Schule - raus aus der Leistungsgesellschaft?

  • Hallo,


    ich weiß noch gar nicht, wo dieses Thema für mich hinführt, aber ich glaube es wäre für mich ganz hilfreich, die Diskussion hier zu führen.


    Mein großes Kind geht an eine Regelgrundschule in unserem Stadtteil. Der Stadtteil ist sozial sehr durchmischt und aufgrund der nicht so flexiblen Betreuungszeiten sind an dieser Schule vor allem die Kinder, deren Familien gar nicht auf die Idee gekommen wären, an eine andere Schule zu wechseln und damit ist es tendenziell eine Brennpunktschule.

    Mein Kind fühlt sich auf dieser Schule allerdings wohl, hat viele Freunde und geht gerne hin. Das liegt aber in erster Linie am Kind, er ist ein Mensch der sich überall gut zurechtfindet.


    Jetzt kommen mehrere Punkte zusammen:


    Zum einen habe ich ein zweites Kind, das in zwei Jahren auch in die Schule kommt. Er ist gar nicht der Typ, der sich irgendwo gut einfügt, eher zurückgezogen, etwas eigenbrödlerisch, aber gut bei sich und weiß wo seine Grenzen sind und kann da auch gut stopp sagen. Was er gar nicht gut kann, ist, wenn um ihn herum Druck oder Trubel aufkommt und er mitgerissen wird bzw werden sollte, da steht er nämlich komplett quer im Stall. Ich sehe dieses Kind zum aktuellen Zeitpunkt nicht wirklich auf einer Regelschule, aber ich weiß auch nicht wo ich ihn sehen würde.


    Dann kommen jetzt in der zweiten Klasse bei meinem großen Sohn bald die Noten. Ich war selber ein absolutes Streberkind, meinen Eltern waren Noten total egal, für mich waren sie alles. Ich wünsche mir, dass mein Sohn weiterhin unbeschwert lernt und nicht wegen einer oder zwei schlechten Noten direkt denkt "oh ich bin ein Versager in Mathe". Ich hoffe auch, dass mir selbst die Noten bei meinen Kindern nicht so wichtig sind wie bei mir selbst als Kind und kann nicht einschätzen, inwieweit ich mich da im Griff haben werde. Eigentlich wünsche ich mir weiterhin einfach keine Noten.


    Dazu kommt, dass es hier fast nur G8 Gymnasien gibt und ich - falls eines meiner Kinder aufs Gymnasium gehen sollte - mir echt Sorgen mache, dass sie dann keine Freizeit mehr haben. Mir ist es dabei ziemlich egal, ob sie später auf eine Eliteuni gehen können oder einen Gutverdienerjob haben werden, weil ich ohnehin der Meinung bin, dass das alles ganz anders sein wird, wenn sie mal groß sind und nur wichtig ist, dass sie was tun, wo sie wirklich Lust drauf haben. Ich glaube, das wichtigste für sie ist aktuell, eine gute schöne Kindheit zu haben und die will ich nicht an einer G8 Schule verzocken (die größeren Kinder in unserem Umfeld gehen ausnahmslos aufs Gymnasium, deshalb denke ich darüber aktuell am stärksten nach. Ich muss zugeben dass ich mich deshalb kaum bisher mit Realschule oder anderem auseinandergesetzt habe).


    Es gibt noch eine freie aktive Schule, deren Konzept (keine Noten, Kinder suchen sich selber aus, was sie lernen wollen, lernen eher an praktischen Dingen) mir eigentlich gut gefällt. Da hätten wir aber direkt in der ersten Klasse hin gehen müssen, weil die Wechselkinder aufgrund des unterschiedlichen Konzeptes nicht gerne nehmen. Als Eltern muss man das auch aushalten können, dass die eigenen Kinder nicht lesen oder rechnen können, während gleichalte Kinder an Regelschulen das können, keine Ahnung ob ich das könnte. Aktuell würde mein großer Sohn allein schon wegen seiner Freunde wahrscheinlich nicht wechseln wollen. Und es käme noch eine sehr lange Fahrzeit hinzu (und damit verbunden weniger Freizeit) plus die Freunde meiner Kinder würden nicht mehr in der direkten Nachbarschaft wohnen sondern sehr verstreut in der ganzen Stadt. Und was ist, wenn meine Kinder am Ende doch studieren wollen? Diese Schule endet mit dem Realschulabschluss (glaube ich).


    Akut haben wir also keinen Druck zu wechseln, langfristig macht es eventuell Sinn, sich jetzt schon zu überlegen, wo die Reise hin gehen soll.

    Da ich keinerlei pädagogischen Hintergrund habe und oft auch ein bißchen zu sehr um meine Jungs rumglucke, tue ich mir damit sehr sehr schwer. Und ich mache mir unglaublich viele Gedanken, wie man vielleicht merkt.

    Gibt es denn noch andere Möglichkeiten, die ich aktuell nicht sehe? Wie habt Ihr das geregelt bzw was würdet Ihr an meiner Stelle machen?

  • Wäre die Walldorfschule was für Euch? Keine Noten, großes handwerkliches Angebot/Praktika/Landwirtschaft, aber rechnen und schreiben lernen sie trotzdem und nach der 12. Klasse gibt es in vielen Schulen die Möglichkeit, ein Vorbereitungsjahr fürs Abi zu machen.

  • Dazu kommt, dass es hier fast nur G8 Gymnasien gibt und ich - falls eines meiner Kinder aufs Gymnasium gehen sollte - mir echt Sorgen mache, dass sie dann keine Freizeit mehr haben.

    Nur kurz dazu: Hier drei Kinder auf G8, 5te, 7te und 10te. Der Große merkt jetzt allmählich ein bisschen, dass ab und zu was tun doch ganz gut wäre. Ansonsten sind sie immer schon mega gestresst, wenn sie mehr als eine Stunde Hausaufgaben machen. Nachmittagsunterricht in der Unterstufe - max. 1mal pro Woche, Mittelstufe max. 2mal pro Woche. Ansonsten bis 13 Uhr Schule.

    Wie gesagt, ab der 10ten zieht es dann an... aber dann sind sie auch schon etwas älter.


    Das soll kein Pro oder Contra sein, einfach mal als Einblick zu "keine Freizeit".

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • Genau meine Gedanken. Ich hatte hier durchaus berechtigte Angst, dass wir bei beiden Kindern in der Schulverweigerung enden.

    Unsere Lösung war eine (staatliche) Montessori-Grundschule und im Anschluß für die Große eine Gemeinschaftsschule (bei der Kleinen steht die Entscheidung noch aus).


    Auch wenn die Schulform sehr umstritten ist, war das für uns die richtige Entscheidung und ich bin über die Extrazeit ohne Noten und ohne Druck sehr froh, die das Kind dadurch zum Reifen bekommen hatte und würde mir das für die Kleine ebenso wünschen.


    Wenn ich deinen Wohnort richtig in Erinnerung habe, habt ihr eine Gemeinschaftsschule in der Nähe, die demnächst als einzige in unserer Stadt die gym. Oberstufe eröffnen wird. Also sind dort alle Abschlüsse (Abi als G9) möglich und wäre zumindest eine Alternative ab der 5. Klasse zu der freien Schule.

    Vieleicht magst du sie dir mal ansehen.

  • Gibt es Möglichkeiten wie Infotage etc., um die Freie aktive Schule näher kennen zu lernen? Oder hast Du schon etwas über Bildungsfreiheit gelesen? So ließe sich herausfinden, ob das Konzept für Eure Kinder und auch Euch Eltern passen könnte.


    Wenn Du nach einer Schule ohne Druck und Trubel suchst, wäre ich eher unsicher, ob eine Schule mit Lernfreiheit die passende sein könnte. Trubel gibt es dort gewöhnlich mehr als an anderen Schulen, und der Anforderung zu begegnen, sich ohne Vorgaben zum Lernen täglich viele Stunden beschäftigen zu müssen, kann durchaus auch als Druck empfunden werden, gerade von Kindern, die zuvor anderes gewöhnt waren. Abi zu machen, ist auch nach dem Besuch einer freien Schule möglich, aber nicht dort, sondern z. B. an einer anderen Schule oder im Rahmen einer Externenprüfung.


    Hast Du Informationen darüber, wie die Chancen auf einen Schulplatz stehen? Unser Kleiner besucht eine freie Schule, in der jährlich ca. 3-8 Plätze an Kinder vergeben werden, die keine Geschwisterkinder oder Kinder von MitarbeiterInnen sind. Diese wenigen Plätze sind sehr begehrt, es gibt Familien, die exra der Schule wegen aus weit entfernten Städten hier her ziehen. Dieses Jahr gab es einen einzigen Schulplatz für einen Seiteneinsteiger, der kam als Geschwisterkind eines Erstklässlers.

  • Die Alternativschule hier im Ort (nebst Montessori und Waldorf) geht auch nur bis zur 10., ABER fast alle machen danach das Abi, werden sowohl von Arbeitgebern als auch Gymnasien gern genommen und sind dort auch immer im oberen Drittel. Sie haben halt Lernen gelernt und sind sehr selbstständig.


    und generell kenne ich auch viele, die nach dem Realschulabschluss an einer normalen Mittelschule (Haupt-+Realschule) gute Jobs haben, und nach Ausbildung oder Abi am Berufsgym auch studiert haben.

    Die hatten sogar den stressfreieren Weg. (Hier gibts seit jeher nur g8)


    also es gibt so viele Wege und Möglichkeiten. Ich bin da auch wirklich bei Dir.


    meine Kinder lernen übrigens auch langsam lesen (waldorf) und ich müsste lügen, wenn ich sage, dass es mich nicht stört, gerade im Netz, wo quasi Standard ist, dass die Kinder mit 4 oder 5 von selbst damit anfangen.


    aber mir ist wichtiger, dass meine Kinder so dermaßen glücklich sind an der Schule und dafür ganz andere Bereiche geschult werden.

    Und später können sie sehr gut lesen. Da gibts ja auch Studien zu.


    Ich hoffe, Ihr findet einen Weg für Euch.

  • Hallo,


    Meine Kinder waren alle auf einer Montessorischule an der es erst ab Klasse 8 Noten gab (und auch die nur, weil es die Bildungsagentur für die Anerkennung so forderte).


    Inzwischen macht eins eine Ausbildung, die drei anderen sind nach Klasse 10 gewechselt und machen Abi bzw. haben Abi gemacht.


    Keins hatte Probleme schulisch mitzukommen und auch das andere System haben sie mit der inzwischen gewonnenen Reife bzw. dem Ziel daß sie hatten akzeptiert.

    Ein Kind meinte, es fände diese Art Lernen dort im Vergleich zu dem, was sie bei Monte kannten, zwar deutlich weniger nachhaltig (es nennt es krass Bulimie-Lernen - reinfressen, auskotzen, vergessen) , aber "wenn die Lehrer das so wollen..." ), aber wie gesagt, sie kommen damit zurecht. Selbst da wo eventuell doch mal Fachwissen fehlte (was aber Schülern von Regelschulen genau so ging, niemand war überall gut), konnten sie das sehr gut mit den Kompetenzen die sie hatten, ausgleichen.


    Meine Tochter spielt ein Instrument auf recht hohem Niveau und hat miterlebt, wie eine andere Musikschülerin, die eigentlich genau so gut spielt, verschiedene Sachen (Auftritte, Wettbewerbe...) wegen der Schule aus Zeitgründen (Hausaufgaben, Vorbereitungen für Klassenarbeiten...) nicht mitmachen konnte. An "unserer" Schule waren da deutlich mehr Kompromisse möglich.


    Was ich sagen will: Ein andere andere Art zu lernen muss keineswegs heißen daß am Ende "keine Leistung" erbracht wird oder ein guter Abschluss nicht möglich wäre (unsre Schule führt inzwischen sogar bis zum Abi, wenn man will). Und schon gar nicht heißt es "raus aus der Gesellschaft" , ganz im Gegenteil, gerade im sozialen/gesellschaftlichen Bereich war diese Schule extrem engagiert bzw. liest den Kindern und Jugendlichen viele Möglichkeiten offen. Es ist einfach ... na ja, ein anderer Weg. Für meine Kinder war es der Richtige.

  • Danke für Eure Antworten. Waldorfschule ist glaube ich nicht so wirklich unsere Sache, zumindest habe ich mich in dem, was ich bisher so gelesen habe, nicht wiedergefunden.

    Aber das ist natürlich überhaupt eine Frage, wie informiert man sich über die unterschiedlichen Schularten? Einen Tag der offenen Tür haben wir neulich bewusst nicht besucht, an solchen Tagen wäre jede Schule besonders toll und unser Sohn würde mir der Erwartungshaltung, dass das da immer so zu geht, eventuell wechseln wollen.


    Dass G8 nicht ganz so stressig ist, das höre ich leider nicht so oft. Ich habe mal vor langem einen Artikel von einem Reporter gelesen, der immer abends so tut als würde er auch noch arbeiten, weil er so ein schlechtes Gewissen hat, weil seine kleine Tochter noch so viel machen muss, während er schon frei hat. Und dass die Tochter auch am Wochenende eigentlich keine Zeit für außerschulische Aktivitäten hat. Das hat mich sehr erschreckt.


    Danke für den Hinweis Gekko . Ist das die Schickh. schule? Seid Ihr da auch? Gesamtschule habe ich irgendwie auch als negativ eingestuft, aber ich weiß gar nicht wirklich warum...

    Gibt es Möglichkeiten wie Infotage etc., um die Freie aktive Schule näher kennen zu lernen? Oder hast Du schon etwas über Bildungsfreiheit gelesen? So ließe sich herausfinden, ob das Konzept für Eure Kinder und auch Euch Eltern passen könnte.


    Wenn Du nach einer Schule ohne Druck und Trubel suchst, wäre ich eher unsicher, ob eine Schule mit Lernfreiheit die passende sein könnte. Trubel gibt es dort gewöhnlich mehr als an anderen Schulen, und der Anforderung zu begegnen, sich ohne Vorgaben zum Lernen täglich viele Stunden beschäftigen zu müssen, kann durchaus auch als Druck empfunden werden, gerade von Kindern, die zuvor anderes gewöhnt waren. Abi zu machen, ist auch nach dem Besuch einer freien Schule möglich, aber nicht dort, sondern z. B. an einer anderen Schule oder im Rahmen einer Externenprüfung.


    Hast Du Informationen darüber, wie die Chancen auf einen Schulplatz stehen? Unser Kleiner besucht eine freie Schule, in der jährlich ca. 3-8 Plätze an Kinder vergeben werden, die keine Geschwisterkinder oder Kinder von MitarbeiterInnen sind. Diese wenigen Plätze sind sehr begehrt, es gibt Familien, die exra der Schule wegen aus weit entfernten Städten hier her ziehen. Dieses Jahr gab es einen einzigen Schulplatz für einen Seiteneinsteiger, der kam als Geschwisterkind eines Erstklässlers.

    Wir haben Freunde an der Schule und ich werde mal mitkommen, wenn die Ihr Kind abholen, um mir den Alltag an dieser Schule mal anzusehen. Nach wie vor bleibt die Frage, ob man wechseln sollte, wenn das Kind an der aktuellen Schule eigentlich sehr zufrieden ist.


    Was hat es mit der Bildungsfreiheit auf sich? Das ist mir kein Begriff.

    Was ich sagen will: Ein andere andere Art zu lernen muss keineswegs heißen daß am Ende "keine Leistung" erbracht wird oder ein guter Abschluss nicht möglich wäre (unsre Schule führt inzwischen sogar bis zum Abi, wenn man will). Und schon gar nicht heißt es "raus aus der Gesellschaft" , ganz im Gegenteil, gerade im sozialen/gesellschaftlichen Bereich war diese Schule extrem engagiert bzw. liest den Kindern und Jugendlichen viele Möglichkeiten offen. Es ist einfach ... na ja, ein anderer Weg. Für meine Kinder war es der Richtige.

    Ich will auch nicht meine Kinder aus der Gesellschaft nehmen. Im Gegenteil, ich finde die Brennpunktschule hat da auch viele wichtige Lektionen, vor allem, dass wir mal unsere Blase verlassen müssen. Das ist bei den meisten alternativen Schulformen dann leider wieder nicht so, durch die Schulgebühren und das notwendige Bemühen um Plätze dort, sind die in der Regel sozial nicht sonderlich durchmischt. Was mich einzig stört ist dieser Leistungsdruck.

  • Ich weiß nicht, aber ich finde, du machst da gerade Probleme, wo keine sind....


    Dein Sohn scheint auf der Regelschule zufrieden zu sein. Aber du denkst über einen Wechsel nach, weil du Angst hast, er KÖNNTE mit den Noten icht klarkommen. Warum wartest du nicht einfach ab?

    Ich hab hier 3 Kindern, denen ihre Noten immer herzlich egal waren. Vor allem in der Grundschule....


    Klar, wegen Kind 2 kannst du dich schon schlau achten, aber bedenke, dass sich in 2 Jahren noch reichlich tun kann beim Kind. Da würde ich mich im Hintergrund informieren und abwarten.


    Auch was den Wechsel auf die weiterführende Schule angeht. Wenn dir G8 zu stressig ist, wähle doch eine andere Schulformen... Kein Kind muss aufs Gymnasium!

  • Zitat

    Ich hoffe auch, dass mir selbst die Noten bei meinen Kindern nicht so wichtig sind wie bei mir selbst als Kind und kann nicht einschätzen, inwieweit ich mich da im Griff haben werde.

    Ich glaube auch, in erster Linie machst du dir selbst gerade furchtbaren Druck.


    Lass es auf dich zu kommen. Hier bei uns (aber anderes Bundesland) war fürs Kind vor allem wichtig, dass es eine nette, konstruktive Peergroup gibt. Die Kids wurschteln sich durch die Unterstufe und Mittelstufe schon selbst ganz gut durch. Je nachdem, wie der Sproß tickt, muss man manchmal statt zu treten und zu treiben ganz im Gegenteil aufbauen, entspannen und einfach Mama-mäßig Zuversicht verbreiten. Mit Das-wird-schon-Mantra.

  • Auch wenn sich Schulen an Infotagen besonders präsentieren, hatten wir schon den Eindruck, hilfreiche Einblicke in Atmosphäre und Arbeitsweise zu erhalten. Sind die Räume er liebevoll gestaltet oder karg und nüchtern? Welche Art von Räumen, welches Material und welche Möglichkeiten gibt es überhaupt? Wie gehen die an dem Tag anwesenden SchülerInnen miteinander um? Wie wirken die Lehrkräfte, und welche Themen sprechen sie an? usw.


    Ob das Thema "Bildungsfreiheit" mit Bezug auf die für Euch in Betracht kommende Freie aktive Schule relevant ist, erschließt sich mir noch nicht ganz. Gemeint ist damit, dass die Kinder lernen können, was sie wollen, dass es Angebote und vorbereitete Räume gibt, die genutzt werden können, aber nicht müssen.

  • Auch wenn sich Schulen an Infotagen besonders präsentieren, hatten wir schon den Eindruck, hilfreiche Einblicke in Atmosphäre und Arbeitsweise zu erhalten. Sind die Räume er liebevoll gestaltet oder karg und nüchtern? Welche Art von Räumen, welches Material und welche Möglichkeiten gibt es überhaupt? Wie gehen die an dem Tag anwesenden SchülerInnen miteinander um? Wie wirken die Lehrkräfte, und welche Themen sprechen sie an?

    Ich finde solche Infotage durchaus aussagekräftig. Auch wenn sich alle an dem Tag vielleicht etwas mehr Mühe geben (oder es zumindest versuchen), zeigt das doch schon recht viel, wie die Schule sich selber sieht - oder sehen möchte.

  • Mata non grata ja, díese Schule meine ich und nein, mein Kind ist woanders.

    Allerdings mit der Option in die Oberstufe dort zu wechseln, nach der 10. Klasse.


    Ich würde ebenso die Infotage nutzen um mich zu informieren, hier kann ich mich den Vorschreiberinnen nur anschließen.

    Allein die Möglichkeit mit den Lehreren und Schulleitung ins Gespräch zu kommen, kann sehr wertvoll sein.

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  • Allein die Möglichkeit mit den Lehreren und Schulleitung ins Gespräch zu kommen, kann sehr wertvoll sein.

    ...und zu sehen, welche Angebote es z.B. für Musik und Sport gibt (auf welchem Niveau spielt das Orchester? u.ä.). Ansonsten sagt auch so ein Tag recht viel davon aus, allein, wie sich die Schule präsentiert - von "fröhlich-chaotisch" bis "bieder-konservativ" habe ich unterschiedliches erlebt.



    #angst Und wenn der Elterninfotag so gnadenlos grottig organisiert ist und die Schulleiterin sich nur mit ihrer Power Point an der Wand unterhält und man sie damit auch nicht versteht und das weitere Werbematerial alles einen unprofessionellen Eindruck macht, kann man daraus auch seine Rückschlüsse ziehen.


    ...oder wenn beim Infotag gleich die Anmeldeformulare für die mit der Schule kooperierende Nachhilfe angeboten werden und man wählen kann, wieviele Tage man pro Woche bucht....

  • Wenn die Nachhilfe gleich mit angeboten wird ist das ein gutes Zeichen? Das hätte ich ja genau andersherum gewertet.



    und es scheinen wirklich alle Schulen in dieser Stadt am gleichen Tag Tag der offenen Tür zu haben. Das wird sehr anstrengend für uns. Ein Glück plane ich immer um mehrere Jahre voraus...

  • Wenn die Nachhilfe gleich mit angeboten wird ist das ein gutes Zeichen? Das hätte ich ja genau andersherum gewertet.

    Für mich war es kein gutes Zeichen, wenn sie einem gleich am Infotag deutlich machen, dass ihr Unterrichts so läuft, dass es ohne Nachhilfe nicht geht.

    Aber dafür sind Infotage gut. Und meine Beobachtung war, dass die einen Eltern den gleichen Sachverhalt positiv, die anderen ihn aber negativ werten.

  • Ich sehe es wir Fairy***tale und finde auch, dass Du irgendwie Probleme siehst, wo keine sind. Zumindest noch nicht, und darauf kommt es doch an? Und sorry, Reporter schreiben viel. Meine große Tochter hat G8, lernt wirklich nur, wenn sie muss und kommt ganz gut durch. Ihre Geschwister haben G9 und einen wirklich großen Unterschied sehe ich nicht.....

    .


    Dass G8 nicht ganz so stressig ist, das höre ich leider nicht so oft. Ich habe mal vor langem einen Artikel von einem Reporter gelesen, der immer abends so tut als würde er auch noch arbeiten, weil er so ein schlechtes Gewissen hat, weil seine kleine Tochter noch so viel machen muss, während er schon frei hat. Und dass die Tochter auch am Wochenende eigentlich keine Zeit für außerschulische Aktivitäten hat. Das hat mich sehr erschreckt.

    Wir sind das Gegenteil von traurig!


    Einling und Zwillinge #dance

  • Ich lehne G8 ja komplett ab.

    Und ja es ist wesentlich stressiger und zeitaufwendiger, als meine Schulzeit war.


    Aber das hier:

    Dass G8 nicht ganz so stressig ist, das höre ich leider nicht so oft. Ich habe mal vor langem einen Artikel von einem Reporter gelesen, der immer abends so tut als würde er auch noch arbeiten, weil er so ein schlechtes Gewissen hat, weil seine kleine Tochter noch so viel machen muss, während er schon frei hat. Und dass die Tochter auch am Wochenende eigentlich keine Zeit für außerschulische Aktivitäten hat. Das hat mich sehr erschreckt.

    halte ich für sehr übertrieben.


    Okay, wenn man nur supergute Noten haben möchte oder eben eigentlich auf einer anderen Schulform besser augehoben wäre und dafür eben sehr viel lernen muss, dann mag das zutreffen.

    Aber es ist jetzt auch nicht so, dass man neben schlafen nurnoch Schule machen muss.

  • Ich würd auch abwarten - dein jüngeres Kind ist wahrscheinlich 4 jahre alt, oder? Selbst wenn er eher zurückgezogen ist, kann es doch trotzdem sein, dass er auf der Regelschule wunderbar zurechtkommt, gerne hingeht, in seiner Art von den Lehrern gesehen wird, wo kein Trubel und Druck um ihn herum aufgebaut wird. War an der städtischen grundschule meiner Kinder so. Druck gab es, wenn überhaupt, von den Eltern, Und man kann dem Kind auch Druck machne, sich keinen druck zu machen. Letztlich muss erstmal das ind selbst sehen, wie es klar kommt. Und dein älteres Kind - ihr müsst ihn ja nicht aufs Gym schicken, selbst wenn er eine Gym-Empfehlung haben sollte, wenn ihr das G8-Konzept nicht gut findet. Und lass ihn doch selbst schauen, wie er mit den Noten zurecht kommt - vielleicht ist es ihm wichtiger als dir, dann ist das eben so - er ist ja nicht du - vielleicht ist es ihm egal, so wie du es dir wünscht. Es ist doch rein theoretisch auch möglich, dass es für deine Kinder gar kein Problem sein wird.