mal wieder das Thema Schulwechsel Gym - IGS

  • Ich habe ein Kind am G8 und eins am G9 und sehe im Arbeitsumfang keinen großen Unterschied. Der eine kann sich seinen Tag halt nicht selbst einteilen, der andere könnte sich nachmittags frei nehmen und müsste dafür abends arbeiten. Aber an Stunden gezählt verbringen sie in etwa gleich viel Zeit mit Schulkram.


    Ich habe nach der IGS gefragt, weil ich schon öfter im Bekanntenkreis erlebt habe, dass es ein großer Druck sein kann, wenn das Kind auf jeden Fall Abi machen soll. (Und, sorry, aber so hört sich das für mich in diesem Fall hier an) Dann muss es nämlich immer in den richtigen Kursen sitzen. Runter gestuft wurden die Kinder schnell, aber wieder in den höheren Kurs zu kommen hat bei allen Kindern sehr viel Engagement gefordert. Und das halt vor allem in der Mittelstufe, wo die meisten ja nicht voll motiviert sind in Sachen Schule. Da finde ich die Mittelstufe am Gym chilliger, denn wenn's nicht mehr reicht, dann wiederholt man halt. Und selbst wenn man irgendwie durchgeschleift wird, in die Oberstufe schafft man es dann schon irgendwie und da ist das Lernen ja wieder ganz anders.




    Elektra um an der IGS Abi machen zu können brauchst du auch hier zwei Fremdsprachen. Du kannst die zweite halt auch in der Oberstufe lernen, das ist der Unterschied.

  • Ich habe ein Kind am G8 und eins am G9 und sehe im Arbeitsumfang keinen großen Unterschied.

    also ich sehe das hier sehr... wegen den Stunden, die sie in der Schule verbringen.


    G8 hat in der 6. schon 2 mal Nachmittagsunterricht, meine Tochter in der 7. immer noch nicht.

    Wenn sie später heimkommt, dann weil sie AGs belegt. Wir sind da sehr froh drum, weil sie halt so noch viele AGs und Hobbies machen kann. Bei befreundeten G8 Kindern wird da dann sehr reduziert.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Ja sicher kommt mein G9 Kind früher nach Hause. Aber bis er seine Hausaufgaben erledigt hat ist das G8 Kind dann auch zu Hause. "Feierabend" haben beide etwa um die gleiche Zeit.

    Das G8 Kind bekommt die Struktur für den Nachmittag halt vorgegeben (AGs und Hobbies finden halt überwiegend in der Schule statt), das G9 Kind kann frei wählen, wann es arbeitet, aber es arbeitet genaus so viel wie das G8 Kind.

  • homunkulus hat dein G8 Kind keine Hausaufgaben auf oder sind das deutlich weniger, als die von G9 Kind?

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Das G8 Kind erledigt alles in der Schule.

    Ach so.

    Das ist bei uns hier nicht so. Es gibt noch viele Hausaufgaben.


    Ich muss ja grad entscheiden, ob Kind 2 G9 oder was anderes macht und ich hatte etwas die Befürchtung, dass G9 zwar kürzer Schule aber dafür noch mehr Hausaufgaben machen muss.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Das G8 Kind erledigt alles in der Schule.

    das ist hier definitiv nicht so. Da kommen die Kinder um halb fünf nach Hause um dann noch Hausaufgaben zu machen und zu lernen.

    Das ist dann 2 mal die Woche so und hat Kind dann noch AG oder Orchester ist es 3 mal die Woche so spät daheim.

    Schule ist selbstverständlich Unterricht und nicht irgendwelche Hobbies.


    Deswegen ist das alles einfach sehr schwer vergleichbar.


    Aber rein rechnerisch: Wenn es 34 Schulstunden in Klasse 7 sind, rechnet man noch die Pausen und Fahrwege dazu ist Kind 40 Stunden außer Haus. Dann noch Hausaufgaben von 2 Stunden oder so... gelernt ist damit auch noch nix. Ich finde das ein Wahnsinnspensum.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Bei uns ist das Gesamtniveau an der Gesamtschule einfach viel niedriger als am Gym. Es gibt bei uns keine differenzieren Kurse, alle SuS lernen zusammen. Also euch kein Auf- und Abstufen.

    Bestenfalls gibt es unterschiedliche Arbeitblätter. Die ganz Schwachen und die oberen paar Prozent kommen zu kurz. Für die Schwachen ist nicht genug Begleitung da, die Stärkeren (die ja auch nicht hochbegabt sind), fehlt die Anleitung für ihr Niveau. Sie müssen sich meist alles aus Arbeitsblättern erarbeiten.




    Dafür ist es sehr durchlässig, der Druck ist wirklich nicht groß.

    Lene mit 2 Jungs (04/06)

    Einmal editiert, zuletzt von Kanin ()

  • Für mich viel entscheidender wäre die peergroup an den Schulen. Soweit ich das beeinflussen kann, sorge ich für ein sicheres Umfeld für mein Kind. Möglichweise ist das bei euch kein Thema, hier würde ich wirklich ne Menge dafür tun, das meine Kinder an bestimmte Schulformen nicht gehen, selbst wenn dass jahrelang Gym mit nem Schnitt 3-5 heißt.



    Liebe Andy,

    für mich entscheidend ist die Frage: wie wohl fühlt sich dein Sohn in seiner jetzigen Klasse? Ich habe rausgelesen, dass er sich wohlfühlt und es sozial für ihn passt?

    Dann würde ich ihn, wenn ich die Wahl habe, auch in seiner Klasse lassen.

    Eine gute Klassengemeinschaft ist so überragend wichtig, und auf keinem Tag der offenen Tür kannst du ersehen, wie genau die Klasse ist, in der dein Sohn landen würde.


    Oder könnte er in der Klasse, in der er dann wirklich ist, vorher ein paar Tage hospitieren?


    Ich hab Ponyhütchen zitiert, weil sie für mich perfekt zusammenfasst, was viele im Hinterkopf haben. Gymnasium "=" sicheres Umfeld.

    Wir haben mit meiner jüngeren Tochter eine sehr negative gegenteilige Erfahrung gemacht, daher bin ich da ganz vorsichtig geworden!

    Sie ist, ohne dass wir uns im Vorfeld Sorgen gemacht haben, auf ein Gymnasium gewechselt, aber ihre Klasse war in etwa so, wie man sich die Klasse an einer Brennpunktschule vorstellt. Echt.


    In der Klasse, in die sie jetzt geht (Schulwechsel), hat sie vorher drei Tage hospitiert und befunden, dass sie da hin will. Wir sind da vorsichtig geworden. Glücklicherweise war es ein Volltreffer.

    Für uns gilt: Es steht und fällt mit der Klasse.

    Hat dein Sohn jetzt eine "gute", würde ich das nicht durch einen Wechsel riskieren zu verlieren.

  • Hallo zusammen, ich wollte euch ein kleines Update geben. Wir waren nun letzte Woche beim Kennenlernen Gespräch mit dem didaktischen Leiter in der Schule. Das war eigentlich ganz angenehm und auch recht informativ, aber natürlich kann sich mein Sohn das in der Praxis so noch nicht vorstellen. Wir haben nun aber für nächste Woche Freitag einen Hospitationstag vereinbart, da soll er dann auch das Lernbüro kennenlernen, das für Mathe und Deutsch angewandt wird (Binnendifferenzierung mit Plänen zum eigenständig Abarbeiten), Gesellschaftslehre als Fach und die äußere Differenzierung in Englisch und Französisch. So wurde es mir zumindest jetzt mal gesagt.

    Und eine Woche danach ist dann auch Tag der offenen Tür, da werden wir uns gemeinsam die Schule noch mal anschauen. Ich hoffe, dass wir danach schlauer sind und vor allen Dingen dass mein Sohn dann einfacher eine Entscheidung treffen kann.

    Ob nun ein Hospitationstag ausreicht, weiß ich nicht so richtig, aber mehr wurde mir jetzt mal zunächst nicht angeboten. wenn wir uns da unsicher wäre nachdem einen Tag, dann würde ich noch mal fragen ob er ein zweites Mal kommen kann. Mal sehen.

    Ja die Klassengemeinschaft, schwer zu sagen wie gut die jetzt ist. Denn es gab ja jetzt zur siebten Klasse eine neue Einteilung. Letztes Jahr war er noch wahnsinnig glücklich in seiner alten Klasse, von seinen Freunden hat er jetzt aber nur einen kleineren Teil mit in die neue Klasse genommen und da habe ich noch nicht so richtig ein Gefühl, wie gut die Klassengemeinschaft nun ist. Bisher trifft er sich und erzählt eigentlich nur von den alten Freunden, da ist noch keiner neuer Name gefallen...ich denke, das ist für ihn auch der Grund warum er es sich jetzt leichter vorstellen kann zu wechseln. Denn von der alten Klasse wollte er definitiv nicht weg, ich glaube an der neuen hängt er zumindest bisher noch nicht so arg.

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

  • Ich weiß nicht, ob es jemanden hier noch interessiert. Ich wollte euch trotzdem Bescheid geben, dass wir uns nun zum Schulwechsel entschieden haben. Sohnemann war zum Schnuppern an der IGS, am Tag der offenen Tür waren wir auch und haben uns noch ein bisschen umgehört bei Eltern, die schon längere Zeit dort Kinder haben und man hört wirklich immer nur positives. die Schule macht einen sehr guten Eindruck als Team Schule, die sich wirklich sehr intensiv um die einzelnen Kinder kümmert. Wir hoffen nur, dass der Sohnemann sich gut in die Klasse integriert, sind wohl schon einige wilde Jungs und Chaoten dabei und natürlich ist das eine andere Zusammensetzung als auf dem Gymnasium. Aber zumindest wird sich der Lernstress und Notendruck entspannen und darauf kommt es ja an.


    Ich muss sagen, innerlich bin ich immer noch sehr zerrissen und frage mich immer mal wieder, ob er es nicht doch geschafft hätte. Eigentlich weiß ich es, er hätte schon irgendwie geschafft. Aber wir wollten der Preis dafür ja nicht bezahlen. von daher hoffe ich einfach, dass er da glücklich wird und der alten Schule und Klasse nicht zu lange nach trauert. Mit den Lehrern dort am Gymnasium liegen wir eigentlich momentan ziemlich im Clinch, weil da wenig Entgegenkommen und Verständnis ist, die letzten Arbeiten sind insgesamt sehr schlecht ausgefallen (Deutsch und Franz je eine 5 für ihn und der Klassenschnitt bei 4,irgendwas) und man fragt sich da schon immer ob es immer nur an den Schülern liegt oder ob da das Wissen so schlecht vermittelt wurde.


    Der Wechsel wird jedenfalls zum Halbjahr sein, mit dem Zeugnis und jetzt müssen wir die restliche Zeit einfach mal relativ entspannt absitzen.


    Freue mich, falls ihr noch Meinungen und Erfahrungswerte habt oder Tipps.


    Lieben Dank euch allen für euren Input und euer ehrliches Feedback!


    LG Andy

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

  • ich freue mich, dass ihr eine Entscheidung getroffen habt und wünsche Deinem Sohn alles Gute


    weil Du um ehrliches Feedback gebeten hast: In dem was Du schreibst kommt Dein Sohn sehr wenig vor...


    Du schreibst immer von wir und meinst damit wohl eigentlich Dich....

    Ich habe kein einziges Mal gelesen was er eigentlich will.


    Ich finde das sehr irritierend. Lass ihn los. Es ist sein Ding.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Wir sage ich auch ganz oft, da gerade beim Schulthema tatsächlich die ganze Familie involviert, belastet ist.


    Also mein Sohn ist auch vom Gym auf eine IGS gewechselt.

    Seit dem geht es ihm und uns viel besser.

    Neue Freunde waren schnell gefunden.

    Er ist jetzt in der 9., rutscht auch da gerade in den vierer, fünfer Bereich, aber das ist zu schaffen und mit mehr Lernbereitschaft auch wieder besser.

    Über Praktika sind Themen wo eine Ausbildung machen present, Abi oder Fachabi ist kein Thema.

    Es ist sein Weg und damit auch unser!

    Trotz allem, bin ich froh über diese Entscheidung.

  • Vielen vielen Dank für die netten Worte. und ja das stimmt ich schreibe viel "wir", aber das schließt ihn auf jeden Fall ein. wir haben viele Gespräche geführt und ihn selbst entscheiden lassen, gemeinsam das für und wider diskutiert und er hat dann selbst gesagt, dass er diesen Schritt gehen will und denkt das ist besser so für ihn. Und im Moment ist es tatsächlich so, dass er relativ locker damit umgeht, er hat kein Problem damit darüber zu reden und er sagt er lässt das jetzt einfach auf sich zukommen. Das finde ich ziemlich cool. Denn ich selbst empfinde es gar nicht als cool, sondern mache mir immer noch viele Gedanken, ob es nun wirklich der richtige Weg ist und so weiter. Wie Mütter das vielleicht immer tun... Ich versuche das aber ihm gegenüber nicht zu zeigen, ich hoffe das gelingt und versuche zu vermitteln, dass wir jetzt nach vorne schauen und gespannt sein was da kommt.

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

  • Das liest sich sehr schön und so wünsche ich es mir auch. Aktuell hat er schon ganz klar das Ziel Abitur zu machen, aber das gefällt mir an der Gesamtschule schon wirklich auch sehr gut, dass dort viel früher an den Beruf herangeführt wird und das auch mehr thematisiert wird, denn ganz egal ob man nun Abitur macht oder nicht, nicht jeder will studieren und es hilft einfach ungemein bei der Entscheidungsfindung. Und wenn er sich dann gegen Abitur entscheidet, dann ist das auch absolut in Ordnung für uns, im Gegenteil dann haben wir erst recht im richtigen Weg gewählt. Von daher wünsche ich euch auch alles Gute auf dem weiteren Weg!

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

  • Ich muss mich noch mal bei euch melden, und ich hoffe ich nerve nicht damit.

    Heute hat mein Sohn den letzten Schultag am Gymnasium, wir haben uns ja entschieden den Wechsel dann jetzt schon nach den Weihnachtsferien zu machen, weil die Situation so verfahren war und irgendwie die Luft total raus...und nun bin ich irgendwie total hibbelig und tue mich glaube ich am schwersten von allen.

    Grundsätzlich bin ich immer noch davon überzeugt, dass es der richtige Weg für ihn ist und die vielen positiven Resonanzen der anderen Eltern, deren Kinder dort auf die Schule gewechselt sind, bestätigt eigentlich, dass alles gut werden wird, aber trotzdem finde ich es gerade emotional schwierig. Und ich habe den Eindruck er tut sich selbst damit leichter als ich. Was ja gut ist. Er hat sogar gesagt, er will eine kleine Abschiedsrede heute halten und hat eine ganz nette Abschiedskarte von der Klasse bekommen. Ich find ihn total mutig, wie er das jetzt durchzieht.


    Am Sonntag machen wir noch eine Abschiedsparty mit seinen Freunden und gehen bowlen, das hat er sich gewünscht. Also eigentlich alles super, aber ich selber habe gerade glaube ich ein Problem damit. Denke dann wieder, hätte es nicht anders auch funktionieren können, wie wird das wohl mit den anderen Kindern dort werden, das ist ja in dem Alter nicht so einfach und da sind sicherlich natürlich auch einige Chaoten dabei, anderes Klientel und so. Klingt jetzt zwar ein bisschen blöd, aber es ist ja schon so, dass die Zusammensetzung anders ist als auf dem Gymnasium und ich hoffe einfach sehr, dass er sich da schnell einfindet und neue Freunde findet und wir das nicht bereuen.


    Sitze gerade hier und heule ein bisschen, weil es mir irgendwie so leid tut.


    Bescheuert eigentlich.... Danke fürs Lesen.


    LG und schöne Feiertage für euch alle,

    Andy

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

  • Verstehe Deine Gefühle sehr gut. Abschiedstrauer um einen Lebensplan fürs Kind.


    Er trägt die Entscheidung, lebt sie, ritualisiert es.

    Beste Voraussetzung für eine gute Verarbeitung und für Veränderung.


    Für sein Selbstwertgefühl werden bessere Noten gut sein. (Leider ticken Schulen so)


    Freunde wird er behalten und neue finden. Da bin ich mir ganz, ganz sicher.