir auch, wo bin ich denn hier gelandet, weil es auch echt skurril für mich in eine sektenähnliche Richtung ging.

    Vllt war es da ähnlich.

    Wenn man sich auf den Demos umschaut, dann findet mal vieles, aber kein Vergöttern von Greta.

    Da ist mal ihr Name oder ihr Bild auf einem Plakat, aber überwiegend geht es um den Klimaschutz und nicht um sie.

    Würde sie morgen damit aufhören, würde die Bewegung immer weitermachen, das würde nix mehr ändern. Zum Glück!

    Sie hat es angeschoben, jetzt ist ein Selbstläufer.

    Sie ist daran gewachsen, das sieht und merkt man ihr an, sie ist nach eigenen Angaben ein glücklicherer Mensch geworden, weil sie ins Tun gekommen ist und nicht mehr in ihrer Angst gelähmt ist.

    Ich freu mich für sie und ihre Entwicklung und bin ihr dankbar für ihr Engagement, genau wie Malala und auch Melati und Isabel aus Bali, das sind alles so tolle Mädchen, die was bewegt haben!


    Für die einen ist das Glas halbleer,
    für die anderen ist es halbvoll,
    und ich freu mich schon, wenn überhaupt etwas drin ist !!
    :D

  • Astarte dafür hatten wir, meiner Meinung nach, theoretisch Zeit, als das Problem erkannt und vertuscht wurde. Jetzt werden viele Lebewesen sterben und leiden. Die Frage ist wie viele und das hängt ganz klar an uns und unserem Egoismus.

  • 1. Ein Sektenführer verfolgt das Ziel, sich als Sektenführer zu etablieren und zu halten. Wo seht Ihr da Greta Thunberg?


    2. Es ist normal, dass sich jugendliche Menschen ein Idol suchen. Denk an Elvis, denk an, keine Ahnung, Back Street Boys? Um dem entgegenzuwirken, gäbe es ein ganz einfaches Mittel: Die Leute, die es können, nehmen das Thema an sich.


    Seltsame Entwicklungen kann es immer uns überalls geben. Das macht nicht falsch, was Greta Thunberg tut, es macht nicht falsch, was, was Greta Thunberg sagt. Gebt den Jugendlichen etwas anderes, an dass sie sich halten können, dann müssen sie sich nicht an ein 16-jähirges Mädchen hängen, um Hoffnung, Begeisterung (!), Engagement fühlen zu können.

  • Fortsetzung:


    Was mir bei der ganzen Diskussion zu kurz kommt, sind die Gedanken, wie wir gutes Leben auf Zukunft für alles gestalten können. Und das besteht eben nicht darin, einfach alle Produkte so teuer zu machen, dass sie sich nur die Wohlhabenderen leisten können. Die Frage der sozialen Gerechtigkeit und der Teilhabe wird völlig aus dem Blick verloren. So können wir aber nicht Gesellschaft gestalten!

    Ich habe vor Kurzem einen langen Artikel dazu gelesen, den ich hier mal verlinke. Link aus der ZEIT Das meiste davon ist hier bekannt, aber die Beispiele aus Kopenhagen fand ich sehr interessant.

    Es gibt auch einige kluge Köpfe, die sich seit Jahren Gedanken machen, wie gesellschaftliche Veränderungen stattfinden können - Harald Welzer z.B. hat einen Lehrstuhl für "Transformationsdesign" #cool.


    Und da stimme ich Dir sofort zu, Astarte - es kommt einfach zu kurz in den Diskussionen, WIE es gehen kann (und es kann hoffentlich noch!), ohne dass man sich als einzelner Mensch fürchten muss. Warum werden diese positiven Beispiele, Pläne und Ideen nicht viel öffentlicher diskutiert? Da könnte eine echte Aufbruchsstimmung entstehen, gerade hier in Deutschland, wo das Selbstverständnis vieler in einer Vorreiterrolle zu liegen scheint.


    Oh nee, Ihr seid inzwischen schon weiter. Ich schreibe einfach zu langsam. Aber ich schicke es trotzdem ab.


    Und eine kleine Anmerkung zu Gretas Rede hätte ich noch. Die schwedische Sprache hat sehr harte Konsonanten und eine Sprachmelodie mit z.T. mehreren Betonungen im einzelnen Wort. Für uns Deutsche hat ein schwedischer Akzent oft eine aggressive Komponente (z.B. durch das gezischte S, die vielen Betonungen, die wie Emphasen wirken u.ä.). Vielleicht ist das nicht allen bewusst. Mir fiel es bei der Rede sehr auf.


    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Sorry, der Link geht nur für Abonnenten.

    Letztlich geht es darin um konkrete Beispiele aus verschiedenen Ländern und Regionen, besonders aus Kopenhagen, das sich extrem ehrgeizige Ziele gesetzt hat, wie Versuche gelingen können, CO2-neutral zu werden, ohne die Lebensqualität der Menschen einzuschränken (wenn sie also auf eines verzichten, bekommen sie etwas anderes dafür, das ebenfalls erstrebenswert ist, z.B. bessere Infrastruktur, mehr Grünflächen, attraktiveren Wohnraum, Freizeitangebote etc.pp.)

    Der Artikel meint, der Kapitalismus könnte da segensreich wirken, weil er diese Prozesse der Umwandlung quasi in Turbozeit in Gang zu setzen in der Lage ist. Sobald man im Kapitalismus einen kleinen Anreiz schafft oder einen Ehrgeiz weckt, geht das große Erfinden los.

    Man müsste - so die Idee - eben einfach alles gleichzeitig tun, statt immer nur eins zur Zeit. Abbau und Aufbau, Anreize und Verbote, Technik und Verzicht.


    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

    Einmal editiert, zuletzt von Frisch ()

  • Jetzt werden viele Lebewesen sterben und leiden.

    30% aller Voegel in den USA sind in den letzten 50Jahren verschwunden. Jeder 3. Das ist kein werden mehr, das laeuft schon jetzt.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Ich kann leider den Artikel nicht lesen, aber ich glaube, dass es nicht reichen wird, wenn es auch erstrebenswert ist (und ich finde, jedes BISSCHEN, das man tut, ist erstrebenswert), sich nur vor Ort klimaneutral zu machen. Denn unsere vermeindliche Klimaneutralität beruht weiterhin darauf, dass andere das nicht können. Deswegen denke ich weiter, dass Wohlstand hier abgebaut werden muss und woanders aufgebaut, um tatsächlich einer weltweiten Klimaneutralität nahezukommen. Dennoch halte ich es für absolut erstrebenswert, überhaupt etwas zu machen, und lokale Klimaneutralität ist ein sehr wichtiger Schritt. Die Welt ist aber zu vernetz, um nur lokal zu denken. Es geht des Weiteren auch um Transportwege und Wertschöpfungsketten. Da ich den Artikel nicht lesen kann, weiß ich nicht, ob globaler Ausgleich in dem Konzept eine Rolle spielt.

  • Das Argument mit den Arbeitsplätzen und der sozialen Gerechtigkeit kommt ja sehr sehr sehr oft, vor allem auch hier im Forum. Ich kann es nicht nachvollziehen.


    Ein ungebremster Klimawandel ist eine viel größere Bedrohung für die soziale Gerechtigkeit als ein paar wegfallende Arbeitsplätze in der Braunkohle oder die Verteuerung von Flugreisen. Die Niederlande haben das Geld, um höhere Deiche zu bauen, wenn der Meeresspiegel steigt. Bangladesch nicht. Reiche Menschen können sich Klimaanlagen leisten, um Sommer mit Temperaturen von 45° zu überstehen. Arme Menschen nicht. Reiche Menschen können sich Wasser und Nahrung leisten, auch wenn beides aufgrund von Dürrekatastrophen knapp wird. Arme Menschen nicht. Gegen SOLCHE Ungerechtigkeiten ist die Ungerechtigkeit, dass nur Reiche sich Flugreisen leisten können, wirklich nur Peanuts.


    Ja, eine Braunkohleregion oder eine Stadt mit vielen Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie könnten möglicherweise durch konsequenten Klimaschutz verarmen, und wären dann ein gefundenes Fressen für Bildzeitung und AfD. Aber das sind Peanuts im Vergleich zu dem, was passiert wenn die Bevölkerung von Bangladesch sich auf den Weg nach Europa macht, weil ihr Land nicht mehr existiert.


    Die sozialen Folgen des Klimawandels machen mir weitaus größere Sorgen, als die sozialen Folgen des Klimaschutzes.


    Abgesehen davon mache ich mir überhaupt keine Sorgen, dass uns die Arbeit ausgehen könnte, nur weil wir weniger Autos bauen und keine Braunkohle mehr abbauen. In den letzten Jahren sind in Deutschland 80 000 Arbeitsplätze in der Wind- und Solarbranche zerstört worden. In der Braunkohle arbeiten viel weniger Leute. Weniger PKW bedeuten automatisch, dass mehr Menschen den ÖPNV benutzen, und somit mehr Arbeitsplätze im ÖPNV. Weniger Wegwerfmentalität bedeutet einerseits, dass weniger Dinge neu gekauft werden (das gefährdet Arbeitsplätze, aber eigentlich vor allem im Billiglohnsektor), und andererseits, dass mehr Dinge repariert werden (das schafft Arbeitsplätze, und zwar beim lokalen Handwerk).


    Also, ich habe keine Zweifel, dass es möglich ist, sowohl klimagerecht als auch "gut" zu leben. Dass Klimagerechtigkeit über kurz oder lang sogar die Voraussetzung für gutes Leben ist.


    Nur: Der Weg zur Klimagerechtigkeit bedeutet halt viele Veränderungen, und Veränderungen tun halt im ersten Moment fast immer weh und fühlen sich erstmal wie Verzicht an. Und ich finde, das darf man nicht verschweigen. Ein Raucher kann zwar wissen, dass es ihm gesundheitlich viel besser gehen wird wenn er sich das Rauchen abgewöhnt, dass er auch viel Geld spart, das er dann für andere schöne Aktivitäten ausgeben kann, dass er freier sein wird und so weiter. Und es ist wichtig, dass er diese positive Vision seines rauchfreien Lebens hat, um Motivation zu schöpfen. ABER trotzdem wird der Weg zum Nichtraucher zunächst unangenehm sein und sich ganz stark wie Verzicht anfühlen. Und das muss er vorher sich klar machen, sonst wird er nicht durchhalten. Und die Angst (meinetwegen auch Panik) vor den Folgen des "Weiterso" - seien es Krebs in Bezug auf das Rauchen oder Dürrekatastrophen in Bezug auf den Klimawandel - diese Angst/Panik ist meiner Meinung nach, neben der Vision vom guten Leben, eine ganz wichtige und notwendige Motivation, um den Phantomschmerz durch den Verzicht zu überstehen.

    Panik würde meiner Meinung nach helfen, Maßnahmen zu ergreifen, die zwar nötig, aber erstmal unbequem und unangenehm sind. Also z.B. der Automobilindustrie weh tun und Arbeitsplätze in der Braunkohle und anderen Wirtschaftszweigen kosten. (Dass auch Arbeitsplätze im ÖPNV und der Solarbranche geschaffen werden steht auf einem anderen Blatt, wird aber in der Bildzeitung nicht so große Schlagzeilen bringen wie die Negativfolgen.) Maßnahmen, die für jede Bürgerin spürbare Veränderungen mit sich bringen, wie z.B. dass Flugreisen oder PKWs zu besitzen und zu fahren für viele Menschen unerschwinglich teuer wird, dass man auf der Autobahn nur noch Tempo 100 fahren darf, dass Fleisch, Klamotten und Plastikspielzeug teurer werden. Das wird alles von Populisten gnadenlos ausgeschlachtet werden und somit die Wiederwahl der amtierenden Politiker gefährden. Deshalb wird keine Mehrheit der Bürger solche Maßnahmen fordern oder begrüßen, und keine Politikerin solche Maßnahmen ergreifen, es sei denn sie erkennen den Ernst der Lage und l geraten darüber in Panik.

    Ich klinke mich mal hier ein mit einer Frage: Wie würde denn Dein persönliches "in Panik geraten" aussehen, das zu konstruktiver Problemlösung beiträgt? Ich selbst gehöre nämlich auch zur Fraktion " Panik hilft mir nicht bei Lösungssuche, sondern lähmt mich". Im Klartext: Je mehr ich mich in "Untergangsszenarien" einlese. Dieses müsste ich jedoch tun, wenn ich einen aktiven Part über nehmen möchte der über ressourcenschonenden Umgang und Demos hinausgeht, etwa Podiumsdiskussionen ins Leben rufen. Was tun?

    Tja. Das sind Verhältnisse, zu denen ich nicht zurückwill und ich denke viele andere Menschen auch nicht.


    Ich halte es für eine große Errungenschaft unserer Zeit das sowas eben nicht mehr nur den oberen 10 000 möglich ist. Setzt das durch, und ich bin 100 %ig der Auffassung das wir eine Regierung bekommen, die definitiv keiner wollen kann.

    Was ist ein gutes Leben?

    Das ist eine Frage, über die wir reden sollten. Darauf habe ich keine allgemeingültige Antwort - aber das muss eine gesamtgesellschaftliche Frage sein.

    Im Moment tun wir alle möglichen Dinge, weil sie wirtschaftlich notwendig sind, die Aktionäre das so wollen, der Markt so funktioniert (nein, der Markt funktioniert nicht einfach so) und dagegen stehen jetzt einige auf und verlangen vor allem Verzicht.

    Dabei wäre die Grundfrage doch erstmal: was wollen wir überhaupt im Positiven und wie können wir dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen gut leben können. Wir brauchen gute Visionen für die Zukunft, für die sich ggf. auch der individuelle Verzicht lohnt.

    Liebe Grüße von Spinosa


    "Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten." (Dietrich Bonhoeffer)

  • Ich habe über Facebook mehrere verschiedene posts erhalten, die Greta Thunberg diffamieren.

    Einer geht vom Tenor so, dass alles das, was jetzt gefordert wird (weniger Verpackung, Autos etc.) in der DDR normal war und man sich von so einer Göre, die von nix eine Ahnung hat, nicht das Leben erklären lässt.

    Der Zweite ist ähnlich, ersetzt aber das "in der DDR" durch "in meiner Jugend" und bezeichnet die heutige Jugend als verwöhnt und faul.

    Der Dritte sagt, wir können uns nicht um Klimaschutz kümmern, wir müssen uns um unsere eigenen Probleme wie Altersarmut kümmern.

    Kriegt Ihr auch so Nachrichten? Wie reagiert Ihr darauf? Bei mir kommt das durchaus von Bekannten z.B. Eltern von Klassenkameraden meiner Kinder#kreischen

  • Und das besteht eben nicht darin, einfach alle Produkte so teuer zu machen, dass sie sich nur die Wohlhabenderen leisten können.

    Genau. Deshalb hat das auch noch nie irgendwer vorgeschlagen.


    Es geht darum, die Produkte entsprechend ihres CO2-Fußabdrucks teurer zu machen. Oder eben nicht teurer - der Apfel aus der Region bleibt bei seinem Preis. Dann sieht man beim Einkaufen am Preis, was klimaschädlich ist und was nicht.


    Dazu gehört natürlich elementar dazu, dass man den Leuten dieses Geld wieder zurückgibt, und zwar als Festbetrag pro Kopf, nicht als Pendlerpauschale oder ähnliche einkommensabhängige Steuerentlastung.

    Und ich glaube, dass wir den Klimawandel nur sehr bedingt aufhalten können.

    Richtig. Es geht auch nur noch darum, ob wir eine Klimakatastrophe aufhalten können.


    Das was wir schon an CO2 in die Luft gebracht haben, ist da jetzt erst mal drin und wird uns weiterhin im wesentlichen die Sorte von Wetter bescheren, die wir diesen Sommer hatten.


    Aber wir sollten halt aufhören, die Sache noch schlimmer zu machen.

  • Der Dritte sagt, wir können uns nicht um Klimaschutz kümmern, wir müssen uns um unsere eigenen Probleme wie Altersarmut kümmern.

    Das Tragische an solchen Aussagen ist ja, dass die Altersarmut von den gleichen Lobbygruppen gemacht wurde, die jetzt die Gegenwehr gegen FfF organisieren.

    INSM hat sozusagen das Argument, weswegen wir keinen Klimaschutz machen könnten, in weiser Vorrausicht durch ihre Anti-Renten-Kampagne ein paar Jahre vorher erst möglich gemacht.

  • Oh je, wir anstrengend! Irgendwie find ich es fast lustig, die Zeit in der Dinge rar waren oder alle sehr wenig konsumieren konnten wird erinnert, die fetten Jahre dazwischen mit hemmungslosem Konsum sobald der möglich war nicht. Im Grunde ja nachvollziehbar, das andere erfordert selbstreflexion und die Fähigkeit eigene Fehler auch auszuhalten. Vielleicht, wenn es dir das wert ist, mal höflich nachfragen was mit den Jahren zwischen Kindheit und jetzt war? Oder die Bemerkung, dass Wurscht ist ob’s greta ist oder nicht. Klimawandel findet statt und verursacht Probleme.

  • Ich möchte hier noch mal kurz einhaken, auch wenn die Diskussion evtl schon weiter ist... (habe noch nicht zu ende gelesen)

    Es wird von Teilen dieser Bewegung an den Grundfesten unseres Zusammenlebens gerüttelt. Und das irritiert mich zutiefst. Geburtenkontrolle und Sprüche wie "Verbote machen das Leben leichter", "Mir egal wieviele Leute arbeitslos werden"...illegale Aktionen und Eskalationen wie 15 Mann die eine SUV-fahrerin beschimpfen und bedrängen....

    Was an den absoluten Grundfesten unsers Zusammenlebens rüttelt ist der globale Klimawandel selbst und nicht die Diskussion darüber. Und ich finde da darf/muss sich jeder an die eigene Nase fassen und nach eigener Verantwortung reagieren. Ich zum Beispiel (ich weiß gleich fliegen Tupperdoesen) liebe SUVs. Ich bin klein und in diesen Autos kann ich besser sehen als in den meisten anderen, ich fühle mich sicher in diesen großen Autos. Schweren herzens habe ich mich aber für einen Kombi mit deutlich niedriegerem Verbrauch entschieden. Wären wir nicht Camper (mit WoWa) wäre es ein Hybrid oder e-Auto geworden), so warten wir noch auf eine Weiterentwicklung...nein, ich stelle nicht mein ganzes Leben um, aber Teile davon. Ich liiiiiebe mein Motorrad und das wird auch bei mir bleiben, auch wenn ich weiß, dass dieses Hobby umweltschädlich ist...kompensieren muss ich auf anderer Seite, da wo es eben nicht in die Grundfesten meines Lebens so eingreift dass es mir über die Maßen weh tut. Tatächlich habe ich aufgehört Fleisch zu essen...ich...die die gnaze Zeit wild didkutiert hat, ich lebe nicht vegan aber ausser hin und wieder mal Fisch gibt es für mich seit 2 Monaten (ok, dass ist nicht lang) kein Fleisch mehr , aus Klimagründen...die kleinen Dinge ändern viel und wenn man da ansetzt ist bereits viiiiiiiieeeel gewonnen, ich möchte jetzt nicht all die kleinen Dinge aufzählen und es entsetzt mich wenn ich sehe das viele nicht mal Willens sind auf eine Scheissplastiktüte zu verzichten...in einem solchen Fall, schliesse ich mich den Unkenrufen "Verbote machen das Leben leichter" tatsächlich an, wenn die Drecksdinger endlich verboten sind, muss sie echt keiner mehr kaufen. Ich finde nicht das man jegliche Flugreisen so verteuern sollte, dass sie sich keiner mehr leisten kann, aber hej, Kompensationszahlungen nach schwedischem Model....where is the fucking problem?

    Kreuzfahrten....hmmmm...rotes Tuch für mich...auch da müssen im Minimum Kompensationszahlungen ran....etc. pp. es lässt sich so viel ändern ohne gleich an puritanistischen und kontrollierten Utopieängsten zu erkranken.

    Da kannst du mit den Augen rollen wie du willst, du hast das doch eingebracht mit der Geburtenkontrolle. Ich habe die Sache mit der Geburtenkontrolle und den zu schonenden Ressourcen weitergedacht, zugegeben.

    Ja...Geburtenkontrolle....halte ich für ein absolutes Grundrecht jeder Frau. Gemeint ist damit nicht der Zwang zur "Einkindehe" nach chinesischen Modell, sondern die Möglichkeit nicht immer gleich schwanger zu werden, eine Möglichkeit die vom Islam, von der kath. Kirchen und vielen Traditionalisten abgelenht wird. Geburtenkontrolle ist das absolute Recht jeder Frau, das in Frage zu stellen erschüttert mich tatsächlich enorm und ich hoffe das wir da einfach von unterschiedlichen Dingen sprechen...

    "Wir wollen lieber fliegen als kriechen" - Louise Otto-Peters (1819-1895) Frauenrechtlerin


    „Es gibt so viele gute Sachen auf der Welt. Es ist wirklich wichtig, dass jemand sie findet!“ Pippi Langstrumpf

    Einmal editiert, zuletzt von Kiwi ()

  • Es geht hier auch nicht um einen einzelnen Arbeitsplatz, es geht hier um Regionen, wo sehr viele Leute davon leben. Das bleibt nicht bei einer temporären Arbeitslosigkeit! Vielleicht werden sie auch vom Amt genötigt, jeden Tag 100km zu einem anderen Arbeitsort zu pendeln - auch nicht so übermäßig umweltfreundlich.

    Es ist verdammt gefährlich, ganze Regionen in die Armut zu zwingen und ihnen keine Alternativen anzubieten. Dann haben wir bald noch ganz andere Probleme.

    Spinosa hat zwar schon einiges dazu geschrieben, aber ich habe noch zwei Anmerkungen.


    Das erste ist: Das Problem mit dem Klima war schon vor über 30 Jahren bekannt. Wer sehenden Auges seine wirtschaftliche Existenz an die Braunkohle geknüpft hat, hat zumindest eine gewisse Mitverantwortung für seine augenblickliche Situation.


    Das zweite: Diese Sorte Strukturwandel kam schon an allen möglichen Stellen vor. Es ist eigentlich bekannt, wie man mit so einer Herausforderung politisch umgehen müsste. Manchmal wurde es gemacht, manchmal nicht.

    Das aktuelle Problem der Braunkohleverstromung ist ja, dass sie nur so recht knapp überhaupt wirtschaftlich ist. Eigentlich ist Windenergie billiger - selbst wenn die Kohle ihr CO2 im wesentlichen umsonst produzieren darf. Die Braunkohle wird also mit diesem Arbeitslosigkeitsargument künstlich am Leben gehalten. Politiker, die sich für die Kohlenutzung einsetzen, werden entsprechend belohnt.

    https://www.spiegel.de/wirtsch…tsratschef-a-1288442.html


    Damals, als in Deutschland die Bekleidungsindustrie nicht mehr konkurrenzfähig wurde, wurden keine „Klamottenkompromsise“ oder „Mindestkleidungspreise“ eingeführt, sondern man hat den Markt einfach machen lassen.


    Hier nicht. Hier greift man ein. Und zwar in einer Richtung, die unser aller Zukunft gefährdet.

    Man verspricht den Braunkohlekonzernen Laufzeiten, Entschädigungen, Mindestabnahmen und hilft ihnen beim Freiräumen weiterer Lagerstätten.

    Und man bremmst natürlich den wichtigsten Konkurrenten, die Onshore-Windkraft, aus so gut man kann - durch Propaganda, Abstandsregelungen, „Naturschutz“regelungen.

  • Ich denke Xenia hier kommen wir ans Thema Nationale/Innere Sicherheit.


    Heimische Energie wird so wie die Landwirtschaft subventioniert, um im Kriegsfall das Überleben der Bevölkerung zu sichern.


    Ich bekomme auch Posts auf facebook gegen das Klimapaket aus der Reihe der Landwirte. Also auch da breiter Widerstand.

  • Es geht hier auch nicht um einen einzelnen Arbeitsplatz, es geht hier um Regionen, wo sehr viele Leute davon leben. Das bleibt nicht bei einer temporären Arbeitslosigkeit! Vielleicht werden sie auch vom Amt genötigt, jeden Tag 100km zu einem anderen Arbeitsort zu pendeln - auch nicht so übermäßig umweltfreundlich.

    Es ist verdammt gefährlich, ganze Regionen in die Armut zu zwingen und ihnen keine Alternativen anzubieten. Dann haben wir bald noch ganz andere Probleme.



    Verzicht und Verbote waren und sind keineswegs die zentralen Forderungen der Wissenschaftler und der Klimaschutzbewegung (die sich auf diese beruft), das wurde z. B. in diesem Video von mailab herausgearbeitet und belegt, das ich schon mal verlinkt hatte. Zentrale Forderungen waren: 1. CO2-Bepreisung 2. Soziale Gerechtigkeit der CO-Bepreisung (Ausgleich durch Klima-Dividende) 3. Zusatzmaßnahmen: Förderung der von Alternativen (Infrastruktur), Innovation, technologische Standards). Verbote haben da höchstens in Punkt 3 Platz (wo sie meiner Meinung nach auch sinnvoll sind). Punkt 1 und 2 sind eigentlich das Gegenteil von Verboten und Verzicht, im Prinzip ist das marktwirtschaftliche Lenkung: Jeder darf weiter alles tun und alles konsumieren, wenn er/sie im Gegensatz zu bisher dafür den angemessenen Preis zahlt. Eigentlich müssten die Liberalen begeistert bei Punkt 1 begeistert in die Hände klatschen und die Linke müsste man mit Punkt 2 mit ins Boot bekommen. Das Gerede von drohenden Verboten ist größtenteils Nebelkerzenwerferei, das sind Strohmannargumente. Nur leider ist die Kompensation/Klimadividende bei den Verhandlungen irgendwie komplett unter den Tisch gefallen und die CO2-Bepreisung ist viel zu niedrig ausgefallen, womit das ganze Klimapaket hinfällig ist. Hier gibt es ein Video in dem das gut erklärt wird (wiederum mit vielen verlinkten Quellen) und hier wird es noch mal grafisch veranschaulicht.


    Mit Appellen allein und der Hoffnung auf Einsicht bei den Einzelnen ist es nicht getan, auch da sind sich die Experten einig. Es müssen politische Maßnahmen her.


    Zur Frage, ob wir den Klimawandel noch aufhalten können: Nein, natürlich nicht. Er ist ja schon da. Aber man kann ihn sehr wohl noch bremsen. Die Folgen von z. B. 4 Grad Erwärmung wären sehr viel dramatischer als die von 1,5 Grad:


    https://www.n-tv.de/wissen/Der…tion-article21011337.html


    https://www.focus.de/wissen/kl…-am-ende_id_10802940.html


    Da haben wir also sehr wohl noch die Wahl. Und angesichts solcher Szenarien ist die Frage, ob Regionen vorübergehend arbeitslos werden, von untergeordneter Bedeutung.

  • Die Raben sind definitiv eine Blase, die mit meiner normalen Realität wenig zu tun hat. Offenbar ticken die Menschen, die ich real kenne, in Sachen Klimaschutz völlig anders.